Metadata : Handwörterbuch des Sächsischen Verwaltungsrechts. Zweiter Band (L-Z). (2)

320  Tierärztliche  Hochschule  —  Tiere

nehmer  die  Kosten  dafür  zu  tragen  haben,  werden  die  T.  diesfalls  aus
der  Staatskasse  nach  der  Gebührenordnung  vom  1.  März  1882  ent—
schädigt  (RGes.  vom  1.  Mai  1894  S.  410  8  2,  AVO.  vom  30.  Okt.
1900  S.  930  §§  7,  29).  Den  Viehbesitzern  ist  es  unbenommen,  nur
einen  approbierten  T.  zuzuziehen,  wo  die  Feststellung  des  Krankheitszustandes
  nach  dem  Gesetz  dem  Bezirtkstierarzt  obliegt  (Ges.  §  16).
Auch  zum  Trichinenschauer  und  Fleischbeschauer  sind  die  T.  befähigt;
die  Ausübung  der  Fleischbeschau  durch  T.  soll  sogar  die  Regel  bilden,
s.  Fleisch  I.  Die  Aufsicht  über  das  tierärztliche  Personal  wird  durch
die  Kommission  für  das  Veterinärwesen  und  die  Bezirkstierärzte  geführt;
  sie  ist  namentlich  auf  das  Selbstdispensieren,  die  tierärztlichen
Hausapotheken,  sowie  darauf  gerichtet,  daß  sich  nichtapprobierte  T.  der
Führung  des  Titels  „Tierarzt“  enthalten  und  der  Behandlung  von
Viehseuchen  (s.  d.)  nur  unter  Leitung  eines  approbierten  T.  unterziehen,
daß  alle  mit  Tierheilkunde  sich  beschäftigenden  Personen  das  Vorkommen
  von  Seuchen  der  Ortspolizeibehörde  bez.  dem  Bezirkstierarzte
melden  und  alle  T.  den  Ort  ihrer  Aiederlassung  und  jeden  Wohnortswechsel
  dem  Bezirksarzte  binnen  4  Wochen  anzeigen.  Jeder  Bezirkstierarzt
  hat  über  die  in  seinem  Bezirke  sich  aufhaltenden  T.  Personaltabellen
  zu  halten  und  aller  5  Jahre,  in  der  Zwischenzeit  als  Ab=  und
Zugangstabellen,  bei  der  Veterinärkommission  einzureichen.  Ungebührnisse
  der  sich  mit  Tierheilkunde  beschäftigenden  Personen  sind  von  der
Veterinärkommission  der  Kreish.  mitzuteilen  (VO.  vom  29.  Sept.  1869
S.  279  A  II  u,  v.  C  12,  C2,  18.  Febr.  1865  S.  81  und  22.  Aug.
1874  S.  125  §§  33,  24,  Instr.  vom  16.  Okt.  1877  S.  297  88§  12,  14,
VO.  vom  23.  NAärz  1903  S.  417  §#§8  5—7).

Tierärztliche  Hochschule.  Die  T.  H.  ist  dem  Miinisterium  des
Innern  unmittelbar  unterstellt.  Ein  Teil  ihrer  Professoren  gehört  der
Veterinärkommission  an  (VoO.  vom  23.  Alärz  1903  S.  417).  Das
Reifezeugnis  einer  „öffentlich  anerkannten“  Realschule  berechtigt  ohne
weiteres  zum  Eintritte  in  die  I.  Klasse  der  T.  H.  (VO.  vom  7.  Febr.
1861  S.  16).  Vor  der  T.  H.  erfolgt  die  Prüfung  behufs  Erlangung
der  Befähigung  zum  „approbierten  Tierarzt“  (s.  Arzte  l.  Vertragsmäßig
  dient  die  T.  H.  auch  für  eine  Anzahl  thüringischer  Staaten  als
Lehr=  und  Bildungsanstalt  für  Tierärzte  und  Hufschmiede  (VO.  vom
27.  Sept.  1862  S.  541  und  4.  Juni  1863  S.  497).  Für  die  der  T.  H.
zur  Behandlung  übergebenen  Tiere  werden  Kurkosten  nicht,  sondern
nur  Verläge  berechnet,  die  bei  offenkundiger  Armut  erlassen  werden
können  (Bek.  vom  20.  Jan.  1885,  Funke  VI  S.  512).  Mit  der  T.  H.
ist  eine  Lehrschmiede  für  Hufbeschlag  (s.  d.)  verbunden.

Tierausstellungen  unterliegen  den  veterinärpolizeilichen  Bestimmungen
  über  Biehmärkte  (s.  d.).  Uber  Tierschauen  f.  d.

Tiere.  Mit  Geld  bis  zu  150  Ml.  oder  Haft  wird  bestraft,  wer
ohne  polizeiliche  Erlaubnis  gefährliche  wilde  T.  hält  oder  wilde  oder
sonst  bösartige  IT.  frei  umherlaufen  läßt  oder  in  Ansehung  dieser  T.