Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

eh

–

Rummer  100

Wen  e  An###

*  Mittwoch,  2.  Mai  ro911

 

Ulraine  einen  Umfang  angenommen,  der  in  Petersburg
  große  Auss-ung  verursacht.  Der  Nalionakonvent
  der  Urrainer  einen
gewählt,  der  als  provisorische  Regierung  der
Ke  proklamiert  wurde.  Es  wurde  der  Entmur#
  eines  politischen  Regierungssystems  umgearbeitet
  und  ein  Reichskan#ler  gewählt.  An
der  Spttze  des  Konvents  steht  der  Lemberger
Prosessor  Harasiewics.  Für  den  1.  Mai  alten
Stils  wurde  eine  konstituierende  Versammlung
nach  Kiew  einberusen,  die  den  Besck  uiß  des  Nationalrates
  zu  ertlären  hat.  Die  provisorische
  russische  Regierung  verhandelt  mit  dem
Ausschuß  des  Nationalrates  und  versucht,  die
Ukraine  „angesichts  der  drohenden  deutschen  Gesahr“
  von  der  Loelösung  von  Rußland  abzubringen.
  Die  Verhandlungen  blieben  bisher  ergebnislos.


Perschiedene  Nachuchien.

Berlin,  30.  April.  Da  die  vorherige  Warnung,

  nährend  der  JZeit  der  Baumblüte,  Obslbaum
  weige  al  mpflücken,  nicht  die  erwartete
Wirkung  gehabt  bat,  sieht  sich  jetzt  der  Olerbesehlshaber
  in  den  Marken,  Generaloberst  von
iesSsl,  zu  schärferen  Masenaymen  veranlaßt,  um
den  vollen  Ertrag  der  Obsternte  sicherrustellen.
Er  erläßt  schwmere  Strafen  für  das  Abbrechen
von  Obstblüten  bis  zu  einem  Jahr  Gesängnis,
bei  Vorliegen  milrernder  Umstände  Haft  oder
Geldstrase  bis  zu  1500)  Mark.
Berlin,  30.  April.  Bei  einem  in  der  Fabrik
für  Beleudlungsgegenstände  der  Gebr.  Irrael
in  der  BVritzenstraße  in  Verin  entitandene  in
Gros  sener  wurcen  )  Periĩonen  schuer  ve  erlett.
Vonu  sunf  vermglückten  Arbeiterinnen  rertar
ben  4.  Während  der  Löschungsar#eiten  stürzle
eine  stase  Brandmaner  ein,  doch  lamen  Feuerwehrmannschaften
  nicht  zuschaden.

Badgasiein,  20.  April.  In  den  Kurorten
Badg#ein  und  LKosgauein  sinden  nur  solch:
Kurgaße  Aumnahme,  die  lurhedurftig  fino  und
dies  durd.  eine  ar#lliche.  in  Zweisacher  Aussertigung
  vor:  ulxgende,  genaue  .  adevorschreibung
nad,u##isen.  Die  Milnahme  von  VBegleitpersonenu

  aus  dem  engsten  FNamilienlreis  oder  sonstiger
  unbedinat  notwendiger  Begleitung  ist  bie
5  u  drei  Personen  für  den  Kurgast  gestattet.  Ein
«  längerer  Ausenthall  als  sechs  Wocken  ist  nur  nach
eingebolter  amtär  tiid.er  Bestätigung  zuläisig.
Abgale  von  Vutier  verboten,  Milch-  und
"#otr  lönnen  nicht  durchgeseihrt  werden.

!  s  a  4
Ein  Lawinensturg  in  der  Schweiz.
Bern,  30.  April.  Sonntag  abend  5  Uhr
wurde  der  von  Lanquart  in  Davos  säliige  Zug
beim  Davosersee  durch  eine  gewaltige  Lawine
kverschüttet.  Bisher  wurden  3  Tote  geborgen,
darunter  eine  Frau  namens  Emilie  Jrion  aus
Stuttgart.

ku  dem  Dauosfer  Lawinenunglück  wird  noch
gemeldet:  Am  Somtag  Abend  stürste  bei
dem  Hockwald  ob  dem  Daveser-See  von  der
Trusatsga  eine  gewaltige  Laucne  auf  den  in
Daros  Platz  von  Landquart  Klaster  eintressenden
  Zug  der  Rhätischen  Bahn.  Der  aus  einer
Lokomotive,  drei  Personen=  und  einem  Gepäckwagen
  beistehende  Zug  nurde  mitten  auseinandergerissen.
  Die  beiden  letzten  Wagen  wurden
eitma  50  Meter  weitl  aus  dem  Geleise  geworsen.
Der  übrige  Teil  Puer  wurde  von  der
Lawine  teilmeise  10  bis  5  Meler  lief  zugededt.
Die  #t  Lamine  iam  insolge  des  Jusammenstoßes
mit  dem  Zug  um  Sune  uin.  Die  Infassen,  na- 



 

 

 

des

Ausschaß

 

 

—

 

 

 

 

unverletzt  aus  dem  Zuge  springen  oder  aus
den  umgeworsenen  Wagen  sleigen.  Slurmgeläu-=te
  machie  die  Hilfe  mobil.  Die  Feuerwehren
und  grof:  Scharen  der  in  Davos  internierten
deutschen  Soldaten  sowie  zahlreiche  andere
Hilsemannschaften  wurden  mit  einem  Hilseing
an  die  Unglücksstätte  geführt.  Hunderte  von
Männern  arleileten  an  der  Bergung  der  Toten
und  Verletzten.

Von  den  Opsern  des  Lawinenunglücks  wurden
  bis  jetzt  neun  Leidl  en  geborgen.  Unter  den
30  Passagieren  sind  vielc  verletzl.  Während  der
ganten  Nächt  arbeiteten  200  Mann  der  bnd
nerischen  Gebirgsbataillon  auf  der  Ungiücksftälte.
  Der  gane  Zug  wurde  ausgegraben.  Der  erse
Wagen  ist  sast  gan  zusammengelnickt.  Viele
Pazsagiere  wurden  von  der  Lauine  erreicht,  da
sie  aus  dem  Wagen  flüchteten,  während  sie  vielleicht

  mit  dem  Leben  davon  gekomen  meiren,
menn  sie  im  Wagen  geblieken  wären.

Aus  einem  Ausruf  des  Sqmeizerischen  Hilsolomitees
  für  die  Lawinenbeschädigten  des  Kantons
Uri  geht  hervor,  daß  die  Lawinenstüree  dort
schmere  Verheerungen  angerichtet  haben.  So-Weit
  die  Berichte  bis  jetzt  reichen,  sino  insgesamt
  7  Wohnhäuser  und  30  andere  Firste  zerstrt
  worden,  wobei  14  Menschenleben  uno  viel
Bieh  verloren  gingen.  Ganze  Wälder  wurden
niedergemäht.  Der  Schaden  beträgt  nach  vorläufiger
  Schätung  mehrere  hunderttausend
Franken.  Die  meisten  Betroffenen  sind  unbemittelte
  Bergbewohner.  Noch  schweben  in  den
gewaltigen  Schneemassen  der  Berge  grosse  Gesahren.
  Viele  Wohnstätten  müßten  geräumt
werden.

Hos-  und  Personaluachrichlen.

Vern,  30.  April.  Hermann  Stegemann,  cer
Verfasser  der  ersten  Geschichte  de:  Welltriegs  und
der  beiannte  militärische  Mitarbeiter  des  „Berner
  Bund“,  dessen  Artikel  über  den  Krieg  allgemeines
  Interesse  fesieln.  soll  nach  Schweizer
Meld  dungen  fur  eine  an  der  Universitlät  Bern  neu
Ju  errichlenden  Prose#sur  für  Kriegswissenschaften
  ausersehen  sein.  Hermam  Stegemann  ist

 

 

memlich  der  letzten  Wagen,  konnten  zum  Teil

1570  in  Koblens  als  Sohn  eines  Nechnungs- 



Die  zweite  Fran.

üo  von  Anna  Seyffert-Klinger.

(Nachdruck  pertoten.)

Sie  löste  elne  Fahrtarle  und  betrat  den
Bahnsteig  in  demselben  Moment,  als  der  Eilzug
  beranbranste.

Es  war  ihr  lieb  so,  denn  nun  konnte  der
Staliousvorsteher  sie  nur  von  weitem  begeu  ßen.

In  dem  lexeren  Coup=  schmiegte  sie  sich  in
eine  Ecke,  mit  dem  Gesühl,  als  sei  sie  plöglich
eine  andere  geworden  und  habe  nicht  mehr
d#  Recht,  frei  und  ungezwungen  mit  ihres-Acichen
  zu  vertehren

Ungeduld  und  Sorge  um  den  geliebten
Vater  quälimen  Ke,  und  doch  war  diese  Fahrt
keineswegs  ofrlos  wie  die  vor  einigen
Tagen,  die  urnnllche  so  traurig  sie  auch  sein
mochte,  erschien  ihr  eertraght  cher,  als  die  Ahnung
lommenden  Unheil

aß  jie  den  Jater  lebend  nicht  wiederehen

  souts  verriet  ihr  kein  Qedanke.

mnterwegs  überlegte  sie,  ob  sie  ihre  Ankunft
  telegraphisch  elden  solle,  damit  man
ihr  den  Wagen  zur  Bahn  schicken  konnte.

le  hielt  es  aber  für  richtiger,  unerwartet
anzukommen,  und  malte  sich  in  den  lebhaftesten
Farben  die  Freude  des  Wiedersehens  mit  dem
geliebten  Bater  aus.

egen  Abend  war  sie  am  Ziel.  Auf  dem
Bahnhof  beachtete-  sie  leiner.  Als  sie  aber
hastig  durch  die  Straßen  ging,  bemerkte  sie
recht  wohl,  daß  sie  mehrmal"  die  Aufmerksamkeit
  der  ihr  Begegnenden  erregke.  Man  slüsterte
lich  Bemerkungen  gu  und  sah  sich  nach  ihr  um.

 

SJamit  die  Ueberraschüng  eme  voitronshchte
sei,  hatte  sie  keine  Droschke  genommen.  Abe
das  berente  sie  nun.  Mit  beflügelten  Goritter
eiite  sie  weiter.  Ihr  Gesicht  brannte,  als  sie
endlich  vor  dem  väterlichen  Hause  anlangte.

Sie  sah  zuerst  nach  der  Arbeitsstube  ihres
Vaters  hinauf,  es  war  dunkel,  dagegen  schien
ur  #n  (Gechäftsräumen  noch  reges  Leben  zu

 

-*-5½)  Zog  sie  die  Glocke,  der  Porkier  öffnete.
prallte  aber  bei  ihrem  Muolick  erschroden  zurück.
„Gnädiges  Fräulein  —.“  mehr  brachle  er  nicht
hervor.  Er  stürzte  davon  und  ließ  Irmgard
tehen.
steb  Sie  slog  die  Treppe  hinauf.  Seltsam  Kül
war  es  im  ganzen  Hause,  und  oben  sogar
dunkel.  Sie  drückte  auf  den  elektrischen  Knopj,
blendender  Lichtichein  überflutete  den  Lorridor.
Es  hatte  sich  nichts  verändert  in  den  belder
Tagen,  und  doch  mutete  alles  sie  sellsam  Kenes
und  bellemmend  a

Onne  Aeinnnorsen  drückte  sie  auf  die  Tür.
klinke  des  Arbeitezimmer.  doch  diese  gab  nicht
nach.  Es  war  abgeschlossen.

Pebold  fabe  sich  ost  in  seinem  Privatkabinett
  ein  rriegelt  wenn  er  ganz  ungestört
zu  sein  wün

Ob  er  „onh  7  Sie  mochte  ihn  nicht  wecken.

Unschlüssig  wandte  sie  sich  der  zum  Eßzimmer
  jührenden  Tür  zu.  Wo  nur  Gabriel
bessiel.  Das  wat  ja  wie  in  einem  verwunschenen

ln  diesem  Moment  kamen  kasche,  gstüche

rer  die  areppe  berauf.  Es  war  Howald.

reichte  ihr  besbe  Hände,  eue  bleich

und  ödiges  Fräulein  —,“  weiter
kam  auch  er  nicht.

—

 

 

rates  geboren,  lam  mit  seinen  Eltern  ins  Elsa,
wo  er  in  Colmar  und  Alttirch  das  Gymnasium
vesuchte.  Er  studierte  auf  den  Universitüten
München  und  Jürich  und  war  nacheinander  im
Lehrfad,  Tinee  und  der  (liberalen)  Preise
tälig  in  Basel,  Bern  und  Konstanz  (dort  an
der  N.  Konstaneer  Abenoztg.).  Vorübergehend
war  er  auch  bei  der  „Gartenlaube“  in  Berlin.
Belannt  war  er  vor-  rem  Kriege  durd,  seine  Romune
  aus  dem  Ellässer  Leben  (von  oenen  auch
siner  in  der  „Woc.“  erschien)  und  als  Rundsa
  Luer  des  Mülhauser  „Expres,“.  Auch  drama:
————.  Stegemann  ifs  Juhnber
des  Noien  Adlerorbene  4.  Klasse.

Sezlole,  Rundichan.

tünchen,  30.  April.  Nach  den  Zusammen.
steiungen  des  Statistischen  Landesamtes  tüber  die.
Lage  des  Arbeitsmarkles  in  Bayern  machte  sich
im  Monat  Februar  der  Viangel  an  Rohstoffen
fühlbar,  s.  u.  a.  in  der  lederverarbeitenden  Indu#tric.
  Die  Kohlenversorgung  bereitele  nament.
lid  bei  der  nockh  in  der  ersten  Hälfte  des  Febtuar
anhaltenden  Kälte  in  rielen  Orten  Schwierigleiten.
  Dadurch  wurde  aud,  die  Beschäftigung  verschi
  iedener  Betriebe  beeinträd.  tigt,  die  infolgedessen
  vorübergeheno  zu  Betriebseinschränlungen
schreiten  mul.ten.  Im  übrigen  hatte  die  Metall-Urrarbeitungs=

  und  Mas  schinenindustrie  genügend
zu  tun.  In  der  Lolwzverarbeitungs-Jndustrie
wurden  zum  Teil  Klagen  üe  iber  unverhältnismästig
  hohe  Hol’preite#  laut.  Die  Ausfubrtätigleit
  der  Por  ###llanindutrie  war  zuftiedenstelleno.

Im  Baugewerbe  liegt  die  Privatbautätigkeit
darnieder.  Vielsach  herrickt  hier  Arbeilslofigleit.
  In  der  Textilindustrie,  in  der  über  nicht  genügene
  Hr  eresaufträge  wie  auch  über  Material,
mangel  gellagt  wird,  hatte  die  Papiergarnspinnerei
  bis  („um  Erlas  neuer  Maßnahmen  Fortd
  ritie  gemad  t.  Ueberall  ist  man  bestrebl,  durch
Anpassung  der  Produltion  an  den  Kriegsbedarf
ror  dem  Hilfsdienigesen  beslehen  zu  lönnen.
Die  Beicd,  zstigungsmöglia  eit  der  mämnichen
Arbeiterschaft  ist  noch  immer  als  günirig  +#  be-Lichnen,
  trotz  der  sleigenden  Andrangzfffer.  Für
ne#ibliche  Anb  zils,räsle  ist  durchschnittlich  die  Arbeilsgelegenheit
  jetzt  ebenso  günstig  wie  auf  dem
mämlchen  Arbeitsmartt.
besteh  ende  Uebrrangebot  im  allgemeinen  schon.
im  Jannar  verschmunden  war,  ist  im  Februar  die
Andraug#  ffer  weiter  zurüdgegangen,  während  in
der  entsprechenden  Zeit  des  Vorjahres  ein  bedeu- 



tenre:  1eberangebot  und  gesteigerter  Andrang,

ul  Ler.  Feichnen  war.

„Ver  arme  Papa,“  stammelte  Irmgard,
„wie  durite  er  mich  sortschicken,  wo  er  meines
rrostenden  Zuspruchs  so  sehr  bedari!  Arbeitet
er  noch.  unten  im  Bureau,  „Herr  Howald?“

„Um  Himmels  willen,  Sie  wissen  noch  nicht,
was  Viteben  ist?2

a.  gewiß!"  gab  Irmgard  ungeduldig
zurück,  %  habe  heute  morgen,  in  der  Zeitung
gelesen,  daß  Papa  ruiniert  ist.“

„Nichts  weiter  7“  preßte  Alfred  hervor.
„Doch  —  es  wurde  —  von  beirsgeriichen
Benierot  gesprochen.  Aber  —  wo  —  wo

a  —  man  hat  ihn  doch  nicht  etwa  dseo“
sapa.n  Uerdachtes  wegen  —

In  tödlicher  Angst  bingen  Irmgards  blaue
Augen  an  den  blassen  Zügen  des  Buchhalters.
Ihm  kam  diese  Begegnung,  trotzdem  er  sich
äwei  lange  Tage  darauf  vorbereitet  halte,  nun
doch  unerwartet.

Was  hätlte  er  wohl  darum  gegeben,  Irmgard

  den  graufamen  Schmerz  etsparen  zu
önnen,  den  er  ihr  jetzt  zusügen  mußte.
war  ja  ersichelich,  daß  gcw  von.  dem  Tode  ihres

Vaters  keine  Ahnung  hat
Er  führte  sie  in  Hebnei  kleines  Stäbchen,

oenn  olle  anderen  Näume  waren  verschlosfen.
Schon  in  der  nächsten  Stunde  sollte  Peb#ds
Leiche  nach  Sber  Leichenhalle  gebracht  werden.
Am  nöächsten  Tage  fand  die  gerichtliche  Verlegelung
  lämtlicher  Näume  sta

Zrmgard  folgte,  mie  von  einem  schweren

um  umsangen.

Tra  lang  wra  7-  .  .  ...  slüsterten  ihre

troclenen  Lippᷣ-HDowalb#o

  nahm  wieder  ihre  beiden  kleinen
Hnd  und  selvit  in  bieler  krostlosen  Stunde
slog  ein  schwacher  Glückeschein  durch  ihre  ver-Nachdem

  das  lange-Berlin,

  30.  April.  Amtlich  wird  mitgsteill.
Am  27.  April  d.  Is.  fand  auf  Vorschlsg  oer
Vertreter  der  organisierten  Tabalarb  eiter  im
des  Innem  eine  Bespre  stbert  dje

Mai  eintretende  weitere  E*  r
To#agkrre  und  deren.  Rückwirkung
auf  die  Tabakarbeiterschaft  stott.  Einigkeit  bestund,
  dab  eine  Einschränkung  der  Tabakverarbeitung
  notwendig  ist,  und  daß  darauf  Bedacht
eu  nehmen  ist,  daß  bei  der  Einschränlung  vor
allem  die  bodenständigen  Tabalarbeiter  geschont
werden.  Weiter  wurde  sestgestellt,  daß  auf  die
einfolge  des  Krieges  erwerbslos  werdenden  Ta.
cbakarbeiter  die  Beslimmungen  über  die  Kriegsxohlsab
  hrtspflege  ohne  weiteres  Anwendung  fin-Verlin,

  30.  April.  Amtlich.  wird  mitgeteilt:

In  den  letzten  Tagen  sino  im  Reichsamt  des
.  »in-m  Verhandlungen  über  die  erneute  Teue.

ulgreidem  Abschlusse  gebracht  worden.  Der  bisherige.
  if  hätte  ei  gentlich  bis  31.  März  1918
gegolten,  die  Arbeiler-Organisationen  erkannten
  diese  Rechtelage  an,  wandten  sich  äjaber  unter
  Berufung“  auf  die  #unehmende  Teuerung
aller  Gegenstände  des  Lebensbedarfs  an  dans
Reichsamt  des  Innern,  um  durch  dessen  Ve1.
mittlung  neuc  oder  erhöhte  Zulagen  —#  erlangen.
Die  Verhandlungen,  die  am  26.  und  27.  April
wieder  unter  Vorsitz  des  Direktors  Dr.  Caspar
stattfanden,  haben  #  einer  Einigung  geführt.
Die  Arbeitgeler  haben  sict  verpflichtet,  die  neue
ulage  rückwirlend  vom  27.  April  1917  ab  en
zwähren;  dabei  ist  vorausgescht,  das,  Levor

1u  der  Arbeiter  im  Vaugewerbe  zu  er-E66

  Zahlung  beginnt,  die  Frage  der  Rückerstat.

tung  durck,  das  Neich  bew.
egeregellD

Besclaguahme  der  nucten  Ctnle.

Die  „B.  Z.“  meldet  aus  Neusladt  a.  H.:  Dr.
Heim  mat#r  in  einer  Aersammlung  in  Neufluot
u  H.  interessante  Milteilungen  über  die  Arl  der
angelündigten  Sickherstellung  der  nächsien  Ernte.
Eine  neue  sch  were.  Eunscl.  ränung  für  den  Bauern.
stand  steht  bevor.  Sie  isi.  führte  Dr.  Keim  aus,
im  Intereise  unseres  Durchhalteno  unbeding##
notur  indig.  Ich  sage  c  geic-  herauo,  u##er  ihr
Urheber  ist.  Ich  bin  es  selbst.  Wir  mussen  in
diesem  Sommer  uns  in  dem  Augenblic,  wo  die
ersten  Garben  reifen,  durd,  Zuang  das  anfal
leude  Vrotgetreide  besclagnahmen.  Nur  ein
Viertel  bis  1  einem  Drittel  wird  den  Bauern
gelassen  erden  biw.  kann  im  Heim  Uleiben.  Aue

a##regeln  sind  bereits  getrossen  worden.  Mit
den  Dinscharbeiten  haben  die  Bauern  nichls  zu
tun.  Alles  wird  militärisch  orgamn  isiert.  Alle
Moglichleitsfälle  sind  vorgesehen.  Die  Bauern
belommen  ihre  Sôchltpreise  zund  eine  Frühdruschpramie
  von  1,50  bis  2  #  r  den  Jentner.
Dieje  Maßs;  nahme  ijt  unbedinal!  notwendig,  um
die  Uebergangs-  eit  in  de  neue  Ernte  von  Gruno
auf  sicher  Zu  stellen.  Ich  sage  aber  auch,  woher
rces  jommt:  Durch  die  sa.  lechte  Getreideernie  im
Lergangenen  Jahr  sind  wit  um  eine  geuisse  Zeit
„spanne  zurüc  Unsere  Ernährung  1916.17  itt
bie  um  15.  August  1917  eingestellt  (d.  h.  wohl
„berechnet“.)  Vom  16.  August  ab  wird  die  neue
Ernte  bereits  eingreisen  und  zwar  durch  die  Organisation
  der  Frühorusche.

Eine  bayerische  Meldung  hierzu  besagt:  Mit
der  türkllich  gemoldeten  Bestellung  eines  Staatssommissars
  für  die  Fruhernte  in  Bayern  wutcde
eine  Zentralstelle  gesckaffen,  die,  mit  alien
Mack,  tvolllommendeilen  auegerüfeet,  die  Leitung
der  Organisation  der  Frühernte  übernimmt.  Wie
im  Vorzjahre,  wird  auch  heuer  das  Getreide  mit
der  Trennung  vom  Doden  bei  chlagnahmt.  Als
neue  Masmahme  tritt  in  diesem  Jahre  oer
Zuang  hinzu,  daß  sofort  mit  dem  Drüich  begon.
jeen  werden  muß.  Um  die  Druscharbeil  sosort  in;

die  BRundesstaaten.

 

storte  Sceie.  Er  war  ihr  ein  aufsrichtiner,  treu
ergebener  Freund,  dieses  Bewußtsein  biein-  ne
aujrech:.

„Das  Schlimmste  ist  Ihrem  teuren  Varer
erspart  geblieben,  Frünkem  Irmgard,  Mut.
Fassung,  Gon  weiß  am  beien,  warum  es  so

und  nicht  onders  ein  mußte.“
«  »Und-ist-hiii—9«ltiess.ii·iiiqiisd
«angsigcpcinigt  hervor.  und  dann  bligartig.  überwaltigend
  kam  ihr  die  Erkennmmis.  Sie  schrie
laut  auf  in  ihrer  Herzenönot.  „Papa,  liever
pa  —“

„Gönnen  Sie  ihm  die  Ruhe.“  sprach  Howalb
  sanft,  „er  mag  vorher  schwer  gelmen
haben,  sein  Tod  aber  war  sanft  und  schmer.
los.  Ihm  ist  wohl.“

n"*  blaues  Auge  blickle  starr  wie
das  einer  Sterbenden.  Dann  brach  sie  wimmernd
  unter  der  Wucht  de-  Schmerzes  zusammen.
  Sie  war  vernichte
Howald  ließ  sie  hieen,  snill·  ging  er

ne  unendliche  Oede  schlen  sich  um  Irm-!
  gard  auszubreiten.  Alle  Harmonièen  in  ihr
waren  id“  Das  Schrictiche  zu  nosten.  war
ihr  unmöglich,  und  d  wusite  sie,  daß  es  ge-45
  daß  sie  72r  d  Baten,  e  welchem  inr

hina

 

6  Sein  so  eng  verknonst.  war,  “—
4  Er  war  ihr  genommen  —  der  Schmen
legte  sich  mit  rihinrnnnn  HRlammer"  uFv  ,  ihr

wweiches,  hüriuches  Herz.
andere  trat  weit  *—-  vor  der  Macht

bleses  he  Kumm
sich  eine  H

arss  auf  ihr  blondes
Jaoupte  *  .  mit  den  9  #l

inden  verbüllt  hatte.