Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1825. (2)

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Einleitung. ya! Im Bauernkrieg bleibt nach Abzuy der Entlehnungen aus den oben namhaft gemachten Quellen nur dasjenige übriy, was sich auf dieBewegung im Haller und den nächsten Nachbargebieten bezieht — eine wenn auch höchst interessante, doch verhältnismässig kleine Partie, so dass sich der Leser nach der vielversprechenden Ankündigung in der Vorrede einigermassen enttäuscht sieht. Auch für die Hallische und Gaildorfische Partie hätte Herolt Hofmanns wichtige Arbeit, von der er wohl Kunde haben musste, nachträglich benutzen können; es ist aher nichts davon wahrzunehmen. Fir die (Gesamtbeurteilung der Bauernbewegung hat Herolt bloss das eine höchst einfache und bequeme Schema: Schuld und Strafe; eine aus frerelhaftem Ungehorsam entsprungene und durch teuflische Verblendung auf das Höchste yesteigerte Empörung wird von Gott unter Strömen Blutes furchtbar gestraft. In die sozialen Ursachen der Bewegung einzudringen sieht sich Herolt nirgends veranlasst. Seine Darstellung steht in dieser Hinsicht weit zurück hinter Holzwurt, der so eingehend nach den treibenden Kräften spürt, oder Haarer, der mit so grosser Ientschiedenheit den Gesichtspunkt beiderseitiger Verfehlung und daher auch wechselseitiger Bestrafung, der Tyrannei durch Rebellion und der Rebellion wieder durch Tyrannei, an die Spitze seines Werkes stellt. Zu einiger Entschuldigung für Herolt muss angeführt werden, dass er einen ziemlich bescheidenen und zahmen, fust lächerlichen Ausschnitt der ganzen Bewegung vor sich hatte. Auf den Haller Bauern lag, abyesehen von den gewöhnlichen Lasten des Zehntens und der Frohnen, kein besonderer Druck, weder von weltlichen noch von yeistlichen Herren; im Gegenteil: der Haller Magistrat hatte sich in den letzten Zeiten öfter in grossem SUU mildthätig gegen die Armen gezeigt. So trug die Auflehnung im Haller Gebiet den Charakter des Friveolen, Mutwilligen, Bubenhuften; zuerst ein frisch fröhliches „Kistenfegen“, verbunden mit gewaltigem Bramerbasieren, dann aber bei den ersten Fulkonetschüssen ein Jämmerliches Umfullen und Ausreissen; mehr eine Fastnuchtsposse als eine ernsthafte Unternehmung. Von den grossen (redanken, die doch sonstwo einzelne Führer und ihre Haufen beseelten, ist hier keine Spur auzutreffen, höchstens die angelernte Phrase von Aufrichtung des Erangeliuns. Aber gerade dass Herolt die yanze Bewegung mit dem Massstahe der Hallischen Bauern misst, ist sein Mangel. Schon Brenz ist mit der Obrigkeit und ihrem Verhalten schärfer ins Gericht geyanyen. Die „Chronika“ giebt zu ähnlichen Bemerkungen Anlass. Die Geschlechtergeschichte, der Werolt ziemlich viel Ruum und Mihe ge-