Abriß der Ortsgeschichte. 517
ger I. von Sulzbach und die Markgräfin Luitgart (deren Mutter des Erbauers
von Suslzbach Grafen Gebhardt Schwester war) sind die in Papsts
Pascal II. Bestätigung (von 1103, 9. Mai) genannten Stifter des in den
Jahren 1096—98 erbauten Benediktinerklosters Kastel, worein Graf Friedrich
selbst 12 Mönche aus Wessobrunn unter dem Abte Theodorich von
Petershausen einführte, welcher dieser Stiftung drei volle Jahre vorstand und
nach völliger Einrichtung des Klosters als dessen ersten Abt Altmann zurückließ.
Auch Friedrichs Eltern, Graf Hermann zu Kastel und dessen Gattin Hatziga,
begegnen uns unter Kastels ferneren Wohlthätern. Gedachter Graf Otto
(1 1105) vermachte seine Güter dem Kaiser Heinrich V., dessen Neffe Herzog
Heinrich Jasomirgott von Oesterreich seinen Theil am Markte Lauterhofen
diesem Kloster überließ (1159). Kaiser Friedrich I. (1165), Friedrich II.
(1219 als röm. König), König Albrecht (1305) u. a. bestätigten die Kastler
Privilegien; nicht minder die Fürsten aus dem pfälzischen Hause. Ludwig der
Bahyer feierte 1323, 6. Jannar, umgeben von vielen Getreuen in der hiesigen
Kirche ein Dankfest wegen des Sieges bei Mühldorf und verlieh an
eben diesem Tage dem Markte Kastel „unterhalb dem Kloster liegend“ die
Marktfreiheit in gleicher Weise, wie sie Amberg hat.
Unter Wittelsbachischer Herrschaft kam Kastel 1353 zum Kurantheile
und es wurde durch K. Sigmund, der das Kloster als reichsunmittelbar in
Anspruch nahm, dem Kurfürsten Ludwig von der Pfalz 1431 die Vogtei übertragen.
Derselbe bestätigte 1434 das Gericht im Markte und Burggeding
sammt allen Enden und Gemärken im ganzen Umkreis.
Die weiteren Schicksale 1) bis zur Zutheilung zum Landgericht Pfaffenhofen
setzen wir aus Brunner als bekannt voraus; die ältesten Urkunden
wurden leider 1542 größtentheils ein Raub der Flammen; die Plünderung
durch Oberstlieutenant Kratzenstein vernichtete den Rest davon (1632).
Die gelehrten Theologen, die PP. Franz und Johann, und den als Philosophen
bekannten Mönch Peter, mit dem Zunamen „Magister“, von Kastel, den
Uebersetzer des Boßtius, dürfen wir hier nicht übergehen.
Die Stifter, viele Grafen von Sulzbach, Kastel und Hohenburg, ein
Töchterlein Ludwig des Bayern sind in Kastel begraben. Hier ruht auch
Seifried Schweppermann, der Sieger von Ampfing; wir geben seine bekannte
Grabschrift:
„Hier leit begraben Herr Seyfried Schweppermann
„Alles thuns und Wandels wohl gethan
„Ein Ritter Keck und Vest,
1) Es wurde 1556 säcularisirt und unter Administration gestellt; 1636 den Jesuiten
geschenkt; 1773 abermals eingezogen, 1781 der geistlichen Güterfundations-Deputation
und 1782 dem Maltheser Orden zugewiesen. Das Spital in Aicha
erscheint 1302.