Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

#ummer  190

Dienstag,  25.  Januar  1916

 

Nastebere  Mtellungen.
Ein  Bankkrach.

aeruh  21.  Jan.  Vor  der  Strafkammer
  in  Karlsruhe  hat  der  Prozeß  gegen  die
ehemaligen  Direktoren  des  Pforzheimer  Bankvereins
  begonnen.  Angeklagt  sind  der  Kaufmann
  K.  F.  Herrmann  aus  Pforzheim,  der
Kaufmann  F.  Krämer  aus  Ulm  und  der  Buchhalter
  Jakob  Philipp  aus  Darmstadt.  Herrmann
  wird  Last  gelegt,  daß  der  Pforzheimer
  Bonlbervein  durch  neine  Speulalionen
insgesamt  rund  6¼  Millionen  Mark  eigenen
Vetmögens  verbrauchte  und  außerdem  rund  7
Millionen  Mark  schuldig  wurde.  Die  Angeklagten
  Krämer  und  Philipp  sind  der  Beihse
zu  dem  Vergehen  des  Herrmann  beschuldigt.
Der  Pforzheimer  Bankverein  war  im  Jahre
1671  als  Kommanditgesellschaft  von  August
Kayser  und  Becker  mit  einem  Kapital  von
000  Mk.  gegründet  worden.  Im  Jahre
1889  wurde  der  Bankverein  in  eine  Aktien-6r
  Ischaft  umgemandelt  und  das  Kapital  auf
illionen  Mark  erhöht.  Die  weiteren  Kansbelhtonen
  An  die  in  den  folgenden  Jahren
vorgenommen  wurden,  erreichten  schließlich  61=Millionen
  Mark.  In  den  letzten  Jahren  zahlte
der  Bankverein  eine  Diridende  von  8  Prozent,
bei  Kriegsbeginn  stellte  er  seine  Zahlungen  ein.
Der  Prozeß  wurde  nach  dreitägiger  Verhaftdlung
  zu  Ende  geführt.  Das  Urteil  lantete  gegen
  den  Laubtangeilagten  Herrmann  l  5
Jahre  3  Monate  Gesängnis  abzüglich  1  Jahr
3  Monate  Untersuchungshaft  und  60000  Mi.
(beldstrafe,  somie  5  Jahre  Ehrverlust;  gegen
Krämer  auf  2  Jahre  Gefängnis  abzüglich  1
Jahr  5  Monate  Untersuchungshaft  und  gegen
Philipp  auf  4  Monate  Gefängnie  abzüglich  1
Monat  Untersuchungshaft.  Aus  dem  Gutachten
eines  Sachverständigen  ist  zu  entnehmen,  daß
durch  die  unordentliche  Buchführung  ein  ganz
falsches  Bild  von  der  Geschäftöführung  gegeben
  worden  war  und  daß  die  eigentliche  Schuld
an  dem  Zusammenbruch  auf  die  mangelhafte
Kontrolle  durch  die  Organe  des  Aufsichtsrates
zurückzuführen  sei.

Bunte  Chroulk.

Traurige  Heimkehr.  Die  „Meraner
Zeitung“  schreibt:  Josef  Egger  von  Obermais
lam  als  Urlauber  am  Donnerstag  mit  dem
Nachmittagszug  in  Meran  an.  In  der  Habsburgerstraße
  begegneten  ihm  zu  seinem  Staunen
seine  vier  lleinen  Kinder;  sie  kamen  eben  vom
Begräbnis  der  Mutter.  Landsturmmann
Eosser,  mohnhaft  in  Obermais,  kam  vor  renigen
  Monaten  nach  überstandener  schwerer
Kranheit  vom  Feld  in  Urlaub  hieher.  Er
fand  seine  Wohnung  amtlich  geschlossen.  Erstaunt
  hierüber,  erfuhr  er  von  Nachbarn,  vaß
vor  kurzem  Frau  und  Kind  der  kühlen  Erde
übergeben  worden  sind.

Krieg.  Dies  Wort,  das  jetzt  im  Mund
aller  Deutschen  ist,  war  in  unserer  Sprache  bis
zur  Zeit  Karls  des  Großen  völlig  unbekannt.
In  der  althochdeutschen  Jeit  wurde  der  Kampf
zwischen  Parteien  und  Völlern  mit  den  Ausdrücken
  wig,  hil,  gunt,  had  bezeichnet,  die
noch  heute  in  den  Namen  Hedwig,  Hildebrand,
Günter  und  in  dem  Worte  Hader  erhalten  sind.
In  mittelhochdeutscher  Zeit  traten  an  ihre  Sielle
die  Wörter  Zwist,  Fehde,  Fleiß  und  Ernst.
Um  800  etwa  kam  das  Wort  Krieg  auf  und
bedeutete  zuerst  ein  beharrliches  Streben  nach
irgendeiner  Sache.  Nach  und  nach  erweiterte
es  seine  Bedeutung  zu  dem  ganzen  Inhalt,
den  es  jetzt  hat.  Nicht  ohne  Einfluß  war  dabei
  das  Zeitu  ort  kriegen,  das  noch  im  Mittel.
alter  zu  den  Edelmörtern  unserer  Sprache  9
hörte,  weil  es  das  Gewinnen  durch  ½
Kampf  bezeichnete.

L.  Vofelwein!

gesundes,  wohlbekömmliches  und
billigstes  1686

empfiehlt  in  bekannter  Guͤte

J.  Zeller
Obstweinkeltsrei  Nuhpolbing.
(Man  verlange  Prelsliste.)

an  verlange  Freueliste!)
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zꝛ  e,  1816Ernie,  10id.·  ECimer
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Westckcherliriegiichauplaqx

Rege  Artillerie-  und  Fliegertätigleit  auf  beiden
  Seiten.

Ein  feindliches  Geschwader  bemarf  Metz  mit
Bomben,  von  denen  je  eine  auf  das  bischöfliche
  Wohngeräude  und  in  einen  Lazaretthof
fiel.  Iwei  Zivilpersonen  wurden  getötet,  acht
verwundet.  Ein  feindliches  Flugzeng  wurde  im
Luftlampf  abgeschossen,  die  Insassen  sind  gejungen.


Uniere  Flieger  bewarsen  Bahnhöfe  und  militäriche
  Anlagen  hinter  der  feindlichen  Front;
sie  behielten  dabei  in  einer  Reihe  von  Luftlämpsen
  die  Oberhand.

Oestlicher  Kriegssch####plas.

Nördlich  von  Dünaburg  wurde  von  unserer
Artilleric  ein  russischer  Eisenbahnzug  in  Brand
geschossen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Ein  auf  griechischem  Boden  aufgestiegenes
seindliches  Flugzeuggeschrwader  belegte  Vitolj
(Monastir)  mit  Bomben.  Mehrere  Einwohner
wurden  getötet  oder  verletzt.

Oberste  Heeresleitung.

Gegen  die  Wehroflicht!

Amsterdam,  24.  Jan.  Unter  der  Ueberschrift
  „Keine  Ermüdung!  Wir  werden  die
Dienstpflicht  bis  zum  äußersten  belämpfen!“
bringt  der  „Labour  Leader“  einen  Leitartikel.
Der  Kampf  soll  unentwegt  fortgesetzt  werden.
Die  Frage  des  Zwangsdienstes  sei  die  ernsleste,
die  die  öffentliche  Meinung  je  beschäftigte,  und
die  in  der  englischen  Arbeiterschaft  hervorgerufene
  Aufregung  könne  zu  allem  möglichen
führen.  Das  Blatt  stellt  einen  industriellen
Austuhr  in  Aussicht  und  erwartet  in  seinem
Kampfe  die  Unterstützung  stärkster  Fachvereinigungen.
  (Z.)

den

Schließung  der  englischen  Museen.

Notterdam,  24.  Jan.  Aus  London  wird
berichtet:  Vor  einiger  Zeit  wurde  die  nationale
  Porträt-Galerie  in  London  geschlossen.  Gegen
  Ende  dieses  Monats  wird  die  große  Wallace
  Sammlung  geschlossen  werden  und  bald
dürfte  auch  die  E#sehung  des  britischen  Museums
  erfolgen.

 

      

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atlantischen

dringend  notwendig  ijt.

neralstabschef
stärke  für  das  Heer  von  210000  und  die  sofortige
  Bildung  einer  Reserve  von  35.000  Offizieren,
  um  eine  Mannschaftsreserve  von  2  Millionen
  ausbilden  zu  können,  die  für  einen  Kriegsren,

  ausgeliefert.
schreitet  weiter  fort.

Amerikanische  Heeresverstärkung.

Haag,  24.  Janfährt
  aus  Neuyort:

Flotte  macht
Vermehrung  der  Offiziere  um

mehrt  werden.

Wood  verlangt

sall  bereit  zu  sein  hätte.  (3.)

Nilita  in  Rom.

(Agenzia  Stefani.)  Der
König  von  Montenegro  u.  Prinz  Peter  sind  vor-Sie
  wurden  vom

Rom,  234.  Jan.
gestern  in  Rom  eingetroffen.

König,  dem  montenegrinischen

und  dem  Präfelten  empfangen.
von  Montenegro  und  Prinz  Peter  sind  am
Samstagabend  nach  Lyon  abgereist.
nig  von  Italien  gab  ihnen  bis  zum  Bahnhof

das  Geleit.

Zürich,  24.  Jan.  Nach  schweizerischen  Blättern
  dauerte  der  Aufenthalt  der  Königin  von
Montenegro  in  Rom  vier  Stunden.  Sie  habe
einen  sehr  niedergeschlagenen  Eindruck  gemacht.
Der  König  von  Italien  war  nur  wenige  Minuten
  amresend.  Es  dringt  langsam  durch,  daß
Seiten  Oesterreichder

  Kronprinz  Danilo  auf
Ungarns  steht.

Die  Waffenstreckung  der  Montenegriner.



Berlin,  24.  Jan.  Das  „Berl.  Tageblatt“
meldet  aus  dem  Kriegspressequartier,  daß  bei
der  Waffenstreckung  der
Montenegriner  die  größtmöglichste  Mäßigung
Die  Montenegriner  haben
  auch  30  Offiziere  und  eine  Anzahl  Mannschaften,
  die  in  Montenegro  kriegsgefangen  wa-Die
  Beruhigung  des

den  Verhandlungen

beobachtet  worden  ist.

Der  Widerstand  der  Montenegriner.

Lugano,  24.  Jan.  Der  frühere  amerikanische
  Gesandte  am  serbischen  Hofe  George  Lorillard,
  ist  in  Rom  eingetroffen  und  hat  laut
auf  Grund  eigener  Beobachtungen
mitgeteilt,  daß  die  Fortsetzung  des  Widerstandes
durch  Montenegro  an  der  Lage  nicht  viel  än-Slutari
  u#bnne  einer  Belagerung
Es  fehle  gänzlich  an  Geschüt-Die
  Oesterreicher  beherrichen  bereits  die
Mundung  der  Bojana  und  zu  Lande  rücken  sie
vor,  ohne  ernstlichem  Widerstand  zu  begegnen.
Im  Suden  dringen  die  Bulgaren  weiter  vor.

Stron  u.  Streu

Stampa“

dern  lönne.
nicht  widersflehen.
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richten  an

K.  —  Rosenheim.

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„Daily  Telegraph“  er-Der
  Chef  der  amerikanischen
belannt,

Auch  die  Mannschaftsbestände

  müßten  in  demselben  Verhältnis  ver-Der
  frühere  amerilanische  Ge-Telbnändla



daß  eine
40  vom  100

eine  Mindest-Generalkonsul


Der  König

Genf,  24.
die  Amtsrdume  des  montenegrinischen  Ministeriums
  wird  dem  König  Nitita  ein  der  Präfellur
  in  Lyon  gehörendes  älteres  Haus
wiesen.  (3.

jul  in  Petersburg  gi  b
daß  alle  webrrflichtinen  Rumänen  sich  sofort.
im  Koniulat  zur  arziliunen  Unteriuchung  einzuwinden
  haben.

den,
veraln,  n  adde  der  serbischen  Armce,  der  mit  der
lertiser  Regierung  in  Korfu  eintraf,
len.

klärte,
zu  haten.

Das  neue  Heim  für  Nikio.

Al#e  Familiensitz  und  für

Jan.
ange-Die

  Jtaliener  in  Albanien.
Lugano.  24.  Jan.  Nach  dem  Beschlusse

des  italienischen  Mininerrates,  Albanien  unter
allen  Umständen  zu  hbalten,  werden  nunmehr
die  Vorbereitungen  zur  Veritärlung  der  albanischen
  Expedition  fieberhaft  betrieben;  Sa
landra  schob  seine  fur  heute  sestgesetzte  Reise
nach  Turin  auf,
zahlreichen  Beratungen  zuischen  Salandra,  Sonnino,

unfer  Teilnahme  höherer  Offiziere  und  Spezialkommissare
  von  Albo#nien  ausgefüllt.
fremden  Botschafiern  empfing
dem  englischen  auch  den  amerikanischen,  der  angeblich

die  sein  svelen  nach
halt  aus  Albanien
orge  Lori  llard,  lie-  ber  (berandter  am  jerbischen
Hose,  mitgeb  racht  bat
die  Diensie,  die  die  amerikanische
Entente  erweist.  (3.)

der  ganze  Samolag  war  von

dem  Kriege=  und  dem  Marinemiunster
Von
Sonnino  außer

Informationen  zur  Verfügung  siellte,
zweimonatligem  Ausentzurüdgelehrter
  Kollege  Geein
  neuer  Beweis  für
Diplomalie  der

Rumänische  Einberufungen.

Stockholm,  24.  Jun.  Der  rumänische  Kon

in  der  Presse  bekannt,

(3.)
Puinik  tot?

B  utaret.  24.  Jan.  Wie  die  Blätter  meli
  der  Woju'dde  Putnik,  der  frühere  (e

gestor
Die  serbische  Gesa-  brdtschaft  in  Bukaren  er
hierũter  noch  tei  Nachricht  erhalten

(—.)

½°6

 

Der  RKö-Landes



iich  d

Sprechsaal.

(Ohne  Verantortung  der  Redaktion.)
Vom  Kartoffclmarkt.

Der  Kartoffelanlauf  in  Rosenheim  entwickelt

sich  für  viele  Familien  zu  einer  Kalamität.
Weder  für  Geld  noch  für  gute  Worte  kann
man  einen  Zeniner  Kartoffeln  ergattern.
böflich,
wovon  Gelt  am  Martie  einkaufende  Frauen
Zeugnis  geben  können.  D
Karlosseln  nur  pfundweise  ab,
von  etwas  größeren  Mengen  ti-  zu  einem  Zentner
  verweigern  sie  oder  suchen,  durch  Ausreden
sich  um  den  Ve  rlauf  herumzudruden.
jedenfalls  daxin  seinen  Grund,  daß  in  Bälde
der  Kartoffelloch  Upreis  in
und  die
um  später  höbere  Preise  zu  erzielen.
denn  da  die  Lelenemiteltommission?
emeignet  sie  die  licsigen  Karloffelvortärc  nicht#-Man
  scheint  in  der  Kommüsion  auf  ein  Ent

gegentommen  der  Händler  gebaut  zu  haben  und

Unja
  grob  sind  manchmal  die  Verläufer.

ie  Händler  geben  die
aber  die  Abgabe

Das  hat

die  Höhe  gehen  foll
Ländler  ihre  Vorräte  zurückhalten,
Wo  bieibt
Warum

hat  ihnen  deslalb  ire  Vorräte  gelasien.  hat
darei  aber  gründlich  verrechneit.  Jedenialls
iit  die  Unzufricdenheit  innerhalb  dar  Konen

menien  uber  das  eigennützige  Vorgehen  mancher
Händler  sehr  groß.
energisches  Vorgeben  der  zuftändigen

Man  erwartet  daher  ein
Stellen.

Einer  für  Viele.

 

 

260  fähriges,  erdelhe  flelßiges

idchen
in  der  Fübrung  eines  bürgerlichen
  Heupbeeltesk  li  chs  bis  1.  Febr

Räb.  Exr

Helleres,  e  IUIl

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2eder  ibaiet  Giell.

      

jur  weiteren  Aueb:
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uache  ein  chligen  1788
Osenr.  Gehllfen

d##  ant  rasten  und  daarschneiden  u.
machen  henn.  Zable  wöchent-###

  Mark  und  al
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aem  Hebstin  von  Lande.
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Wertlerbericht

weise  Niederschlage,
keine

lachl  Stelle  in  einer  e  Mrhelteth  «

a  Isidor-nimmt  aaq
I.  ca.  133.

für  Dienstag,  den  25.  Januar:

Rialz.  Rordbanern  itartere  Bewollung,.  zeit
Tudbapern  zunächit

noch
Aenderung.

   

1  *  2  nn—
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IRi  ernletkenb.  E#  .  1839

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