Zweite Coalition. 501
Franzosen, der gewaltige Aufstand in Irland, den Frankreich lebhaft
unterstützte, der Zug Buonaparte's nach Aegypten (Abfahrt im Mai
1798) veranlaßten zwischen England, Rußland, Oesterreich und Neapel
die zweite Coalition gegen Frankreich, welcher auch die Türkei
beitrat. Preußen, durch verkehrte Maßregeln Rußlands gereizt, war
nicht zu bewegen, an diesem Bündnisse Theil zu nehmen, vielmehr
zeigte es eine Zeit lang entschiedene Hinneigung zu Frankreich;
Deutschland dagegen wurde von den Franzosen feindlich behandelt, da
es den Durchmarsch russischer Trnppen erlaubt hatte. Unter solchen
Umständen löste sich im April 1799 der Rastadter Congreß auf, und
die Ermordung der abziehenden französischen Gesandten steigerte die
Bitterkeit der gegenseitigen Stellung.
Anfänglich wurde in der Schweiz wie in Italien der Krieg mit
großem Glücke für die Verbündeten geführt, die verkehrten Maßregeln
Oesterreichs jedoch führten nur zu bald eine schlimme Wendung her-
bei. Es entfernte die Russen aus Italien, um dort freie Hand zu
haben, und wies ihnen die Schweiz zum Kriegs-Schauplatz an. Als
nun hier das eine russische Heer unter Korsakoff durch die französische
Uebermacht bei Zürich erdrückt worden war, das andere aber unter
Suworow, das die wildesten Theile der Schweizer Hochalpen über-
steigen mußte, dabei schwere Verluste erlitt, und als ferner die Lan-
dung eines englisch-russischen Heeres in Holland einen schmachvollen
Ausgang nahm, da trat Kaiser Paul von der Coalition zurück, und
die russischen Truppen erhielten noch vor Schluß des Jahres 1799
Befehl, in die Heimath zurückzukehren. Noch günstiger stellten sich die
Dinge für Frankreich, als Buonoparte aus Aegypten zurückgekehrt
am 18. und 19. Brumaire (den 9. und 10. November) 1799 das
Directorium gestürzt, das Consulat eingesetzt und sich selber
zum ersten Consul hatte ernennen lassen. Sein Sieg bei Ma-
rengo (in der Nähe von Alessandria) am 14. Juni 1800, sowie der
Moreau's bei Hohenlinden (in der Nähe von München) am 3. De-
cember führte schon im Februar 1801 den Frieden von Luneville
herbei, der den von Campo Formieo bestätigte.
Unterdeß hatte Kaiser Paul gänzlich mit England gebrochen, und
am 16. December 1800 die bewaffnete Neutralität im Verein
mit Preußen, Schweden und Dänemark erneuert, um den immer häu-
sigeren Uebergriffen Englands entgegen zu treten. Da letzteres in
Folge dessen auch preußische Schiffe in Beschlag nahm, besetzte Preußen
im März 1801 Bremen, Oldenburg und Hannover, einerseits um
diese Küsten den Engländern zu sperren, andrerseits aber um russische
Truppen aus Deutschland fern zu halten, die im Begriff waren sich
hier festzusetzen. Die Ermordung des Kaisers Paul (den 23. März
1801) und die Aussöhnung seines Sohnes und Nachfolgers Alexander
mit England löste das Neutralitäts-Bündniß schnell wieder auf, und
schon im October 1801 ließ Friedrich Wilhelm die von seinen Trup-
pen besetzt gehaltenen Länder wieder räumen. *
Da durch den Frieden zu Luneville alles Land auf dem linken