Full text : Tagebuchblätter. Erster Band. (1)

550  Fünfzehntes  Kapteel  20.  Dezember

Wasser  und  zu  Lande  angegriffen  hat,  habe  ich  den  Oberbefehl
über  die  deutschen  Armeen  übernommen,  um  diesen  Angriff  zurückzuweisen.
  Ich  bin  durch  die  militärischen  Ereignisse  dahin  gekommen,
die  Grenzen  Frankreichs  zu  überschreiten.  Ich  führe  Krieg  mit
den  französischen  Soldaten  und  nicht  mit  den  Bürgern
Frankreichs.“  (L'empereur  Napoléon  ayant  attaqdué  par  terre  et
Pär  mer  la  nation  allemande,  qui  désirait  et  désire  encore  vivre
en  paix  avec  le  peuple  français,  j'ai  pris  le  commandement  des
armées  allemandes  pour  repousser  I’agression,  et  j'ai  ét6  amend
par  les  évenements  militaires  à  passer  les  frontières  de  la  France.
Je  fais  la  guerre  aux  soldats  et  non  aux  citoyens  frangçais.)
Dann  aber  hieß  es,  jede  irrtümliche  Auffassung  dieses  Satzes  unmöglich
  machend:  „Diese  (die  französischen  Bürger)  werden
demnach  fortfahren,  einer  vollkommnen  Sicherheit  ihrer
Personen  und  ihres  Eigentums  zu  genießen,  und  zwar
so  lange,  als  sie  mich  nicht  selbst  durch  feindliche  Unternehmungen
  gegen  die  deutschen  Truppen  des  Rechtes
berauben  werden,  ihnen  meinen  Schutz  angedeihen  zu
lassen.“  (Cenx-i  continueront,  par  conséquent,  à  jouir  une
compleète  sécurité  pour  leurs  personnes  et  leurs  biens,  aussi
longtemps  qu’fils  ne  me  priveront  eux-mémes  par  des  entreprises
  hostiles  contre  les  troupes  allemandes  du  droit  de  leur
accorder  ma  protection.)  Wir  denken,  der  Unterschied  zwischen
dem  Zitat  d'Haussonvilles  und  dem  Original  der  Proklamation
springt  in  die  Augen,  und  irgendwelche  Unklarheit,  die  einen  Irrtum
entschuldigen  könnte,  ist  sicher  nicht  in  ihr  zu  entdecken.

Der  andre  Artikel  lautete:  „Die  Delegation  der  Regierung  der
nationalen  Verteidigung,  die  sich  gegenwärtig  in  Bordeaux  befindet,
hat  sich  von  der  Nutzlosigkeit  eines  längern  Widerstandes  gegen  die
deutschen  Heere  überzeugt  und  würde  selbst  nach  der  Ansicht  des
Herrn  Gambetta  bereit  sein,  mit  Deutschland  auf  den  von  diesem
letzteren  geforderten  Grundlagen  hin  Frieden  zu  schließen.  Der
General  Trochu  dagegen  soll  entschlossen  sein,  den  Kampf  fortzusetzen.
  Nun  aber  hätte  die  Delegation  von  Tours,  jetzt  in  Bordeaux,
dem  General  Trochu  gegenüber  von  Anfang  an  die  Verpflichtung
übernommen,  ohne  dessen  Zustimmung  nicht  über  den  Frieden  zu
verhandeln.  Nach  andern  Nachrichten  hätte  der  General  Trochn