Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

  
  

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Uummer  57  ,

Rolenkelvjdtunzegas

mittwoch,  10.  mar  1016

 

hat,  ist  bereits  seit  längerer  Zeit  bekannt.  Die
neuerliche  Ablehnung  mußte  sick  auf  andere  Vorschläge
  beziehen,  über  die  in  der  Oeffent:#  ichleit
noch  nichts  belannt  geworden  ist.

Eingestellter  Dampferverkehr.

London,  8.  März.  Der  Agence  Havas  zusolge
  werden  wegen  des  Streikes  in  Liverpool
11  Tage  keine  Schiffe  von  Newyork  nach  England
  abgehen.  (3.)

Amerikas  Sagenl,

Mailand,  8.  März.  „Sera“  meldet  aus
Newyork:  Das  Siaatsbeparbengent  hat  eine
offizielle  Mitteilung  an  die  Presse  ausgegeben,
wWonach  es  seinen  Einspruch  gegen  den  Mißbrauch
der  amerikanischen  Handeleflagge  durch  die
kriegführenden  S  Staaten  in  vollem  Umfange  auf
recht  erhält.  Das  Staatsdepartement  erörter:
eingehend  neue  Maßnahmen  zum  Schutze  der
amerikanischen  -v:  -  (Z.)

der  1ntergang  der  10.  rufsischen
Aeme

Berlin,  7.  März.  (Nichtamtlich.)  Aus
dem  Großen  Hauptquartier  wird  uns  über  den
Untergang  der  russischen  10.  Armce  noch  folgendes
  geschrieben:

Am  21.  Februar  hatten  die  Resie  der  10.  Armee
  im  Auguf  ltower  Forsie  die  Waffen  genreckt,
nachdem  alie  Versuche  des  russischen  Armceführers
  Gencrals  Sievers,  mit  den  ihm  verbliebener
  über  den  Bobr  und  nach  Grodno  entkommenen
  Armeeteilen  der  eingekesselten  vier  Divisionen
  herauszutauen,  unter  schwersten  Verlusten
gescheitert  waren.  Der  Wald  von  Angustom
barg  nun  eine  ungebemne  Bente.  Si#  zu  bergen
war  leine  Kleinigleit,  da  die  deutsche  Truppe
auch  in  den  auf  die  Karitulation  folgenden
Tagen  eine  Anzahl  russischer  Angriffe  abzuwehren
  hatte,  die  von  frischen  feindlichen  Truppen
  aus  der  Fesung  Grodn?  beraus  über  den
Bobr  hinweg  geführt  nurden.  Tiondem  trasen
schon  vom  23.  Februar  ab  die  eriten  erbenteten
Geschüge  in  Suwalli  und  Augustou  ein,  deren
Zahl  sich  von  Tag  zu  Tag  vermebrte.  sodaß
hier  große  Parls  von  je  achtzig  bis  hundert
Geschügen  jeden  Kalibers  entnanden.  Längere
Zeit  beanspruchte  die  Bergung  der  übrigen
Beute.  Da  lagen  ungebenre  Mengen  in  dem
Waldgebiete  ösllich  von  Augustow  bis  hinauf
nach  Matatze.  Auf  der  großen  Straßo  nach
Grodno  zwischen  Auguiton=  und  Livszt  waren
allein  etwa  fünfzig  vollgefüllte  russische  Munitionswagen
  siehen  geblieben.  Auch  der  Weg
über  Czarnybrod  Rudafla-  E  zeigle
auf  Schritt  und  Tritt  die  Spuren  des  russischen
  Rückzuges.  Nahe  d  diesen  beiden  Straßen  begegnet
  man  im  Forite  überall  fluchtig  aufgeworfenen
  #-  *  ischen  Sch  übengräten  und  Schützenlöchern
  sonier  notdürftig  errichteten  Erdhülten
  oder  Erdlöchern.  Schier  unermenlich  wurde
die  Beute  in  dem  Greodno  zugelegenen  südostlichsten
  Teil  des  Augustower  Forstes,  wo  die
eingekesselten  rier  Divisionen  die  letzten  Tage
zugebracht  und  wo  ie  schliehlich  auch  kapituliert
haben.  Bei  dem  Vorwerie  Ljubinowo  zählte
man  allein  hundert  Kriege  fabreuge  ailer  Art.

Losgerissene  Artillerie  und  Bagagepferde  um—
schwärmten  zu  Dutzenden  das  Vorwerl,  viele
davon  trugen  nod)  ihre  ganien  Geschirte,  andere
  hatten  sich  dieser  schon  entledigt.  Achuliche
Bilder  waren  bei  den  Dörfern  Markonitz  und
Bogatyri  zu  beobachten.  Bei  Wollusch  beirug
die  Zahl  der  liegengebliebenen  Munitionswagen
und  Fahrzeue  der  Gesechtrbagage  mehrere
hundert.  Ger-  .  ’  russischer  Gemehre  waren
  hier  an  e#schichtet,  daneben  lagen  Fernsprechgerät
  und  drssde.  in  großer  Zahl.  Am

Der  neue  Bankdirektor.

Roman  von  Reinbold  Ortmann.
achdruck  derboten.)
wurden  Sie  dazu  jagen,  wenn  sch  Ihnen  vorschlune,
  daß  wir  sie  an  Ihren  treien  Tagen
gen  neinschüftlich  durihilreiiton,  damit  ich  unter
Ihrer  Anleisung  hier  und  da  eine  photograpiiiche
  Ausnahme  machen  oder  eine  kleine  Szie
rien  kann?  Cs  würde  ein  Opfer  für  Sie
das  erkenne  ich  an,  aber  Sie  würden
dabei  doch  auch  unter  lur  ener  JFuhrung  manches
Hubsche  und  Sehensmerie  lennen  lernen.

Er  mußie  an  sich  hauden,  um  ihr  nicht
gar  deutlich  das  Entzucken  zu  offenbaren,  mit
dem  dieser  ganz  unbesangen  ausgesprochene
Vorschlag  ihn  erfüllte.  Aber  als  er  in  seiner
Erwiderung  einen  leisen  Jweifel  durchblicken
lieh,  ob  Sennor  del  Vasco  und  seine  Gemahlin
ihre  Einwilligung  zu  derortigen  Ausslügen  erteilen
  murden,  sah  ihn  Isabella  verwundert  an.

„Aber  was,  um  des  Himmels  willen,  sollten
sie  dagegen  einzuwenden  haben?  Wenn  es
Ihnnen  nicht  zu  tangweilig  ist,  mich  zu  begleizen,
  wird  gewißz  niemand  daran  denken,
es  Ihnen  zu  verwehren.  Ich  hoffe  doch,  Sie
woilen  ein  guter  Freund  unferes  Hauses  werden
und  un  von  nun  an  täglich  besuchen?“

äglich?“"  lächelte  Rodewaldt.  „Dürfte
das  Jal  Herrn  Vater  nicht  bei  all  seiner
Liebe  nswürdigteit  doch  als  etwas  zu  viel
erscheinen?

Mut  Firfer  Bestimmtheit  schüttelte  Isabella
das  Köp  „Sie  kennen  unsere  Landessitie
noch  MW  new  —  Sie  das  für  möglich  halten.
Man  nimmt  es  bei  uns  vielmehr  als  cine  träuleube
  Zurudierung  auf,  wenn  einer  unserer

 

–

 

größten  aber  war  das  Bild  der  Zerstörung
in  dem  Waldgelände  zmischen  Gut  Woliusch
und  Vorwerl  Mlyneck.  Hier  lagen  gunze  rus
sische  Bagagekolonnen,  die  vom  deutschen  Artillerieseuer
  niederge  macht  worden  waren.
Vorwerk  Mluneä  erlitt  eine  anscheinend  im
Uebergang  über  den  Woliuschkach  begrissene
Munitionskolonne  cin  gleiche#  Schicksal.  Die
gefüllten  Mriie:  newiagen  lagen  hier  teilweise
umgestürzt  recht-  und  linle  des  Weges  beiderseits
  des  r  2c#.  Einige  Fahrzeuge  wurden
von  den  kur  ##r  benden  Pferden  biz  ans  Wasser
  gezogen  uo  lippten  hier  um.  In  dem  liefen
Mühlenschach#  ingen  zuei  Pferde,  die  in  ihrer
Verzweilung  hineingesprungen  und  binuntergeflürzt
  waren,  d  i#  anscheinend  die  Brücke  selbst
versperrt  v  gesunden  hallen.  Bei  Bartnicli
und  Starast  innn  findet  man  die  Inpuren  des
lekten  russisen  Wider#andes  in  Gestalt  von
Schüpengräln  und  Erdlöern.  Von  hier  aus
machten  die  ussen  die  lexten  Dersuck-,  den  eisernen
  deutschen  Ring  zu  durchbrechen.  Auf  der
Wegstrecke  zwischen  Mlyne  #  und  Bartnicki  lagen
  hunderte  schwerer  russischer  Granaten,  die
hier  von  den  Kanonieren  entreder  fortgemorfen

2

oder  bei  der  Kapitulation  liegen  geblieben
waren.
Von  nicht  unerheblickem  Interesse  ist  eine

Reihe  russischer  Befehle,  die  in  den  Befehlsund
  Telegraphenbüchern  der  Vagagen  der  höhefren
  Stäbe  gesunden  murden.  Wir  geben  den
Wortlant  ron  einigen  dieser  Besehle  hier  wieder:
  Das  Oberiommando  der  vussischen  zehnten
Armee  erläßt  aum  fünse  een  Dezember  den  folgenden
  Befehl:  „Der  Odberksehlel  aaber  hat
pünktliche  Befolgung  des  Besehle?  der  Obersten
Heeresleitung  angeordnet.  wogach  brim  Auariff
alle  mämlichen  Landeseinwohner  im  arbeits
sähigen  Alter  vom  zelmnten  Lebendial.:  an  vor
sich  herzutreiben  sind.“  Besehl  vom  9  2
„Der  Oberbesehlshaber  der  Nordwestfronut  iltelegraphisch
  mit,  daß  bei  ihm  täglich  Klagen
der  Landeseinwohner  über  Plünderung  einlau
sen.  Es  sollen  dagegen  die  schärfsten  Mahnahmen
  ergrissen  werden.  Es  sind  Fälle  vorgelommen,
  daß  feindlicke  Truppen  unsere  Dörfer
durchzogen  und  diee  völlig  unberührt  ließen,
während  un'ere  eigenen  Truppen  diese  Dörfer
hinterler  ausgeplündert  haben.  Es  ül  sehr  bedauerlich,
  daß  solche  Fälle  in  nserer  Armee
vorkommen.  “  Befchl  vom  7.  Fekruar:  „Der
Höôckstkommandierende  hat  befobien,  auf  die  sich
häufenden  Fälte  des  Febklens  jeder  Verbindung
längs  der  Front  und  bei  den  bintereinanderlienenden
  Truppenteilen  binzuweisen.  In  dieser
Hinsicht  ist  die  Nachlässigkeit  soweit  gegangen,
daß  lenthin  zwei  zum  Angriff  angesetzte.  Trupvpeuteile
  stati  gegen  den  Feind,  gegeneinander
selbst  vorgegangen  sind  und  sich  im  Feuergefecht
Verluste  zufügten,  wobei  sie  erit  auf  Entfernung
eines  Bafonettangriffs  Halt  machten.“  Befehl
vom  V.  Februar  (Räückzugsbefehl):  „Geschütze,
die  nicht  mitgenommen  werden  können,  sind
zu  vergraben,  Verschlüsse  und  Aufsätze  sind
heranszunehmen  und  wenn  möglich  in  den  nächsten
  See  zu  versenlken.“  (Nach  Gefangenenaussagen
  wurden  in  Ostrreußen  schwere  Geschütze
  rergraben  und  die  betreffende  Stelle  mit
einem  Holzlreuz  versehen,  um  ein  Russengrab
vorutäuschen.)  Der  Chef  der  Gendarmerie  des
Kreises  Suwatli  ordnete  an:  „J

2

,  In  lethter  Zeit
beginnen  Briese  unserer  Kriegegesangenen  einzutressen.
  Es  i#t  aufgefallen,  daß  Briesschreiber,
um  ihre  Briefe  schneller  zum  Jiele  gelangen  zu
lassen,  zu  der  Liss  Preifen,  das  Leben  in  der
(esangeusch  et  in  günsligem  Lichte  erscheinen
zu  lassen.  Die  unintelligenten  Empfänger  dieser
  Priese  lönnen  sich  hierdurch  eine  verkehrte
Vorstellung  der  wie  bekannt  sehr  schweren  Le-Uensbedingungen
  unserer  in  feinolicher  Gefangenschaft
  befindlichen  Soldaten  machen  und  auf
diese  Weise  cine  verführerische  Wirkung  auf
Greunde  uhne  —  Grund  von  der
Teitulia  flei

„Aber  Sie  ißl  isisen  bereits  bemerkt  haben,
Sens  orna.  duß  ich  für  diese  glän  zenden  Gesellschaften
  nur  wenig  geeignet  bin.“

„Ob,  wenn  nur  das  Ihre  Sorge  ist,  dürfen
Sie  ganz  beruhigt  jein.  So  glanzend  wie
hbeute  geht  es  auf  unierer  Tertulia  zte  immeer
zu.  Dies  ist  eine  Auonahme  zu  Ehr  des
Präsidemen,  und  vielleicht  auch  *  (Vens
Zuuen  zu  Ehren.  Souft  sißen  wir  in  der
Dammerung  draußen  im  Garten  oder  auf  dem
Patio,  wo  es  so  wundervoll  lustig  ist,  und
mo  es  sith  so  traulich  plandert  beim  Nauschen
des  Springobrunnens.  Da  haben  wir  teine
anderen  Sichter  ald  die  funkelnden  Sterne  über
uns,  da  gibt  es  leine  großen  Toiletten  und
leine  sieiten  Förmlichkeiten.  Jeder  tut,  was
ihm  belicht.“

„Man  sitzt  zu  vieren,  zu  dreien  oder  auch
zu  zweien  beieinander  und  plaudert  oder
schweigt,  wie  es  einem  eben  ums  Herz  ist.
Sie  durien  die  Art  unierer  Geselligleit  wahrlich
nicht  nach  dem  beimteilen,  was  Sie  heute  sehen.
Crt  wenn  Sie  einmal  an  einem  unserer  gewohnlichen
  Abende  bei  undo  gewesen  sind,  werden

  Sie  sie  wirtüch  lennen  gelernt  haben,
und  dann  —  wirder  umspiette  das  Nixenlacheln
  ihre  Lippen  —  „ich  1  dessen  ganz

bir
suher,  dann  werden  Sie  gewiß  gern  wiederkommen.“


Nodewaldt  wollte  antworten,  aber  da  wurden
  die  Portieren  zurüngeschlagen,  und  Donna
Mtarias  königliche  Gestalt  wurde  am  Arm  des
Pas#denten  sitbar.

Sle  schien  nicht  im  mindesten  überrascht,  ihr
Töchterchen  mit  dem  jungen  Deutschen  allein
zu  lgen:  lie  nidlte  ihm  vielmehr  sreundlich

 

 

unsere  Truppen  ausüben.  Die  Verbreitung  solcher
  der  Wahrheit  nicht  entsprechenden  Mitteilungen
  bei  den  Truppen  und  Dienstpslichtigen
etscheint  unerwünscht.“  Dieselbe  Stelle  erließ
am  29.  Februar  folgende  als  ganz  geheim  bezeichnete
  Weisung  über  die  Behandlung  deutscher
  kriegegefangener  Offiziere:  „Nach  Mitteilungen,
  die  dem  Stab  des  Duenaburger  Militärbe
  zirks  zugegangen  sind,  sind  in  letzter  Zeit
wieder  Fälle  beobachtet  worden,  in  denen
Kriegsgefangenen,  besonders  #  Offiziren,  u  weitgehende
  Aufmerl#a  amleiten  und  Vergünstigungen
gurn  wurden.  Der  Obertommandierende  des
ezirks  besiehlt  daher  die  strengste  Befolgung
folgender  Vorsch  risten:  1.  Kriegsgefangene  Osfsiziere
  sind  in  Wagen  dritter  Klasse,  aber  *
trennt  von  den  Mannschaften,  zu  befördern.  Sie
dürsen  ihre  Burschen  nicht  bei  sich  behalten;
diese  sind  rielmeher  mit  den  übrigen  Mannschaften
  zu  befördern.  2.  Als  Offiziersquartiere  sind
die  Meicklen  Räume  mie  für  Manusch  alten  auszusuchen,
  aber  getrennt  von  diesen.  Offiziere
  erhalten  dasselbe  Essen  wie  die  Wie  t
ten.  Besondere  Vergünstigungen  sind  durchaus
unslatthaft.  Unterschrift  (unleserlich)
Oberst“.

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5n  ben  Slerr.  Rriegsschauplätzen.
Der  amiliche  österr.  Bericht.
WTHB.  Wien,  8.  März.  Amtlich  wird  gemeldet:
  Durch  die  noch  andauernden  Kämpfe  in
Russisch-Polen  wurden  vielfach  Erfolge  erzielt
und  der  Gegner  aus  mehreren  vorgeschobenen
Stützrunkten  und  Schützenlinien  unter  starlen
Verlusten  geworfen.  Den  gleichen  Erfolg  hatte
ein  #murzer  Vorstoß  unserer  Truppen  an  der

Front  in  Westgalizien,  vo  im  Raume  von
Goriice  Teiie  der  feindlichen  Schützengräben

durchbrochen  und  die  Ortschaft  nach  einem  blutigen
  Kamfe  erobert  wurde.  Mehrere  Offiziere
  und  über  501)  Mann  wurden  gefangen.
In  den  Karrathen  wird  hartnäckig  gekämpft.
Im  Naume  von  Lupkow  setzten  die  Russen  ge
siern  Nachmittag  einen  Angriff  mit  starken  Kräften
  an,  unter  Einsetzen  neuer  Verstärkungen
wurden  die  gelichteten  Reihen  des  Gegners  stetls
erneuert  und  mit  allen  Mitteln  vorgetrieben
und  der  Angriff  tcotz  schwerer  Verluste  dreimal
bis  nahe  an  unsere  Stellungen  vorgetragen.  Ze
desmal  scheiterte  der  letzte  Ansturm  der  Russen
unter,  vernichtenden  Verlusten  an  unsen  Hindernislinien.
  Hunderte  von  Toten  liegen  vor
den  Stellungen.  In  einem  anderen  Abschnitt
der  Kampffront  gingen  unsere  eigenen  Trup-Pen
  nach  den  abgeschlagenen  russischen  Vorstößen
  überraschend  zum  Angriff  vor,  eroberten
eine  bisher  vom  Feinde  stark  besetzte  Kuppe
und  machten  neuerdings  10  Offiziere  und  700
Mann  zu  Gefangenen;  auf  einer  benachbarten

Höhe  wurden  noch  1000  Russen  gefangen.  —

In  Südostgalizien  holte  sich  starke  feindliche  Kavallerie,

  die  gegen  den  Flügel  unserer  Stellungen

  isoliert  vorging,  eine  empfindliche  Schlappe.
·

Kalien.

Deutsch-italienische
Verständigung?

Mailand,  3.  März.  Ueber  die  Zusam:
melunft  des  Ministerpräsidenten  Salandra  mit
aiolitli  im  Hause  Gioliktis  berichlet  die  „Stam-14
  Die  Unterredung  habe  ohne  Zeugen  stattwie
  wenn  #ie  uhn  durch  dies
1  die  Unwillkommene

!  1  wollte  und
Siroao“  von

her  golanseno  L
Zeichen  ihrer  Huld
Störung  schadlos  b
„Seine  Exzellen  m  ie  deinen
Zeichnungen  schen,  liene  Isa!  enke,  es
Wiirdd  d  dir  „Vergnugen  ma  chen,  seinen  Wensch  zu
ersüllen
Die  Sennorita  shürzte  ein  wenig  dle  Oberlippe,
  wie  um  angudt  uten,  daß  dies  Vergnügen
keineswegs  ein  sebr  lebhaftes  sei:  aber  sie  erihob
  keinen  Widerspruch  und  legte  dem  Präsidenten
  einige  von  den  Blöuern  vor,  die  Rodewaldt
  vorhin  al:  die  bestgelungenen  bezeichnet
Den  jungen  Deutschen  aber  lilt  es  jetzt
Mchr  länger  in  dem  kleinen,  oon  reinem  "=  nen
Veilchengeruch  erfüllten  Rau-  em  er  soeben
  die  glücklichste  halbe  n!  seinge,  Lebenzugebracht
  hatte.  Als  Seine  Exgellenz  sich  in
wortreichen  Aeußerungen  der  Bewunderung  erging,
  nahm  er  eine  günstige  Gelegenbeit  wahr,
sich  hinauszustehlen,  und  da  er  gewahrte,  daß
die  beiden  an  der  Längsseite  des  Musiksaales
befindlichen  großen  Flügeltüren  geöffnet  waren,
trat  er  durch  eine  von  ihnen  hinaus  ins  Freie.

5.  Kapitel.

Die  dämmerlae  Helligkelt  der  lauen  füdlichen
  Nacht  ließ  ihn  erkennen,  dah  er  sich  in
einem  Hofraum  befand,  der  vielleicht  auch  ge-Hündeten
  Anspruch  darauf  gehabt  hätte,  ein

arten  genannt  zu  werden.  Rings  von  einem
offenen  Säulengang  umschlossen,  zeigte  er  in
seinem!  mittleren  Teile  prüchtige  Gruppen  von
-  Drangen-  und  Plirsichbäumen,  dle  in
Polmen..  Lebenesfü  zu  gedeihen  schienen.
Saasn  das  lelse,  eintönige  Plätschern  eines
ngbrunnens  unterbrach  dle  hler  herrschende,
gredoggue  Stille,  und  Rodewoldt  begrils,  wie

gesunden  und  ihr  Inhalt  blelbe  ein  Geheim.
nis,  soweit  die  ausmärtige  Politik  in  Frage
kommt.  ZJedoch  sei  die  nochmalige  Bekräftigung
  der  Unterstützung  des  Ministeriums  Salandra
  durch  Giolitti  erfolgt.  Nach  der  Moiländer
  „Sera“  wird  die  Unterredung  in  dem
Sinne  gedeutet,  daß  die  Haltung  der  italienischen
  Regierung  entschieden  auf  eine  aufrichtige
Verständigung  mit  Deutschland  in  bezug  auf
die  Verwirklichung  der  nationalen  Bestrebungen
Italiens  gegenüber  Oesterreich-Ungarn  gerichtet
sei.  Die  Turiner  „Stampa“  meldet,  daß  auf
dem  Monte  Citorio  nach  dem  Bekanntwerden
des  Besuches  Salandras  bei  Giolitti  alle  kriegerischen
  Gerüchte  verstummt  seien.  Die  Meinung
  herrscht  vor,  die  Konsulta  werde  die  Verhandlungen
  mit  Oesterreich  beginnen.  Der
„Messagero“  teilt  mit,  daß  vor  der  Zusammenlunft
  Giolittis  mit  Salandra  eine  Unterredung
zwischen  dem  König,  Salandra  und  Sonnino
stattgefunden  habe.  (3.
Eine  türkische  Stimme.

Konstantinopel,  8.  März.  Die  türkische
Presse  erörtert  auch  weiterhin  eifrig  die  Haltung
Italiens.  „Jeune  Turc“  schreibt:  Sachliche
Gründe  und  der  Verlauf  der  Ereignisse  veranlassen
  die  Italiener,  die  Solidarität  ihres  Landes
  mit  der  unserigen  zu  schätzen.  Die  noch,
ganz  junge  Großmacht,  die  mit  vollem  Recht
den  Ehrgeiz  nach  einer  glänzenden  politischen,
wirtschaftlichen  und  kommerziellen  Zukunft
nährt,  würde  buchstäblich  erstickt,  wenn  Rußland
  seine  Hand  auf  die  Dardanellen  legte,
um  so  den  östlichen  Teil  des  Mittelmeeres  zu
beherrschen.  Im  Westen  von  Frankreich,  im
Osten  von  Rußland  eingeschlossen,  würde  Jlalien
  erwürgt  und  fande  keinen  freien  Ausueg.
Wir  sind  sozusagen  die  Hüter  der  italienischen
Interessen  im  Orient  gegen  die  Moskowiter.
Unser  Land  ist  dem  Handel  und  der  Industrie
  der  Italiener  offen,  die  hier  ein  weites
Feld  für  ihre  Tätigkeit  finden  würden,  mit  einem
  Wort:  Nichts  trennt  uns  von  FKalien.  Wir
begrüßen  die  neue  Bewegung,  die  Jtalien  unserem
  Lande  nes  nad  **“  wird.  (3.)

 

Gtiechenlands  Ealscheldungsslunde

Es  unterliegt  leinem  Zweifel,  daß  die  Anstrengungen,
  Griechenland  in  deu  Krieg  hineinzuzerten,
  in  leßzter.  Zeit.  von  den  Ententemächten
  wverstärkt  wurden.  Der  Dreiverband  scheint
auch  bei  der  Wahl  seiner  Mittel,  Griechenland
an  seine  Seite  zu  bringen,  nicht  eben  wählerisch
  zu  sein.  Eine  Verschwörung  gegen  das
Leben  des  Königs,  welche  man  in  Alhen  auf
gedeckt  hat  und  die  zur  Verhaftung  der  Betei-Anten
  führte,  wird  sich  unschwer  in  Zusammenhang
  mit  den  von  der  Entente  belieblen  teroristischen
  Mitteln  bringen  lassen.  Der  epirotische
  Bandenführer  Kutzior  soll  in  Athen  verhaftet
  worden  sein,  weil  er  einen  Anschlag  auf
das  Leben  des  Königs  organisierte.

Selbstverständlich  steht  die  Haltung  des  Kö-I

  nigs  im  Vordergrund  des  Interesses.  Der  Konig
  hatte,  um  ein  für  allemal  die  Verantwortlichkeit
  für  die  Politik  der  Neutralität  mit  dem
Volke  zu  teilen,  den  Kronrat  einberusen,  an
welchem  alle  Parteiführer  teilnalzmen,  sodaß
die  Beschlüsse  des  Kronrates  gewissermaßen  der
Deckung  des  Königs  dienen  sollten.  Welcher  Art
diese  Beschlüsse  waren,  ist  bis  zur  Stunde  noch
unbelannt.  Das  „Giornale  d'Italia“  erfährt
aus  Athen,  daß  der  Entschluß  des  Königs  Kon.

stantin,  nicht  gegen  die  Türkei  zu  interveniercn,

keinen  Sieg  der  Zentralmächte  gegen  den  Drei

lieb  und  heimlich  es  sich  da  zu#chen  o#m
schirmenden,  verschwiegenen  Laubwerk  mit
einem  teuren  Wesen  plaudern  lassen  müle.
Langsam  und  noch  ganz  in  dem  Bann  seiner
Märchenstimmung  befangen,  durchschritt  er  den
Gorten,  um  sich  neben  einer  laubenartig  angeordneten
  Pflanzengruppe  auf  einem  Nuhesit
niederzulassen.  Er  hatte  von  hier  aus  durch
die  offenen  Flügeltüren  ungehinderten  Einblick
in  den  hellerleuchteten  Saal  mit  seiner  Fülle
froh  bewegter  und  festlich  gekleideter  Menschengestalten.
  Und  es  schien  ihm  um  vieles  unterhaltender,
  das  Treiben  da  drinnen  unbemerlt
aus  der  Ferne  zu  beobachten,  als  doran  teilaunehm

uns  höchste  überrascht,  vielleicht  sogar  ein
wenig  erschreckt,  wandte  er  den  Kopf,  als  er
Klödlih  elne  Stimme  in  seiner  unmittelbaren
ähe  sagen  hörte:  inn  1  Abend,  Sennor,
und  ein  schönes  Lan  ahr?“
Von  dem  Fwprem  Pflanzen.
ruppe  an  seiner  Seite  hoben  sich  ihm  jetzt,
a  er  schärfer  hinsah,  deutlich  die  Umrlsse  einer
dunklen  Frauengestalt  ab,  deren  Gesichtszüge
er  indessen  gbensowentg  erkennen  konnte,  als
die  Eingelhelten  ihrer  Kleidung.  Er  zweiselte
nicht,  daß  es  eine  Dame  aus  der  Gesellschaft
sel,  die  gleich  ihm  die  Einsamkeit  gesucht  hatte,
und  ihm  jetzt  ihre  Alnwesendeit  wohl  nur  verriet,
  um  ihn  zu  ver  .
bitte  um  urelhung.  Sennora,  wenn
ich  E#e  gestört  habe,“  wollte  er  eine  Entschuldlhung
  kr  beginnen,  aber  sie  siel  ihm  abwehrend  in

8  störton  mich  nicht,  und  am  wenigsten
ben  Sie  einen  Anlaß,  mich  deshalb  um
tczelhungzu  bitten.  Dieser  Patlo  10%  allen

Gästen  des  Haules  offen,  und  ich  habe  es  ledigder