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ruthe verhängt hat“; er dachte nur an die angeblichen Excesse
der Socialdemokraten, die wohl darin bestehen, daß sie den
Krach voraus prophezeiten und auf die Schaffung eines Gesellschaftszustandes
hinarbeiten, in dem die Krachs und die Krisen
ummöglich sind, in der aber auch kein Plat für die Gründer
und Schwindler, die Ausbeuter und ihre Helfer ist. Und darum
von allen Seiten der Haß und darum die Verfolgung.
Die Arbeiter thaten in jener Periode der Prosperität, was
die Sachlage und ihr eignes Interesse ihnen zu thun gebot.
Als alle Welt rasch reich werden wollte, und zwar auf Kosten
der Arbeit, denn eine andere Reichthumsgewinnung ist nicht
denkbar, da suchten die Arbeiter das einzige, was sie besitzen,
ihre Arbeitskraft, so theuer und zu so günstigen Bedingungen,
an den Mann zu bringen, als sie konnten. Sie suchten, um in
dem „klassischen“ Stil des Fürsten Bismarck zu reden, zu erangen
„was nach dem allgemeinen Angebot und Bevarf der
Arbeitskräfte eben drin steckt.“ Nach der Waare Arbeitskraft
war starke Nachfrage und so thaten die Besitzer derselben, die
Arbeiter, was jeder große und kleine Bourgeois bei starker Nachfrage
nach seiner Waare, bestehe sie nun in Seide oder in
faulem Käse, gleichfalls thut, sie steigerten den Preis. Und sie
waren dazu um so mehr genöthigt, als der Zufluß der Milliarden
und die massenhafte Erzeugung künstlicher Werthe den Geldpreis
erheblich drückten und die Preise aller andern Waaren in
demselben Verhältniß stiegen.
Da unmöglich anzunehmen ist, daß Fürst Bismarck Ansichten
kund gab, die er nicht besaß, so bleibt nur die Annahme übrig,
daß seine volkswirthschaftlichen Kenntnisse sehr lückenhaft sind.
Daß er je tiefere volkswirthschaftliche Studien gemacht, müssen
wir nach seinen Ausführungen billig bezweifeln.
Im weiteren Verlaufe seiner Rede behauptete er, „der französische
Arbeiter leiste jede Stunde mehr als der deutsche, das
zeige sich bei unsern Bauarbeiten“, und damit spielte er auf
den Bau des Palais des Fürsten Pleß an, der aus Frankreich
dazu die Arbeiter sich kommen ließ.
Sicher ist der französische Arbeiter im Allgemeinen dem
deutschen in Bezug auf rasches und geschmackoolles Arbeiten überlegen,
das ist aber die einfache Folge einer lange währenden
industriellen Erziehung und der größeren Sorgfalt, welche die
leitende Klasse in Frankreich von jeher geschmackvoller Ausstattung
zugewandt. Die deutsche Industrie ist der französischen
egenüber noch jung und folglich noch unentwickelt; der Unter-8
der Leistungsfähigkeit des deutschen und französischen
Arbeiters ist also das natürliche Produkt der Umstände und es
ist darum schwere Ungerechtigkeit, dem deutschen Arbeiter einen