Aummer 140
—.4n.“.
Nos. len#é Anzelgen
Freltas 9. Juni 1011
Foliuüsche Rundschen.
Barern
Aenderung des Berggesetzes.
Das Finanzministerium hat dem Landtag einen
Gesetzentwurf über Aenderungen im Berggesetz
zugeleitet. der nur einen einzigen Artikel
enthält und in einer der nächsten Sißzungen der
Abgeyronetenkammer zur Beratung kommen
soll. Der Entwurf bedeutet die Erfüllung eines
jüngst in einem Antrag ausgesprochenen Wunsches
der Abgeordnetenkammer und bestimmt,
daß die Vertrauensmänner nur aus der Mitte
der von den Arbeitern selbst. gewählten Vertreter
in den Arbeiterausschüssen genommen werden
dürfen.
Die Posteinnahmen.
Der Gebührenanfall aus dem Posl-, Telegraphen=
und Telephonbetrieb betrug im Monat
Mai 4458 233 Ml. Das ist gegen den
Monat Mai um 385 982 Mk. mehr. Seit dem
1. Januar bis Ende Mai stellen sich die Einnahmen
auf 26174062 Mk., das ist gegen
den entsprechenden Zeitraum um 1441 093
Mark mehr.
Deutschland.
Keine Erhöhung der Getreidezölle.
Der häufig offiziös inspirierte Berliner Lokalanzeiger
teilt mit: „Es sind Bestrebungen im
Gange, die Reichsleitung zu bewegen, für eine
Vermehrung der Minimatlzölle des bestehenden
Zolltarifs im Hinbli auf die bevorstehende Erneuerung
der Handelsverträge einzutreten. Wie
indessen verlautet, halten die maßgebenden Negierungestellen
die geltenden Minimalzölle auf
Weizen, Noggen, Haber und Gerste für ausreichend
und sind nich! gewillt, eine Vermehrung
solcher Mindesilsölle zu empfehlen.“
Auslané.
neues Tabrikgesen in der
Schweiz.
Der hweiserische Nationalrat nahm einstimmig
das neue Fabrikgesetz an. Das Geseg beruht
auf einem Kompromiß zwischen der Industrie
und der Arbeiterschaft, es bringt den
Zebustundentag, schränkt die Nacht= und Sonntagsarbeit
ein, verbietet diese für Frauen und
Jugendliche unter 18 Jahren, setzt als Mindestalter
für Fabrikarbeiter das 14. Jahr fest
und gewährt den Wöchnerinnen einen Schut
bis acht Wochen.
Jur Aufbesserung der Volksschuliehrer.
Ein
münchen, 17. Juni.
Die Denksckrift über die Neuregelung der
Dienst= und Gehaltsverht ällnisse des Vollsschullehrpersonals
ist jetzt dem Landtag zugegangen.
Sie ergibt folgende finanzielle Konsequenzen:
Gesamtmehrbedarf für die Verbesserung des
Diensteintommens 7 094000 Ml. Davon entf#allen
auf die Gemeinden und Kreise 1 926,.000
Mark, auf den Staat 5 168 000 Mk. Dabei
ist die Summe für persönliche Zulagen mit
1 315 000 Mk. im Budget 1914 und 1915 nicht
mit eingerechnet. Belanntlich sind hier fur die
Volksschullehrer Zulagen von 250, 200 und
150 Mk. vorgeschlagen, für das Verweser- und
Hilfslehrpersonal Zulagen nicht unter 200 M.
Die Neuregelung der Ruhegehalte und Hinterbliebenenbezüge
erfordert für die Kreise aus
der Uebernahme der Verpflichtung der bisherigen
Kreisanstalten und Kreisvereine infolge
Wegdfalls der ilgliederbeiträge zunächst fähr-
Augen stets an Sabine gebangen hatten, und
sie hatte schon damals einen schüchternen Versuch
gemacht, auf den Bruder einzuwirken, daß
er die häusigen Besuche Breunings ein wenig
einschränkte. Lächelnd hatte er sie beschwichtigt;
aber er hatte ihre Furcht nicht zu ersticken.
vermocht. Und dann war Kurt Breuning eines
Tages gekommen, um Sabine zu seinem Weibe
zu bege
zitterte noch jetzt, da sie an den
chrecsehine Tag dachte. Sie war keineswegs
gewillt gewesen, reuning kurzerhan uweisen.
Sie ha ihn auf die Zukunft vertrösien,
baues * keine bündige Antwort geben
wollen. erst Hertas Verzweiflung, ihren
zeen, n Vorstellungen und flehentlichen
Bitten war es gelungen, sie anderen Sinnes
zu machen. ie hatte Breuning einen Korb
hgegeben, und seitdem hatte er sich in ihrem
Hause nicht mehr sehen lassen. Bier Jahre
lang oder mehr hatten sie vor ihm Ruhe gehabt,
und nun dieser Besuch, für den Herta
keine Erklärung fand!l
e hatte ihr gesagt, daß er nicht
wiederkommen würde, und sie hätte sich ja wohl
damit beruhigen können. Aber die marternden
Zweifel wollten doch nicht zum Schweigen
kommen. Und sie trugen nicht wenig dazu
bei, sie vollends niederzudrücken
während der letten Tage stets geschehen
*— hatte Sabine auch heute die Teilnahme
an der Morgenspazlerfahrt unter einem
Vorwand abgelehnt. Hätte Herta nicht einer
entsernten Verwandten, der Gräfin Degernheim,
die bestimmte Zusage gegeben, sie heute
morgen bei ihren Einkäufen zu begleiten, wäre
wohl auch sie zu Hause geblieben; denn sie
verspürte einen leichten Kopfschmerz und eine
lich 750000 Mk. Hiezu kommen die N##
lenden Ruhegehalte und Hinterbliebenenbezüge
für die erste Finanzperiode mit 565 000 Mk.,
über deren Verteilung auf Staat, Kreise und
Gemeinden die Denkschrift noch leine genaueren
VBorschläge enthält.
Besoldungsregelung, Pensionsregelung und
Reliltenversorgung zusammen in der ersten Finanzveriode
3 409 000 MI
Unter Hinzurechnung der bereits in den Etat
für 1914 und 1915 eingestellten Petäe für die
vorläusige Aufbesserung zu 1315 Mk. und
der Entschädigung an die WS für den
Wepfall der Unterstützungssondsabgaben mit
1151000 Mk., die jedoch in der nächsten Finanzveriode
auf 15 30 000 Mk. zu ergänzen ist, würde
der Gesamtwert der Aufbesserung 9 -374000
betragen. Davon würden nach den Deckungsvorschlägen
auf den Slaat allein 6 633 000 M
entfsallen, auf Gemeinden und Kreise zusammen
2676.000 Mk., ferner auf Staat, Kreise
und Gemeinden zusammen die oben erwähnten
565 000 Mk.
Diese Bedarfsberechnung gilt nur für die erste
Finanzperiode, in der die Neuregelung zur
Durchführung käme. Durch den Bedarf für die
Ruhegehaite und Hinterbliebenenbezüge würden
noch auf eine Reihe weiterer Finanzperioden erhebliche
Mellraufwendungen erforderlich. Diese
Mehraufwendungen find auf rund & Mill. Mk.
geschätzt worden.
Gegenüber dem Stande von 1913 würde nach
Erreichung eines qgewissen Beharrungszustandes
für Staat, Kreise und Gemeinden zusammen
mit einem gesamten Mehraufwand von 13 14
Millionen Mart zu rechern sein.
of- und Perfonalnachrichlen.
München, 17. Jumi. Mittwoch, 24. Juni,
feiert die trotz ihres hohen Alters noch immer
lätige und selbst an den großen Reisen noch
teilnehmend: Ovberhosmeksterin unserer Königindie
Gräfin Therese Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin,
iyhren 90. bebnrmia. nachdem
sie im Epril auf eine 60jährige Dienstzeit
als Hosdame zurückblicken konnre.
DHassau, 17. Juni. Das Königspaar und
bie Prinzessinnen nahmen abends bei dem Bischof
Freihertn von Ow das Souper ein, zu
dem auch die Spitzen der Behörden geladen waren.
Die Festlichkeiten fanden trotz der trüben
und feuchten Witterung ihren Abschluß mit
einer Illumination und einem Feuerwerk. Nach
dem Souper fuhren das Königspaar und die
Prinzessimnen auf dem neuerbauten Eildampfer
„Erzherzoge Franz Ferdinand“ der kaiserl. österreichischen
Donau-Dampfschiffgesellschaft bis zur
banerisch-österreichischen Grenze und von dort
zurück. Die Häuser, Brücken, der Dampfer sowie
die Vegleitschiff waren mit Lampions beleuchtet.
Als das Königspaar in den Hasen zurücklehrt?,
siel ein Naletenstock auf das Schiff
und traf die Königin, die am Kopfe leicht verletzt
wurde. Die Verketzung ist völlig ungefährlich.
Wien. 17. Juni. Der Erzherzog-Thronfolger
Franz Ferdinand wirt sich, einer Einladung
Kaiser Wilhelms Folge leistend, wahrscheinlich
am 12. September zu den gtoßen
Manövern nach Deutschland begeben. In der
Besleitung des Thronfolgers wird sich auch der
Chef des Generalslabs, General der Infanterie
Freiherr Konrad v. Hötzendorff, befinden.
Soziale Kundschau.
Verlin, 17. Juni. Die Zuwanderung
ausländischer Arbeiter war nach dem
Mar#gten,
als ungestlörte Ruhe. So aber durste sie sich
nicht einmal das gönnen. Mil Hilfe der Zofe
kleidete sie sich an. und fuhr nach der Straße
„Unter den Linder
Die Gräfin Fr sie bereits erwartet. In
ein ichwarzes. spinzenbesetztes Gewand gekleidet,
das ihr im Verein mit den klösterlich glatt gescheitelten
Haaren und den strengen Zügen ein
ehrfurchtgebietendes Aussehen gab, lehnte sie
im Fond ihrer Cqu gutpage. Sie begrüßte Herta
mit einer gemessenen Freundlichkeit, die ihr
siets eigen war, und forderte sie auf, an ihrer
Seite Platz zu nehmen.
„Ich fühle ich nicht recht wohl, Kind,“
sagte sie. „Und auch Sie scheinen mir der Erholung
sehr rrauch zu bedürfen. Ich denke,
wir verzichten do lieber auf unsere Einkäufe
suree lassen uns nach der Kolonie Grunewald
ab
die die nichts anderes wünschen ließ,
Ver#a war ihr aufrichtig dankbar und sandte
ihren Wagen nach Hause, während sie die Equipage
der Gräfin beftieg. In rascher Fahrt durchquerten
sie den Tiergarten und bogen dann
in den Kurfürstendamm ein, der heute, an einem
Alltag, p ganz menschenleer war.
isher hatten sie nur wenige gleichgültige
Worte“ gewechselt. Als jedoch die Häuserreihen
zu beiden Seiten der Straße ein Ende nahmen,
um Wiesen und Gärten Platz zu machen,
wandte sich die Gräfin Herta plötzlich zu und
agte
„Es tut mir leid, Kind, daß Ihre Schwester
durch die Kopfschmerzen gerade heute am Ausfahren
perhindet wurde. Ich hätte gern elnmal
mit ihr gesprochen — wegen des törichten
und aichtebwicldigen Geschwätzes, das jetzt wieder
einmal in den Salons herumgetragen
Bericht der Deultschen Arbeilerzentrale im Monat
Mai im großen Ganzen beendet. Nur vereinzelte
größere Trupps kamen noch im ersten
Monatedrittel zur Grenze und konnten zumein
in einigen Tagen untergebracht werden.
der Landwirtschaft war der Bedarf chon frähzeilig
in den Vormonaten gedeckt. Die Industrie
hal laum eine Belebung erfahren, nur
Kohlemechen sind etwar besser beschäftigt, nahmen
aber unter Berücksichtigung einheimischer
Arbeitekräfte nur wenige ausländische Arbeiter
mus. Die Ueberseewanderung war nur gering
und hatte an einigen Uebergangsstellen
ganz ausgehört. Wanderarbeiter aus Rußland
kamen im Anfang des Monats auch in einigen
gröberen Gruppen, deren Unterbringung ohne
besondere Schwierigkeiten gelang. Später trasen
nur noch einzelne Personen ein, die ihren
Verwandten und Bekannten auf deren Arbeitsstellen
solgten. Ans Galizien war die Zuwanderung
unbedeutend und hörte bald ganz auf.
Auch der Bedarf an Arbeitslräften war gering,
denn die meisten Arbeitgeber hatten sich
damit schon in den Vormonaten reichlich versehen;
immerhin konnte den Nachzüglern noch
Arbeitsgelegenheit zugewiesen werden. Aus Ungarn
erfolgte lein Arbeiterangebot, Nachfrage
war ebensowenit vorhanden. Italiener kamen
aus Mangel an Arbeitsgelegenheit und weil
sie In ihrer Heimal aus diesem Grunde vor
Zuzug Kewarnt worden waren, nur verhältnismäßig
wenig über die Grenze, dagegen war
die Rückwanderung um so gröher. Holländische
Wanderarbeiter wurden durch größere Bauten
im eigenen Lande, auch zum Teil durch hinreichende
Beschäftigung in der heimischen Industrie
zurückgehalten. Bedarf war nur an Biehwärlern;
das Angebot blieb hinter dem Bedarf erbeblich
mrück. An der dänischen Grenze war
oie Lage unverändert, und der alljährlich im
Mai statlfindende Dienstbolenn echsel vollzog sich
in demselben Umfange wie in den Vorjahren.
Verschiedene Nachrichten.
Berlin, 17. Juni. Die Untersuchung des
bei Diedenhofen zerstörten Militärluftschiffes
„Z. 1“ hat ergeben, daß der Luftkreuzer so
jiart elaienr ist, daß ein vollständiger Neuaufbau
in der Zeppelinwerft notwendig ist. Die
erhaltenen Teile oes Luftschiffes sind sehr gering.
Soweit amtliche Ermiltelungen bisher an Ort
und Stelle vorliegen, ist die Ursache der neuen
Zeppelinlalastrophe nur in höherer Gewalt zu
suchen.
Straßburg, 17. Juni. Im Dialonissen
hause zu Straßburg hat ein Kranker eine Nöhre.
mit Radium im Werte von 25 000 Mark ver
schluckt. Das Radium war innerhalb der Mundhöhle
besestigt worden und sollte dort 72 Stunden
verbleiben. Die Aerzte waren über den Vorfall
sehr beunruhigt, da die Gefahr nahe lag,
daß der Kranke durch das Radium innere Brandwunden
darontragen würde. Es gelang schließlich,
das Radium auf nalürlichem Wege wieder
zum Vorschein zu beingen.
Straßburg, 17. Juni.
Witwe Wendel und der 39jährige Taglöhner
Wirth, die wegen Gistmordes, begangen an
dem Chemann der Wendel, zum Tode verur
teilt worden waren, sind heute morgen hingerichtet
worden.
London, 17. Juni. Nach einer Meldung
von Lloyds Agentur ist der deutsche Dampser
„Kaiser Wilhelm II.“ im Aermellanal mit dem
enalischen „Dampfer „Incemore“ zusammengestoßen.
Der Vorderteil des englischen Dampfers
wurde schwer beschädigt. Der „Kaiser Wil-
heim II.“ fuhr von Southampton nach Neu-VYçorl.
Der Wjammenstoß Uat im dichten Newird.“
Jerta fühlle ein Bangen, wie wenn ihr die
Worte der Gräsin eine neue peinliche Ueberraschung
hätten ankündigen sollen. Sie kannte
die alte Dame gut genug, um zu wissen, daß sie
eine derartige Bemerkung nicht ohne triftigen
Grund gemacht haben würde. Sie wußte nicht,
was man in der Geiellschaft über ihre Schwester
sprach oder sprechen konnte — und etwas in
ihr wehrte sich geradezu dagegen, von dem
Geschwätze Kenntnis zu erhalten. Aber sie mußte
sich doch zu einer Frage zwinge
„Ein gehälsiges Gerede? — Sollte dem
denn eine to qrosiss Bedeutung beizumessen leink.
ie Gräfin dlickte mit einem sonder
ernsten und strengen Ausdruck in die lrrbo
„Ich e einem Gerede, wenn es sich
um meine Person handelt, niemals irgendwelche
Bedeutung. beigumessen, Kind,“ sagte sie
langsam. „Hier ftce kann man sich eigentlich
Lcban! aicht mehrt belschan e verhalten. Es
ist d doch ein Unierschied, ob ein unbedeutender
Klatsch berumgelragen wird, oder ob
man jemanden eines“
ie hielt inne, wie wenn es ihr schwer
fiele,
Dann aber sagte sie in der gleichen langsam
leierlichen Weise, Herta dabei in die
sehend: „— eines Verbrechens bezichtigt.“
Das junge Mädchen warf es gegen den
ond des Wagens #els als habe ihr ein
beimtückichert Feind einen furchtbaren Stoß ge-
geben. r für die winzige Zeitspanne
weniger Ertunen überließ sie sich dem
ellungelofen Entsetzen. Dann strömte das
Blut heiß in ihre leichenblassen Wangen, und
mit slammenden Augen richtete sie sich hoch auf.
er waat das?“ fraate lie, und ihre
Die 41jährige
das inhaltschwere Wort auszusprechen.
bel statigesunden. „Kaiser Wilhelm II.“ ist
sofort nach Southamption zurückgekehrt.
Champaign (JIllinois), 17. Juni. Der
deutsche Botschafter Graf Bernstorff
inapp dem Tode entgangen, als ein
beamter auf das Automobil feuerte, in dem sich
der 550 ter zu der Semestereröffnungsfeier
nach der Universität Ilinois begab. In seiner
Begleitung befand sich der Wizepräsi-ent der
Unwersität. Der Polizeibeamte forderle das
Automobil auf, zu halten. Da er jedoch nicht
in Uniform war, wurde sein Befehl außer acht
gelassen. Darauf seuerte er einen Schuß ab.
Amerikanisch!
„Im Bauch von Paris“.
DHaris, 17. Juni.
Inweesern die merlwũrdigen, verderbenbringenden
Verwüstungen, die ein Unwetter in und
unter den Straßen von Paris angerichtet hat,
auf Unzulänglichkeiten gerade franzölischer ri. efbautechnik
zurückzuführen sind, mögen die Untersuchungen
gewiegter, unparleiischer Fachmänner
offendaren oder nicht offenbaren; jedenfalls
wird, nachdem man auch alles auf das genaueste
erwagen und berücksichtigt hat, was allein durh
die Besonderheit der örtlichen Verhällnisse bedingkt
ist, noch etwas übrig bleiben, was sich
nur als ein allgemeines Großstadtschichal definieren
läht, wie es früher oder später auch janderwärts
überall sich wiederbolen kann.
Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten hat
sich an mindestens zehn Stellen der Boden währeno
des furchtbaren Gewitlers und Wolkenbruches
mitten auf dem Fahrdamm plotzlich ge;
öffnet und Personen und Wagen sind in die Haf
senden Löcher geftürzt. Es haben sich Szenen
abgespielt, wie sie schredlicher und unheimlicher
taum bei vulkanischen Erdbeben vorkommen lönneu.
Am Platz St. Augustin verschlang der
sich öffnende Boden plötzlich ein Auto, währen?
die Fuhgänger in der Nähe plöhlich den Boden
mie ein Meer unter sich wallen sühlten.
Frauen und Kinder #ah man anderer Stelle'plotzlich
in einer viele Quadratmeter großen Oessnung,
äus der große Wassermassen hervorquollen,
rettungslos versinken. Dazu kamen heflige
Explosionen und grobe Teile des westlichen Paris
lagen nachts in völliger Dunlelheit, weil
die elektrischen Leitungsdrähte an vielen Stel—
len gerissen waren.
Die Pariser Presse hal sich beeilt, die Hauplschuld
der Bauverwaltung der Pariser Untergrundbahn
aufzubürden, die mit ihren Arbeiten
nie ferlig werde und in ganzen Stadtvierteln
den Boden aufreiße. Ueberall werde gebaut,
überall ständen Gerüste, und tiese Baugruben
öffnelen sich gerade an den verlehrsreichsten
Stellen. Der Präfekt des Seine- Departements,
Delanney, führt alle Unglückssälle auf
das Bersten der Kanalisationsrohre zurück. „Wir
leben,“ äußerfe er, „auf einem wie von Maulwürfen
unterhöhlten Boden. So befinden sich 3.
B. in einem Raume von wenigen Quadratmetern
zwei Kanalisationsrohre, ein riesiges Garleitungsrohr,
Drucklastrohre usw. Kein Wunder,
daß der durch die Arbeiten beim Bau der- Untergrundbahn
gelockerte Boden unter dem Druck
der eindringenden Wassermassen nachgab.“
Bisher wurden sechs Leichen zutage gefördert.
Nach oen der Polizei zugegangenen Meldungen
werden sechs Personen vermißt, von denen man
annimmt, daß sie ihr Leben eingebüßt Laben.
Unter ibnen besindet sich auch der 55 Jahre alle
Nentner Mallmann, ein Angehöriger der belannten
Bankier-Familie. Die Besitzer der durch
die Erdeinstürze gefährdeten Häuser haben die
Ansicht, gegen die Stadt Paris einen Schaden-Ersatzprozeß
anzustrengen.
Stimme hatte mit einem Male denselben herrisch
on, den Sabine so oft anzulchlagen
„Wer dürfte das tun, ohne sofort zur
Rechenschaft gezogen zu werden? Und warum
erfährt mein Bruder nichts davon, der doch
am ehesten berufen ist, die beleidigte Ehre
meiner E zu rächen?
räfin Fenkriinn legte ihr bechwichgend
die kleine und schön geformte
echte au den Arm.
„Bleiben Sie vor allem ruhig, Aorce Kind!
Ich hoffe, das Gerede ist noch nicht zu Ihres
Bruderz= Obhren gedrungen. n es aber
doch all sein sollte, auch er kann gegen
dec ms kopsge Far nicht ankampfen.
Wie soll man sechten orgen ein Phantom,
ein Nichts, gegen etwas nicht Greifsbares?
Weiß man doch weder, wer das Gerede aufgebracht
hat, noch, wer sich zu seinem Träger
gemacht hat. Wie wenn es Flügel hötte, eilt
es von einem zum anderen; und was heute
Geheimnis war, weiß morgen die ganze Stadt.
Was hllft es denn, wenn Ihr Bruder einen
der Schwätzer vor seine Pistole stellt? Nichse,
als daß er sein Leben riskiert — nichts, als
daß der Skandal damit öffentlich würde. als
nicht deswegen habe ich mit Ihnen davon 8
Frechen, begonnen, nur die Augen wollte
hnen öffnen, wollte durch Sie Ihr 0
Schwester warnen. Denn gerade dadurch, daß
ch Sabine nun von aller Welt ab W1
aß sie keine Einladungen annimmt, keine
empfängt, nich mehr ausfährt, gerade dablurn
gibt #. en eschwätz stets neue 1——
n Sie gelebt hätte wie lenh
sie nizen gerede se ewnn
beiten geändert päite, viellelcht wären die Ver- *.n