Friedrich (preußische Prinzen).
beginnen, wurde er zum Elück noch abgehalten.
übrigens trugen die beiden
Attentate von Tschech (1844) und Sefeloge
(1850), obwohl sie das Werk persönlicher
Rachsucht waren, dazu bei, das Vertrauen
des Königs zu seinem Volk zu erschüttern.
Nachdem er im Spätsommer 1857 an Gehirnerweichung
erkrankt war, übertrug er
im Oktober die Stellvertretung in der Regierung
seinem Bruder Wilhelm, Prinzen
von Preußen, und ernannte ihn 7. Okt.
1858 definitiv zum Regenten. F. Wilhelm
starb 2. Jan. 1861 in Sanssouci. Eine
bleibende Erinnerung an seinen Kunstsinn
gewähren zahlreiche Bauten und Kunstwerke,
namentlich in Berlin, das ihm viel
u verdanken hat. Seit 29. Nov. 1823
ebte er mit der Prinzessin Elizabett von-Bayern
in kinderloser Ehe. Vm olgte
sein Bruder Wilhelm I. Vgl. Varnhagen
v. Ense, Tagebücher (1861—62,
Bde.); v. Ranke, Briefwechsel F. Wilhelms
IV. und Bunsens (2. Aufl. 1874).
Preußen (b. Prinzen).
23) F. Wilhelm Nikolaus Karl,
Kronprinz des Deutschen Reichs
und von Preußen, Sohn des Kaisers
und Königs Wilhelm 1. und der
Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar,
geb. 18. Okt. 1831 im Neuen Palais
bei Potsdam, erhielt durch den Geschichtschreiber
Ernst Curtius eine vorkeesstiche
Exziehung, trat 1849 in das
4. Garderegiment und machte seit 1850
Studien auf der Universität Bonn. Im
Januar 1861 wurde er durch die Thronbesteigung
seines Vaters Kronprinz von
Preußen. Im Kriege gegen Osterreich 1866
übernahm erden Oberbefehl über die zweite
Armee, erzwang durch die glücklichen Gefechte
von Nachod, Trautenau und Stalit
den Einmarsch in Böhmen und entschie
3. Juli durch sein pechtzeitiges Eintreffen
bei Chlum die Schlacht iniggrät wofür
er auf dem Schlachtfeld aus der Hand
seines königlichen Vaters den Orden pour
le mérite erhielt. In deutsch-französischen
Krieg 1870/71 befehligte er die dritte
Armee, welche drei preußische und die süddeutschen
Korps umfaßte, und hatte den
General v. Blumenthal zum Generalstabschef.
Unter seiner Leitung erfochten Trup-153
penteile seiner Armeedie Siege bei Weißenburg
und Wörth, dann marschierte der
Krouprinz auf Paris, machte die große
Rechteschwenung nach Norden und entschied
den Sieg be Sedan. Er nahm dann
ander Einschließung von Paris teil, wurde
im Oktober zum Generalfeldmarschall ernannt
und 18. Jan. 1871 Kronprinz des
Deutschen Reichs. Auch im Frieden nimmt
er im Reichsheer eine hervorragende Stellung
ein, da er Generalinspekteur der 4.
Armeeinspektion und Vorsitzender der Landesverteidigungskommission
ist; außerdem
hat er den Titel eines russischen Feldmarschalls.
Am 6. Juni 1878 ward er
nach der Verwundung des Kaisers mit der
Stellvertretung in der Regierung betraut,
die er ganzz im Sinn seines Vaters bis
5. Dez. 1878 leitete. Er ist seit 25. Jan.
1858 mit der Prinzeß Royal von Großbritannien,
Victoria (geb. 21.Nov. 1840),
vermählt: gein ältester Sohn, Prinz Wilhelm,
ist 27. Jan. 1859 geboren.
24) F. Karl Nikolaus, Prinz von
Preußen, geb. 20. März 1828 zu Berlin,
Sohn des Prinzen Karl, Bruders des
Kaisers Wilhelm, und der Prinzessin Marie
von Sachsen-Weimar, trat früh in
die Armee und wurde von dem spätern
Kriegsminister v. Roon in den Kriegszaslensschalen
unterwiesen. Nach Vollendung
seiner Studien auf der Universität
Bonn machte er den schleswigschen Feldzug
im Gefolge des Generals v. Wrangel
mit, begleitete 1849 seinen Oheim, den
damaligen Prinzen von Preußen, in den
badischen Feldzug und wurde in dem Gefecht
bei Wiesenthal schwer verwundet. In
dem dänischen Feldzug 1864 führte F. als
General der Kavalleriezunächst das preußische
Armeekorps, erstürmte die Düppeler
Schanzen (18. April), übernahm im Mai
an Wrangels Stelle den Oberbefehl über
die verbündete Armee und eroberte Jütland
und 29. Juni Alsen. Im Kriege
geten Osterreich 1866 befehligte er die erste
rmee, nahm nach den Gefechten bei Podol
und Gitschin der österreichischen Armee
unter Benedek gegenüber Stellung und
hielt in der Schlacht bei Königgrätz in zehnstündigem
Kampf den Feind zaw. bis der
Kronprinz mit seiner Armee eintraf und