Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

ser  in  München,  Mathias  Mayr,  und  den
z.  Staotanwalt  beim  Landgericht  München  II,
Anoreas  Pfeiffer.

münchen,  13.  Juli.  Am  Sonntag  kam  die
Buchhalterin  Anna  Ebelt  von  München  blutend
in  das  Hotel  Jäger  am  See  in  Urfeld  und  erzählte,
  sie  sei  auf  dem  Wege  von  der  Jachenau
nach  Sochenbach  von  dem  Handlungsgehiifen
Hopf  in  die  Brust  geschossen  worden,  weil  sie
sich  geweigert  habe,  mit  ihn  nach  Amerika  zu
gehen.  Nach  ihrer  Verwundung  habe  Hopf  auch
auf  sich  selbst  geschossen,  iob  er  tot  sei,  wisse
sie  nickt,  da  sie  davongelaufen  sei.  Die  Verletzung
ner  Frl.  Ebelt  ist  schwer,  aber  nicht  lebensacjährlick.
  Am  Montag  nachmittag  wurde  die
Leiche  des  Hopf  gefunden,  er  hatte  sich  durch
einen  Schuß  in  die  Schläse  gelötet.

München.  13.  Juli.  Wider  Erwarten  hat
lcch  die  Vermutung  bewahrheitel,  daß  der  Versicherungeinspektor
  Jakob  May  aus  Augsburg,
der  am  7.  Juli  seinen  4  Jahre  alten  Knaben  in
den  Glockenbach  geworfen  hat,  seinen  in  einem
Briese  an  seine  Frau  angelündigten  Entschluß,
ich  ebenfalls  das  Leben  zu  nehmen,  nicht  auageührt
  haben  lönnte.  Wie  man  aus  Wien  meldet,
rollte  sich  dort  in  der  Nacht  zum  Montag  von
eer  Neichsbrücke  ein  Mann  in  die  Donau  slürzen.
  Er  wurde  von  einem  Sicherheitswachmann
daran  gehindert  und  zum  Polizeilkommissariat
getrrocht.  Dort  gab  er  an,  mit  dem  30jährigen
Kaufmann  und  Versicherungsbeamten  Jakob
Mapv  in  Augsburg  identisch  zu  sein.  Ueber
die  Ursache  seines  Beginnen?  befragt,  gab  er
aun,  er  habe  am  7.  ds.  Mts.  in  München  sei
nen  jünesten  4jährigen  Sohn  in  die  Isat  ge—
seoßen.  Er  selbst  habe  dem  Kinde  nachspringen
wollen,  doch  habe  er  hinter  sich  seinen  Schwager
  stehen  sehen  und  sei  deshalb  wieder  ane
User  gestiegen.  Danach  verließ  er  München  und
reisle  nach  Wien.  Hier  las  er  in  einem  Münchnner
  Blatt  die  Nachricht  von  seinem  Selbstmord.
Als  Ursoche  des  Mordes  an  seinem  Sohn  und
oes  eigenen  beabsichtigten  Selbstmordes  bezeichnete
  er  finanzielle  Schwierigleiten.  Die  verworreien
  Reden  lassen  die  Angaben  des  Mannes
meniq  glaubwürdig  erscheinen  und  er  macht  den
Einoru  cines  Geistesgestörten.

Bayerische  Nachrichlen.

Starnberg,  13.  Juli.  Am  Montag  ftürzte
die  Kinokassierin  Elisabeth  Hufnagel  aus  München
  in  der  Nähe  von  Starnberg  von  einem
Kahn  aus  in  den  See  und  ertrank.

Garmisch,  13.  Juli.  Am  Sonntagabend  6½
Uhr  trat  auf  beiden  Slrecken  der  Mittenwald-Vahn
  eine  größere  Störung  infolge  eingetreener
  Stromlosigkeit  ein.  Die  vermutiiche  Urache
  soll  in  einem  Blitzschlag  zu  suchen  sein,

on  dem  das  österreichische  Transformatorenbaus
  in  Keith  bei  Seeseld  getrosfen  worden  ist.
Zwischen  Garmisch  und  Scharniß  einerseits  und
Garmisch  und  Griesen  andererseits  mußten  bayefrische
  und  österreichische  Dampflokomotiven  in
den  Be'rieb  eingeschaltet  werden.  Die  einzelnen
  Züge  erlitten  Verspätungen  bis  zu  eineinhaib
  Stunden.  Verschiedene  Züge  mußten
hanz  ausfallen.

Hfaftenhofen,  13.  Juli.  Auf  der  gestriigen
  Dult  füllte  ein  Mineralwasserfabrikant  mit
dem  Kohlensäuredruckapparat  sog.  Springerl  ab.
Plötzlich  explodierte  der  Apparat  infolge  zu
starken  Druckes,  wobei  der  danebenstehende  achtjährige
  Sohn  des  Friedhofaufsehers  Feßl  so  un-#tücklich
  an  den  Kopf  getroffen  wurde,  daß  ihm
die  Schädeldecke  zertrümmert  wurde.  Das  Kmd
war  sofort  tot.  «

Aus  dem  Baverischen  Wals,  13.  Juli.
Ein  schlimmer  Feind  erstand  heuer  dem  Landmanne.
  Fast  alle  Kornfelder  sind  von  dem  Getreideroste
  befallen.  In  manchem  Felde  findet
nan  nur  mit  Mühe  einen  Halm,  der  von  dieser
  Krankheit  verschont  blieb.  Begünstigt  durch
die  nasse  Wilterung,  hat  der  Rost  auch  auf  die
Körner  übergegriffen,  die  davon  ganz  durchletzt
  find.  Mancher  wird  mit  Bangen  der  Ernte
entgegensehen.  —  Mit  15.  Juli  beginnk  in  alleu
  Waldbezirken  der  Einkauf  und  Versand  der
Waldbeeren.  Welch  ergiebige  Einnahmequelle
diese  Zeit  für  die  arme  Waldbevölkerung  ist,
ergibt  die  Schätzung,  die  den  Versand  an  Beerenfruchten
  aus  dem  ostbayerischen  Grenzgebirge
jährlich  auf  nahezu  3  Millionen  Mark  veranschlagt.
  Aus  dem  unteren  Walde  werden  die
Vecren  sast  alle  nach  dem  Rheinland  rerfrachliet,
  wogegen  sie  aus  dem  oberen  und  oberpfälaischen
  Walde  durchgehends  nach  Sachsen  gehen.

Vamberg,  13.  Juli.  Heute  nachmittag  wurd:
  der  Gärtnermeister  Burgis  auf  sreiem  Feloe
während  eines  heftigen  Gewitters  rom  Blitze
arschlagen,  sein  Sohn  wurde  betäubt.  In  der
Ortschaft  Kammern  hat  der  Blitz  ein  Anwesen
in  Vrand  gesteckt.

würzburg,  13.  Juli.  In  den  Laubholzwaldungen
  des  Spessarts  nimmtsdie  Vermehrung
der  Kreuzottern  erschreckend  zu.  Die  Kreisverwaltungen
  haben  Prämien  für  die  Vertilgung
der  giftigen  Nattern  bis  zu  1  Mk.  pro  Stüt
gerährt.  Auf  dem  Truppenübungsplah  bei  Bad
Orb  im  Kreise  Gelnhausen  haben  sich  große

kengen  von  Kreuzottern  auf  den  Waldblößen
Mlammengezogen.  In  einer  Woche  wurden  506
Stü  rertilgt.

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Ereiwillige  fsür  Albanien.

Zur  Zeit  ist  man  überall  in  ben  eutopäĩschen
  Ländern  bemuhl,  Freiwillige  fur  den  schwer
bedrängten  Fürsten  von  Albanien  anzuwerben.
Aus  England,  Italien  und  Numänien  mm.  Haben
  sich  bereits  Freimillige  in  ziemlicher  Anzaht

   

gemeldel,  die  für  den  Fürsten  Wied  lämpien
wollen.  Nor  einigen  Tagen  sind  die  ersten  in
Duranzo  eingetroffen.  Unser  Bild  Kigt.  wie  diese
mit  einer  Barke  an  das  Land  gebracht  we#eden.

Bayerijches  Oberland.

Flintsbach,  13.  Juli.  Am  Sonntag  den
12.  ds.  Mts.  war  in  Flintsbach  das  Theater
sehr  gut  besucht,  die  Bundes  Musillapelle  von
Thiersee,  sowie  viele  Thierseer  besuchten  die
Aufführung.  Auch  Hochm.  Dr.  Professor  Reimer
  aus  Seitenstelten  bei  Wien  war  unter  den
Zuschauern  und  hat  über  die  Ausführung  sich
lobend  ausgesprochen.  E#s  ist  ein  Ritterschauspiel,
  welches  heuer  in  Flintsbach  zur  Aufführung
  kommt,  ernste  und  humorvolle  Szenen
mechseln  ab,  welche  die  Flintebacher  zur  Zufriedenheit
  der  Zuschauer  darstellen.  Unter  den
männlichen  Darstellern  ist  es  der  Mohr,  melcher
  seine  Rolle  am  Te#ten  gibt.  Die  weiblichen
Rollen  sind  alle  in  gulen  Händen;  die  Darstellerin
  der  Gräfm  Dorothea  sieht  an  ihrer
Spitze  und  man  darf  wohl  sagen,  ihresgleichen
mird  man  auf  den  Landbühnen  schwerlich  sinden.
  Die  Kinder,  besonders  die  Grafenkinder.
haben  Talent  und  Eiser,  ein  gutes  Zeichen
für  die  Zulunft  oes  Theaters.

Höhenmoos,  14.  Juli.  Unser  Ort,  an  der
Lolalbahn  Rosenheim-Frasdorf  in  600  Meter
ũ.  M.  gelegen,  ist  Frischen  Tausende  von  Obstläumen
  in  eine  herrliche  Vegetation  gebettet,
so  daß  nur  der  Kirchturm  und  einige  ziegeldächer
  aus  diesem  Meer  von  Bäumen  hervorlugen.
  Wer  längere  Zeit  oder  nur  einige  Stunden
  Erholung  sucht,  hier  findet  er  sie  in  reichem

kate.  Hier  ist  auch  noch  Gelegenheit  geboten,
  die  Natur  in  unverfälschter  Reinbeit
zu  genießen,  kein  staubaufwirbelndes  Achik#el
belästigt  hier  den  Wanderer.  Das  sich  dem
Auge  bietende  Panorama  ist  eines  mit  der
schönsten  in  unferem  Vorgebirge.  Hier  hat  die
Natur  in  bezug  auf  (Schönheit  ihr  Füllhorn
in  reichem  Maße  ausgeschüttet.  Möchten  recht
vicle  Gelegenheit  nehmen,  diesen  Ort,  welcher
non  der  Bahnstation  Achenmühle  in  10  12
Minuten  zu  erreichen  ist,  zu  besuchen.  Für
einen  frischen  Trunk  aus  der  Schloßbrauerei
Hohenaschau  ist  im  Gasthause  gesorgt.

Hrien,  13.  Juli.  In  Söllhuben  fand  am
Sonntag  eine  Versammlung  statt,  welche  sich
mit  dem  Bau  einer  Distriltsstraße  von  Riedering
  über  Söllhuben  nach  (Wildenwart  und
Prien  beschäftigte.  Aus  allen  interessierten  Gemeinden
  waren  viele  Teilnehmer  gekommen
welche  den  Bau  der  Strate  einstimmig  guthießen.
  Ein  Komitee,  an  dessen  Spitze  Apothekenbesitzer
  Dr.  Weinhart  steht,  wird  die  Weiterarbeiten
  betreiben.

Bas  AMibling,  14.  Juli.  Die  Spezerei=  und
Koleonialwarenl  andlung  von  Frl.  Immser  am
Hechberg  ist  von  Herrn  Otto  Griesinger  in
Rosenheim  täuflich  erworben  woroen.  Die
Uebernahme  ersolgt  bereits  in  diesen  Tagen.

BHausham,  13.  Juli.  Gestern  verunglückte
der  verheiratete  Hauer  Simon  Zitzelsberger.
Er  geriet  mit  der  linken  Hand  zwischen  die  Pufser
  zweier  Kohlenhunte,  wodurch  ihm  ein  Finger
  abgequetscht  und  zwei  andere  schwer  verletzt
  wurden.  Am  Vormittag  hat  die  Frau
des  Verungläten  einem  Kinde  das  Leben  genlt.



Tittmoning,  13.  Juli.  Zwischen  der  bayerischen
  und  der  österreichischen  Regierung  lind
die  Verhandlungen  wegen  des  Neubaues  einer
Salzachbrüte  soweit  gediehen,  daß  das  Profekt
noch  veelen  Herbst  oder  spätestens  Frühjahr
1915  in  Angriff  genommen  werden  kann.

 

 

ur  hebung  des  Fremdenverlehrs.
Rosenhneim,  14.  Juli.

Der  Ausschuß  des  Fremdenverlehrsvereins
war  am  Montagabend  im  Hotel  „König  Otto“
versammelt.  Er  beschäftigte  sich  wieder  mit
rerschiedenen  Fragen,  welche  den  Fremdenverichr
  betrefsen.  Den  Vorsitz  führte  Herr  Bankdektor
  Beßtler.  «

Zunächst-namecinSchkcibendesMünchei
ner  zentralvereins  bekannt  gegeben,  welches
die  für  Rosenheim  geplante  Wandewersaminlung
  betrifft.  Von  Nosenheim  aus  war  beabsichtigt,
  diese  Versammlung  in  der  Zeil  des
Vollssesltes  hier  abmwalten.  Muuchen  ralet
aber  von  diesem  Termin  ad,  da  um  jene  Zeit
riele  Herren  noch  in  Urlaub  weilen.  Infolsedessen
  wurde  beschlossen,  die  Wandewersammlung
  nach  dem  Vollsfeste,  etwa  Mille  Oktober,
abzuhalten.

In  der  Sportplahfrage  ist  von  Helrn  Kaufmann
  Klepper  ein  neues  Projelt  angeregt  worden.
  Es  bezieht  sich  auf  die  Kasteranu.  Der
Berein  hat  oie  Anregung,  der  auch  eine  Slizze
beigelegl  war,  an  den  Rennveren  hinübergeleitet
  mil  dem  Anheimgeben,  evenluell  Stellung
  dazu  zu  nehmen.  In  der  Scche  selbst
haue  der  Voriitzende  Gelegenheit,  mit  Sporllreisen
  aus  dem  Nottat  zu  sprecen.  Er
lonnte  dabei  erfahren,  daß  man  dort  der
Verwirllichung  der  Sxortplatgfrage  in  Rosenheim
  grostes  Interesse  entgegenbringl.  Ein  mit
weit  über  fünftig  Untersch#if  enbedelles  Schreiben
  bringt  dieses  Interesse  besonders  noch  zum
Ausdruck;  weitere  Unterschriften  werden  noch
solacn.  Von  diesem  Faltum  lann  wan  in  Rrscenheim
  gewiß  nur  angenelm  berührt  sein.

Kenntnis  genommen  wurde  auch  von  der  Mitleilung,
  daß  sich  ein  Bayerischer  Sliberband  a#s
Zweig  des  Deutichen  Skiverbandes  gebildet  hot.
In  diesem  Verbande  soll  auch  die  Inngan
mit  Nosenheim  vertreten  sein.  Einüveilen  wird
der  Verein  durch  Herrn  Rechtsan#alt  Hauch
darin  vertreten.  ·

Imbesonderenbeschäftigtesichtchlusschuiz
weint-mitbckagc,inchchekWeisen-durch
VeranstaltungcinctthtkaltiouiichamVIIlsifestbetciligcanLDerPLKorjitzcnockonntcdie

erfreuliche  Milleilung  machen,  daß  der  Aeroklub
  unter  außerordentlich  günstiten  Bedingungen
  Vallonausstiege  anbielet.  Dabei  ist
an  eine  Reihe  von  Fesseljahrten  und  an  eine
große  Fernjahrt  geoackt.  Führer  oird  wiecer
Herr  Oberpostinspeltor  Bletschacher  sein,  der
ron  dem  vorjährigen  Ballonaufstieg  hier  noch,
bestens  belannt  ist.  Der  Klusschuß  erktllrte
sich  mit  der  Anregung  einrerstanden,  so  das,
also  in  die  Festzeilt  auch  ein  Ballomag  eingereiht
  werden  kann.  Dabei  ist  Vorsotge  getrofsen,
  daß  mit  den  Fesselfahrten  frühseitig  begonnen
  wird  und  daß  die  Aufstiege  in  nächiter  Nähe
des  Festplates  stattfinden.  Man  denkt  dabei
bauptsächlich  an  den  Plat  binter  dem  Kaiserbao,
  sv  oaß  also  durch  das  Kai#erbad  eine
direkte  Verbindung  zwischen  Aufstiegsplatz  und
Festwiese  geschaffen  wäre.  Es  ist  selr  zu  besrüßen,
  daß  auf  diese  Weise  eine  weinne  Attraktion
  zum  Volksfest  durch  den  Fremdenverteh:sverein
  gesichert  werden  konnte.  Mlleicht  gelingt
  noch  eine  andere  Veranstaltung.  Wurde
doch  auch  von  der  Abbaltung  eines  Armbrunscießens
  durch  das  Wintzerer  Fätrdlein  in
München  gesprochen.  Das  wäre  für  Nosenheim
ganz  neu  und  mürde  gewiß  allseitigem  Interesse
  begegnen.

Zum  Schluß  der  Sitzung  wurden  noch  verschiedene
  lleinere  Sachen  erledigt.  Auch  Retlamemarten,
  Postlarten  usm.  der  Werkbundausstellung
  in  Köln  zirkulierten.  Für  den
neuen  Führer  ist  von  Herrn  Oswald  inn.,  eine
sehr  interessante  Aufnahme  „Die  Sühütte  auf
der  Hochries  im  Nauhreif“  zur  Velfügung  aestellt
  worden.  Die  Aufnahme  wid  bei  der
Drucklegung  Verwendung  finden.

Oclsgruppe  des  Vereins  südmark
RNosenheim.

 

Rosenheim,  1.  Juli.

Der  Verein  Süomark  kann  in  diesem  Jahre
auf  dos  25.  Jahr  seines  Bestehens  zurückblicken.
Die  bei  ihre:  Gründung  so  kleine  Gemeinde
der  Südmäditer  bat  sich  n  diesen  25  Jahren
zu  einem  weitver'weigten,  blülenden,  nach  innen
und  außen  gefestigten,  mächtigen,  unttschaftlich
deutschen  Schugßrerein  entwickelt.  25  Jahre  harten
  Kampfes,  unvertagter  opferfreudizer  Arbeit
Suum  Schutze  deutscher  Erde  und  der  deutschen
Muttersprache  verzeichnet  heuer  der  Schutz-Verein
  Süomark.

Vor  uns  liegt  die  reichhaltige  Jab#esverichtsnummer
  pro  1913.  Aus  ihr  ersehen  wir,  wie
die  Südmark  bestrebt  war,  gefährdeten  deutschen
Boden  zu  erwerben,  durch  Verleihung  v###  Geldspenden
  und  Darlehen  an  arme  dentsce  Bauern
und  Gerwerkelreibende,  diese  zu  llärlten  und
zu  schüten,  die  Bildung  von  Sprachvereinen  zu
ermöglichen,  das  deutsche  Genossenstaftswesen
zu  fördein,  Stiftungen  oder  Unterstühungen  an
Mittel-  und  Hochschüler,  an  Mägdenbeime,
Schulen  und  Kindergärten  zu  verleihe,  Wollsbüchereien
  zu  gründen  und  erholten;  wenn
weiters  auf  die  Waisenfürsorge  und  die  deutsche
Besiedlung  im  zweisprachigen  Gebiete  von  Untersteiermark
  hingewiesen  wird,  so  ist  es  insbe- 



jonoere  oiejses  leijtere  urbensseid,  nir  weines
im  heurigen  Gedenkjahre  ein  erhohtes  Interesse
  bei  den  deutschen  Volksgenossen  erwe  t  werden
  mochtc.

Ter  Zwet  der  Südmark-Besiedlungstatigkeit
ist  die  Verbindung  der  Marburger  Sprachinsel
und  des  Drautales  als  Vorposten  auf  dem
deutschen  Wege  zur  Adria  mit  dem  deutschen
Srrachgebiete  Mittelsteiermarks.  Die  Kämpfe,
welche  die  Deutschen  in  Oesterreich  führen,  sind
nur  die  Vorpostengesechte  im  Anslurme  des  Slarentums
  gegen  das  ganze  Germonentum  in
Mittereuropa.  Darum  sollten  alle  deutschen
Männer,  Frauen  und  Mädchen,  denen  es  darum
  zu  tun  ist,  daß  der  deutsche  Einftuß  in
Desterreick  gewahrt  bleibt,  und  die  gewillt  sind,
mitzuhelfen  an  dem  großen  Werle  der  Erhallung
  dentscher  Macht  und  deutscher  Art,  Mitglicder
  des  Vereines  Südmark  werden.

Am  Ende  des  Jahres  191.3  zählte  die  Südmar!
  994  Ortogruppen  mit  37  995  Mitgliedern;
  darunter  befinden  sich  auch  20  reichs
dintiche  Städte  mit  zirka  1200  Mitgliedern
und  unter  diesen  mit  213  Milgliedern,  sieht
Nosenheim  an  erster  Stelle.  Die  Orksgruppe
Resenheim  hat  im  Jahre  1913  765,33  Kronen
an  Mitgliederbeiträgen  und  für  Webrschatzmarlen
  usw.  an  die  Hauptleitung  in  Graz  eingesendet.
  Der  Verein  Südmark  verfügte  im  Jahre
1913  über  eine  Gesamteinnahme  von  514  442.17
Kronen,  die  sich  in  der  Hauptiache  aus  157  431
Kronen  Mitgliederbeiträge,  50  934  Kr.  erhaltene
Spenden,  25  765  Kronen  Sammelbüchsenerträgnisien,
  45  356  Kronen  Lotterie-Ertraz  und
61.07.3  Kronen  Reingewinn  der  Wir:  ftsableitung
  (Webrschapymarlen,  Postkarten  usw.)  u.
a.  zusammensegzt.

Für  Besiedlung  wurden  49  152  Kronen,  für
Booenschug  56  891  Kronen,  für  Unterstützungen
  89611  Kronen,  für  Vollsbuchereien  18  658
Kronen  verausgabt.  Das  Vereinsvermögen  ist
seil  dem  Jahre  1512  um  nahem  150  000  Kroner
gestiegen  und  belrug  am  31.  Dezember  1813
1  402  UO82  Kronen.

Dae  auch  in  den  DQahlen  merkbare  Erstarken
des  Vereins,  das  insbesondere  noch  in  dem  aussührlichen
  Rechnungsberichte  und  in  den  Einzeiberichten
  zum  Ausdruck  lommt,  ist  der  bene
Bemess  für  dessen  Lebenskraft  und  Volkstümlichteit.
  Möge  der  völtische  Gedanke  und  dos
Ver#ändnis  für  den  Wert  deutscher  Schuyzarbeit
in  immer  weiteren  Kreisen  Platz  greifen  und
dem  Verein  Südmark  und  ieiner  segensreichen
Tätiglei:  immer  mehr  Mitglieder  zuführen.  Mit-Sliederaumeldungen
  (Jahresbeitrag  2  Mark)
nimmt  entgegen:  L.  Gmeinwieser,  Eisenbahnjetretär,
  Sonnenftr.  3,  2.  Et.

Schulschlußfeier.

Rosenheim,  11.  Jull.
Im  K.  Dumanist.  Gömnasium.

 

Da-=  K.  Pum.  Gumnasium  hatte  an  die  Angehörigen
  der  Schuler  und  alle  Freunde  der  Anslait
  Einladung  zur  Teilnahme  an  der  leu:igen
Schlußfeier  ergeben  lassen,  der  zal#treich  Folge
geleistet  wurde.  Die  Feier  wurde  eröfenet  dur
den  Friedensmarsch  aus  „Zenobia“  von  K.
Reincde.  vorgetlagen  vom  Etreichocchesier.
Hierauf  solgte  der  Vortrag  des  Liedes  Du
bist  mein  Gott“  von  L.  Meinhardt,  dem  sich  c##
„Andante  aus  der  Symphonie  Nr.  10“  ven
Mor#art  anschloß.  Die  Vorträge  erfreoten  sich
unter  Herrn  Musiklehrer  Striegel  tadelloser
Wiedergabe.

Hert  Abilturient  Anion  Beh  ergriff  nun  das

Wort  zu  einer  prächtigen  Ansprache  an  das
Lehrerkollegium  und  seine  Mitschüler.  Er  gedackie
  der  großen  Aufopferung,  weiche  den
nunmehr  von  der  Anstalt  ausscheidenden  Arsolrenten
  während  der  langen  Studienzeit  durch
das  Lehrerkollegium  zuteil  wurde  und  lnüofte
an  die  Versicherung  des  Dankes  das  Veriprecien
  an,  ebenso  wie  seine  Kameraden  stets  der
im  (GGSomnasium  Rotenhbeim  erhaltenen  Lehren
eingedenk  zu  bleiben  und  sich  der  für  sie  gerrtachten
  Opier  würdig  zu  erweisen.
Das  Lied  .„Zum  Abschied“  von  A.  Franz
wurde  hieran  anschließend  vom  gemischten  Knabenchor
  in  gefuhlvoller  schöner  Weise  zum  Vortrag
  gebracht,  worauf  Herr  K.  Oberstudienrat
  Restor  Dr.  Lutz  die  Gäsie,  das  Professorenlollcafum,
  die  Abiturienten  und  die  übrigen
Schüler  begrüßte.  Er  gab  seiner  Freude  darüber
  beredten  Ausdruck,  daß  das  von  den  Abiturienten
  so  lange  erstrebte  Ziel  nun  erreicht
sei  und  richtete  an  die  Auseretenden  erni#le
Mahnungen  und  Glückwünsche  für  ihr  serneres
Woahlergehen.  Herr  Rektor  Dr.  Lutz  ermähnte
in  seiner  Rede,  daß  sowohl  am  hum.  Gumlasium
  Rosenheim  als  an  allen  gleickartigen
Anstalten  Bayerns  neben  der  Bildung  des  Gcistes
  namentlich  auch  der  des  Kötpers  und
dem  Sport  besondere  Sorgfalt  gewidmet  werde,
was  sich  ja  in  deutlicher  Weise  aus  dem  Ergebnis
  des  Luitpoldtages  nicht  nur  in  Rosenheim,
  sondern  im  ganzen  Vaterlande  zeige.  Hierauf
  übergab  er  den  Ubiturienten  das  Reife-Lgeugnis
  und  verabschiedete  sich  mit  herzlichen
Worten  von  ihnen.

Den  schönen  Abschluß  der  gediegenen  Feier
bildee  der  Vortrag  der  markigen  „Ludwigshymne“
  von  S.  Breu  durch  den  Gesamtchor
in  mustergiltiger  Weise.  Den  hinausziehenden
Abiturienten  wünschen  auch  wir  zur  Beendigung
  ihrer  Gymnasialzeit  alles  Gute;  möge
css  allen  vergönnt  sein,  ihr  Ziel  zu  erreichen.