Full text: Deutsches Kolonialblatt. II. Jahrgang, 1891. (2)

326 Der Feldzug im Osten vom 7. Juli bis 13. Nov. 1915 
immer noch rechts und links Verstärkungen auf den inneren Linien in den 
Kampf, um geschwächte Frontabschnicte wieder aufzurichten und seine leczten 
Schlachten zu liefern. Fielen sie gegen ihn aus, so trat er vom Schauplatz 
seiner Taten ab, um der geheiligten Person des Zaren zur Führung des Ver- 
teidigungskrieges Hlat zu machen. Auch darüber war in Brest-Litowst Klar- 
heit geschaffen worden. 
Die Schlachtenfolge in Südpolen 
ODritter Akt: Der Durchbruch bei Cholm und Lublin 
Iwanow sah Mackensens neuem Angriff in der Linie Kazimierz— 
Lublin—Cholm entgegen. Zwischen Cholm und Brest-Litowst waren drei 
weitere Stellungsneße ausgebaut und bestückt und dienten dem Russen als 
Rückhalt. Er stand immer noch nördlich von Grubieszow, Krasnostaw 
in der Schlacht, die er an der Straße Horodlo—Teratyn, bei Sienna 
Wola, Krupe= Diasli, Belzyce und Opole zu liefern gedachte. 
Sie ließ nicht lange auf sich warten. 
Mackensen schritt am 28. Juli zum entscheidenden Angriff. Er sectzte 
die Bugarmee auf Dubienka—Cholm, die 11. Armee auf Cholm—Lenczna, 
die Armee des Erzherzogs auf Lublin—Kazimierz an. Im operativen Zu- 
sammenhang mit diesem Angriff suchte Woyrsch, der sich inzwischen dicht 
an Iwangorod herangekämpft hatte, zwischen Kozienicc und der Dilica- 
mündung den Weichselstrom vor Tau und Tag zu überschreiten. 
Mackensen hatte die 1. österreichisch- ungarische Armee durch die 5. Ka- 
valleriedivision verstärkt und Puhallo angewiesen, die Buglinie durch 
kräftige Borstöße auf dem rechten Ufer des Flusses zu verteidigen. Während 
Puhallo dieser Aufgabe gerecht wurde und den linken Flügel seiner Armee 
von Krylow und Mahaly gegen Wladimir Wolynsk vortrieb, gingen Macken- 
sens Angriffsmassen gegen Iwanows Hauptverteidigungslinie vor. 
Die Bugarmee war am 26. Juli mit dem linken Flügel über Uchanie- 
Woislawice hinausgelangt und hatte stürmend die Linie Huta—Ostrowkli— 
Majdan erreicht. Da warf ein heftiger Gegenstoß der Sibiriaken das Korps 
Arz v. Straußenburgs, das am rechlen Flügel der 11. Armee focht, in Un- 
ordnung und zwang Linsingen, haltzumachen und seine entblößte Flanke 
zu sichern. Auf Linsingens rechtem Flügel hatten die Kämpfe die Wald- 
stellungen südöstlich von Annopol ausgeräumt und die Straße Annopol— 
Horodlo überschritten. Das XXXXlI. Reservekorps fegte die Wälder und 
Contas Ostpreußen eroberken Annopol. Links vom XXXXI. Reservekorps 
kämpfte Gerok um den Abschniet Abrodowice—Stepankowice. Die Bayern 
stürmten am 26. Juli die Schanzen am Hang der Höhe 229 nördlich von