Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

nummer  72577

200  Mann  sind  ertrunken.  In  den  Gefechten  bei
Macva  wurden  englische  und  russische  Gewehre
und  Munition  erbeutet.

Serbien  beruft  seine  lehten  Reserven
  ein.

Berlin,  2.  Nov.  Aus  Serbien  nach  Konslantinopel
  gelangte  Nachrichten  besagen,  daß
die  Regierung  infolge  großer  Nerluste  die
Einberufung  neuer  Kontingente  bis  zum  50.
Lebensjahr  anordnete.  Die  Erregung  unter  den
Mohammedanern  und  Bulgaren  steige  immer
mehr.  Drei  serbische  Dörser  in  der  Ungelung
  von  Köprülü  seien  durch  bulgarisch-türlische
  Banden  zerstört  worden.

Anarchische  Zustände  in  Serbien.

Wien,  2.  Nov.  Aus  Nisch  wird  über  Sofia
gemeldet:  König  Peter  ist  schwer  krank.  An
geblich  hat  er  ein  Gehirnleiden.  Er  hält  sich  oftin
  dem  Badeorte  Branja  auf.  Sein  Zustand
soll  kritisch  sein,  und  man  hat  wenig  Hoffnung,
daß  der  POjährige  König  völlig  wiederhergetellt
  wird.  Der  Thronfolger  und  Prinz  Georg
zind  verwundet.  Der  Thronfolger  ist  bereits
außer  Bett  und  erledigt  auch  Staatsangelegen
beiten.  Prin:  Georg  erlitt  mehrere  Verletzungen.

Der  edle  Prinz  erhielt  für  sein  tapferes  Verbalten
  eine  hohe  russische  Auszeichnung.  Re
serve-Armeen  gibt  es  nicht  mehr,  sämtliche  Truppen
  stehen  an  der  österreichischen  Grenze.  Es
lam  #war  eine  russische  Abteilung,  doch  für  die
rankt  man  dem  großen  Verbündelen  nicht.  Die
russischen  O  ffiziere  erteilen  ihren  serbischen  Ka
meraden  sortwährend  Beselle  und  kritisieren
ihr  lisheriges  Vorgelzen.  Der  Preis  der  Le
beusmittel  ist  ins  Ungeheuerliche  gestiegen.  Der
Gesundheilsustand  ist  sehr  traurig.  Es  gibtl
laum  Aer#te  für  die  Verwundeten,  und  auch
Rußland  lann  keine  Aerzte  senden,  denn  auch
in  der  russischen  Armee  ist  Aerztemangel.  Die
Cholera  hat  2000  Opfer  gefordert.  Auch  vereinnelte
  Pestfälle  kamen  vor.  Die  Todeszahl
der  Verwundelen  ist  ungehener.  Pasic  ist  se
unpopulär  geworden,  daß  er  sich  kaum  mehr  am
die  Straße  wagt.  Das  im  Verkehr  befindliche
Weld  ist  russischen  Ursprungs.  Auch  haben  die
Serben  noch  keinen  Bericht  davon,  daß  Belgien

———
Der  Deutsche  Kronprinz  bel  den  Bayern.

 

 

menhang  und  ist  nur  auf  die  Meinungsverschiedenheiten
  zwischen  Salandra  und  Nubini
zurückzuführen.  Es  heißt,  in  der  auswärtiger
Politik  werde  keine  Aenderung  eintreten.  In
gleichem  Sinne  äußert  sich  auch  ein  beachtens
werter  Artikel  des  „Giornale  d’Ttalia“,  der
Eintrachte.  überschrieben  iit.  und  in  dem  es
u.  a.  heißt:  „Die  parlamentarisch-  Krise  wird
mit  weitem  Mliqk  und  grohßer  Schnelligleit  gelött
werden.  Das  Land,  das  seine  ruhige,  vertrauensvolle
  Haltung  zu  Salandra  bisher  aufrecht
  hielt,  wird  heute  das  gleiche  Schan.
spiel  der  Ruhe  und  Ceschlossenheit  geben.  D
Parteien  und  parlamentarischen  Gruppen  er
den  Manneszucht  beweisen.  Salandra  wird
mit  der  Bildung  des  Ministeriums  beauftragt
werden.  Sein  Ruf  wird  an  Männer  von  gutem
  Willen  ergehen  und  lann  nich:  wirlungslos
  verhallen.  Es  gilt,  eine  starke,  gewissenhafte
  und  erleuchtete  Regierung  zu  schassen.
Eintracht  ist  die  erste  Vürgschaft  und  das  vornehmmste
  Interesse  für  das  Vaterland.“  Unter
den  Männern,  mit  denen  der  Könmg  die  Lage
zu  besprechen  gedenk",  werden  vor  allem  Maufredi,
  Marcoro,  Giolitti.  Sonnino,  Luzzatti,
Corcano,  Serchi  und  Vissolati  genannt.

 

von  den  Deutschen  erobert  ist.
selbst  russische  Blätter  dürfen  nicht  in  das  Land
inein.  Die  Soldaten  werden  äußerst  mangelhaft
  verpflegt,  sie  haben  nicht  einmal  Winterbekleidung.


Die  8  auf  dem  Ballan.

Berlin,  Nov.  Eine  hohe  diplomatische
Perilickteit  nhen  sich  über  die  Lage  auf
dem  Ballan  wie  solgt:  Der  Abbruch  der  Beiiehungen
  zwischen  Konstantinopel  und  Petersrurg
  ist  zwar  für  uns  nicht  unerwartet  gekom.
men,  aber  er  ist  doch  geeigne#t,  die  Lage  auf
dem  Ballan  zu  lomplizieren.  Es  liegt  jedoch
kein  Grunk  vor,  der  gegenwärtig  befürchten
ließe,  daß  eine  Aenderung  in  Aussicht  sleht.
Denn  alle  Balkanstaaten  und  ihre  Regierungen
find  entschlossen,  an  der  Neutralität  sestiuhalten.
Was  Bulgarien  angeht,  so  kommt  allein
Serbien  als  Gegner  in  Betracht.  Griechenland
  hal  am  wenigsten  Anlaß,  aus  seiner  Zuzindbaliung
  hervorzutreten,  denn  seine  Intereisen
  sind  von  allen  Großmäch  lten  anerlannt
worden,  und  die  aus  polizeilichen  und  wirtschaftlichen
  (Gründen  erfolgte  Besethung  der  epirotiich
  allanischen  Gebiete  hat  bei  allen  Mäch
len  Villigung  gefunden.  Rumänien  ist  ebenjallo
  gewillt,  neutral  zu  bleiben,  vorausgesetzt.
kan  teine  schwerwiegenden  Umstände  eintreten.
die  es  #u  einer  Aenderung  seiner  Hallung  zwingen
  lönnten.  So  verletten  sich  die  Interessen
der  drei  neutralen  Ballanstaaten  gewissermaßen
einem  Ring,  dessen  Elieder  ineinandergreifen
und  aneinander  halten.

Der  Buren-Aufstand.

Kapstadt,  2.  Nov.  Oberst  Albert  hat  die
Ausstänk  ischen  "  Distrikt  von  Lichtenburg  geschlagen.


Solirische  Kundichen.
Anslans.

Die  italienische  Kabinettskrise.

Köln,  2.  Nov.  Ueber  Rom  und  Zurich
hier  1  Depeschen  bestätigen,  daß  die
Ministerkrife  eine  weitere  Folge  des  Wecchsels
im  Kriegoministerium  sei.  Es  wird  angenommen,
daß  Salandra  mit  der  Neubildung  betraut
werden  wird,  die  spätestens  Donnerstag  erwarlet
  wird.  Gut  informierte  Kreise  versichern,
Rulbini  sei  ein  Anhänger  der  strengsten  Neutralität
  gewesen.  Er  meinte,  Italien  solle  so
lunge  aus  der  Neutralität  nicht  heraustreten,
als  es  nicht  unmittelbar  angegrifsen  werde.  Wegen
  der  bedeutenden  militärischen  Neuforderkungen
  lam  es  zu  einem  Konflikt  mit  dem
Kriegsminister.  In  der  Presse  wird  die  Vermutung
  geäußert,  Salandra  wolle  die  Gelegenheit
  benützen,  um  dem  Kabinett  eine  größere
Einheit  bezüglich  der  allgemeinen  Politik  zu
geben.  (J.)

Wien,  2.  Nov.  Die  Ministerkrise  in  Italien
  steht  nach  Angabe  unterrichteter  diplomatischer
  Kreise  mit  dem  Ausbruch  der  türkischrussischen
  Feindseligleiten  in  'einerlei  Zusam- 



Lerschlede#ne  Nachrichten.

Meran,  2.  Nov.  (Auszeichnung  eines  Tiroler
  Kapuiners.)  Das  Goldene  Verdienstlrenz
mit  Krone  am  Vand  der  Tapferkeitemedaille
in  Anerkennung  des  tapseren  und  aufopsernden
Verhaltens  vor  dem  Feinde  wurde  dem  Pater
Taius,  Mitglied  der  Nordtiroler  Kapn  zinerbprovinz,
  verlsiehen.  Pater  Caius  isl  im  Kapuinerkloster
  Meran  stationiert  und  steht  jetzt  als
Feldlurat  im  Felde.

Parie,  2.  Nov.  Der  Temps  meldet:  Der
w#anhe  Wise  fent  die  Esffelktioftärle  fur
1915  a  0  763  Mann  Landheer.  11  096  Matrosen
  in  3  Marine  Infanterie  sest.

EIIEIITTIIII

München,  2.  Nov.  Der  Vegationsjelrelär  im
Ministerium  des  K.  Hauses  u.  des  Aeußern,  v.
Brentano,  ist  in  die  dentsche  JZivilverwallung  in
Belgien  einberusen  worden  und  hat  jich  beim
Thef  der  deutichen  Zivilverwallung  in  BrusiTl
zum  Dienstantritt  gemeldet.  Der  bis  zum
Ausbruch  des  Krieges  bei  der  bayerischen  e
sandtschaft  in  Pari=  beschäftigte  Legalionsseire

 

tär  Freiherr  v.  Paxius  ist  bis  auf  weiteres
der-  d#nal  Gesandtschaft  in  Berlin  zugeteill

w.  2.  Nov.  Von  Seiner  Königlichen
Hoheit  dem  Großherzog  von  Hessen  im  dem
Staatsminister  des  Innern  für  Kirchen:=  u.
Schulangelegenheiten,  Dr.  von  Knilling.  das
Großzlreuz  des  Verdienstordens  Philipps  des
Grohßzmütigen  verliehen  worden.

Känchener  Nenuipkeilen.

München.  1.  Nov.  In  München  üfl  die  erste
englische  Kanone  eingetroffen.  Sie  ist  volllommen
  komplett,  gut  erhalten  und  ähnelt  in  ihrem
Aeußeren  sehr  viel  den  banerischen  Feldgeschützen.
  Der  Protzlasten  war  fast  vollständig
mit  scharfen  Geschossen,  wobei  Kartusche  und  Geschoß
  zu  einer  Patrone  vereinigt  ist,  geladen.

Bauerische  Aachtichlen.

Fürstenfeldbruck,  31.  Olt.  Bei  Emmering
wurde  die  Leiche  eines  neugeborenen  Kindes
gefunden.  Die  Leiche  dürfte  etwa  drei  Tage  im
Wasser  gelegen  sein.

Osterhofen,  1.  Nov.  Der  Lehrling  Hans
Herbõch  des  Schneidermeisters  und  Mesners
Glashauser  hatte  sich  letzter  Tage  zum  Zwölfuhrläuten
  ins  Glockenhaus  der  Stadtpfarrlirche
begeben.  Während  des  Läutens  stürate  plötzlich
  das  zentnerschwere  Wewicht  der  Turmuhr
insolge  Reißens  des  Seiles  aus  sehr  großer
Höhe  herab,  vurchschlug  drei  Etagen  und  blieb
neben  dem  zu  Tode  erschrokenen  Jungen  liegen.
Mit  dem  Ausruf:  „Eine  Bomde  ist  auf  den
Kirchturm  geworfen  worden!!“  stürzte  der  Lehrling
  leichenblaß  zu  seinem  Meister.  Es  ist  wie
ein  Wunder,  daß  der  Zunge  unverletzt  blieb;
er  hatte  einen  guten  Schutzengel.

 

 

 

Melheim,  1.  Nov.  Der  Postbote  Bauer  in
Tengn  wurde  auf  seinem  Postbotengang  von
einem  Unbelkannten  angeariffen,  der  drei  Schüsse
auf  ihn  abgab,  von  denen  ciner  Bauer  an  der
Ferie  verwundele.  Ein  zweiter  Schuß  hatte  die
Positaiche  getroffen.

Langquaiè,  1.  Nov.  Als  die  Kaufmanns
witme  Scharrer  die  Nachricht  vom  Heldentode
ihres  Sohnes  erhielt,  traf  sie  vor  übergroßem
Schmerze  ein  Schlaganfall,  der  sie  augenbli#
lich  tötete.

Lürnberg.  2.  Nov.  Größere  Erfolge  der
deunichen  Wassen  werden  der  Einwohnerschaft
in  Zulunft  durch  drei  Kanonenschüsse  von  der
Burg  und  durch  Geläute  der  Kirchengloden  angelundigt,
  damit  die  Häuser  sofort  beflagg
werden  können.

Beyerisches  berlans.

Verchtesgaden,  2.  Nov.  Gestorben  ist  der
frühere  langjährige  Bürgermeisler,  Privatien
Jalob  Kerichbaumer  im  Alter  von  91  Jahren
Die  (Hemeinde  haltte  ihm  für  seine  Verdienstt
das  Ehrenbürgerrecht  verliehen.

Cokaluachrichten.

Rosenheim,  3.  Nov.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  Jefollen:
Wilhelm  Hinderer,  Inzanterist  im  12.  banerischen
  Infanterieregiment  3.  Komp.,  Sohn
des  Herrn  Wilh.  Hinderer  ier.

Das  Eiserne  Krenz.  Das  Eiserne  Kreuz
wurde  ferner  verliehen  dem  Lauinamn  im  4.
Magdeburg.  Inf.  Reg.  Nr.  67  M.  G.  K.  Hubert
  Butsch,  Sohn  der  W##arsehnde“
inspekiorewitwme  Butsch,  geb.  Steinböck,  in  Ro
senheim.

Krieg  und  unausgebildeter  Land
sturm.  Es  herrscht  vielsach  die  Meinung,  daß
die  in  den  Liiten  eingetragenen  Jahresllassen
des  unausgebildeten  Landütnems  noch
einberufen  werden.  Hie  zu  wird  von  militä
riseher  Seite  mirtgeleilt,  daß  vorläufig  nicht
daran  gedacht  wird.  Für  den  Truppeneriatz
lommen  zunächu  die  Rekruten  des  Jabrganges
1314  in  Betracht,  von  denen  ein  weilerer  Teil
anfangs  Oczember  einge  zogen  wird.  sowie  weiiers
  die  Relruten  des  Jahrganges  10915,  deren
Einberniung  bereits  in  den  ernen  Monaen  des
nenen  Jahres  erfolgen  dürfte.  Di:  Aurbil
dung  der  Relrulen  beaufurucht  io  sehr  vie
zur  Veriugung  i#uehenden  Ausbitdungekräfte,
daß  es  nabezu  unmoglik  i'l,  noch  Leuie  des
unausgebildeten  Landilurms  für  der  Kriegs
dienst  heranzubilden.
die

Zudem  unnd  diese  Leuir,
schon  bei  der  Rekrutierung  nicht  als  militärtanglich
  befunden  woroen  lind,  wenig  geeignet
  für  den  Heeresdienst;  es  lbnnte  nur
sein,  daß  einige  Leute,  die  enliprechend  ihren
Kenntnissen  und  ihrem  Beruse  für  gewisse
Dienstleistungen,  z.  B.  im  Intendanzurweien.
als  geeignet  erscheinen,  eingesogen  werden.  Im
allgemeinen  muß  wiederholt  allen  unausgebil
deten  Landsturmleuten  dringeno  empfohlen
werden,  ihre  Stellungen  wegen  Militäcpflicht
nicht  zu  kündigen  oder  zu  verlassen.  Auch  die
Arbeitgeber  mögen  derartige  Lente  ruhig  meiter
  beschäftigen,  oder  in  Dienst  nehmen.
Unpfändbarkeit  der  Kriegsunterstützungen.
  In  einer  Ministerialentschließung
über  die  Unterstützung  der  Familien  von  Kriegs
teilnehmern  wird  u.  a.  beilimmt:  Die  gesetzlichen
  Unterstügungen  und  die  gemeindlichen  Erholtungen
  dazu  können  nicht  abgetreten,  nicht
aufgerechnet,  nicht  verpfändet  und  nicht  gepfändet
  werden.  Sie  dürfen  daher  auch  nicht
zur  Tilgung  von  Stenern,  Umlagen  oder  anderen
  öffentlicken  Abgaben  zurückbehalten  oder
gemindert  werden.
25jähr.  Priesteriubiläum-  Der  hoch
verdiente  Leiter  des  Vollsverels  für  das  latholische
  Deutschland,  Herr  Generaldireltor  Dr
Pieper,  hat  am  23.  Okt.  in  aller  Stille  sein
25jähr.  Priesterinbiläum  gefeiert.  An  dem
Aufblühen  des  Volksvercins,  der  jetzt  800  000
Mitglieder  zählt,  hat  Dr.  Pieper  den  hervorragendsten
  Anteil.  Er  gehört  jowohl  dem
Reichstage  als  auch  dem  preub.  Abgeordnetenhause
  an,  wo  er  in  sozialpolitischen  Fragen  ala
erste  Autorilät  gilt.

 

 

MilIch,  J.  Hovssber  19514

Der  Winterfohrplan  hat  mit  dem
2.  November  eine  wesentliche  Erweiterung  ersahren.
  Wir  verössentlichen  die  jür  Rosenheim
und  Umgebung  hauptsacklich  in  Betracht  lommenden
  Strecken  in  der  hentigen  Nummer,
worauf  unsere  ge  esch  aßgten  Leser  leionder;  auf.
merlsam  gemacht  seien.

Ehrenvolle  Auszeichnung.  Oin.Thomaos
  Hinterstocker  von  Schloßberg  wurde  durch
Seine  Majestät  den  Konig  das  Militär  Verdienstkreuz
  3.  Klasse  mit  Schwertern  verliehen.
Während  einer  Schlacht  auf  dem  wesilichen
Kriegsschauplatz  war  die  ganze  Bedienungsmannschaft
  seines  Geschütes  lsampfunfähig  gemacht
  worden.  Hinterstocker  bediente  sein  Ge
schutz  allein  noch  weiter  und  konnte  noch  32
Schuise  abgeben.  Hinter'locker  war  lis  ##  seinem

  Einrucken  Zimmermann  beis  de:  Firma
F.  P.  Hamberger  und  Vorstandemitlled  de?
Burschenvereino.  Unsern  Glück##nsch!

Warnung  vor  falschen  Zwanzig-Markscheinen.
  Die  Münchener  Polizeid:
rektion  ermahnt  zur  Vorsicht  bei  Einnahme
von  Zwanzig-Markscheinen  und  Tittet,  wenn
jemand  solche  anbieten  würde,  um  Morsich:.
Der  Warnung  geht  eine  Meldung  mit,  die  die
Polizeidireltion  aus  Saarbrücken  erhi#lt.  wo
ein  Z8jähr.  Mann  beim  Kauf  von  Schuhen
mit  zwei  falschen  Zwanzig  Marlscheinen  2ahlte
und  entkam.  Diese  Scheine  sind  von  grobem
Pergament  gemacht  und  plumver  a#ls  die  echten
gedruckt.  Es  fehlt  bei  den  falschen  Banknoten
der  Ausdruck:  „Wer  echte  Ban'noten  nachahmt
oder  verausgabt,  wird  beßroft.  Auch  in  der
Aufdruck  „NReichsbanknote'“  verstümmelt  gedruckt
  und  fehlt  der  bei  der  etzten  Vanknote
achtmal  ausgedrucle  Vermerk  „.20  Mark.“

Laistkraftwagen.  Dem  Vernehmen  nach
veriuchen  Händler  Lankraftlwagen  ausländiichen
  Ursprungs  zu  verhaltmniemäßig  hohen
Preisen  in  Deutschland  zu  verkanf  n.  Es  wird
darauf  bingewiesen,  daß  alle  derarligen  Wagen
  auf  Grund  des  Kriegsleiftung:geseßes  ausgehoben
  und  für  Heererzwecke  nunvar  gemall#t
werden  lönnen.  Der  Abschagung  wird  keinesfalle
  der  bezahlte  Preis,  sondern  lediglich
der  reine  Zeilwert  zugrunde  gelegt.

Viehzählung  am  1.  Dez.  1914.  Eine
Bekanmmachung  des  Minister;  de:  Innern
besagt:  Nach  Beschluß  des  Bundesrats  hat  am
1.  Dez.  1914  eine  Viehzählung  ftattzufinden.
Die  Erhebung  erstreckt  sich  auf  Pierde  tohne
Militärpferde).  Rinder.  Schweine.  Schafe  u.
Ziegen.  zu  zählen  find  die  Piepnen
der  Nacht  vom  80.  Nov.  zum  1.
in  den  einzelnen  Haushallungen  hehesn
Schlachthaus.  Vergwerk  #s.)  vohonde  sind,
ohne  Unterschied,  ob  fie  dem  Haushaliungevoriland
  oder  einem  anderen,  ob  jsie  einem
oder  mehreren  Eigeniumern  Jehore't.  Nur  vorübergehend
  tauf  Reisen,  Fuhren  uru.)  abwesendes
  Vieh  in  bei  der  Haushaltung  mitzuzählen,
  zu  der  es  gehört.  dagegen  dor:.
2s  nur  zufallig  und  vorübergehend  aunwes
i.  nicht  zu  berücksichtigen  1  W.  das  in  eihven
  Wirthaus  vorubergehend  eingestelt:  iteme

  Vieh).  Auf  längere  Zeil,  nämlich  fur  1a  naer
als  eine  Woch:  eingenellter  Vieh  in  w'ie  eige
ne:  zu  behandeln.  Die  Erhebun  wird  gemein-=deweise
  ron  den  Gemeindebehorden  dur##ße#.
juhr!.  Soweit  reranlatzt,  it  der  ieeinde
bezir:  in  mehrere  Zahibe  zirle  eirzuleilen.  die  fur
den  gamzen  (Cemeindebezir!  durchlaufend  zu
numerieren  ĩind.  Einem  Balier  tun;
lichin  nicht  mehr  als  63  72  Viehgattungen
zugetei  werden.

„dös  is  notsowicht:

La-  id-  turmleute  lurzlich  von  Oratena:
zirlskommando  Deggendorf  'uhren.
aus  jeinem  Rucksack  eine  großn#
Schmal  lertabal  beraus  und  bot  diltien  sei
nen  Kriegskameraden  an  mit  den  Workl#en:
„Dieser  muß  hin  sein.  bie  wir  nach  Deggen:
dorf  lommen!“  Einer  der  Ranlera##  #
er  moge  sicn  doch  fur  spatere  TLage  davon
  einen  Vorrat  aufheben,  worauf  der  Spender
  entgegnete:  „Jhab  ja  no  füun  solche  Bladern
  bei  mir!“  Ein  anderer  Kamerad  ftagte
den  ..Schmai“  Besitzer,.  ob  er  warme  Hemden
  und  Unterhosen  bei  sich  habe,  woraui  ihm
entgegnet  wurde:  „O,  doanr  is  nöt  so  wichti!“

Feldpostbriefe  und  Feldposlkarlen.
Rosenheim.

Herr  Orgelbauer  Hadl  erhielt  von
Sohne  folgenden  Feldpostbrief,

 

 

--ollen


W#  knebrere
zum  e
on  einer
Blase  mit

 

3.  Rav.

seinem
den  wir  (nach

Genehmigung  durch  das  sielld.  (rnerall#e#
mando  unter  dem  23.  Ollober)  bi#  vdet—-össentlichen:


Meine  lieben  Eltern!  Teile  Euch  nun  einen
lurzen  Bericht  uber  unsere  lenzte  Lage  mi
Am  13.  Sept.  1914  veriteßen  wir,  große
Mariche  vor  Augen  habend,  das  schöngelegene
Dorf  Lopyers  in  Belgien.  Das  mar  der  lebte
längere  Aufenthalt  (7  Tage)  für  uns.  Die
Leute  waren  dort  sehr  freundlim.  Wir  lonnten
uns  Butier,  Eier,  ufm.  kansen.  Hier  und  da
traf  uns  ein  „Hendl“  in  den  Feldlessel  hinein
  und  jo  leblen  wir  dor:  nicht  schlecht.  Nun
aber  lamen  die  großen  Märsche.  Morgens  um
halb  3  Uhr  war  Abmarsch  au-  unserem  herr.
lichen  Heutadel.  Mir  marcchierten  in  zugi

 

gem  Tempo  die  düstere  Nacht  hindurch.  Se-