Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aummer  x

Rolenletltex

Anzenen

Mittwoch,  6.  Januar  1017

 

 

zeigt,  als  ob  sie  die  Herren  Frankreichs  seien
und  die  Franzofen  ni.  yts  zu  sagen  hätten.  In
diesen  Städten  fungieren  englische  Briefzensoren,
  englische  Polizisten  halten  die  Ordnung
in  den  Straßen  aufrecht.  die  Kommunalverwaltung
  greifen  englische  Beisitzer  ein.  All
diese  Tatsachen  haben  verursacht,  daß  die  Franzosen
  sich  in  ihrem  eigenen  Lande  nicht  mehr
wohlfühlen.  Niemand  kam  helfen,  selbst  die
französische  Regierung  ist  ratsos  und  kann  nichts
tun,  um  abzuhelfen.  (3.)

Der  Schaden  in  Antwerpen.

Rotterdam,  4.  Jan.  Der  „Nieuwe  Notterdamsche
  Courrant“  schreibt:  Nach  dem  Bombardement
  waren  in  der  Stadt  Antwerpen  174
Häuser  verbrannt  und  525  Häuser  mehr  oder
weniger  schwer  beschädigt  worden.  In  der  Vorstadt
  Borgerhont  wurden  26  Häuser  beschädigt
und  5  sind  verbrannt.  In  Gerchen  sind  50
Häuser  verbrannt  und  70  Häuser  beschädigt.
Im  ganzen  sind  also  in  Antwerpen  und  Umgebung
  229  Häuser  verbrannt  und  621  Häuser
beschädigt.  Der  Gesamtschaden  wird  auf  ungefähr
  7  Millionen  Franken  geschätzt.  (3.)

Die  Kriegsschäden.

WTB.  Zürich,  4.  Jan.  Die  Londoner  „Financial
  News“  schätzt  die  von  Deutschland  den
Alliierten  bis  zum  Jahresende  für  Kriegsschäden
zu  bobleide  Entschädigung  auf  112  Mililiarden
Pfund  A)  —  Einstweilen  möch  ten  wir  noch
atwarten,  wer  diese  Summe  zahlen  wird.
Steigende  Brotpreise  in  London.

WVTB.  London,  4.  Jan.  Der  Brotypreis  in
London  betrug  vor  Kriegsausbruch  512  d.,
später  612:  0.  und  wird  diese  Woche  auf
7  d  steigen.  (3.)

Ein  schweizerischer  Protest.

TB.  Zürich,  4.  Jan.  Die  „Neue  Züricher
  Zeitung“  bringt  unter  der  Aufschrift  „Wohin
  sreuern  wir?"  einen  geharnischten  Protestartikel
  gegen  die  wirtschaftliche  Sch  ädigung  der
Schweiz  durch  die  englische  Willkür,  welche  die
Einfuhr  der  für  die  Schweiz  bestimmten  Konsumartilel
  verhindert.

Rußland  braucht  Soldaten.

Wien,  4.  Jan.  Nack  einer  Meldung  aus
Petersburg  hat  die  russische  Regierung  die  7

Millionen  Kirgisen,  Sarten,  Burjaten  und  Tungusen,

  die  Jämtich  nicht  nur  militärfrei  sind,
sondern  auch  ihre  Pferde  nicht  zur  Verfügung
der  russischen  Regierung  zu  halten  brauchen,
aufgefordert,  sich  der  Gesiellung  3u  unterziehen.
Rußland  hofft  dadurck,  eine  neue  Armec  po#neiner
  halben  Million  Streitern  zu  erhalten.
Die  Bearbeitung  der  Neutralen.

Berlin,  34.  Jan.  Die  Diplomatie  unserer
Feinde  zeigt  wieder  ein:  erhöhte  Tätigkeit  in
denjenigen  neutralen  Staaten,  die  sie  für  ihre
Sache  zu  gewinnen  suchen,  in  Italien,  wie  besonders
  in  Rumänien.  An  beiden  Stellen  müssen
  wir  uns  vor  Vertrauensseligteit  hüten  und
siets  auf  dem  Posten  sein.  Bisher  können  wir
allerdings  erneut  mit  Befriedigung  fesistellen,

daß  am  Tiber  wie  an  der  Denau  die  Regierungen
  sich  allen  Verloungen  des  Dreiver- 



bandes  gegenüber  unzugänglich  gezeigt  haben.
Dagegen  sind  in  Rumänien  zweisellos  diejenigen
  Polititer,  die  ohnebin  inr  Heil  in  einer  Anlehnung
  an  #icz  Feinde  suchen  und  befonders

für  Frankr.  #  ##e  Sympathien  La#en,  sehr

Iufüllen.

beran  am  Werke,  um  der  uns  feindlichen  Diplomatie
  in  die  Hände  zu  arbeiten.  Wenn  wir
also  allen  Grund  zur  Wachsamkeit  haben,  so
konn  uns  doch  auf  der  anderen  Seite  die  erneute
  diplomatische  Kraftanstrengung  unserer
Feinde  als  ein  Beweis  dafür  gelten,  daß  sie  es
offenbar  sehr  nötig  haben.  Wahrscheinlich  werden
  die  Regierungen  der  so  beiß  umworbenen
neutralen  Mächte  die  gleichen  Folgerungen
ziehen  und  dadurch  zu  einem  erhöhten  Mißtrauen
  gegenüber  Folchen  Versuchen  und  Versuchungen
  veranlaßt  werden.  (H.)
III

Jommesitichenärleggschaapsah.

Die  Erlahmung  der  französischen

Stoßkraft.
Genf,  4.  Jan.  Das  schon  in  der  Vorwoche
in  den  Joffre'schen  Berichten  von  der

Militärpresse  vermerite  Nachkassen  der  franösischen
  Stoßkraft  tritt  heute  noch  deutlicher
in  die  Erscheinung.  Josste  seibs  gesteht  die
Erschlaffung  der  französischen  Borstoßfähigkeit
en,  wenngleich  mit  einem  Hinweis  auf  die  Ungunst
  des  Wetters.  Die  Minderwertigleit  der
französischen  Verteidigung  wurde  deutscherseits
besonders  nachdrücklich  in  der  Craonnegegend
sowic  bei  Albert  ausgenutzt.  Die  deutsche  Ueberlegenheit
  bekundet  sich  auch  in  dem  deutschen
Fortschreiten  im  Gruriegehölz  in  den  Argonnen.
Die  von  den  Verbündeten  geplanten  Land=  und
Seeangriffe  gegen  Westende  sind  wegen  unzureichender
  Vorbereilung  unterblieben.  Die  franösische
  Artillerie  begegnet  hier  erbeblichen
Schwierigkeiten.  (53.)

Die  Kämpfe  in  Flandern.

Rom,  4.  Jan.  Aus  der  belgischen  Front
trefsen  in  D  „Alrcken  Nachrichten  ein,  daß  der
Zustand  der  belgischen  T  Truppen  dußerst  unist.
  Di:  Berluste  find  seit  dem  Sturmangriff
  auf  die  Position  St.  Voric  bedeutend
gestiegen.  Die  Verstärkungen  südlich  Tirmuiden
lnnen  nicht  schnell  genug  berange:ogen  wer
um  die  sortwährend  entstehenden  Lüden  aus
Bejonders  start  sind  die  Berluste  an
Oijji;  ieren.  Drei  Söhne  beigischer  Minister  sind
bei  den  letzten  Kämnten  gefallen.  Rach  S  Blättermeldungen
  müssen  dic  ersr  vor  14  Tagen  Ausgebildeten
  zur  Front,  wo  sie  unter  die  regulären
  Regimenter  gemischt  werden.  (3.)
Der  Kampf  in  Nordfrankreich.

Rotterdam,  4.  Jan.  Wie  aus  Le  Haore
gemeldet  wird,  ist  die  Stadt  Bethune  augenblickti
  stark  bedrogt.  Sie  leidet  sehr  unter
den  jertwährenden  Angriffen  deutscher  Flieger.
30/()  verwundete  Engländer  sind  in  Bethune
untergebrackt  worden,  wurden  aber  nach  zwei
Tagen  nach  Festubert  weitertransportiert.  Der
Wack  dienst  in  der  Stadt  wird  von  farbigen
Truppen  versehen.  Am  27.  De#ember  gingen
die  Territorials  an  die  Front  ab.  Arbeit  gibt
es  jast  nicht  mehr,  nur  eine  Tuchfabrik  arbeitet
nock.  Die  Lebensmittelpreise  werden  unerschui
  ngiich.  In  Amiens  herrscht  große  Furcht
vor  einer  zweiten  deutscken  Besetzung.  Man
berichter.  über  den  erschöpften  Zustand  der
jungen  Leute  und  der  großen  Amaahl  der  flüchtenden
  Enaländer  in  Hazgbrouk.  Hier  fand  eine
Unterredung  wischen  Jofftre  und  French  statt.
Unter  den  Einwe  obnern  verbreitete  sich  das  Gerücht
  von  eruen  Unstimmigkeiten  unter  den

 

 

Berbündeten.  (J.)

Die  Schleusen  von  Zeebrügge
wieder  hergestellt.
Kopenhagen,  4.  Jan.  Nach  hierher  gelangten
  Meldungen  haben  die  deutschen
Truppen  die  von  den  Belgiern  zerstörten
Schleusen  von  Zeebrügge  soweit  wieder  hergestellt,
  daß  deutsche  Unterseebooten  mit  größter
Veichtigkeit  ein=  und  auslaufen  können.  (3.)

Der  Kampf  zur  see.

Die  Vernicktung  der  „Formidable“.

WITB.  Berlin,  4.  Jon.  Der  Untergang
des  englischen  Linienschiffes  „Formidable“  hat
in  Frankreich  einen  starlen  Eindruck  gemacht.  Die
Blätter  trösten  sich  jedoch  damit,  daß  das  Schiff
veraltet  gewesen  sei.  „Echo  de  Paris“  schreibt:
Nach  und  zugegangenen  Nachrichten  ist  die  „Formidalle“
  von  einem  deutschen  Unterseeboot  angeschossen
  worden.  Die  Vergeltung  wird  nicht
auf  sich  warten  lassen.  Der  „Temps“  schreibt:
Wenn  wirklich  ein  deutsches  Unterseeboot  den
Untergang  der  „Formidable“  verursacht  hat,
so  hat  die  deutsche  Unterseeschiffahrt  eine  neue
kübne  Tat  vollbracht.  Es  darf  aber  an  Churchills
  Worte  erinnert  werden,  daß  England  jeden
Monat  ein  Ueberdreadnought  verlieren  lönne,
ohne  daß  eine  Vorherrschaft  eur  See  erschüttert
werde.  „Liberte“  77  Die  englische  Flotte
sei  mächtig  genug,  das  Meer  von  dem  Schwarm
von  Unterscebooten  zu  säubern,  die  mit  einer
Kühnkeit  vorgingen,  welche  unbedingt  gebändigt
werden  müsse.  „Lyon  Republicain“  erllärt:
Deutlschland  gleiche  die  Unterlegenheit  seiner
Hochseeflotte  durch  seine  hervorragende  Ausrüstung
  für  den  Unterwasserkrieg  aus.  Dic  englische
  Admiralität  werde  wahrscheinlich  andere
Maßregeln  anwenden,  um  den  plötllichen  mörderischen
  Angriffen  entgegenzutreten,  welche  3#
ernsten  Fällen  in  ihren  Berechnungen  führen
könnten,  wenn  ihnen  nicht  Einbalt  getan  würde.
Der  Nest  der  Besatzung  der  „Emoent“.

WTB.  Basel,  4.  Jan  Den  „Baselser  Nachrichten“
  zufolge  ist  in  Maitand  die  Meldung
anu:  Schanghai  eingetroffen,  daß  der  Hafentapitän
  von  Rangun  in  Britisck-Burma  die
die  benachbarten  Gewässer  befahrenden  Schiffse
vor  dem  Dreimaster  „Agelhe“  warnte,  welcher
  mit  deutschen  Matrosen,  dem  Resic  der
Besatzung  der  „Emden“,  und  nier  Maschinengewehren
  an  Bord  die  Operationen  gejen  Di
Handeleschiffahrt  somnsetzte  und  bereits  viele
Lüseenjahrenge  versentte.  Auch  der  Kohlendampfer
  „Orford“  sei  ron  den  Deutschen  genommen
  und  in  einen  Hilfslreuzer  umgewandelt
worden.  Diese  Schiffe  seien  der  Verfolgung
durch  die  Flotte  der  Verbündeien  biesher  immer
entronnen.

Vom  ösllhen  Erlegsschaupla.

Die  Kämpfe  in  Polen.
Mailand,  1.  Jan.  „Secolo“  erfährt  aur
Peterslurg:  Die  Schlacht  in  Polen  auf  dem
linren  Weickseluser  dauert  fort.  Sie  hat  abe.
ihren  Schützengräbeniä  myfen  den  Sharalter
We  eiflander:

 

 

 

       

 

 

 

nommen  wie  die  Ki.  uite  in

 

und  Frankreich.  Man  kann  dahet  leine  schnellen
Entscheidungen  erwarten.  Der  Ausschlag  wird
davon  abhängen,  wer  von  den  Parteien  die
größeren  Truppenmassen  zur  Verfügung  hat.
Nach  einer  anderen  Meldung  dauern  die  Artillerieduelle
  am  linken  Welchselufer  an,  ebenso
die  Kämpfe  um  die  Schützengräben,  die  oft
crobert  und  wieder  verloren  werden.  Dabei
kommt  es  zu  den  hestigsten  Bajonelllämpfen.
Auf  der  Front  Socchatschew-Rawa  trachten  die
Deutschen  mit  allen  Miteln  darnach,  die  russische
  Front  zu  durchbrechen,  um  nach  Warschau
zu  gelangen.“  3#

"r  6  "

Von  den  östert.  sirlegsschanplaͤhen.

Die  Kämpfe  in  Galizien  und  in  den
Karpathen.

WaWien,  4.  Jan.  Amtlich  wird  verlaut-In

  den  hartnäckigen  Kämpfen  im  Raume

bart:
südlich  Gorlice,  die  sich  unter  den  schwicrigsten

  Witterungsverhältnissen  abspielten,  sicherten
  sich  unsere  brauen  Trunpen  durch  Besitznahme
  einer  wichtigen  Höhenlinie  eine  günftige  Vasis
  für  die  weiteren  Ereignisse.  In  den  Karpatheu
  keine  Veränderung.  Im  oberen  Ungtale
nur  Ueine  Gefechte.  Während  der  Kämssfe
in  der  Weilmnachtszeit  wurden  am  nerdlichen
riegsmcamage  SSe  Ws
gesangen  genommen.

Berlin,  4.  Jan.  Aus  dem  österr.  Kricgspressequartier
  meldet  der  Korrespondent  rer
„Nationalzeitung“":  Die  Kämpfe  in  Westgalizien
  haben  den  Charakter  einc  stehenden
Kampfes  angenommen.  Verschiedene  Vorfloße
wurden  unternommmen,  aber  von  unferen  Tüu##  —
pcnoerutcltueNuquhabnneuesekstärkungen
  erhalten.  (3.)

VrB.  Wien,  4.  Jan.  Der  Kriegsbercchterstaltter
  der  „Soun-  md  Montagszeitung“  ltelegraphierte
  gestern  abends  seinem  Blate:  Dis
russische  Offensive  in  Weitgalizien  sezen  ursprünglich
  eine  Umfassung  unserer  Krafie  über
Neusande  gegen  Krakau  zu  bezwecken,  was  eine
ähnliche  Situation  geschaffen  hätte  wie  in  der
Schlacht  bei  Limanowa.  Nunmehr  sielt  sett.  das
die  Russen  auf  unsere  Karpathenkäfte  drüt
ken,  um  ungehindert  frontal  von  Durajetz  uder
Bochnia  gegen  Krakan  vorzustos  en.  Diese  #
sicht  scheitert  an  zunferen  günstigen  Stellungen
am.Dunajetz,  wo  wiederholte  Angriffe  der  Rulsen
  unter  furchtbaren  Verlusten  Jgusemmenbrachen.
  Der  Vorstoß  der  Russen  gesen  den  1|3=soterpaß
  is  ebenso  wie  die  Kämufs  in  den  Ou-Ka-pathen
  von  untirgcordneter  Bedcutung-Ungariscfen
  Blättern  zufolge  janden  in  den  jüng-Tagen
  beftige  Kämufe  in  den  Karpalien

  

sien

 
   
 
   
 
   
    

natt,  wobei  die  rusflisue  Arm  ec,  Insbesonderc
bei  Oeler  Sejoe  und  im  Latorgatal  schwere
Verläßte  erlitt.

WiZz.  Budapett.  2.  er  „Pester

Jan
Lloyd“  schreibt:  Lant  Berichten,  an  hiesigen
amtlichen  Stellen  einliefen,  ge##tet  sich,  die
miiärische  Lage  in  den  Karpatmm  andauernd

günftig.  Die  russischen  Truppen  n  nirgends
Naum  gewonnen.  Ihrem  Vortzugen  wurde

TCeile  jenseit?
Wo  sie  unharl
  un  der

von  unseren  Kräflen  um  größter
des  Grenzlammes  Eimhalt  gebot
garisches  Geliet  beiraten,  wurdent
Grenze  zum  Slithen  gebracht.
MWien,  4.  Jan.  Nach  der  rif
lage  bei  Uszol  haben  unsere  Tu
folgung  des  Feinde:  die  Orenz

4
schen  Niederneu
  bei  Verüaberichritten.


 

Tandesuerrat.

Raman  von  E.  Pb  Oprenbeim.
Nachdruck  verboten.

„Nein,“  erwiderte  meine  Stieimutter  an
Stelle  meines  Vaters.  „Die  Botschait  war  für
mich  bestimmt,  und  der  Fürst  lich  mich  Pieken,
ihn  beme  nachmittag  in  seinem  Hause  zu  besuchen
  gzör  steht  Ihnen  frei,  sich  durch  den
Augenschein  von  der  Wahrheit  meiner  Worte

überzeugen.  Denn  innerhalb  weniger
Minuten  werde  ich  mich  aufmaechen,  um  der
Einladung  Folge  zu  leisten,  und  ich  werde  mich
nicht  weigern,  Ihre  Begleitung  anzunebmen,
wenn  Sie  ga!  kant  genug  sein  sollen,  sie  mir
an  zurieten.“

„Wenn  diese  abenteuerliche  Beh-  uptung
der  Wahrheit  entsprechen  solite.“  sagte  der  Sr#rsthart,
  „und  wenn  der  ücst  wirklich  nach  Ihnen
geschictt  hat,  weil  er  Shnen  eiwas  über
seinen  Sohn  zu  s  hoftt.  “  ist  er  ein
noch  grögerer  Narr,  als  ich  es  für  möglich  gehalten
  höätte.  Mich  aber  kümmert  es  nicht
lweiter.  Mich  interessiert  in  ungleich  höherem
Maße  zu  erfabren,  was  für  Papiere  das  dort
sein  möge

Wieder  streckte  mein  Bater  seine  zitternde
Hand  se  den  Blättern  aus

„Diele  Papiere  gehen  S  Sie  nichts  an,  Oberst
Sutzioi  Sie  haben  kein  Recht,  sich  darum  zu
kümmern,  wenn  ich  mit  meinem  Sohne  eine
Familienangelegenheit  ins  reine  bringe.  Die

apiere  gehoren  mir,  und  wehe  dem,  der  es
wagen  wollte,  sie  onzurühren!“

Der  Oberst  wandie  sich  gegen  mich.  Und
in  seinem  Blick  war  etwas,  das  mich  für  den

 

Moment  gerade  zu  mit  *  gegen  ihn  erfüllte.

„Was  für  Papiere  sind  das?“"  fragte  er
in  einem  Ton,  der  offenbar  bestimmt  war,  mich
einzusen  achtern.  Ich  aber  konnte  ihm  gelassen
erwidern

Aiu  bmen  Sie  sie  doch,  Herr  Oberst,  und
überzeungen  Sie  sich  selbst!  Was  ich  Ihnen
darüber  sagen  könnte,  würden  Sie  mir  ja  wanen
scheinlich  nichl  glauben.“

Er  tul  einen  Schritt  vorwärts,  wie  um
meiner  Ausserber  Folge  zu  leisten;  ;  aber  er
mußsite  erkennen,  daß  es  da  einen  verzweifelten
Menichen  gab,  der  entschlossen  war,  ihn  unter

allen  Umständen  daran  zu  hindern.  Mein
Bater  haute  sich  ihm  zugekehrt,  und  der  Lauf
eines  kleinen  Nevolvers  blinkte  in  seiner
Rechten

Su#ko!“  rief  er  mit  plötzlich  erwachtem
Mute.  „Was  Sie  da  tun  wollen,  tun  Sie  auf

Ihre  Gejahr=Cin
  Angenblick  atemloser  Suiue  folgte  dieser
Drohung.  Dann  Ceschah  etwas  Unerwartetes.
  Meine  eersgeschah  trat  zwischen
meinen  Vater  und  den  Obersten,  und  ruhig,
als  handle  sich's  um  die  einfachste  und  harmloseste
  Sache  von  der  Welt,  beugte  sie  sich
herab,  um  das  Päcchen  ovon  Scheschränen  auf.
zuheben.  Einen  langen  Blick  warf  sie  auf  ihren
Gatten,  und  es  war,  als  ob  diejer  Vlick  hinreichend
  sei,  das.  leidenschaftliche  Feuer  wieder
#  ersticken,  da  6%  4  jäh  in  ihm  ausgelodert  war.
nn  er  ließ  d  halb  erhobenen  Arm  mit
der  Waffe  bepftlern  sinken  un
gering  ten  Versuch,  ihre  Hanti
r!“  sagte  sle,  indem
„Nebmen

d  machte  nicht  den
werung  zu  hindern.
ie  mir  das  Bündel
Sie  Ihr  Cigentum

 

entgsgt  Sbiecl
zurück,  Georg!“

 

 

——————  —
„Geben  Sie

mir  diese  Papiere.  —.
La  aza  ar!
e  ein  Wort  3.  iprechen,  gehorchte  ich
seinem  Besehl.  Pol.  und  siel  in  diesem  Augenblick

  der  Revrolver  am.  der  Hand  meines  Katers
.  Crx  lies,  seine  schwere  Geitaln  in
einen  Stuhl  finken  und  stütyzte  den  Kopf  in
beide  Häme
n  ist  die  Schulà  *“  stöhnte  er.  „Mein
allein  t  7  Schul
e  Stieih-  vrer  aber  stand  mit  flammenden
  Augen  ror  1..  1
„Sind  Sic  n  Sinnen,  Georg,  daß  Sie
diesem  Menschen  gehorchen  wie  rin  ummündiger
Knabe?  Diesem  Menschen,  der  nur  tat#ser  und
gu  Ust,  wenn  er  Wehrlose  vor  sich
hat!  Diesem  brutalen  Henkerslnecht,  dem  es
sein  Leben  lang  ein  Vergnügen  war,  die
Schwachen  und  Hilflosen  zu  verfolgen  und  Zu
peinigen!  Die  Papiere  gehören  Ihnen.  Ich
weiß  so  wenig,  was  sie  enthalten,  als  Ihr  Vater
es  weiß.  Aber  dieser  Mann  hat  kein  Nechtc  sie
dvon  Ihnen  zu  fordern.  Lassen  Sie  sich  nicht
von  ihm  einschüchtern,  Georg!  ie  kennen
ihn  nicht,  wie  ich  ihn  kenne.  Er  würde  sie
vielleicht  benutzen,  um  auch  Sie  zu  verderben,
wie  er  uns  verderben  wird.  Aber  Sie  brauchen
ihm  nicht  zu  Willen  zu  sein.  Denn  Sie  haben
ja  nichts  mit  uns  zu  schaffen  —  dem  Himmel
ei  Dank  dafür,  daß  Sie  nichts  mit  uns  zu
chaffen  haben!“
G  keiner  von  uns  sich  rührte,  unterbrach
se  plönlich  den  Strom  ihrer  Rede,  um  mit

  

einer  blitzschnellen  Bewegung  den,  K  .

dermeinemBaterenumlenwar,iB
aufzurassen  und  seine  Mundung  Wi“  die  Vrst
des  Obersten  zu  richter

„Geben  Sie  Heirn-  Lagar  seine  Paplere

 

Die  Angriffsversu##e  der  Russerttrurden  abge-—

1  züruckl“  besah  ne.  und  eine  furspare  Drohn  uig

wie  in  dem
rgnis  ae  o.
ment  iccieß  ;

war  in  dem  Plang  ihrer  Stimge
Blick  ihrer  Angen.  Von  der  14
daß  sie  wirllich  im  nächsten

könnte,  warf  ich  mich  vor  den  P#r#ten,  un  ern

mit  meinem  einenen  Leibe  zuccken.
„Ith  gab  sie  ihm  freiwillig-agte  ich,  und
rhalten.  Cyist

ich  wünsche  gar  nicht,  sie  zurüc#
einer  meiner  Borgesedien.  in
Recht,  diese  Jorderung  an  mis  ·

Hei-Tonindemschaun-wemnntlncfic
wohlulserzeu«lnden,dcme-ntoollekusnt
iunntdentisunii  qute  o»«s-Ictkuch  drin-eh
IlllkclllcmlllJesthjnIktzsu  Blick,  dann
zuckte-  4e  die  Achseln  und  w#f  die  Waffe  auf

das
Iur  wohl,  Sie  müssen  sa  wissen,  was
Sie  kun.  Und  vielleicht  ist  Me  ganze  Sache  so
viel  Aufregung  gar  nicht  ##  t.  Wollen  Sie
warten,  bis  ich  mich  zum  ude  angetleidet
habe,  Georg?  Und  wollen  Sie  mich  dann  zu
dem  K#rizen.  bagleitensn  u  dejahen.  aber  der

Oberst  kam  meiner  Erwiderung  zuvor.

avon  kann  nicht  die  Nede  sein.  Sie
„müssen  mir  sogleich  in  meise  Wohnung  jolgen,
err  Lazar!  —  Diese  —  diese  Dame  wird  den
Fulten,  auch  ohne  Ihre  bührung  zu  finden

wi

d  er  haite  ein
zu  stellen.“

 

 

 

 

Aber  ebenso  bestimmt,  vie  W  Befehl  gewesen
  war,  klang  meine  #weisun
edauere,  Ihrem  asche.  nicht  ent.
sprechen  zu  können,  Herr  Oberst!  Ich  habe
mich  augenblicklich  vorallem  als  in  den  Diensten
des  Fürsten  stehend  zu  ben  achten,  und  mein.
Auflrag  lautet  dahin,  die  gche  zu  ihm  zu
führen.  Sofern  sie  bereit  ##  meine  Begleitung
anzunehmen,  habe  ich  mick  du  ihrer  Versugung
n.

au

r!
S
Z