Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Uummer  86
—.

„Wic  ich  von  meiner  Zukunft  denke.)Ein
  hübscher  und  amüsanter  Klassenauf.
sat  eines  12jährigen  Mäochens  wird  dem  „Verl.
Tagebl.“  von  einem  Leser  zur  Verfügung  zesiellt.
  Die  junge  Dame  erz  zählt.  wie  sie  sich  ihre
Zukunfst  denlt,  und  verrät  in  ihren  Wünschen
und  Hosinungen  einen  recht  gesunden  Sinn,  der
auf  die  praklischen  Realitäten  des  Lebens  gerichtet
  ist.  Die  Orte  Breslau  und  Dortmund
spielen  in  dem  Aussatz  eine  Rolle,  weil  die  Kleine
bis  eu  ihrem  zehnten  Jahre  in  Breslau  wohnte
und  dann  mit  ihren  Ellern  nach  Dortmund  kam.
Und  nun  soli  die  kleine  Evastochter  verraten.
wag?  ihr  Her;z  bewegt:  „Wenn  ich  einmal  aus
der  Etule.  bin.  dann  wird  es  sein.  Ich  gehe  in
###n  ##she't  und  lerne  Sträuße  und
Krä.,  ne  or  Pbak  Sobald  ich  das  kann,  miet#  ich
mir  ganz  alleine  einen  Laden  und  verlauf:
alle  Blumen,  die  darin  sind.  Natürlich  habe
ich  dann  genug  Geld.  Ich  weiß  auch,  was  ich
damit  machen  werde.  Ich  steige  in  den  Iug
und  jahre  nach  Breslau.  Dort  hole  ich  mir
einen  Kürassierhauptmann,  und  wir  verheiraten
  uns.  Nun  geht  erst  ein  Leben  an,  und  die
Rekruten  müssen  mir  und  meinem  Heren  Gemall
  die  Pierde  satteln  und  und  darauf  helken,
  und  dann  lagen  sie:  „Zu  Befehl,  Frau
Oberhauptmann!“  Jetzt  reiten  wir  nach  Dort.
muno,  uno  wenn  wir  lange  genug  dort  waren,
reiten  wir  nack,  Breslau,  wo  gerade  der  Kaiser
  ist.  Weil  mein  sehr  verehrter  Mann  die
Ehre  hat,  mit  dem  Kaiser  zu  sprechen,  lädt  er
ihn  und  mich  zeum  Festessen  ein.  Wir  gehen
natürlich  hin  und  da  gibt  es  soviel  Apfelmost,
ban  wir  alle  amt  Bauchschmerzen  belommen.
Wir  machen  noch  mehr  Spaß,  da  kommt  auf
cinmal  ein  Mann  und  sagt,  cse  wäre  Beiuch  ba.
Ich  fahre  hin,  und  was  denkt  ihr,  in  meinem
immer  steh:  der  Stoich.  Er  war  ganz  höflich
und  schenlte  mir  ein  Kind.  Späler  kommt  der
Kaiser  zur  Taute  und  wird  Pate.  Mein  Sohn
wird  ein  tück.  tiger  Mann.  Ich  und  mein  Mann
freuen  und  so,  daß  wir  sterben.  Natürlich
kommen  wir  in  den  Himmel,  und  dort  sängt
die  alte  Geschichte  wieder  von  neuem  an.“

Des  Gastwirte  Rache.  Rudyard  Kipling
  erzählte  kürrlich  von  den  unangenehmen
Er#ahrungen,  die  er  in  einem  Hotel  in  Kanadn
machen  mußte.  Er  war  mit  dem  Gantaus
har  nicht  zufrieden  und  wollte  doch  nicht  scheiden.
ohne  jeinem  geörgerten  Herzen  Luft  gemacht
zu  haben.  Er  ließ  sich  also,  bevor  er  abreiste,
den  Gastmwirt  kommen  und  sagte  zu  ihm:  „Jch
mechte  Ihnen  nur  sagen,  daß  von  allen  Hotels
unter  der  Sonnc,  in  denen  ich  je  abgestiegen  bin,
keineo  an  Mangel  an  Kom#fort  uno  schlechter
Leilung  sich  mil  dem  Ihrigen  vergleichen  läßt.“
Höchst  entrüstet  zog  sich  der  Gastmirt  zurük,
und  als  Kipling  dann  um  die  Nechmunz  bat,
sand  er  ald  letzten  Posten  aufgesetzt:  „Für
Frechheit  —  drei  Dollar.“

 

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bie  Freunde  dieses  Blattes  #
n  utl  Leheten,  auf  ihron  Anusllügan  —

in  IITEIS  und  RESTAURANTJ

1  überall  und  nachdrücklehst  den  3
1#  4  9  □J
Rosenheimer  Anzeiger  „
1  zu  vorlangen.  ·
vatausssssasssaase

rE*r*"/)“

Der  Bismarckbrunnen  in  Pasing.

 

 

 

Für  haus-  und  Candwirlschaft.

Das  Konserrieren  der  Eier  mit
Wasserglas.  Cut  gwaschene,  frische  Eier,
wesche  an  der  Schale  nicht  beschädigl  stin  dürsen.
legt  man  mitl  der  Spitze  nach  unten  voriichtig
in  einen  gut  gereinigten  Topf  aus  Steingut
(Ton)  oler  in  ein  Hol:  gräß.  Alsdann  mischt
man  10  Teile  Wasser  mit  elwa  einem  Teil-Wasserglas,
  indem  man  in  einen  Topf  zu  zirka
5  Liler  abgelochtem  und  wirder  eiwas  erkattetem
  Wasser  1:  Liler  Wasserglas  zusügt  (dieso4
  Inantum  reicht  für  eiwa  100  Eier),  rührt
diese  Mischung  gut  durch  und  gießt  sie  vorlichtig
  über  die  Eier,  bio  diese  etwa  2  Finger
kreit  damit  bedeckt  find  Nun  bindet  man  den
Tev#“  zu  und  s#ellt  ihn  in  den  Keller  auf  de-Fus.boden.
  Beim  Einlauf  sollie  man  darauf
achten,  wirllich  frische  Eier  zu  erhalten,  denn
für  alte  Eier  lohnt  sich  das  Einlegen  natürlich
  nicht.  Zur  Prüfung  müssen  die  Eier  gegen
das  Licht  gehalten  werden.  Frische  Eier  sind  hell
unh  durchscheinend.  In  Wasserglas  eingeleg:
Eier  halten  üch  monatelang  frisch  und  wohl.
schmedend.  Das  chemisch  reine  Wasserglas  ist
bei  den  Seifensiedern  erhältlich.

Zur  Förderung  der  Kleintierzucht.
Die  Betriebsergebnisse  der  Preubisch-Hessischen
Staatseisenbahn  im  Rechmungsial#re  1912  weisen
solgende  für  Bienea-  und  Kleinlierzichter  interessante
  Angaben  auf:  Bei  der  Anschaffung  von
Bienen  wurden  im  Jahr:  1911  zusammen  346
Bedienstete  mit  196000  Mk.,  im  Jahre  1912
asammen  460  Vedienstete  mit  21  300  Mk.  unterirützt.
  1115  Bez,ierstele  erhieiten  für  Anĩckai
sung  von  Kaninchen  und  Jiegen  im  Jahre  1912
10  500  M7.,  1911  16  300  Mk.  Von  den  B
dienstelen  betrieren  Ende  1911  3067—  Mienenzucht,
  42  179  Klei  lierzucht  und  Ende  1912  4020
Lis  ucht  und  48  665  Kleintie  uct.  Diese

wenigen  nacklen  Zahlen  ii#no  ein  schlagender

 

Rosenhelmer  Anzesger

0½

nützlicher  Nebenbeschäfligungen  und  fur  das  gro.
e  Interesse,  wesches  einer  derartigen,  durch
amtliche  Unterstutzung  geförderte  Tätigkeit  seitens
  der  Bahnbeoienstelen  entgegengebrachtwiro
Der  Nutzen,  welcher  dem  Einzelnen  aud  dem  Betrih
  der  Kleiniierzucht  und  Bienenzucht  ernäck##,
  ist  nach  dem  Gelowert  lanm  zu  schätzer,
weit  gröher  dürfte  aber  die  ideeil:  Bedeu#un)
in,  die  für  die  Familie  und  dem  Slaate  daran„
  erwächst.  Deshalb  kann  nicht  genug  dafür
ceworben  werden.  Alle  dahin  rieienden  Bestteblungen
  iollien  die  weitestgebende  Unterstübung
  ersahren.  Die  Zeilschrift  „D  er  Lehrmeifrer
  i  CGarien  und  Kleintierhof“  in  Leipzia,  mel=Se
  kie  Forderung  der  Vienen.  uno  Kleintier-##
  sich  zur  Ausagade  gestellt  hat,  int  gerne  bereit.
  an  Inlere  He’iten  unentgelilich  auf  Verlanein
  o  Vern  ar  ugeben  inic  belehrentden
Aut#ren  ül  Zieee#,  Geflüa,  Zieqen  un
Pani,  1:  hw.  Kehaal.  ung  und  Füteru#
Ilisr.  sollle  in  seinem  eigenen  Mutzen  von
lreiem  A#-  gelo.  J  (Lerauch  machen.

Cetzte  Nachrichten

Passau,  11.  April.  Der  verheiratete  in
cen  vierliger  Jahren  stehend:  Bauer  Andregs
Eickinger  ron  Ni:ohofen  bei  Pafssau  wurde
heute  vorminag  beim  Steiniprengen  in
salgt  eir0  Teit  ipatet  lorgegangenen
non  einem  Stein  derart  an  den  Kopf  ###
sen,  deß  di:  Schäcelde  je  zertrümmert  wurde
ind  der  Tod  ves  Unglucklichen  „Hort  eintrat.
Raris,  11.  April.  Das  Schwurgericht

Algier  rerurttite  den  Oberstabarz:  VBa##t.

 

 
  
 
  

Je  "er

 

 

 

Per  seine  Frau  und  deren  Celilblen,  den  L
nant  Car#i  erichollen  harl:,  31  zcn  Jahren
Gefänanis.

Pari,  1I.  April.  In  Meirent  bei  Amiens

 

urde  der  Pfarter  Desachy,  alo  er  33#
l  kakscuskmsstcklthvoctuatn
lsknuadnu  Umscnklctoktn  angelanen  An

greiser  ubersfsallen  und  durch  Nevolve:
id,  üsse  lebensgefähriich  verlet.  Deim  Augreiser.

Erlang  es,  zu  entiommen.

Paris,  11.  April.  In  Nanie-  jruerte
eĩr  Fräulein  de  la  Fleuriaye  auf  offener  -l##
auf  ihre  jüngere  Schwester,  mir  der  iie  sich
in  einer  Erbschaftsangelegenheil  zu  ##iem  A--lar
  begab,  mehrere  e  Revolverschüs  e  ab  undere
letzte  sie  ee  Die  Täterin  wurde  verhaft  9

Paric,  11.  April.  Der  Marinen##nister
rersugte,  daß  1  den  Arsenalen  vron  Brest  und
Lorient  gegen  den  1.  Arrtil  nächien  Jahres
bie  zkellegung  je  eines  Panzrrschiffes  von
205  Tomnnen  ersolgen  soll.  Die  beiden
reoo  werden  190  Meter  lang  und
und  mit  16  3,  Zentimeter-Geschutzen  und  mi:
4  Doppelpanzerurmen  ausgestaltet  werden.

Newnork,  II.  April.  Wi:  der  „  Newnork
Herald“  au?s  Tampico  brrichlet,  in  di:  dortige
Lage  verzweifelt.  Die  Stadt  steht  in
FElammen.  Der  Brand  is:  durch  die  #v#
Tampico  li:  geuden  merikanischen  Kanonenbt#
rerursackt  worden.  Viele  Häu#e:  sind  vollfär
dig  niedergebra:  int,  darunter  auch  tie  Lageralbäude
  der  Firina  eines  deunschen  Handelohan  .-I--





Usekicrbstchs
für  Sonntag  den  12.  April  1911.
Weitere  Erwärmung.  Pfalz,  Nordwenb##
ern  wechjelnde  Bewöliung.  Os-  und  Südbance

 

*n*“

 

 

Sonntag,  12.  Aprl!  r9.14
Toleulifle.

Kolbermoor:  Maria  Pfafsinger,
besitzerin,  50  Jahre.

Feldkirchen:  Wene:el  Petermichl,  ehemaliger
Caucbesitzer  und  Bettfedernhänoler,  zulept
Privoti2.  60  Jahre.

Kirchdorf  a.  H.:  Barbara
Pütter,  Kramermutter,  67  Jahre

Bad  Akbling:  Anna  Manr,  Schwalgütlerekochtet,
  66  Jahre;  Frau  Anna  Löwm,  grb.
Cambs,  K.  Kreie  bobergeomeleraw##e,  5t
Jahre;  Anton  Müller,  Mengermeisters=  und
Chorlulierssohn,  10  Jahre.

Verabam.  Eiselsina:
der,  Nigglbauer,  20

Wasserburg:  Frou
13  Jahre.

Bar  Neichenlialt:  Hermann
Oberiolomolio  fuhrei  a.  D.,

Haus-Wosncr,

  geb.

SZiunon  Mahlbn=Jahre.


Katharina  Eilma##,
Prukrer,
44  Jahre.

 

Sestenpfersn:  ift

46  die  beste  Uilienmilchseife

von  Bermsan  &  Co.,  Rade  Lenl.  1#  zarald  R.
biendend  ###.  3c#  Lar  4  disck  L  Cban  ##  hab.

 

 

ens  lo  ANDAGEE·
KoL,  ETCTCN
MONCVHEN
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Woll  -  Stoffe
Sesden-  Stoffe
MWosch-  Stoffe
ssl  TLUnG  OSPUTZ  -  ARLIKEU
„Sden  Kocke
Sacke##  UnN
TbEN-  KLEIDEER
NACH  MASS

AlFERNYTiGüUT.

v“½5  in-  at.  Pohrofeen

8

 

Im  Namose  geuen  die  e  Unträut:  t.
in:  die  bei  besierer  Düngung  und  Bodenbear-=be
  *  auch  besiere  Wachstumsbedingungen  geen

  find  als  51  er.  inn  es  sehr  erfreulich,  3
vu  #abren.  daßz  ein  weieces,  selr  einfaches,  ĩo
wie  brauchkare:  und  Frignen  Ver#l#lgungs.
munel  entbeckt  wur#e.  Er  int  seingemahlener
  Kainit.  Versuche,  die  ramm  überall  gemacht
  wurden,  haben  selr  günstige  und  überraschende
  Ergebnisse  ges  eirigt.  Hauptbedingung
dabei  in,  daß  der  Kainit  jehr  jein  gemahien
in  und  daß  er  mogliche  gleichmätig  ausge.
Frent  wird,  ramit  ##l:  Vseian:en  getrof  en  werden.
  Auch  niuß  man  schon  frühtr#itig  mit  der
Velämr  sung  *  ginnen,  nämlich  wenn  2.  V.  beim
——-bilde0.
  Ferner  dain  nur  morgen  bi  Tau
rder  nach  einem  ie  eichl  n  Regen,  worauf  ein  sonniger
  Tag  zu  erwarren  i#l,  Heitreui  werden.

ut  tdac  Taagwert  geügen  4—5  jri.i
nahlener  Kain  it.

  

  

Ztr.

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Kiche.  We#  ;  5  Gveicher,  zu  5

erteilt  on  Reaischũler  in  Maihbemalik,
öbysié  u.  Französisch  Pri  atunterrich:,
a#egen  kleine  Entschädigung  u.  unter
Gen  dmigung  des  R  klorates.  N.  Ern-.

„Ticlliger  Läger

ers,  der  selbstaͤndia  arbeten
—  ent  Stelle.  Läb.  E  #

Ein  älleres  Mädchen  socht  1  als.

Haushälterin.

 

wo  hibt,  duekt

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Beweio  für  die  Notwendigleit  der  Verorei##n

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Ztaallich.
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Zu  habon  in  Apothekon,  Dtoxerien  uad  Mineralwasserhandlungen.
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bel  -!mi  dlleren  Vmt  is  16.
Ar#  Mai.  Oflerien  unlei
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Reinliches,  ens

ädchen

23  Jahre  al-,  welche  aut  Mähen  karn.
sch  lelle  alg  Kindermähchen  bir
Mal.  Am  llehsten  bler.  Na#2  Giod.

Mädchen

6  11

 

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unier  W.  C.  a  senstein  A
Vogler  U.  8  Anchen.

Widerruf!

Die  beleidigenden  Aussagen
welche  ich  gegen  Herrn  Joseyd
Reisinger  gemacht  habe,  nehme
ich  mit  Bedauern  zurück.

Christian  Banmgartner  leu

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