Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Stutt

Zumme  92

EEEECIICCC

Dienstags,  27.  April  1913

 

Graf  Zeppelin.
4  art,  25.  April.  Dem  „Württembergischen
  ##itarverordnungsblal  jfolge  er
hielt  Graf  Zeppelin  das  Eiserne  Kreuz  1.  Klasse.

1  Hinterbliebenen-Fürsorge.

Berlin,  25.  April.  Die  Landesversicherungs-Anstalt
  Schlesien  hat  mit  der  praltischen
Fürsorge  für  die  Hinterbliebenen  der  Kriegsgefallenen
  einen  Aufang  gemacht,  indem  sie  beschloß,
  den  Hinterbliebenen  der  im  Kriege  Gesallenen
  oder  an  den  im  Kriege  erhaltenen  Verletzungen
  oder  Krantheiten  bis  zum  Ablauf  eines
Jahres  nach  dem  Friedeusschluß  Verstorbenen
der  Versicherten  eine  Ehrengabe  zu  gewähren.
Nachdem  nunmehr  das  Reichsversicherungsamt
dazu  die  Genehmigung  erteilt  hat,  können  Anträge
  auf  Gewährung  dieser  Ehrengabe  bei  den
Amts-,  Gemeinde=  und  Gutsvorstehern,  den
Magistraten,  Versicherungsämtern  oder  unmittelbar
  bei  dem  Vorstand  der  Landcsversicherungsanstall
  Schlesien  in  Breslau  gesiellt  werden.
  (33.)

Lebenomittel  Versorgung.

Verlin,  25.  April.  Der  Verband  deutscher
Eisenbahn-Oandwerier  und  Arbeiter  hat  an
den  Bundesrat  eine  Eingabe  gerichtet,  in  der
er  unter  Hinweis  auf  die  allgemeine  Preisstei  ge
rung  für  Karloffeln,  Fleisch.  Mehl.  Brot,  Milch
und  andere  Lebensmittel,  bittet,  durchgreifende
Maßnahmen  auf  dem  Gebiete  der  gesamten,  Lebensmitltelversorgung
  zur  Sicherung  der  Vorräte
  und  Preise  nicht  nur  in  Erwägung  zu
ziehen,  sondern  auch  ungesäumt  zur  Durchsührung
  zu  bringen.  (3.)

Eine  russische  Spionin.

Stuttgart,  25.  April.  Unter  dem  dringenden
  Verdacht  der  Spionage  wurde  auf  dem
Sluttgarter  Haurtbalenhof  eine  aus  Zürich  kom—
mende  Russin  verhaftet.  Ihre  Ankunft  war
gemeldet  worden.  Die  Ruffin  wollie  mit  dem
Berliner  Nachtschnellzug  weiterreisen.  Sie  wurde
vorläufig  nach  dem  Siuttgarter  Polizeipräsidium
  gebracht.  (3.)

In  den  Händen  der

Paris,  25.  April.  Der  „Temps“  meldet:
die  Polizei  verhaftet  in  Chaville  ein  württembergisches
  Ehepaar,  namens  Stuerle.  Beide
Eheleute  Biellen  sich  seit  Kriegsbeginn  bei  Vekannten
  verstedt,  da  sie  Frantreich  nicht  mehr
verlassen  konnten  und  nicht  internier!  werden
wollien.  Gegen  Stuerle  wurde  Anllage  wegen
Spionage  (7)  erhoben.  (Z.

In  englischer  Gefangenschaft.

London,  25.  April.  Die  deutschen  Offiziere
  Sandersleben  und  Andler  sind  in  Chester
vor  ein  Kriegsgericht  gestellt  worden,  weil  sie
aus  dem  Gefangenenlager  geslüchiet  waren.
Beide  Offiziere  gaben  die  Tatsache  der  Flucht
zu,  protestierten  jedoch  vor  dem  Gerichtshof.
weil  sie  ihr  Ehrenwort  nicht  abgegeben  hätten
und  nach  der  Haager  Konvention  nur  zu  einer
Disziplinarstrafe  hälten  verurteilt  werden  können,
  die  von  dem  Kommandanien  des  Lagers
zu  verhangen!  sei.  Der  Prolest  wurde  nicht  angenommen.
  Das  Urteil  bedarf  noch  der  Bestätigung
  und  ist  bisher  noch  nicht  bekannt  gegeben
  worden.  (3.

Häscher.

Die  amerilanischen  Krieg

rungen.

#liese=Kopenhagen,

  25.  April.  „Doailn  News“
meldet  aus  Washingion:  Die  Antwort  der
Vereinigten  Staalen  auf  dit  lehte  deultsche  Noie
ist  gestern  ##m  deutschen  Botschafter  Grasen
Bernstorff  nbderreicht  worden.  Staatssekrelär“

er  veue  Bankdlrekter.

N  Nelsbold  Driiness.
—..

##
46  „Ein  KCnuchen  dürien  Sie  Ihrem  Liebsten
getrost  noch  geber  Scmuorita.  odbcr  auch  zeoei.
Man  kann  Zriem  Leben  ntemals  wissen,
ob  man  -penheit  sinden  wird,  nach  zuholen,
was  mun  einmal  versäumt  hat.  Ich  verspreche
Ihnen  auch,  daß  ich  beide  Augen  zumachen
werde."“
Werner  war  in  peinlichster  Verlegenheit,
denn  dle  tappische  Zutmaulichkeit  dieses  Menschen
  musßie  ja  eine  Marter  für  Conchitas
Empfinden  sein.  In  der  Tat  stand  sie  7
denlang  wie  mit  Blut  übergossen  da;  plöglich
  aber  warf  sie  sich  mit  wildem  Wättd
an  seine  Brust,  um  ihn  wortlos  wieder  und
wieder  stürmisch  zu  küssen.  Und  diese  Lieblosung
gen  waren  von  einer  ganz  anderen  Art  als
die,  welche  sie  ihm  vorhin  batte  zuteil  werden
  lassen.  Diese  mit  faft  elementater  Gewalt
bervorbrechende  #t  Leidenschaft  konnte  nicht  mehr
eine  aut  aesvielte  Komödie  sein.  sondern  war
ohne  Zweifel  der  Ausdruck  ihres  wahren,  bis
dahin  mit  Selbstüberwindung  niedergehaltenen
Empfindens.  Was  er  troß  mancher  verräterien
  Anzeichen  noch  immer  nicht  im  Erust  zu
offen  gewagt  hatte,  jetzt  endlich  war  es  lhm
zur  beglückenden  Gewißheit  geword
er  vergaß  i  vesen  seligen
Augendlicken  Not  und  Gesahr,  auch  er  schloß
das  geliebte  Mädchen  sest  in  seine  Arme  und
küßte  es.  „Auf  Wiedersehen!“  raunte  er  ihr
zu,  als  sie  7  ene  von  ihm  losmachte,
und  ihr  Mun  ihm  das  hoffnungsvolle

 

gab
M#scherswor  ans  während  ihre  Augen  zu- 



1.

Bryan  erllärt  darin,  wie  schon  gemeldet  wurde,
die  Union  werde  zu  keinem  Zeitpunklt  und  in
leiner  Form  auch  nur  ein  einziges  ihrer  Rechle
als  neutraler  Staat  zugunsien  eines  der  kriegführenden
  Länder  ausgeben.  Die  Regierung  der
Vereinigten  Stag.en  #i  niht  imstande,  die  Ausfuhr
  von  Wassen  und  Munition  zu  verhindern,
da  diese  von  den  Neutralitätsgesetzen  gestattet

sei.  Die  zurückhallung  dieser  Arlikel  wäre  ein
direller  Lierstofgegen  die  amerilanische  Verfassung.
  (J.v

Die  englische  Arbeiterbewegung.

Mailind.  25.  Auril.  Nach  Rotierdamer
Berichten  der  „Unione“  aur  London  hat  der
englische  Vilenbahnerverband  die  von  den  Gesellschaf:c.
  r  ogeschlagene  Lohnerhöhung  von  10
Prozent  adt  elehnt  ud  dir  Aufrechterhallung
der  Forderungen  nach  np#rozeniger  voh#u#hö
hung  beschlossen.  Der  Be  schluß  des  Verbande?
ist  begründet  mit  der  zunehmenden  enormen
Teuerung  aller  Lebensmittelbedürfnisse  in  England.
  („J.)

England  und  die  amerilanischen
Kupservorräte.

London,  25.  April.  Die  „Morning  Post“
schreibt:  Greßbritannien  8  cin  Uebereinlom
men  mit  der  Amalgamated  Copper  Co.,  der
größien  Zupserprodnzentin  der  Vereinigten
Staalen,  das  darauf  Binan#sgelt,  die  gesamte
amerilanische  Kupferproduliion  unler  englische
Kontrolle  zu  bringen.  At  bbete  Kupsergeset!
schaften  trafen  ein  gleiche:  Ablommen.  Oie
Blockade  Deutschlands  wird  esselio  sein,  sobald
es  Deulschland  nicht  mehr  möglich  ist.  Kurier
zu  erhallen.  England  isl  uunmenr  Herc  über
die  Kupferversorgung  der  Weltl.  (J.)

Rußlands  Geldnot.

Berlin,  25.  April.  Aus  dem  Haag  wird
gemelde:  Aus  Londoner  Bankkreisen  verlautel,
  daß  die  russische  Regierung  trotz  der
jüngiten  und  einiger  noch  bevorflchender  inneren
Anleihen  wied.  r  großen  Geldbedarf  habe.  Es
merde  erneut  eine  Zusammenkunft  der  Finanzminister
  von  Nußland,  England  und  Frankreich
und  zwar  diesmal  in  London  staltfinden.  Nußland
  bezeichnet  eine  neue  äußere  Anleihe  in
Höhe  von  mindestens  1  Milliarde  Marl  als
dringend  notwendig.  Rußland  hoffe,  sofern  der
Ausgang  der  Karpalhenschiacht  günstig  sei,  bestimmt,
  Erfolg  mit  seinem  neuen  Auleihegesuch
zu  haben.  (3J.)

Bom  westlichen  Re#ensschunpiaß
Der  englische  und  französische  Bericht
  über  die  Kämpfe  bei  Apern.
WITB.  London,  24.  April.  Das  Kriegsamt
  tilt  mit:  Der  Kampf  um  das  OCelände,
wo  die  Deuischen  durchdrangen,  zwischen  Steenstraate
  und  Langemarck,  danert  noch  an.  Der
Verlust  dieses  Teils  der  Linie  entblößte  den
linken  Flügel  der  lanadischen  Division,  die  zum
Rückzug  gezwungen  wurde,  um  mit  dem  rechten
Flügel  der  benachbarten  Truppen  Fühlung  zu
behalten.  Im  Rücken  der  letzteren  besanden
sich  vier  4.7-Zoll-Kanonen,  die  in  die  Hände
des  Feindes  fielen.  Aber  einige  Stunden  später
  machten  die  Kanadier  einen  brillanten  und
erfolgreichen  Vorstoß  und  croberten  die  Ka
nonen  zuruck  Sie  nahmen  eine  beträchtliche
Anzahl  Sa#u  er  gefangen,  darunter  einen
Obersten.  Die  Kanadier  Batten  große  Verluste,
aber  ihre  „Tapferteit  und  Entschlossenheit  reileten
  die  Lage.  Anmerlung  des  WITB.:  Di
Absicht,  die  englische  Niederlage  zu  bemänteln,
spricht  so  deutlich  aus  dieser  Meldung,  oaß

“

gleich  eine  andere,
heißung  hinzufügten.
Sennor  Cabildo  öffnele  dem  jungen  Mädchen
  die  Tür  mit  seinem  füßesten  Lächeln.  Ja.
er  schien  ernstlich  „mit  der  Versuchung  zu
kämpfen,  ihr  über  den  Gang  und  die  Stiege
das  Geleit  zu  geben.  Aber  ein  Blick  auf  den
Bein  und  auf  die  anderen  guten  Dinge,  die
m  hier  drinnen  winkten,  ließ  ihn  die  ver-14
  Lockung  überwinden.
„Ein  HProßartiges  Mädchen  —  bei  meiner

kausendmal  holdere  Ver-,

  Sennor!“  wandte  er  sich,  als  Conchita
4u  nicht  mehr  hören  konnte,  mit  dem  Ausdruck
  ehrlichster  Bewunderung  an  Werner.

„Das  war  wahrhafug  eitwas  ganz  anderes  ols
der  Besuch,  den  Sie  vorhin  empfingen,  obwohl
das  eine  vornehme  Dame  war  und  diese  hier
nur  eine  kleine  Chola.  Es  sind  eben  doch  nicht
immer  die  Kleider,  welche  die  Leute  machen.“
Er  hatle  seinen  Becher  aufs  neue  gefüllt
und  begann  nun  auch  wacker  dem  für  Concie
  bestimmt  gewesenen  Imbiß  zuzusprechen.
erner  ging  ein  paarmal  in  der  Zelle  auf
und  nieder,
senden  siehen.
a  Sie  eben  von  Kleidern  reden,  Sennor
  Cabildo  —  beus  *P  ’2  Ihnen  nicht  vorhin  die
meinigen  versproche
„Gewiß,  Genwes,  und  ich  hoffe,  es  ilt  Ihnen
inzwischen  nicht  wieder  leid  geworde
„Keineswegs!  Ich  vermute  nur,  daß  sie
Ihnen  nicht  passen  werden.  Ich  bin  doch
wohl  etwas  großer  und  stärker  als  Sie.“
was  das  anlangt,  so  könnten  wir
8  Giscch  die  Probe  darauf  machen.  Ich  hätte
le  ohnedies  gebeten.  sich  bei  dem  —  nun,
88  wissen  wohl,  was  ich  beisnn  —  bei  dem
bewußten  Wan  ni  dem  alten  Anzuge  zu

dann  blieb  er  vor  dem  Schmau- 



selbst  die  Landsleute  Kitcheners  trotz  der  Umhüllung
  nur  die  bittere  Pille  schmecken  werden.

Paris,  24.  April.  Amtlicher  Nachmittagsbericht.
  Ergänzende  Verichte  stellen  fest,  unter
melchen  Umständen  es  den  Deutschen  vorgestern
abend  gelang,  unsere  Linien  nördlich  von
Vpern  zwischen  dem  Mernlanal  und  der  Straße
von  Roel-Capelle  zum  Zurũclgehen  zu  bringen.
Schwerer  gelber  Rauch  ging  von  den  deutschen
Schützengräben  aus,  wurde  vom  Nordwind  getrieben
  und  üble  auf  unsere  Truppen  eine  völlig.
erstickende  Wirlung  aur,  welche  bis  in  die  Slellungen
  der  ziweisen  Linie  verspürt  wurde.  Ein
geslern  unletnommener  Gegenangriff  gestattete
uns  bereiks,  einen  Teil  des  verlorenen  Geländes
  wiederengeminnen.  Unsere  Stellung  ist  volllommen
  gesenigt.  Die  Kampfhandlung  dauert
unter  gulen  Bedingungen  mit  Unterstützung  der
englischen  und  belgischen  Kräfte  an.

*  aris,  25.  Axril.  Amtlich  wird  von  ge
stetan  aurend  gemeldet:  Nördlich  von  mmachten
  die  Deutschen  in  der  Nacht  vom  Frei
lag  zum  Samstag  und  am  Samstag  heftige
Anstrengungen,  um  die  vorgestern  durch  ihre
ertticdenden  Gase  hervorgerusene  Ueberrumpelung
  auszmützen.  Ihre  Bemühungen  halten
leinen  Ersolg.  Bei  Tagesgrauen  am  Samslag
  gelang  es  ihnen,  am  linlen  Merufer  das

Dorf  Lizerne  einzunehmen.  Ein  heftiger  Angriff
  unferer  Zuaven  und  belgischer  Karabiniers
Lrachte  uns  wieder  in  den  Besitz  des  Dorses,
dar  wir  bald  Hinter  uns  ließen.  Auf  unserem
linlen  Flügel  rückten  wir  merllich  im  Verein
mit  der  beigischen  Armee  vor.  Auf  unserem
rechten  Fiügel  gingen  wir  langsamer  vorwärts.
Inzwischen  waren  die  englischen  Truppen  Gegenstand
  eines  beftige  n  Angriffs.  Sie  erwider
len  ihn  mit  einem  sofortigen  (begenangriff,  des
sen  Ergebnis  noch  nicht  belannt  ist.

Daß  man  auf  neutraler  Seite  die  Größe
und  Bedeulm  ig  des  deutschen,  Sieges  richtiger

heurteiit  ais  inm  Hauptqnarlier  der  Verbün
deien,  beweist  solgende  Meldung  aus  Gens:

Der  bier  vortiegende  Bericht  des  Generals
Freuch  bewein,  daß  die  Verbündeten  sich  nörd
lich  und  nordösllich  von  Ypern  durch  den  deut
schen  Vorilof  von  Sleenslmaate  völlig  über
raschen  liesen.  Freuch  erwartete  einen  neuen
deutschen  Angriff  in  größerem  Umffange  west
lich  Zwartele  und  vermutete  ein  gleichzeitiges
ernstexes  Unternehmen  bei  Letouquet  zwischen
Arneton  und  Armentieres.  Den  Zusammenhang
des  im  Freuchbericht  erwähnten  beftigen  Bombardements
  von  WMern  durch  10  zöllige  Ge
schosse  mit  den  deutscherseils  zur  Kanalüber
schreitung  gelrossenen  Vorbereitungen  ahnt  weder
  das  englische  noch  das  französische  Haupt
quartier.
Gefallen.

Paris,  25.  April.  Die  Blälter  melden.
daß  nährend  der  Kämpfe  nördlich  von  Dir
muiden  in  der  Nacht  vom  22.  zum  23.  April
auch  der  älteste  Sohn  des  belgischen  Kolonial
ministers  Renkin  gefallen  ist.  (J.)

Aus  den  Kämpfen  um  Apern.

Berlin,  25.  April.  Der  Kriegszeilung  wird
aus  Genf  gemeldet:  Der  Kampf  um  Vizerne,
die  Ortschaft,  die  am  westlichen  Ufer  des  Vpern
kanals  von  den  Deutschen  erstürmt  wurde,  dau.
erte  bis  gestern  abend.  Die  Ortschaft  wurde
hauptsächlich  von  Zuaven  und  belgischen  Karar
biniers  verteidigt.  Die  „Times“  melden  aus
Nordfrankreich,  daß  die  Deutschen  die  genaue
Schußweite  für  die  Höhe  60  bei  Jwartelen
ausfindig  machten  und  sie  nunmehr  mit  einem
Hagel  von  Geschossen  überschütteten,  um  die
Räumung  zu  erzwingen.  Aus  Hazebrouck  wird
gemeldel,  daß  die  Deutschen  Dpern  erneut  heftig.
beschossen.  Zahlreiche  Personen  seien  gelöter

vegnügen,  in  welchem  Sie  hier  eingeliefert
wurden.  Es  ist  eine  Cigentümlichkeit  er  Gewehrkugeln,
  daß  sie  Z.  cher  nicht  bloß  in  die
Haut,  sondern  au.,  in  die  Kleider  machen.
Ich  hoffe,  es  berüh:  #  nicht  unangenehm,
Sennor=  dasßßz  ich  darcn  breche.

Nicht  im  minde  sten.  erstehe  vielmehr
  Ihre  Besorgnis  zurh  i  Aber  ich
bin  wirklich  neugierig  zu  sehen,  ob  ich  mich
bei  der  Verglelchung  zunener  Gestalten  nicht
getäuscht  habe.  —  Wahrhastig  —  Sie
recht,  dieser  Rock  fllnt  Ihnen  wie  angegossen.“

Der  Schlieker,  ver  seinen  Unisormkiltel  mit
Werners  elegaentem  Gehrock  vertauscht  hatte,
betrachtete  seine  eigene,  so  vorteilhaft  veränderte
  Figur  mit  höchstem  Wohlgejallen.

„Per  cios.  —  ich  glaube  es  selbst,  Sennor!
Schade,  daß  es  hier  leinen  Spiegel  gibt,  in
dem  man  sich  ordentlich  bewundern  könnte.
Ich  danke  Ihnen  noch  einmal,  Don  Alemano,
und  verspreche  Ihnen.  daß  ich  diese  Kleider
niemals  anziehen  werde.  ohne  in  herzlicher
Freundschaft  an  Sie  zu  denken.

as  ist  brav  von  Ihnen.  —  Und  nun
tun  Sie  mir  nod  einmal  beicheld!  Mögen
Sie  zum.  Nutzen  aller  derer,  die  nach  mir  diese

elle  wohnen  werden,  Ihrem  menschen-Feuroscher
  Berufe  noch  lange  erhallen
bleiben!

Becher  klangen  zusammen,  und  Sennor
  Eleuse  leerte  den  seinen  bis  zum  Grunde.
Als  er  ihn  absette,  schnalzte  er  mit  der  Zunge
und  schüttelte  bedenklich  den  Ko

„Es  gibt  keine  Ehrlichkeit  und  keine  Rechtschaffenbeit

  mehr  in  der  Welt,  Sennor!  Der
Himmel  mag  wissen,  was  für  ein  Teufelszeug
dieser  Weinhändler  mir  da  aufgehängt

bat.  Die  obere  Hälste  der  Nche  war  aut.

 

oder  verletzt  worden.  Der  Sachschaden  war
lehr  groß,  die  Beschiehung  dauerte  3  Stunden.

Der  Gesamteindruck  der  deutschen  Erfolge  in
Flandern  und  der  deutsche  Fortschritt  in  der
Champagne  sowie  im  Priesterwalde  läßt  sich
in  Paris  deutlich  an  dem  zaghaft  gewordencu
Ton  der  Fachartikel  erkennen.  (3.)

Die  englische  Bestürzung  über  die
deutschen  Erfolge.

Amsterdam,  25.  April.  Das  deutsche  Vorgehen
  am  Merkanal  hat  in  England  die  gröhte
Bestürzung  hervorgerufen,  zumal  Lloyd-George
kurz  zuvor  erklärt  hatte,  daß  England  sechsmal
so  viel  wohlausgerüstete  Truppen  auf  dem
Kriegeschauplatz  habe,  wie  bei  Beginn  des  Krieges,
  weshalb  nach  der  maßlosen  Uebertreibung
des  angeblichen  Erfolges  auf  dem  Hügel  60  an
einen  bevorstehenden  Durchbruch  der  deutschen
Linien  geglaubt  wurde.  Die  „Daily  Mail“
sagt:  Wenn  der  deutsche  Bericht  wahr  ist,  so
ist  dies  ernst.  Die  britische  Nation  wird  mit
törichten  Erzählungen  von  deutscher  Demoralisierung
  und  Durchbruchsmöglichleit  eingelullt.
Die  Deutschen  sind  an  der  Westfront  äußerst
schwer  zu  schlagen.  Trotzdem  die  Streillräfle
der  Verbündeten  ungeheuer  sind,  sind  sie  doch
ungenügend.  Das  Opser  wird  um  so  blutiger
und  surchlbarer  sein,  je  länger  wir  zandern,
die  ganze  Kraft  einzusetzen,  ohne  die  wir  nicht
auf  den  Sieg  vertrauen  lönnen.  (.).)

Luneville  im  Fliegerbombardement.



Lyon,  25.  April.  Nach  einer  Meldung  des
„Nouvelliste  überflogen  mehrere  Tauben  am
22.  April  früh  morgens  Luneville.  Die  Einwohner
  wurden  durch  Explosionen  von  Fliegerbomben
  geweckt.  Vierzehn  Einschlagstellen  wurden
  sestgestellt.  Sieben  Bomben  waren  angeblich
  Brandbomben.  (.).)

Die  französischen  Einberusungen.

Pario,  25.  April.  Der  Heerevausschuß  der
Deputiertenlammer  nahm  den  Gesetzentwurf  an,
wonach  alle  wafseufähigen  Mannschaften,  welche
bisher  zum  Frontdienst  noch  nicht  einberufen
oder  im  Verwallungsdienst  des  Staates,  eines
Departements  oder  einer  Gemeinde  angesieilt
sind,  zum  Frontdienst  eingezogen  werden  sollen.
Die  bioher  in  der  Verwaltung  beschäftigten  ein.
gezogenen  Mannschaften  sollen  durch  Kriegsinvaliden
  oder  die  Frau,  Mülter,  Töchter  und
Schwestern  gesallener  oder  verwundeler  Soldaten
  ersetzt  werden.  (Z.)

Die  Jahresllasse  1917  in  Frankreich.

Lvon  25.  April.  „Nouvellist“  meldet  aus
Paris:  Der  Marineminister  hat  beschloisen,
daß  Mannschaften  der  Jahresklasse  1917  nicht
der  Kriegsflolte  einverleibt  werden  sollen.  (3Z.)

Ein  französischer  Tagesbefehl.

WTB.  Berlin,  25.  April.  In  dem  Befehlsbuch
  eines  französischen  Feldwebels  Dom  342.
Tegiemnt  finden  sich  zuei  Befehle,  die  einige

chlüsse  auf  die  Kampfbereilschaft  und  den  Offenfiogeist
  der  französischen  Armee  zulassen.  Ein
Tagesbesehl  vom  2.  März  1915  lautet:  „Die
Oberste  Heeresleitung  gibt  bekannt,  daß  es
allen  Heercsangehörigen  untersagt  ist,  mit  den
kriegsgefangenen  Kameraden  brieflich  zu  verlehren.
  Briese,  die  an  Kriegsgesangene  geric)=ltet
  sind,  werden  angehalten.  Diejenigen  Briese
von  Kriegsgesangenen,  die  an  Hreresangehörige
gerichtet  sind,  werden  nicht  ausgeliefert.  Aile

aber  dleser  Rest  ist  bitter  wie  Galle.

r  spie  aus  und  zündele  an  der  Ker  ze,
die  seit  dem  Cinbruch  der  Dunkelheit  die  Jeie
mit  spärlichem  Licht  erhellte,  eine  Zigarete
an,  um  den  üblen  Geschmat  zu  beseitigen.
Irgendeinen  Verdacht  gegen  seinen  Gejangenen
hatte  er  offenbar  nicht  geschö

Und  doch  war  Werner  eneswege  sehr
geschickt  zu  Werke  gegangen,  als  er,  während
ener  mit  dem  Ans#s  bobieren  des  geschenken
Kleidungsstückes  beschüitt  gewesen  war,  den
Inhalt  des  von  Dottor?  de  übersandten,  zu-#ammengelale
  eien  Papiers  in  den  Becher  gechüttel
  hat

Wt#  Bedenken  gegen  die  Reinheit  des
Weines  schienen  dem  wadleren  Veamten  ducchaus
  nicht  den  Appetit  verdorben  zu  haben,  d#n
er  is  Wele  darauf  nach  der  zweilen  Klasme
und  schickte  sich  an,  eingebratens  Hühnch#en  mit
L40  Taschenmesser  zu  gerlegen.  Dabei  begann
er  aur  Erheiterung  seines  Pflegebejohlenen
wieder  eine  von  den  Hinrichtungsgeschichten  zu
erdählen,  von  denen  er  einen  uͤnerichöpflichen
Vorrat  in  der  Schatzlammer  seines  Gedächinifses
au  bewahren  schien.  Aber  schon  uach  Verlaͤuf
einiger  Minuten  flossen  ihm  die  Worte  nicht
mehr  so  leicht  und  beredt  von  den  Lippen
wie  zuvor.  Seine  Zun  nge  wurde  merklich  schmerer,
und  er  unterbrach  seine  Rede  immer  bäufiger
durch  —  Eähnen.

ei  meiner  Scele,“  stammelte  er  zulegt
indem  per  die  Hand

 

mit  dem  Messer  sinken

ließ,  „mir  ist,  als  ob  man  mir  ein  paar
r*u  ud  Blei  in  n  r  Schsel  Ugollen  hütte.
glaube  —  —  ein  —  weni
nicken  —  —  –
H#h#s  olnt)  i%

——