Full text : Haupt-Sachverzeichnis zum Bundes- und Reichs-Gesetzblatte von 1867 bis 1916. (50a)

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logen  verlangte  er  die  Unterschrift;  wer  sie  verweigerte,  wie  die  fünf
Doktoren  Widebram,  Cruciger,  Möller,  Pezel  und  Rüdiger,  wurde
des  Landes  verwiesen.

Bald  aber  fand  der  Kurfürst  heraus,  daß  auch  die  Tor—
gauer  Artikel  noch  nicht  scharf  genug  seien.  Einer  Anregung  des
schon  genannten  Tübinger  Theologen  Andreä  folgend,  eröffnete
er  nach  Vorbesprechungen  zu  Schloß  Lichtenberg  bei  Torgau  am
28.  Mai  1576  einen  Konvent  zu  Torgau  selbst,  an  dem  außer
den  sächsischen  Theologen  Andreä,  Chemnitius  aus  Braunschweig,
Chyträus  aus  Rostock,  Musculus  und  Körner  aus  Frankfurt  a.  O.
teilnahmen.  Nach  zehntägiger  Arbeit  war  das  „Torgauische  Buch“
fertig  gestellt,  das  mit  Melanchthon  und  der  ganzen  bisherigen
Überlieferung  des  kursächsischen  Protestantismus  völlig  brach.  Als
man  das  Werk  aber  zur  Begutachtung  zirkulieren  ließ,  liefen
an  Stelle  der  gehofften  Approbationen  eine  Menge  Zensuren  ein,
auf  mehr  als  zwanzig  theologischen  Konventen  wurden  Ausstellungen
  daran  gemacht.  So  setzte  Kurfürst  August  eine  neue
Kommission  nieder,  die  am  1.  März  1577  zu  Kloster  Bergen  bei
Magdeburg  zusammentrat,  anfangs  nur  aus  Andreä,  Chemnitius
und  Selnecker  bestand,  weiterhin  aber  noch  Chyträus,  Musculus
und  Körner  zu  Mitarbeitern  zählte.  Im  Moai  konnten  sie  dem
Kurfürsten  die  Vollendung  ihres  Werkes,  des  „Bergenschen  Buches“
anzeigen,  das  aber  nach  ihrem  Rate  nicht  erst  wieder  zur  Diskussion
  gestellt,  sondern  von  männiglich  unterschrieben  werden

deutsch:  „Erhalt'  uns  Herr  bei  deinem  Wort!“  Die  Rückseite  zeigt  den  Kurfürsten
auf  einem  „Schloß  Hartenfels“  (bei  Torgau,  aber  auch  symbol.)  bezeichneten  Felsen
stehend;  in  der  Rechten  das  Kurschwert,  in  der  hoch  erhobenen  Linken  eine  Wage,
in  deren  tief  stehender  Schale  das  Christuskind  mit  der  Legende  „Die  Almacht“  alle
in  der  andern  Schale  befindlichen  Kritiker  des  Christentums  mit  der  vom  Teufel
ausgehenden  Legende  „Die  Vernunft“  zum  Emporschnellen  bringt.  Gott  Vater  ruft
aus  den  Lüften:  „Vertraue  auf  mich,  ich  werde  dich  nicht  verlassen.“  Unter  dem
Ganzen  steht  in  einer  Umrahmung:  „Bei  Gott  ist  kein  Ding  unmöglich“  und  wieder
der  Spruch  von  der  Vorderseite.  Darunter  die  Jahreszahl  1574.

Nr.  II.  Auf  der  Vorderseite  Kurfürst  August.  Auf  der  Rückseite  Abrahams
Opfer.  Ohne  Jahreszahl  und  ohne  eigentliche  Erklärung.

Nr.  III.  Nur  die  Vorderseite  ist  nach  einem  Bleiabguß  bekannt  und  zeigt
den  Kurfürst  August  vielleicht  um  1566.

Nr.  IV.  Vorderseite:  Kurfürst  August  ca.  1560.  Rückseite:  Kurfürstin  Anna.