Stutt
Zumme 92
EEEECIICCC
Dienstags, 27. April 1913
Graf Zeppelin.
4 art, 25. April. Dem „Württembergischen
##itarverordnungsblal jfolge er
hielt Graf Zeppelin das Eiserne Kreuz 1. Klasse.
1 Hinterbliebenen-Fürsorge.
Berlin, 25. April. Die Landesversicherungs-Anstalt
Schlesien hat mit der praltischen
Fürsorge für die Hinterbliebenen der Kriegsgefallenen
einen Aufang gemacht, indem sie beschloß,
den Hinterbliebenen der im Kriege Gesallenen
oder an den im Kriege erhaltenen Verletzungen
oder Krantheiten bis zum Ablauf eines
Jahres nach dem Friedeusschluß Verstorbenen
der Versicherten eine Ehrengabe zu gewähren.
Nachdem nunmehr das Reichsversicherungsamt
dazu die Genehmigung erteilt hat, können Anträge
auf Gewährung dieser Ehrengabe bei den
Amts-, Gemeinde= und Gutsvorstehern, den
Magistraten, Versicherungsämtern oder unmittelbar
bei dem Vorstand der Landcsversicherungsanstall
Schlesien in Breslau gesiellt werden.
(33.)
Lebenomittel Versorgung.
Verlin, 25. April. Der Verband deutscher
Eisenbahn-Oandwerier und Arbeiter hat an
den Bundesrat eine Eingabe gerichtet, in der
er unter Hinweis auf die allgemeine Preisstei ge
rung für Karloffeln, Fleisch. Mehl. Brot, Milch
und andere Lebensmittel, bittet, durchgreifende
Maßnahmen auf dem Gebiete der gesamten, Lebensmitltelversorgung
zur Sicherung der Vorräte
und Preise nicht nur in Erwägung zu
ziehen, sondern auch ungesäumt zur Durchsührung
zu bringen. (3.)
Eine russische Spionin.
Stuttgart, 25. April. Unter dem dringenden
Verdacht der Spionage wurde auf dem
Sluttgarter Haurtbalenhof eine aus Zürich kom—
mende Russin verhaftet. Ihre Ankunft war
gemeldet worden. Die Ruffin wollie mit dem
Berliner Nachtschnellzug weiterreisen. Sie wurde
vorläufig nach dem Siuttgarter Polizeipräsidium
gebracht. (3.)
In den Händen der
Paris, 25. April. Der „Temps“ meldet:
die Polizei verhaftet in Chaville ein württembergisches
Ehepaar, namens Stuerle. Beide
Eheleute Biellen sich seit Kriegsbeginn bei Vekannten
verstedt, da sie Frantreich nicht mehr
verlassen konnten und nicht internier! werden
wollien. Gegen Stuerle wurde Anllage wegen
Spionage (7) erhoben. (Z.
In englischer Gefangenschaft.
London, 25. April. Die deutschen Offiziere
Sandersleben und Andler sind in Chester
vor ein Kriegsgericht gestellt worden, weil sie
aus dem Gefangenenlager geslüchiet waren.
Beide Offiziere gaben die Tatsache der Flucht
zu, protestierten jedoch vor dem Gerichtshof.
weil sie ihr Ehrenwort nicht abgegeben hätten
und nach der Haager Konvention nur zu einer
Disziplinarstrafe hälten verurteilt werden können,
die von dem Kommandanien des Lagers
zu verhangen! sei. Der Prolest wurde nicht angenommen.
Das Urteil bedarf noch der Bestätigung
und ist bisher noch nicht bekannt gegeben
worden. (3.
Häscher.
Die amerilanischen Krieg
rungen.
#liese=Kopenhagen,
25. April. „Doailn News“
meldet aus Washingion: Die Antwort der
Vereinigten Staalen auf dit lehte deultsche Noie
ist gestern ##m deutschen Botschafter Grasen
Bernstorff nbderreicht worden. Staatssekrelär“
er veue Bankdlrekter.
N Nelsbold Driiness.
—..
##
46 „Ein KCnuchen dürien Sie Ihrem Liebsten
getrost noch geber Scmuorita. odbcr auch zeoei.
Man kann Zriem Leben ntemals wissen,
ob man -penheit sinden wird, nach zuholen,
was mun einmal versäumt hat. Ich verspreche
Ihnen auch, daß ich beide Augen zumachen
werde."“
Werner war in peinlichster Verlegenheit,
denn dle tappische Zutmaulichkeit dieses Menschen
musßie ja eine Marter für Conchitas
Empfinden sein. In der Tat stand sie 7
denlang wie mit Blut übergossen da; plöglich
aber warf sie sich mit wildem Wättd
an seine Brust, um ihn wortlos wieder und
wieder stürmisch zu küssen. Und diese Lieblosung
gen waren von einer ganz anderen Art als
die, welche sie ihm vorhin batte zuteil werden
lassen. Diese mit faft elementater Gewalt
bervorbrechende #t Leidenschaft konnte nicht mehr
eine aut aesvielte Komödie sein. sondern war
ohne Zweifel der Ausdruck ihres wahren, bis
dahin mit Selbstüberwindung niedergehaltenen
Empfindens. Was er troß mancher verräterien
Anzeichen noch immer nicht im Erust zu
offen gewagt hatte, jetzt endlich war es lhm
zur beglückenden Gewißheit geword
er vergaß i vesen seligen
Augendlicken Not und Gesahr, auch er schloß
das geliebte Mädchen sest in seine Arme und
küßte es. „Auf Wiedersehen!“ raunte er ihr
zu, als sie 7 ene von ihm losmachte,
und ihr Mun ihm das hoffnungsvolle
gab
M#scherswor ans während ihre Augen zu-
1.
Bryan erllärt darin, wie schon gemeldet wurde,
die Union werde zu keinem Zeitpunklt und in
leiner Form auch nur ein einziges ihrer Rechle
als neutraler Staat zugunsien eines der kriegführenden
Länder ausgeben. Die Regierung der
Vereinigten Stag.en #i niht imstande, die Ausfuhr
von Wassen und Munition zu verhindern,
da diese von den Neutralitätsgesetzen gestattet
sei. Die zurückhallung dieser Arlikel wäre ein
direller Lierstofgegen die amerilanische Verfassung.
(J.v
Die englische Arbeiterbewegung.
Mailind. 25. Auril. Nach Rotierdamer
Berichten der „Unione“ aur London hat der
englische Vilenbahnerverband die von den Gesellschaf:c.
r ogeschlagene Lohnerhöhung von 10
Prozent adt elehnt ud dir Aufrechterhallung
der Forderungen nach np#rozeniger voh#u#hö
hung beschlossen. Der Be schluß des Verbande?
ist begründet mit der zunehmenden enormen
Teuerung aller Lebensmittelbedürfnisse in England.
(„J.)
England und die amerilanischen
Kupservorräte.
London, 25. April. Die „Morning Post“
schreibt: Greßbritannien 8 cin Uebereinlom
men mit der Amalgamated Copper Co., der
größien Zupserprodnzentin der Vereinigten
Staalen, das darauf Binan#sgelt, die gesamte
amerilanische Kupferproduliion unler englische
Kontrolle zu bringen. At bbete Kupsergeset!
schaften trafen ein gleiche: Ablommen. Oie
Blockade Deutschlands wird esselio sein, sobald
es Deulschland nicht mehr möglich ist. Kurier
zu erhallen. England isl uunmenr Herc über
die Kupferversorgung der Weltl. (J.)
Rußlands Geldnot.
Berlin, 25. April. Aus dem Haag wird
gemelde: Aus Londoner Bankkreisen verlautel,
daß die russische Regierung trotz der
jüngiten und einiger noch bevorflchender inneren
Anleihen wied. r großen Geldbedarf habe. Es
merde erneut eine Zusammenkunft der Finanzminister
von Nußland, England und Frankreich
und zwar diesmal in London staltfinden. Nußland
bezeichnet eine neue äußere Anleihe in
Höhe von mindestens 1 Milliarde Marl als
dringend notwendig. Rußland hoffe, sofern der
Ausgang der Karpalhenschiacht günstig sei, bestimmt,
Erfolg mit seinem neuen Auleihegesuch
zu haben. (3J.)
Bom westlichen Re#ensschunpiaß
Der englische und französische Bericht
über die Kämpfe bei Apern.
WITB. London, 24. April. Das Kriegsamt
tilt mit: Der Kampf um das OCelände,
wo die Deuischen durchdrangen, zwischen Steenstraate
und Langemarck, danert noch an. Der
Verlust dieses Teils der Linie entblößte den
linken Flügel der lanadischen Division, die zum
Rückzug gezwungen wurde, um mit dem rechten
Flügel der benachbarten Truppen Fühlung zu
behalten. Im Rücken der letzteren besanden
sich vier 4.7-Zoll-Kanonen, die in die Hände
des Feindes fielen. Aber einige Stunden später
machten die Kanadier einen brillanten und
erfolgreichen Vorstoß und croberten die Ka
nonen zuruck Sie nahmen eine beträchtliche
Anzahl Sa#u er gefangen, darunter einen
Obersten. Die Kanadier Batten große Verluste,
aber ihre „Tapferteit und Entschlossenheit reileten
die Lage. Anmerlung des WITB.: Di
Absicht, die englische Niederlage zu bemänteln,
spricht so deutlich aus dieser Meldung, oaß
“
gleich eine andere,
heißung hinzufügten.
Sennor Cabildo öffnele dem jungen Mädchen
die Tür mit seinem füßesten Lächeln. Ja.
er schien ernstlich „mit der Versuchung zu
kämpfen, ihr über den Gang und die Stiege
das Geleit zu geben. Aber ein Blick auf den
Bein und auf die anderen guten Dinge, die
m hier drinnen winkten, ließ ihn die ver-14
Lockung überwinden.
„Ein HProßartiges Mädchen — bei meiner
kausendmal holdere Ver-,
Sennor!“ wandte er sich, als Conchita
4u nicht mehr hören konnte, mit dem Ausdruck
ehrlichster Bewunderung an Werner.
„Das war wahrhafug eitwas ganz anderes ols
der Besuch, den Sie vorhin empfingen, obwohl
das eine vornehme Dame war und diese hier
nur eine kleine Chola. Es sind eben doch nicht
immer die Kleider, welche die Leute machen.“
Er hatle seinen Becher aufs neue gefüllt
und begann nun auch wacker dem für Concie
bestimmt gewesenen Imbiß zuzusprechen.
erner ging ein paarmal in der Zelle auf
und nieder,
senden siehen.
a Sie eben von Kleidern reden, Sennor
Cabildo — beus *P ’2 Ihnen nicht vorhin die
meinigen versproche
„Gewiß, Genwes, und ich hoffe, es ilt Ihnen
inzwischen nicht wieder leid geworde
„Keineswegs! Ich vermute nur, daß sie
Ihnen nicht passen werden. Ich bin doch
wohl etwas großer und stärker als Sie.“
was das anlangt, so könnten wir
8 Giscch die Probe darauf machen. Ich hätte
le ohnedies gebeten. sich bei dem — nun,
88 wissen wohl, was ich beisnn — bei dem
bewußten Wan ni dem alten Anzuge zu
dann blieb er vor dem Schmau-
selbst die Landsleute Kitcheners trotz der Umhüllung
nur die bittere Pille schmecken werden.
Paris, 24. April. Amtlicher Nachmittagsbericht.
Ergänzende Verichte stellen fest, unter
melchen Umständen es den Deutschen vorgestern
abend gelang, unsere Linien nördlich von
Vpern zwischen dem Mernlanal und der Straße
von Roel-Capelle zum Zurũclgehen zu bringen.
Schwerer gelber Rauch ging von den deutschen
Schützengräben aus, wurde vom Nordwind getrieben
und üble auf unsere Truppen eine völlig.
erstickende Wirlung aur, welche bis in die Slellungen
der ziweisen Linie verspürt wurde. Ein
geslern unletnommener Gegenangriff gestattete
uns bereiks, einen Teil des verlorenen Geländes
wiederengeminnen. Unsere Stellung ist volllommen
gesenigt. Die Kampfhandlung dauert
unter gulen Bedingungen mit Unterstützung der
englischen und belgischen Kräfte an.
* aris, 25. Axril. Amtlich wird von ge
stetan aurend gemeldet: Nördlich von mmachten
die Deutschen in der Nacht vom Frei
lag zum Samstag und am Samstag heftige
Anstrengungen, um die vorgestern durch ihre
ertticdenden Gase hervorgerusene Ueberrumpelung
auszmützen. Ihre Bemühungen halten
leinen Ersolg. Bei Tagesgrauen am Samslag
gelang es ihnen, am linlen Merufer das
Dorf Lizerne einzunehmen. Ein heftiger Angriff
unferer Zuaven und belgischer Karabiniers
Lrachte uns wieder in den Besitz des Dorses,
dar wir bald Hinter uns ließen. Auf unserem
linlen Flügel rückten wir merllich im Verein
mit der beigischen Armee vor. Auf unserem
rechten Fiügel gingen wir langsamer vorwärts.
Inzwischen waren die englischen Truppen Gegenstand
eines beftige n Angriffs. Sie erwider
len ihn mit einem sofortigen (begenangriff, des
sen Ergebnis noch nicht belannt ist.
Daß man auf neutraler Seite die Größe
und Bedeulm ig des deutschen, Sieges richtiger
heurteiit ais inm Hauptqnarlier der Verbün
deien, beweist solgende Meldung aus Gens:
Der bier vortiegende Bericht des Generals
Freuch bewein, daß die Verbündeten sich nörd
lich und nordösllich von Ypern durch den deut
schen Vorilof von Sleenslmaate völlig über
raschen liesen. Freuch erwartete einen neuen
deutschen Angriff in größerem Umffange west
lich Zwartele und vermutete ein gleichzeitiges
ernstexes Unternehmen bei Letouquet zwischen
Arneton und Armentieres. Den Zusammenhang
des im Freuchbericht erwähnten beftigen Bombardements
von WMern durch 10 zöllige Ge
schosse mit den deutscherseils zur Kanalüber
schreitung gelrossenen Vorbereitungen ahnt weder
das englische noch das französische Haupt
quartier.
Gefallen.
Paris, 25. April. Die Blälter melden.
daß nährend der Kämpfe nördlich von Dir
muiden in der Nacht vom 22. zum 23. April
auch der älteste Sohn des belgischen Kolonial
ministers Renkin gefallen ist. (J.)
Aus den Kämpfen um Apern.
Berlin, 25. April. Der Kriegszeilung wird
aus Genf gemeldet: Der Kampf um Vizerne,
die Ortschaft, die am westlichen Ufer des Vpern
kanals von den Deutschen erstürmt wurde, dau.
erte bis gestern abend. Die Ortschaft wurde
hauptsächlich von Zuaven und belgischen Karar
biniers verteidigt. Die „Times“ melden aus
Nordfrankreich, daß die Deutschen die genaue
Schußweite für die Höhe 60 bei Jwartelen
ausfindig machten und sie nunmehr mit einem
Hagel von Geschossen überschütteten, um die
Räumung zu erzwingen. Aus Hazebrouck wird
gemeldel, daß die Deutschen Dpern erneut heftig.
beschossen. Zahlreiche Personen seien gelöter
vegnügen, in welchem Sie hier eingeliefert
wurden. Es ist eine Cigentümlichkeit er Gewehrkugeln,
daß sie Z. cher nicht bloß in die
Haut, sondern au., in die Kleider machen.
Ich hoffe, es berüh: # nicht unangenehm,
Sennor= dasßßz ich darcn breche.
Nicht im minde sten. erstehe vielmehr
Ihre Besorgnis zurh i Aber ich
bin wirklich neugierig zu sehen, ob ich mich
bei der Verglelchung zunener Gestalten nicht
getäuscht habe. — Wahrhastig — Sie
recht, dieser Rock fllnt Ihnen wie angegossen.“
Der Schlieker, ver seinen Unisormkiltel mit
Werners elegaentem Gehrock vertauscht hatte,
betrachtete seine eigene, so vorteilhaft veränderte
Figur mit höchstem Wohlgejallen.
„Per cios. — ich glaube es selbst, Sennor!
Schade, daß es hier leinen Spiegel gibt, in
dem man sich ordentlich bewundern könnte.
Ich danke Ihnen noch einmal, Don Alemano,
und verspreche Ihnen. daß ich diese Kleider
niemals anziehen werde. ohne in herzlicher
Freundschaft an Sie zu denken.
as ist brav von Ihnen. — Und nun
tun Sie mir nod einmal beicheld! Mögen
Sie zum. Nutzen aller derer, die nach mir diese
elle wohnen werden, Ihrem menschen-Feuroscher
Berufe noch lange erhallen
bleiben!
Becher klangen zusammen, und Sennor
Eleuse leerte den seinen bis zum Grunde.
Als er ihn absette, schnalzte er mit der Zunge
und schüttelte bedenklich den Ko
„Es gibt keine Ehrlichkeit und keine Rechtschaffenbeit
mehr in der Welt, Sennor! Der
Himmel mag wissen, was für ein Teufelszeug
dieser Weinhändler mir da aufgehängt
bat. Die obere Hälste der Nche war aut.
oder verletzt worden. Der Sachschaden war
lehr groß, die Beschiehung dauerte 3 Stunden.
Der Gesamteindruck der deutschen Erfolge in
Flandern und der deutsche Fortschritt in der
Champagne sowie im Priesterwalde läßt sich
in Paris deutlich an dem zaghaft gewordencu
Ton der Fachartikel erkennen. (3.)
Die englische Bestürzung über die
deutschen Erfolge.
Amsterdam, 25. April. Das deutsche Vorgehen
am Merkanal hat in England die gröhte
Bestürzung hervorgerufen, zumal Lloyd-George
kurz zuvor erklärt hatte, daß England sechsmal
so viel wohlausgerüstete Truppen auf dem
Kriegeschauplatz habe, wie bei Beginn des Krieges,
weshalb nach der maßlosen Uebertreibung
des angeblichen Erfolges auf dem Hügel 60 an
einen bevorstehenden Durchbruch der deutschen
Linien geglaubt wurde. Die „Daily Mail“
sagt: Wenn der deutsche Bericht wahr ist, so
ist dies ernst. Die britische Nation wird mit
törichten Erzählungen von deutscher Demoralisierung
und Durchbruchsmöglichleit eingelullt.
Die Deutschen sind an der Westfront äußerst
schwer zu schlagen. Trotzdem die Streillräfle
der Verbündeten ungeheuer sind, sind sie doch
ungenügend. Das Opser wird um so blutiger
und surchlbarer sein, je länger wir zandern,
die ganze Kraft einzusetzen, ohne die wir nicht
auf den Sieg vertrauen lönnen. (.).)
Luneville im Fliegerbombardement.
Lyon, 25. April. Nach einer Meldung des
„Nouvelliste überflogen mehrere Tauben am
22. April früh morgens Luneville. Die Einwohner
wurden durch Explosionen von Fliegerbomben
geweckt. Vierzehn Einschlagstellen wurden
sestgestellt. Sieben Bomben waren angeblich
Brandbomben. (.).)
Die französischen Einberusungen.
Pario, 25. April. Der Heerevausschuß der
Deputiertenlammer nahm den Gesetzentwurf an,
wonach alle wafseufähigen Mannschaften, welche
bisher zum Frontdienst noch nicht einberufen
oder im Verwallungsdienst des Staates, eines
Departements oder einer Gemeinde angesieilt
sind, zum Frontdienst eingezogen werden sollen.
Die bioher in der Verwaltung beschäftigten ein.
gezogenen Mannschaften sollen durch Kriegsinvaliden
oder die Frau, Mülter, Töchter und
Schwestern gesallener oder verwundeler Soldaten
ersetzt werden. (Z.)
Die Jahresllasse 1917 in Frankreich.
Lvon 25. April. „Nouvellist“ meldet aus
Paris: Der Marineminister hat beschloisen,
daß Mannschaften der Jahresklasse 1917 nicht
der Kriegsflolte einverleibt werden sollen. (3Z.)
Ein französischer Tagesbefehl.
WTB. Berlin, 25. April. In dem Befehlsbuch
eines französischen Feldwebels Dom 342.
Tegiemnt finden sich zuei Befehle, die einige
chlüsse auf die Kampfbereilschaft und den Offenfiogeist
der französischen Armee zulassen. Ein
Tagesbesehl vom 2. März 1915 lautet: „Die
Oberste Heeresleitung gibt bekannt, daß es
allen Heercsangehörigen untersagt ist, mit den
kriegsgefangenen Kameraden brieflich zu verlehren.
Briese, die an Kriegsgesangene geric)=ltet
sind, werden angehalten. Diejenigen Briese
von Kriegsgesangenen, die an Hreresangehörige
gerichtet sind, werden nicht ausgeliefert. Aile
aber dleser Rest ist bitter wie Galle.
r spie aus und zündele an der Ker ze,
die seit dem Cinbruch der Dunkelheit die Jeie
mit spärlichem Licht erhellte, eine Zigarete
an, um den üblen Geschmat zu beseitigen.
Irgendeinen Verdacht gegen seinen Gejangenen
hatte er offenbar nicht geschö
Und doch war Werner eneswege sehr
geschickt zu Werke gegangen, als er, während
ener mit dem Ans#s bobieren des geschenken
Kleidungsstückes beschüitt gewesen war, den
Inhalt des von Dottor? de übersandten, zu-#ammengelale
eien Papiers in den Becher gechüttel
hat
Wt# Bedenken gegen die Reinheit des
Weines schienen dem wadleren Veamten ducchaus
nicht den Appetit verdorben zu haben, d#n
er is Wele darauf nach der zweilen Klasme
und schickte sich an, eingebratens Hühnch#en mit
L40 Taschenmesser zu gerlegen. Dabei begann
er aur Erheiterung seines Pflegebejohlenen
wieder eine von den Hinrichtungsgeschichten zu
erdählen, von denen er einen uͤnerichöpflichen
Vorrat in der Schatzlammer seines Gedächinifses
au bewahren schien. Aber schon uach Verlaͤuf
einiger Minuten flossen ihm die Worte nicht
mehr so leicht und beredt von den Lippen
wie zuvor. Seine Zun nge wurde merklich schmerer,
und er unterbrach seine Rede immer bäufiger
durch — Eähnen.
ei meiner Scele,“ stammelte er zulegt
indem per die Hand
mit dem Messer sinken
ließ, „mir ist, als ob man mir ein paar
r*u ud Blei in n r Schsel Ugollen hütte.
glaube — — ein — weni
nicken — — –
H#h#s olnt) i%
——