Fulltext access denied for pi wuertt_geschichtsquellen_1 and pageNo 29
Einleitung. ya!
Im Bauernkrieg bleibt nach Abzuy der Entlehnungen aus den
oben namhaft gemachten Quellen nur dasjenige übriy, was sich auf
dieBewegung im Haller und den nächsten Nachbargebieten bezieht —
eine wenn auch höchst interessante, doch verhältnismässig kleine Partie,
so dass sich der Leser nach der vielversprechenden Ankündigung in
der Vorrede einigermassen enttäuscht sieht. Auch für die Hallische
und Gaildorfische Partie hätte Herolt Hofmanns wichtige Arbeit, von
der er wohl Kunde haben musste, nachträglich benutzen können; es ist
aher nichts davon wahrzunehmen. Fir die (Gesamtbeurteilung der
Bauernbewegung hat Herolt bloss das eine höchst einfache und bequeme
Schema: Schuld und Strafe; eine aus frerelhaftem Ungehorsam
entsprungene und durch teuflische Verblendung auf das Höchste yesteigerte
Empörung wird von Gott unter Strömen Blutes furchtbar
gestraft. In die sozialen Ursachen der Bewegung einzudringen sieht
sich Herolt nirgends veranlasst. Seine Darstellung steht in dieser
Hinsicht weit zurück hinter Holzwurt, der so eingehend nach den
treibenden Kräften spürt, oder Haarer, der mit so grosser Ientschiedenheit
den Gesichtspunkt beiderseitiger Verfehlung und daher auch
wechselseitiger Bestrafung, der Tyrannei durch Rebellion und der
Rebellion wieder durch Tyrannei, an die Spitze seines Werkes stellt.
Zu einiger Entschuldigung für Herolt muss angeführt werden,
dass er einen ziemlich bescheidenen und zahmen, fust lächerlichen
Ausschnitt der ganzen Bewegung vor sich hatte. Auf den Haller
Bauern lag, abyesehen von den gewöhnlichen Lasten des Zehntens und
der Frohnen, kein besonderer Druck, weder von weltlichen noch von
yeistlichen Herren; im Gegenteil: der Haller Magistrat hatte sich in
den letzten Zeiten öfter in grossem SUU mildthätig gegen die Armen
gezeigt. So trug die Auflehnung im Haller Gebiet den Charakter
des Friveolen, Mutwilligen, Bubenhuften; zuerst ein frisch fröhliches
„Kistenfegen“, verbunden mit gewaltigem Bramerbasieren, dann aber
bei den ersten Fulkonetschüssen ein Jämmerliches Umfullen und Ausreissen;
mehr eine Fastnuchtsposse als eine ernsthafte Unternehmung.
Von den grossen (redanken, die doch sonstwo einzelne Führer und
ihre Haufen beseelten, ist hier keine Spur auzutreffen, höchstens die
angelernte Phrase von Aufrichtung des Erangeliuns. Aber gerade
dass Herolt die yanze Bewegung mit dem Massstahe der Hallischen
Bauern misst, ist sein Mangel. Schon Brenz ist mit der Obrigkeit
und ihrem Verhalten schärfer ins Gericht geyanyen.
Die „Chronika“ giebt zu ähnlichen Bemerkungen Anlass. Die
Geschlechtergeschichte, der Werolt ziemlich viel Ruum und Mihe ge-