Inhaltsverzeichnis : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Achter Band. (8)

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In  Lübeck  wurden  Mastkälber  im  Alter  von  6  bis  8  Wochen  eingestellt,  welche
gegen  eine  Leihgebühr  von  5,50  M  für  das  Stück  durch  einen  Schlächter  aus  der  Umgegend
beschafft  waren.

In  Hamburg  wurden  41  Kälber  norddeutscher  Zucht  eingestellt.

Die  Kaninchen  mußten  mangels  eines  besonderen  Stalles  in  den  freien  Ständen  des
Impf=  und  des  Kontumazstalles,  sowie  in  verschiedenen  Kisten  untergebracht  werden;
64  wurden  zur  Prüfung,  zum  Teil  auch  zur  Gewinnung  von  Impfstoff  für  Kälber
herangezogen.

In  Straßburg  i.  E.  kaufte  der  Schlachthausaufseher  die  Impftiere  auf  dem  Markt
im  Schlachthause,  gewöhnlich  bei  ziemlich  großer  Auswahl;  er  wählte  solche  Tiere  aus,  welche
sich  nach  Geschlecht,  Farbe,  Haut  und  Alter  am  besten  zur  Impfung  eignen,  wobei  er  aber
auch  den  höchsten  Preis  zahlte.

Jedes  Tier  wurde  vor  der  Einstellung  durch  einen  Tierarzt  daraufhin  untersucht,  ob  die
Körperwärme  regelrecht,  die  Haut  rein  und  der  Nabel  gut  geheilt  war.  Da  die  Tiere  alle
aus  der  nahen  Umgegend  stammen,  ist  Erschöpfung  durch  längere  Beförderung  ausgeschlossen.
Trotzdem  blieben  sie  noch  einen  Tag  stehen,  um  vollständig  auszuruhen.  Im  Stall  wurden
sie  vorschriftsmäßig  auf  frisches  Stroh  gelagert,  welches  nach  Bedürfnis  erneuert  wurde.

In  Metz  gelangten  14  weibliche  Kälber  zur  Einstellung.  Der  Preisunterschied
zwischen  Einkauf  und  Verkauf  stellte  sich  im  Berichtsjahr  auf  durchschnittlich  11/86  M.

(Vergleiche  die  Tabelle  auf  Seite  260  und  261.)

Die  Ernährung.

In  Königsberg  i.  Pr.  erhielten  die  Tiere  ausschließlich  Vollmilch,  und  zwar  jeden
Tag  durchschnittlich  10  1.  Bei  der  Rückgabe  an  den  Lieferanten  wurde  eine  Gewichtszunahme
  von  0,  bis  4,  kg  festgestellt.

In  Berlin  wurden  durchschnittlich  5  1  Vollmilch  und  6  Eier  täglich  verabfolgt.  Die
Tiere  nahmen  dabei  im  Durchschnitt  0#6  kg  zu;  die  höchste  Zunahme  betrug  2  kg,  die
höchste  Abnahme  ebensoviel.

In  Stettin  bekam  jedes  Kalb  täglich  8  1  Milch  und  3  Eier;  der  Milch  wurde
0,  kg  Schrotmehl  hinzugesetzt.  Die  Gewichtszunahme  betrug  im  Durchschnitt  0,,  kg.

In  Oppeln  geschah  die  Ernährung  bei  jungen  Tieren  durch  Milch,  bei  älteren  durch
Heu,  Mehlsuppen  und  Kartoffeln.  Die  Mehrzahl  der  Kälber  nahm  während  des  Aufenthalts
  in  der  Anstalt  an  Gewicht  zu,  im  Durchschnitt  1,  kg.

In  Halle  a.  S.  wurde  ungekochte,  leicht  angewärmte  Milch  verabreicht,  welche  für
einige  Tiere  vom  landwirtschaftlichen  Institut,  im  übrigen  von  der  Halleschen  Genossenschaftsmolkerei
  als  Kindermilch  geliefert  war;  ein  Unterschied  in  der  Verdaulichkeit  machte  sich
nicht  geltend.  Zur  Lagerung  diente  reichliche  Streu  von  Holzwolle  auf  Lattenrost.  Die
mit  Zement  glatt  geputzte  Wandfläche  wurde  ebenso  wie  die  Eisengitter  des  Standes  vor
der  Einstellung  eines  neuen  Tieres  frisch  mit  Kalkmilch  gestrichen.  Der  Terrazzo-Fußboden
im  Impfraum  hat  sich  gut  bewährt.

In  Hannover  erfolgte  die  Ernährung  wie  in  den  Vorjahren  mit  guter  Vollmilch.
Es  wurde  jedoch  die  Bezugsquelle  geändert.  Während  bisher  die  Zentralmolkerei  Hannover
die  Milch  lieferte,  wurde  am  Jahresschluß  mit  einem  Gute  in  der  Umgebung  Hannovers  ein
Lieferungsvertrag  abgeschlossen;  es  mußte  Wert  darauf  gelegt  werden,  daß  die  Impftiere
frische  Kuhmilch  erhielten,  nicht  bereits  am  Tage  vorher  an  die  Zentralmolkerei  gelieferte