Full text : Weltkrieg und Gottesreich.

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dafür,  daß  Deutschland  so  weit  möglich  in  der  Ohn—
macht  blieb.  Es  kam  seit  1648  die  kaiserlose,  die  schreckliche
  Zeit“),  bis  ein  von  Gott  gesandter  Gewaltiger
das  neue  Reich  schmiedete  und  es  ein  paar  Jahre
hernach  mit  Osterreich-Ungarn  zusammenschmiedete.

Der  deutsche  Geist  war  freilich  während  der
politischen  Unkraft  des  Reichs  nicht  brach  gelegen-Weil
  er  nach  außen  nicht  wirken  konnte,  wirkte  er
nach  innen  und  führte  eine  reiche  und  glänzende
Kultur  herauf.

Aber  nun  stand  nach  Gottes  Rat  das  Volk  der
Dichter  und  DOenker  wieder  als  furchtgebietendes
Kriegervolk  da  und  hatte  die  „Große  Nation“  völlig
besiegt.  Seit  das  Deutsche  Reich  vollends  den  Treubund
  mit  Osterreich  geschlossen,  war  in  der  Mitte
Europas  etwas  Neues,  Großes  und  Gewaltiges  da,
das  andern  Nationen  Europas  und  zumal  den  Insulanern
  bedenklich  und  bedrohlich  schien.  Das  übrige
weiß  man.  Oer  Krieg  zur  Bernichtung  des  unangenehmen
  Emporkömmlings  und  Nitbewerbers  um
der  Erde  Güter  ist  da.

Ganz  Reines  gibt  es  nicht  unter  der  Sonne.
Osterreichs  Balkanpolitik  war  gewiß  im  Blick  auf
Rußland  verständlich;  aber  man  begreift,  daß  das
Serbenvolk  zur  Wut  gereizt  werden  mußte;  und
Deutschland  hat  gewiß  je  und  je  einmal  die  Nachbarn
unnötig  gereizt.  ·

Aber  zum  Sprlitterrichten  ist  jetzt  weder  Zeit
noch  Anlaß.  Deutschland**)  führt,  was  immer  seine

*)  Dieser  Name  ist  doch  trotz  den  Scheinkaisern  billig  und
gerecht.  »

")8udessenBernichtungvomehmlichwardieKontitton
geschlossen.  Ich  rede  hier  und  in  der  Regel  von  Heutschland.