E
Rosenhelmer Anzelger
Witlwoch, 3/. März 19013
Der Weltkrieg.
Die KRriegslage.
WTB. Großes Hauptauartier, den
den 31. März, vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Wesllich von Pont-a-Mousson grissen die
Franzosen bei und östlich Regnie-Ville sowie
im Priesterwalde an, wurden aber unter schweren
Verlusten zurückgeschlagen. Nur an einer
Stelle westlich des Prieflerwaldes wird noch
gelämpst.
Feindliche Flieger bewarsen gestern die belgischen
Orte Brügge, Ghistelle und Courtrai
mit Bomben, ohne militärischen Schaden anzurichten.
In Courtrai wurde durch eine Bombe
in der Nähe eines Lazaretts ein Belgier getölet
und einer verletzt.
Oestlicher Kriegoschauplatz.
Das russische Grenzgebiet nördlich der Memel
is gesäubert. Der bei Tauroggen geschlagene
Feind ist in der Richtung Slawmdimile zurück
gezogen.
Die in den lehten Tagen nordiich des Augustower
Waldes gegen unsere Stellungen vor
gerückten Kräsie sind dur#l, unseren kurzen Vor
stoß wieder in das Wald- und Seengebiet bei
Seiny zurückgeworsen.
Die Zahl der russischen Gesangenen aus den
Kämpfen bei Krasnopol und nordbülich ili
um 5000 gestiegen. Bei Klimki an der Szlwa
wurden weitere 2200 Russen gesangen genommen.
Oberste Heeresleitung.
Unsere Gesangenen in Frankreich.
Paries, 31. März. Wie „Pelik Parisicn“
meldel, werden 200) deutsche Kriegögefangene
vom 5. bis 15. April zur Reinigung des gro
bden Kanales al kommanoiert, der das Schloß
und den Wald von Fontainelleau mit Wasser
versorgl. Die Stadt Fontainebleau und die
Domänenverwaltung erspart dadurch 110.000
Francs. (J.)
Frankreich als Geldgeber.
Pario, 31. März. Der Senat nahm obne
Debatte den bereils von der Kammer angenommenen
Gesetßzesantrag betr. Vorschüsse an
die befreundeten und verbündeten Länder Serbien.
Belgien, Montenegro und Griechenland
. Die Höhe der Vorschüsse beträgt 1350,
Minlonen. (3.)
Unterschleife in Frankreich.
Pario, 31. März. Wie der „„Matin“ meldet,
wurden bei Haussuch ungen. die bei Kaufleuten
in Chatillon sur Seine vorgenommen
wurden, beträchtliche Mengen mililärischer Leblensmittel
gefunden. Zahlreich: Soldaten wurden
verhaftet. (3.)
Zur Lage auf der Ostfront.
Wien, 31. März. Nach einer Meldung
* Petersburg äußert ein russischer Oberst in
eenm Blatte, daß die Deutschen alles aufbieten
in der Heranziehung neuer Armeen, um
in günstigen Augenblick zum Losschlagen überoohen
zit An der Pilica steigerte sich
die seindlic: “ jiive. Bei Lomza und Suwalki
seien 2 noitis en Unternehmungen noch
nicht beendei.
75 1%%
Freigabenorwegischer Schifse.
Berlin, 31. März. Alle norwegischen
Schiffe, welche im letzten Jahre nach Swinemünde
gebracht wurden, sollen in den nächsten
Tagen freigegeben werden. Das rief im Hinblick
auf den Wert der Schisse als Transportmittel
in Norwegen große Genugtuung hervor.
Englischer Bluff.
Köln, 31. März. Nach einer Konflanti:
nopeler Meldung erweisen sich die englisch fran
zösischen Nachrichten über die Ansammlu ig von
juarlen Landungstruppen auf den griechischen
Inseln als Bluss. Durck turtische Flieger ist
sesigestellt worden, dah sich leine Sruppemnafsen
auf den Iunseln in der Nähe der Darda
Kallen befinden. (3.)
Die Verluste vor den Dardanellen.
Konstantinopel, März. Ueber di:
Verluste der vereinigten * in den Kämpsen
an 16. März laufen noch Nachrichten aus Te
nedos und Mytilene ein. Darnach haden die
Verbündeten an dem genaunten Tage allein
200000 Mann an Toien in verzeichnen. Von dem
untergegangenen Kriegeiichiss „Inflerible“ is:
der weitaus grösste Teil der Vemannung er
trunken. Der Kommandant wurde durch ein
(Geschosz gelötet. Auf dem „Albion“, der eben
sall- schwer beschädigt wurde, waren □u Tote.
J.
Vorbereitungen in Spanien.
Parie, 31. März. Das „Journal“ mel
det: Blät ierberichten aus Zau Sebastian zu.
solge ##t das spanische Kriegoministerium mit
der Neorganisalion bes Hreres beschäftigt, da
mit Spanien für alle Eventualiläten vorbercilet
ist. Die Ncorganisalion betrifft mehrere Dioi
sionen. (0.7
Erniie
D
*
Lage in Portugal.
Lyon, 41. März. „Nepublicain“ meide
aus Madrid: Aus Porte igal eingetrofsen:
Naclrichten schildern die Lage alo sehr ernit.
Gegen den Präsidenten der Republil in wegen
seiner Eingrisse in die Reckte des PBarlamens
ein Verfahren Fingeieiten. worden. Die monar
iftische Preise versichert, daß asahlreiche Ge
sellschasien eine Versch Sen gegen die Ne
gieru: 1g angezettelt hatten. Die Presse sprich:
von einer Nevolution, die zum Aus bruck kommr,
wenn man sie am wenigsien erwarte.
Die chinesischen Rüffunge!
Kopenhagen, 31. März. „Berlingst:
Tidende“ meldet aus Peling: Das' Heer aus
gewählter chinesischer Truppen, die rings um
Peling liegen, in nunmehr um weitere 1im C#
Mann, die mit Munition wohl versehen sind,
verstärtt worden. Länge der Eisenbahnlinien
ist Artillerie aufgestellt, die den Zugang zur
Stadt beherrscht. (Z.)
Der Boykott gegen Japan.
Schanghai, 31. März. Die chinesiscn
Banlen und Wechselftuden verständigten die chi
nesische Kaufmannschaft, dah sie sämtliche Be
ziehungen und Geschäfte Zu den japanischen
Banken eingestellt haben. Im Laufe der letzten
2 Wochen zogen die chinesischen Kaufleute aus
der japaniscen VYolkohamabant 10 Millionen
Dollars Einlagen zurück. (Z.)
Die Kämpfe im Kaukajus.
Konstantinopel, 31. März. Nach Meldungen
aus Erzerum dauern die erbitterten
Kämpfe um Artwin sort. Ein russischer Flie
ger über Natman wurde durch unser Feuer slar#
beschädigt.
Bücherschaa.
Während der Sturm des Krieges viele illn
srrierle Zeitschriften Frankreic# hinweggesenn
at, blüten unsere deuischen weiler wie in den
Zeiten de- Friedens. Und zwar nicht. nur die.
di: nur de löchtigen Unterhallung dienen und
denen der Krien immer neuen Sielf in Wori
und Bild zuträgt, sondern auch die andeten,
denen vor allem die Pflege der hotzen geistigen
und silllichen Güter umeres Volles am Herze
üegt. „Westerman#r Monatoheste'“
sind, wie sie es in all den Jabren vorber waren.
auch während dieses Keise: eine P
deutschen Geilles, ein Zamn iel unli d
des
eweinl auch
Aprilleeil.
nit einem lso.
uin Un erriuten (bebenvollsten
umerer greßen Jeil.
wieder dar socben erichienene
beginnt im Zeid,en Biemarl,
nigen Geedenkaufsan
tag des Eisernen Kanzlers. Von des Deutschen
Kultursendung in der Well spricht Jos. Aug.
Lur. An unterhallenden Beirragen bringt dar
Heit aufter der von reiner Me ihlikk, leit dure
as
wärmien ahnan Ein vo: Marie
v. Ebner Eschenbac, ven in Beigien Wielenden
Kriegsroman 6 Fahne der allonen““ von
Nanny Lambeech u. dr ELLIIIII
eine heilere Crzäl #enn- von Bon Tueniei, uns
die noveillcnartigen „Nriegsepi anremtn von Emil
Luda. lleber koe und Krieg plauder.
Han## Frei#ark. und Dr. Siephan Kell.#le von
Stradonin gibt eine zurze, ab- " leickh ilIustrier:e
[GCeschichie# der nirrenrichte Sie Vriefe einer
EFrlogeittlien sinde: im Aprilheft inde #or
sehung, und ebenso * durch Nlarheit der Ur
leilo und der Darsiellung aus- zeineren zeit
geschi tlicen Monatberichte UVr O
Professor Dr.
uftau Roloff. Zarlreiche Kunübilber schmul
len auch dieses Heft.
Das Aprillieit von Ve lagen & Kla
fings Monalteheften er#ie#net ein #urbi
ges Bismard Gedentblatt vo Zulius Diexz.
das zu dem Besten gehbôrt. wa# dieser Tag an
ähnlichen Schöpfungen ette ebrin zen wird
„Biomards Lebenswerl im Wellttieg“ nenn.
iich eine feĩñeliide Betrachtung ves Heidelberger
Ceschichtforichers Hermann - 1. der den
Sinn unseres Ringens in der so leswigeholileini
schen Frage und der Steilung
englisccen Volitik vorg###
unbelanute Briese- der Fran u.
bifemiet Prof. Dr. Ed. Herk.
Denlmunsei mustert Hanns v. Jobeltit an der
Hand feiner Sammlung, einer 2er umsan 11.
sten dieser Art. Theodor Roschreibt #ur.d
zeichnet weiler seine bunien ## gobriefe. Paul
Oslar Hocker schildert einen Tag an der Liller
Kriegszeitung, die er im Aftrn ag des Heetes
mit Ompieda zuĩagimen herausgibt. Richard
Voß erzahlt sene Crimerunnenß an 1370 und
mift sic an den Eindrücken jünguer Ver zangen.
er
jindet. Bisher
Bismard ver
Die Biern- àr-
Bunte Gbtonn.
Was sind 9 Milliarden? Das deutsche
Voll hat als erste Kriegsanleihe 41 und als
zueite Anleihe 9 Milliarden aufgebracht als
Jeichen seiner Kraft und seine? Willens zum
Siege. Die Wenigsten mögen sich aber eine Vorstellung
davon machen, was das heißt: 412
Milliarden in Silber, wenn es überhaupt aufzutreiben
wäre, entsprechen einem Transport
von elwa 27800 Pferden zu je 20 Zentner
Last, oder reichlich 92 Eisenbahnzügen zu je
30 Doppelwaggons; und in Gold immer noch
von 1800 Pferden oder reichlich 6 Eisenbahnzügen.
Tatsächlich werden ja solche Summen
nicht in Metallgeld allein, sondern in der
Hauptsache mit den im Vankoerkehr üblichen
Jahlungsmitteln gebect. Bargeld ist immer nur
ein lleiner Bruchteil des nationalen Vermögens.
Kriegshumor.
Nicht einmal da . Der Wachtmeister
hat sich manchmal sehr ärgern müssen über
seine kriegsfreiwilligen Schweren Reiter. Als
Kamerad Lehmann sich neulich beim Reini .
des Stalles etwas schchtern zeigt, fragt
Gewaltige: „Ia, Herr riegsfreiwilliger, unn
sind denn Sie in Zivil?“ „Student der Nalionalökonomie,
Heir Wachtmeister!“ „Schau,
schau! Da studier'n die Herrn auf d Ockonomie
— aber net amal an Gaul könna s#’
mist#n!“
Wahres Geschichtchen. Wir gaben in
der Schule ein Konzert zum Besten der Krieger.
Zur Hauptpcobe waren auch Elemem###e#
zugelassen. en die Frau Direktor, von einem
ie
Lehrer am l begleitet, m— esungen
hatte, fra- "em. eimh v e »
wars-»und du- erbost
Im auk die Frau
eine seine Musie rtn
J—— —
GS—————..
Kenss Abonnsen für Aas Zweite Vuerte
Der grobße Weltkrieg tobt weiter u. hält das
Interesse aller in größter Spannung. Mir
Ungeduld werden die Nachrichten von den einzelnen
Kriegsschauplätzen erwartet. In den verflossenen
Kriegsmonaten hat der „NRosenheimer
Anzeiger“ gezeigt, daß seine Berichterstattung
über alle Vorgänge un Osten und im Westen
prompt und zuverläsfig ist und auch durch die
Eroßstadtpresse nicht übertroffen werden kann.
Das hat unserem Blatte in weitesten Kreisen
neue Freunde gesichert. Wie bisher so werder
wir es auch in Zukunft halten. Es ist unser
Bestreben, durch möglichst schnelle, beste Berichterstattung
unlere Leser auf dem Laufenden
zu halten. Wer also für die Zukunft ein
vorzüglich ins##miertes Blatt lesen will,
bestelle das Abonnement auf den „Rosenheimer
Anzeiger“. Alle Postanstalten nehmen Bestellungen
an. In unserer Expedition u. bei unseren
Agenturen können Abonnements jederzeit bestellt
werden. Auch auf das Feldabonnement für
unsere tapferen Kämpfer machen wir aufmerk.
lam. Unsere braven Truppen wollen nicht nur
ersahren, wie es auf den einzeknen Kriegsschau-„iben
Zuasicht, sie wollen mit Nachrichten aus
der Heimat verforgt sein. Der beste Vermittter
bdie tägliche Zeitung.
Lebende Fische
Alchen, Hechle, Karrien.
Ferellen, ..
Schlelen. Ruten einrsiehit 2#43
B. Plerblchser, Volbeflüberl, Del. 337.
damaligen
Musik-Instrumente
Saiten und Musikalien:
heit. Dr. Paul Weiglin betrachtel, wie sich
die Verbündeten unter sich in der Karrilalur
behandelt haben. Joachim Mersmann erzählt
seine benteuerliche Fahrt von Indien an die
Front. Eine Kriegsnovelle von Trentini (.,Der
Verwundete“’" führt in die steirischen Berge.
Der große Roman Gabriel Neuters (.„Die Jugend
eines Idealiiten“ wird fortgesegt. Einen
humoristischen Ton bringt in die er ählenden
Beiträge die lleine Geschichte „Die nerupfte
Braut“ von dem Zchweizer Dichter Hermann
RNurz.
Srrechsoaal.
(Chne Verantwortung der Redaktion.)
Wer sind die Fleischvertenuerer"“
In der lealen Sizgung t#: Metzger
aing es lebhafi zu. Der
Wolfgang Poschner ber agte daruber, dez
die einzelnen Innungs : der ĩo dunitn
sein, den Schlachthofbear ien auf Befragen die
Vicheimlauf= ;pre se wabrtin gemäßh zu benennen.
ies sei nicht nolig, weil die Beamien dadurch
zu viel erführen. oo solle ihnen in ulunft
leine Antwor: oder wenigtens niate Kl#n
tige mitgeteilt werden.
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Tarauihin sand ein: Verctung ilatt. deren
Resultat war. daß in Zutunn die Wuruweren
verteuert wmerden sollien. Lie Wurue follten
12 Pifu. lalt 10 Pilg. das Siud lolen; jede
TFreingabe folle an eiene wegial
die Wirie folilen bei Abnahme von l
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Münlieder cinderid nei hanen, bis aus der
(Ludwige * /.
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Tieier war Miun genng. sich energifich zꝛ wei
gortt. Datau ifiel die Wesumnuihenlt uder itn ber
in der den dütengetn eigentümlichen Biunen
Iprabe, ĩodaß ec schliehlich ig: Lolel verlat
icin niußto. ie Hagbpiwortiithrer gegen m*
baitg.n An iten de? Herrn Garnreiter ware#½
die Megermelller und Gaüwirte Be chen dorfer
r9z sasm Slernqarten“ und HMilter. Bächer
AuerbrangusEane s. Dieiĩer rn « l l- ird en
gerithtlickn RMachipiel haden. Der Innunge
beschlun aber durfte den Urteil deer nn lgemein,
—- jeinem ganzen Umiange vorent
halten werden.
Bei den gegenwärtigen Verhalmissen und bei
den jehigen fur die Menger gunftigen Umnan
den bringen c die Herren nichl uber sich, von
ihren Profügelästen zu iasien. Es in nolwendig,
daß die Allge: neinbeit sioh cingehend zmit der
Sache befaht und daß die flädtischen Behorden
durch energisches Eingreifen solchen Vorkomm
issen jur immer den Boden entzichen. Ein
Gedot der Anerlennung iit aber auch, den
Mann nicht aus dem Auge zu verlieren, der
unter schwierigen Verhälinissen im Inlereise der
Allgemeinheit einen billigen und gerechten
Standpunkt vertreten hat.
Anmerlung d. Ned.: Wie der In bailD dieser
W-i ft ergibt, u- den hobe Vem ene Zu
ger en dav#on sar: beruhrt. Der Slicht sol
. diese Inlereien namentlich in der jenigen
Zeil wahen # lilien, laben wir die
Gbrrofsfentlicht, ohne selbst dazu Siel
Hien. Cimweilen hat jeßt die Metz
Zunung das Wort.
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Wetterberich für Donnerstag, den 1. April.
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noch wollig, zeitweise Niederschlage,
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