Uummer 71
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—ECCCI Anzelgem
Donnerstas, 26. März 7974
Aipen an Schönheiten nicht ärmer sind und
freuen uns nochmals der vergangenen Tage.
Die Ausführungen des Vortragenden wurden
mit stürmischem Beifall aufgenommen. Ter
Vorsitzende dankte Herrn Professor Harlmann
für das Gehörte in gewählten Worten und
sprach die Hoffnung aus, daß er uns baid wieder
solch angenehme Stunden bereiten moöge.
Zurerstenhl. Kommunion aingendeute
165 Schülerinnen der hiesigen Mädche-nvoll--schule.
Auf den Gesichtern aller spiegeite sich das
Elück wieder, das ihnen heute zuteil wurde. Mögen
alle jetzt und später sagen können: Es war
der glücklichste Tag meines Lebens!
Zu dem Vortrag über „hefmische
Bauweise“, der am 29. März, vorm. 1011
Uhr, im Foiel „Deutscher Kaiser“ statlfindet,
wird uns noch mitgeteilt, daß Hr. Professor
Thiersch-München ihn übermehmen wird. Als
Thema behandelt er Das Bauen im Gebirge“,
wobei einschlägige Zeichnungen aufliegen werden.
an darf mit Sicherheit annehmen, daß
hes recht interessante Stunden werden dürfien,
dafür verbürgt uns der Name des Vortragenden.
Es wäre nur zu wünschen, daß der Einladung
recht zahlreich Folge geleistet würde.
Die Genossenschaftshäuser am
Küpferling nähern sich ihrer gänzlichen Vollendung.
Das kleinere Haus ist bereits fertig und
auch schon bezogen. Das größere Anwesen soll
zum 1. April bezogen werden. Eine Belichtigung
der beiden Häuser sindet am kommenden Samstag.
nachm. 3 Uhr, statt, zu der auch oie Vertreter
der Lokalpresse eingeladen sind. Wir werden
im Anschlusse daran über diese Neubauten
näheres berichten.
Fessgenommen wurde ein Hilfsarbeiter
von Wien wegen Betrugs.
Nusil und Thealet.
Liedertafel Rosenheim. Wie aus
dem Inseratenteil ersichtlich, veranstaltet die
Liederiasel Rosenheim am Sametag den 23.
März in dem Festsaal des Hotels „Teutich: r
Kaiser“ ein Konzert zur Feier ihres 68. Sliftungsfestes.
Die Hauptnummer des Pr..
grammes bildet Schuberts schönes Chorwert
„Mirjams Siegesgesang“ für Sopransolo, gemischten
Chor, Klavierbegleitung und Streichorchester.
Das Sopransolo hat Fräulein Oswald
aus München übernommen. Genannte
Dame wird uns auch durch den Vortrag von
Liedern der Komponisten Rich. Strauß und
Brahms erfreuen. Der Chor setzt sich zusammen
aus einer statilichen Anzahl sangesf freudiger
Damen, aus den Schülern der K. Prä#
paranden- und Realschule und aus den Herren
Altiven des Vereins. So werden mehr denn
hundert Kehlen einstimmen in Miriams Siegesgeiang:
„Drum met Cymbeln und mit Saiten
laßt den Hall es tragen weit, groß der Herr
zu allen Zeiten, heute, groß vor aller Zeit!“
nachdem lie in cindrucksvoller Weise den Vus
zug aus Aegnpten und den Durchzug durchs
Rote Meer geschildert, in erschütternden Tören
die Angst vor Pharao und seinem Troß gemalt
und in großartiger Steigerung ron dem
Untergang des agyptischen Heeres bericttet.
Reben diesem Hauptwerl wird der Männerchor
Mohre erhabene Hymne „Jauchzend erhebt sich
Schi Wpfung“ und als Erstaufführung „Win: etnacht“,
cine ungemein stimmungsvolle Komposition
des 2. Vorstandes, Herrn Dr. Liebermann,
zum Vortrag bringen. Soloporträge
hochgeschatzter einheimischer Künpiler für Violine
und Cello sowie zwei gemischt: Chöre
ven Othegraven und Rheinberger sichern cin
abwechilungereiches Programm und vertprech en
genußreichen Abend.
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Bekanntmachung.
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Aus dem Gerichtssaale.
Kol. Nmesgericht Nosenhei##.
Dienstag, den 24. März.
Ein „edler Menschenfreund“ scheint der bereits
vorbestrafte ledige Dienstinecht Sebastian
Lindner, 3. Zt. hier in Haft, zu kein, der sich
wegen Betrugsversuch zu verantworten hatte.
Er kam am 21. Sept. v. Is. zu der Brauereibesitzerowitwe
Auer dahier, gab sich als der
„Adbranoler Korbinian Wemberger aus Wesierndorf
a. W. aus und ersuchte um eine milde
Gabe und gebrauchte Kleider für sich. Frau
Auer bekam schon Zweifel infolge des jungen
Auesehens des Angeklagten, versprach aber dennoch,
ein-Bett-nach Westerndorf schicken zu wollen.
Nach acht Tagen kam Lindner wieder und
bedankte sich bei der Spenderin, in Wirklichkeit
wird er sich Gewißheit verschafft haben über
den Verbleid des Bettes, denn es war gerade
unterwegs. Am Sametag den 27. Sept. brachte
die Bötin Helene Meier von Westerndorf das
Bett an seinen Bestimmungsort, behielt es aber
noch über den Sonntag in ihrer Wohnung.
Jetzt lam der Angeklagte zu der Bötin, gab
ihr 2 Mk. mit dem Bemerken, das Bett müsse
wieder nach Rosenheim geschafft werden, weil
sich die Wernberger angeblich bei Frau Auer
nicht bedanlt hätte. In der Tat wußten die
Abgebrannten von der ganzen Geschichte noch
nichts. Dann leulte der Schwindler seine Schritte
zur Frau Weinberger. machte dort vor, er habe
für sie bei Frau Auer ein Bett gebettelt, das
sei bei der Bötin und er habe einstweilen den
Votenlohn ausbczahlt, er möchte das Geld wmieder
zurückerstattet haben. Vorher hatte der
Angeklagte noch versucht, bei dem Sohn der
Wernberger das Geld herauszubekommen. Als
auch dies scheiterte, verlangte Lindner seine 2
Mark von der Bötin zurück. Wegen zweier Verhehen
des versuchten Betruges erhielt der Angellagte
je 3 Wochen Gefängnis, die zu einer
Gesamtgefängnisstrafe von 10 Tagen zurückgeführt
wurden.
Schlecht kam auch der Kassier Heinrich Stephan
aus München, 3. Zt. in Amberg in Strafhaft,
wegen cines Betruges weg. Am 7. Jan.
v. J. bewog der Angellagte die damals im
Saubräu bedienstete Kellnerin Kreszenz Bücherl
zur Hingabe eines Darlehens in der Höhe
von 6 Mk. Als Entschädigung überließ er
ihr einen wertlosen Schein det Reichshauptlajse,
lautend auf 9 Mk., mit dem Bemerken, den
Betrag beim hiesigen Postamt zu erheben, falls
er seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommen
könnte. Die zu wenig erfahrene Kellnerin nahm
den Schein an sich, bekam aber auf der Post
nichte. Der Angeklagte wollte vor Gerichtglaubhaft
machen, daß er diese Pensionsquittung
nur als Pfand der Kellnerin aushändigte, weshalb
er sich die Adresse derselben geben ließ,
um angeblich von München aur sofort den Betrag
zu begleichen. Erst acht Monate nach seiner
Verhaftung bereinigte Stephan die Schulo
bie auf eine Mark. Das Gericht erkannte unter
Einrechnung einer am 6. Okt. v. J. vom Landgericht
München ausgesprochenen Gefengnisstrase
von 7 Monaten auf eine Gesamtgefängnisstrafe
von 7 Monaten und 25 Tagen. Auch
wurde Haftbefehl erlassen.
Abwärts scheint es bei dem bis jetzt noch nicht
vorbestraften led. Bergarbeiter Franz Kreitmeier,
J. Zt. in Hausham, zu gehen. Er war
nom 1 Jan. bis 15. August v J. in Diensten
des Ingenieurs Thanner dahier und hielt sich
dann liellenlos bis zum 9. September in Nosenheim
auf. Da ihm bald das Geld ausging, bewog
er den ihm befreundeten Müller Josef
Stürzer, damals in der Oswaldschen Kunstmühle,
jetzt Intantcrist in München, zur öfteren
Hingabe von Darlehen im Gesamtbetrage
non 23. 32 Ml. Dabei machte Kreitmeier
dem Stürzer vor, er merde seinem früheren
Diensiberrn auf 160 Mk. Entschädigung und
Lohnguthaben einllagen, womit er aber abgewiesen
wurde, bezw. den Prozeß verlor; ferner
sein Vater sei Viehhöndler und Hausbesider in
Vilsbiburg, er habe ein Vermögen von 7
Mark, das er abheben könne, sobald er volkjährig
sei, auch schicke ihm sein Vater öfters
und auch diesmal Geld, wobei er den Abschnitt
einer Postanweisung vorzeigte. Doch blieb der
Angeklagte alle seine Versprechen ichuldig and
dat di- letzt die Summe noch nicht beglichen.
as Gericht verweilte Kreitmeier zu drei Wo-Gesän
%%e nk Engelbert Hackner von hier
stand wegen verbotenen bens vor Gericht.
Der Angeklagte brachte vor, daß er am
5. Februar im Hofe der Kahrhoferschen. Wirt-Worst
einen unbekannten Mann angetroffen hätte,
der Mlene machte, in den Stall einzudringen,
in dem seine Kinder schliefen. Hackner rief
das Individuum an, was es da wolle; als
er keine Antwort bekam, erwiderte er, „dann
bist a Patzi“. Jecht habe der Strolch nach der
Bseertasce egriffen und sei auf ihn losgeangen.
be dann 5 Revolverschüsse auf
en üntekonmten abgegeben. Das Gericht hielt
die im Haftbefehl ausgesprochene Haststrase
von 3 Tagen aufrecht, weil es nicht nötig gewelsen
wärc. zwischen den bewohnten Häusern mit
einem Nevolver scharf zu schießen.
Wegen Körperverletzung wurden die beiden
vereito vorbestraften Taglöhner Georg Hager
von hier und Jolef Pöll in Westerndorf zu
je einer Woche Gefängnis verurteilt, unter Zubilligung
mildernder Umstände. Sie mißhandelten
am 26. Febr. gemeinschaftlich den Taglöhner
Josef Kellermeier von Hofleiten mit
Faustschlägen, weil sie diesen im Verdacht hatten,
er habe die beiden bei ihrer Dienstherrschaft
„nerkauft“.
Freigesprochen wurde von der Anklage des
Diebstahls der Gütler Ludwig Süß von Grünthal,
Gem. Piraundorf. Er soll dem Taglöhner
und Torfarbeiter Karl Hagensteiner von Nillheim
3 Klaster Holz entwendet haben, was
ihm aber in keiner Weise nachgewiesen werden
konnte.
Vorführungsbefehl wurde gegen die Kellnerin
Anna Rohrer in Schloßberg erlassen,
worten hatte, zur Hauptverhandlung aber nicht
erschienen ist.
Freigesprochen uurde die Brothausiererin und
Taglöhnersehefrau Therese Grobauer in Kolbermeoor
von ver Anklage der Uebertretung der
Gewerbeordnung. Sie wurde in Grünthal, Gd.
Pfraundorf, bei Ansübung ihres Berufes angetroffen,
obwohl sie nur für da-s Bezirksamt
Aibling die Berechtigung dam hatte. Da jedoch
Grünthal keine 15 Kilometer von Kolbermoor
entfernt ist, erkonnte das Gericht auf Freisprechung.
Schluß solgt.
Cette Nachrichten.
München, 25. März. Unter dem Vorsitz
des Königs fand heute in der Res#enz eine
Sitzung des Staatsrates statt.
München, 25. März. Gestern ist im
Krankenhaus das zweijährige Kind des Schuhmachers
Lutzenderger, dessen Bett am Sonntag
nachmittag in Brand geriet, gestorben. Das
ein Jahr alte Kind, das sich noch in der Wochnung
befand, ist, wie bereits gemeldet, im Rauch
erstickt. Gegen die Mutter wurde Anreige wegen
fahrläsliger Tötung erstattet.
Die Affäre Abresch.
München, 25. März. Vevor die Kammer
der Abgcordneten heute in kie TLagesor#en#ung
eintrat, gab der Präsident Dr. v. Orterer eine
Erklärung zum Falle Abresch ab, in welcher er
sagte, daß dem Hause wie auch der Regierung
keinerlei Mitteilung über den Fall zugegangen
sei. Er habe sich gestern direkt nach Mannheim
gewandt und von der Polizeidirektion die Mitteilung
erhalten, daß Abresch dort wegen Betrugs
verhaftet worden sei. Nach seinem Dafürhalten
sei der Kammer die Möglichleit abgeschnitten,
in der Sache elwas zu tun. Wenn
noch die Möglichkeit bestehen würde, irgendwelche
Schritte zu tun, so würde das im Interesse
des Ansehens des Hauses gerne geschehen.
Zum Schluß sprach der Präsident nochsein
Befremden darüber aus, daß dem Hause
Junges, tüchtiges, fleißigen
Mädchen
t Stelle neben der Frau oder
u Kindern. Eintritt bis
pril. Gefl., Briefe unter
2 an Hell Exp.
Maurer
—
Wohnung
weil sie sich heute wegen Betruges zu verant
ITI—
keinerlei Mitteilung zugegangen sei. Wenn man
darin auch leine Unfreundlichkeit erblicken sollte,
so sei doch das Ausbleiben jeglicher Mitteilung
befremdend.
Srrechsanl.
(Ohne Verantwortung der Redaktion.)
Ein Notschrei.
Zwischen Westermayer= und Herbststraße ist
in kürzester Zeit ein neues Villenviertek aa#an.
den. Die Wohnungen sind modem, gesund und
auch gesucht; denn sie bieten manche Varteile.
Doch h höre und staune! Es wird zur Zeit
innerhalb dieses Häuserkompleres im Freien
eine Dolenstallung erbaut, die mit 60 bis 100
Kaninchen beböllert werden kann. Welches Gemisch
von berüchti tten Düften ein offener Hasen
stall verbreitet, ist allgemein bekannt. Inobe
sondere bei Witterungswechsel wird es ja unmöglich,
seine Wohnung zu jtüften; denn man
läuft Gefahr, von fraglichen Düften profitieren
zu müssen. Düngerstätten und Stallungen
lind ooch erfahrungsgemäß der Entwicklung
lastigen Ungcziesers lehr günstig. Um sich die
ser unliebsamen Gäste erwehren zu können. wäre
es notwendig, alle Fenster seiner Wohnung mit
Schubgittern zu versehen. Das nimmt aber den
Zimmern die Helle; überdies sitzt man denn
wie eingekerkert in seinem eigenen Hause. Solche
Instände dürfen doch in einem sog. Villeurier
tel nicht eristieren! Was helfen gesunde, mo
derne Wohnungen, wenn in solcher An und
Weiie die reine, frische Lust verdorben und Angezieser
gleichsam gezüchtet werden darf.
Könnten hier nicht orfspolizeiliche Vorschriften
erlassen werden, welche gegen solch rücksichtsloses
Vorgehen schützen würden? Zur Wahrung der
allgemeinen Interessen:
Die Nachbarn.
Derguügungsanzeiger.
Stadtlkinematograph. Nur mehr noch
2 Tage, Mittwoch und Donnerstag, grla nat
„Tirol in Wassen“ im Stadt- Kinematograph
zur Vorführung. Kein Film hat bis jet solchen
Bei fall gefunden, das Spiel ist künstlerisch erlllassig,
der Zuschauer wird von Anfang bis
zum Ende in atemloser Spannung gehalten.
Vorstellungen finden flatt: Mittwoch, abends
6 und 318 **- Donnerstag ab nachm. 2 Ultr
bis abends 11 Uhr.
Werterbericht
für Donnerslag den 26. März 1914
Weiterhin milde westliche Winde, strichweise
Niederschläge, Südbayern zeitweije leichte Föhnlage.
NMutterglück und
Mutterstolz
bilden liebe, schöne Kinderchen. Wie bekümmert
aber ist ein Mutterherz, wenn
der kleine Liebling kaum trinken oder
essen, mit dem Laufen nicht anfangen
will, sein Gewicht nicht zunimmt, kurz
die ganze Entwicklung zu stocken scheint.
In solchem Falle heißt es zur rechten Zeit
mit Scotts Emulsion anfangen, die wohl
jedes Kind sofort freudig nehmen wird.
Da stellt sich bald Eßlust ein, da kräftigen
sich Knochen und Beinchen, das leisch
wird fester und die Gewichtszunahme stetig-Bald
hat die Mutter ihr fröhliches Kind
wieder, das mit Eiser und Ersolg an die
Kunst des Lausens geht. Scotis Emulsion
ist ganz leicht verdaulich und läßt sich
auch in der Milch oder in dem Breichen
geben. Man verlange und kaufe nur die
echte Scotts Emulsion, die Fischermarke.
Der Flscher mit dem Dorsch!
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