Volltext : Lesebuch für die katholischen Volksschulen des Regierungsbezirks Düsseldorf. Zweiter Teil: Mittelstufe. (2)

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Gebäude  heraus  und  lief,  so  schnell  ihn  seine  Füße  tragen
konnten,  nach  Hause.

Als  er  dort  ankam  und  unter  Tränen  sein  Erlebnis  erzählte,
  sagte  sein  Vater:  „Siehst  du,  Artur,  was  ich  dir  schon
oft  gesagt  habe,  ist  nun  eingetroffen.  Wer  überall  dabeisein
will  und  sich  um  alles  kümmert,  was  in  der  Welt  vorgeht,
dem  geht  es  so,  wie  es  dir  ergangen  ist.  Da  heißt  es:  Mitgefangen
  —  mitgehangen!“

157.  Wer  nicht  hören  will,  muß  fühlen.
Von  Franz  Wiedemann.
oris,“  sagte  eine  Mutter  zu  ihrem  Töchterchen,  „geh  doch  ein-„
  mal  zum  Kaufmann  und  hol  mir  ein  Pfund  Salz.  Hier  hast
du  Geld!“

Doris  aber  sagte:  „Ach,  Mutter,  es  ist  draußen  so  windig,
und  ich  spiele  auch  gerade  mit  meiner  Puppe.  Schick  doch  lieber
die  Sophie,  die  ist  größer  als  ich.“

Die  Mutter  sagte  kein  Wort.  Gleich  darauf  aber  rief  sie  ihre
Tochter  Sophie  und  sagte  zu  ihr:  „Da  Doris  keine  Lust  hat,  so
hol  du  mir  ein  Pfund  Salz.“

„Ja,  gleich,  liebe  Mutter“,  sagte  Sophie  und  eilte  fort.  Kaum
waren  fünf  Minuten  vergangen,  war  sie  auch  schon  wieder  da  mit
dem  Salz.  «  ·

Nach  Tisch  sagte  die  Mutter  zu  Sophie:  „Zieh  dich  an,
Sophie!  Wir  wollen  einen  Besuch  machen.“

„Wen  wollen  wir  denn  besuchen?“  fragte  Sophie.

„Wir  wollen  den  Onkel  Franz  besuchen“,  sagte  die  Mutter.
„Onkel  Franz  hat  viel  Erdbeeren  in  seinem  Garten,  da  kannst  du
dich  satt  essen.“

Als  Doris  das  hörte,  kam  sie  eilig  zur  Mutter  und  bat:
„Mutter,  darf  ich  auch  mitgehen?  Nimm  mich  doch  auch  mit!“

„Nein,  Doris,“  sagte  die  Mutter,  „du  kannst  nicht  mitgehen.“

„Warum  denn  nicht?“  fragte  Doris.

„Weißt  du  nicht  mehr,“  erwiderte  die  Mutter,  „was  du  sagtest,
als  du  mir  vor  einer  Stunde  Salz  holen  solltest?  Da  sagtest  du,
es  wäre  zu  windig  draußen.  Jetzt  aber  ist  es  noch  gerade  so
windig  draußen,  und  deshalb  mußt  du  zu  Hause  bleiben.“

Da  schämte  sich  Doris  und  schlug  die  Augen  nieder.  Mit—
gehen  aber  durfte  sie  nicht.  Als  die  Mutter  und  Sophie  gingen,
stand  Doris  am  Fenster  und  weinte.