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binströmt. Darum ist es in den Zimmern oben immer wärmer als
am Fussboden, und wenn man die Thüre öffnet, entsteht ein Luftzug,
ein kleiner Wind, indem die warme Luft oben zur Thüre
hinausfliesst. In der Nähe starker Feuersbrünste entsteht bei sonst
stiller Luft doch ein Wind, da die Flammen die Luft erhitzen, sie
leichter machen und in die Höhe führen, so dass nun die kalte
Luft, um die entwichene wärmere zu ersetzen, aus der Nachbarschaft
nach dem Feuer hinströmt und einen starken Luftzug hervorbringt.
Was hier im Kleinen geschieht, geschieht in der Natur im Grossen.
Unter dem Äquator wird die Luft sehr heiss; sie steigt daher in
die Höhe und fliesst nach den Polen zu, von wo die kalte Luft
unter der oberen wärmeren Schicht nach dem Äquator zieht. Dadurch
entstehen die zu beiden Seiten des Äquators stets wehenden
Nordost- und Südost-Passatwinde, sowie auch in unsern Gegenden
die Nordostwinde, welche wir besonders im Frühjahre häufig
haben. Der Wechsel zwischen dem wärmeren Tage und der kälteren
Nacht, dann der Wechsel der Jahreszeiten allein müsste schon
Luftströmungen oder Winde verursachen, wenn cs nicht noch viele
andere Ursachen gäbe.
Man benennt den Wind nach den verschiedenen Himmelsgegenden,
aus denen er kommt, und zählt daher 4 Hauptwinde, den
Nord-, Ost-, Süd- und Westwind. Die zwischen den Weltgegenden
herwehenden Winde nennt man: Nordost-, Südost-, Nordwestund
Südwestwinde. Die Seefahrer machen noch mehr Abtheilungen
und zählen 32 Winde. Eine Vorrichtung, auf welcher die Richtung
der Winde angedeutet ist, heisst eine IVindrose. Sehr starke Winde
nennt man Stürme oder Ürkane.
Winde und Stürme sind ausserordentlich nützlich, ja für den
grossen Haushalt der Natur unentbehrlich; sie reinigen die Luft, sie
trocknen den allzufeuchten Boden und befördern so das Wachsthum
der Pflanzen und das Wohlsein der Menschen und Thiere, ganz
abgesehen von den vielfachen Vortheilen, die sie dem Gewerbebetriebe,
z. B. der Müllerei, Gerberei, dem Bleichen und besonders
der Schifffahrt gewähren. Aber die Stürme sind auch schrecklich,
wenn sie über die Länder der Erde heulend hinbrausen, Bäume
mit der Wurzel aus dem Boden reissen und wie Spreu umherschleudern,
ganze Wälder krachend niederstürzen, die Dächer menschlicher
Wohnungen hoch in die Luft führen, die festesten Gebäude
erschüttern, Ströme in ihrem Laufe hemmen und aufschwellen, Berge
abtragen und Felsen zerreissen. Das donnernde Getöse in der Höhe
and Tiefe weit umher vermehrt die Furchtbarkeit dieser Erscheinung,
die Wolken des Himmels eilen geflügelt über uns hin; die Vögel
flüchten ängstlich in ihre Nester, und das Wild des Waldes rettet
sich heulend zu seinen Höhlen.
Doch entsetzlicher noch ist der Anblick der tief erschütterten
Luft auf dem Meere. Masten zerbrechen, Schiffe scheitern. Mit