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ich auch noch hundertmal wieder nach Rom kommen, mein erster
Gang wäre wieder nach St. Peter. Der größte Tempel
der Welt, der heiligste Friedhof der Christenheit ist ein Rom
im kleinen, und besäße Rom nichts anderes als die Peterskirche,
es wäre wert, daß man über Länder und Meerc dahin zöge.
Wir kommen zuerst auf den gewallig großen Sankt-Peters-Platz.
In der Mitte erhebt sich eine eigenartige Säule, die
schon in der Rennbahn des Kaisers Nero gestanden hat. Sie
stammt aus Agypten, ist 25 m hoch und aus einem einzigen
Stein gehauen. An jeder Seite schleudert ein Springbrunnen
seine Wassergarben 7 m hoch empor. Der Petersplaßt wird
durch zwei Halbkreise von Säulengängen einge faßt, auf denen
Sich 162 Standbilder von Heiligen und Ordensstiftern erheben.
Vom Petersplatte aus steigt man auf 22 breiten Stufen
zur Kirche empor. Die Vorderseite mißt 117 m in der Breite
und 50 m in der Höhe. Uber dem Dachgeländer stchen die
Riesenffguren Christi, der heiligen Jungfrau und der Apostel.
Von der Galerie über dem mittelsten der fünf Eingünge erteilt
der Papst bei festlichen Anlässen den zahllosen Gläubigen, die
auf dem Petersplatze harren, unter Glockengeläut und Kanonendonner
den apostolischen Segen.
Doch das Schönste und Erhabenste bietet das Innere des
Domes. Fünf Pforten führen aus der glänzenden Vorhalle
in den größten Tempel der Welt. Wir stehen und staunen.
Fünf Kirchenhallen wölben sich über uns; die Höhe des Mittelschiffes
beträgt über 44 m, die Breite 26 m, und die Länge des
Domes mißt 187 m, während der Cölner Dom mit 135 m Länge
auch schon unser Staunen erregt. St. Peter bedeckt einen
Flächenraum von 212 a, während der Cölner Dom sich mit
74 a begnügt. Eine stets gleiche milde Luft umfängt uns,
denn das gewaltige Mauerwerk hält den Wechsel der Außenluft
ab und gestattet im ganzen Jahre nur einen Unterschied von
2 bis 3 Wärmegraden. St. Peter erscheint uns groß und gewaltig
hoch und lang, aber beim ersten Besuche doch nicht so
groß, nicht so riesenhaft, wie mancher erwartet hat; denn das
Ebenmaß der einzelnen Teile und die überreiche Ausstattung
mit 748 Säulen, 389 Standbildern und 30 Altären drängt die
Gesamtwirkung etwas zurück. Wer aber am frühen Morgen
oder bei sinkendem Abend den Dom betrachtet, der ahnt sofort
seine Größe. Das Dämmerlicht entzieht dann dem Auge
die verschlungenen Zierden und Bildwerke, es verwischt den
Widerschein des Goldes und den Glanz der Farben, die die
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