Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  232

IECCCCCA

FJaeeitss,  S.  Oetober  soss

 

Beuuciiche  RKundschen.

Aue  dem  Reichslag.

„Der  Hauptausschuß  des  Reichstages  führte
am  Mittwoch  die  slreng  vertraulichen  Berhe#ndlungen
  im  engeren  Kreise  mit  der  Negiecung
fori.  Inzmischen  sind  diese  Beratungen,  zu  denen
  bekanntlich  die  Mitglieder  des  Reichslugs
als  Zuhöbrer  leinen  Zutritt  haben,  so  gesördert
worden,  daß  sie  jetzt  zum  Abschlun  kommen
tonnten.  Dann  wird  der  Hauptausschuß  die  am
Samttag  abgebrochenen  Veratungen  wieder  aufnehmen,
  die  zwar  ebenfalls  vertraulicher  Na.
tur  sind,  zu  denen  aber  Abgeordnete  nis  Zuhörer
  wieder  zugelassen  sind.

 

König  Lahwig  und  die  Volksernährung.


München,  4.  Okt.  König  Ludwig  hat  an
den  Slaatseminister  Dr.  Freiherrn  von  Soden
aus  Berchtesgaden  unter  dem  3.  Oktober  ein
Handschreiben  gerichtet,  in  dem  es  heäßt:
„M#t  lebhaflem  Interesse  verfolge  Ich  alle
Mahnahmen  und  Einrichtungen  auf  dem  unter
cen  gegebenen  Verhältnissen  so  wichtign  Gebiete
  der  Vollsernährung.  Unter  den  Vorschlägen,
  durch  die  besonders  in  den  Städten
die  Lage  der  von  den  Ernährungsschwierigkeien
  bedrängten  Bevölkerungskreise  erleichtert
werden  soll,  erscheint  Mir  der  Gedanke,  in
großzügiger  Weise  Vollslüchen  und  ähnliche
öfsentliche  Speiseanstallen  einzurichten,  vorzugsweiser
  Berücksichtigung  und  nachdrücklicher  Un.
terstützung  mert.  Mit  Vefriedigung  höre  ich.
daß  die  weilere  Ausgestaltung  und  Einführung
derartiger  Einrichtungen  in  den  Stadten  des
Landes  1#:kräftig  in  Angriff  genommen  werden
soll.  Ich  sinde  Mich  deshalb  bewogen,  der
Förderung  solcher  Unternehmungen  die  Summe
von  2000  0000  Mark  aus  dem  zu  meiner  Versugung
  siehenden  Mitteln  hiemit  zuzuwenden.
Die  Königliche  Hoflasse  i#t  zur  Auszahlung
dieser  Jumme  an  das  Staateministerium  des
Innern  beauftragt.  Moge  es  der  zielbewußten,
unverdrossenen  Arbeit  der  slaatlichen  und  gemeinolichen
  Stellen  gelingen,  im  Vollke  die
Erlenntnis  zu  Karken,  daß  für  seinen  Ernäh.
rungestand  ausreichend  gesorgt  ist.  Ich  vertraue
  darauf,  daß  alle  Volkskreise  in  ihrer
während  des  ganzen  Krieges  bewährten  Opferfreudigleit
  aueharren,  getragen  von  dem  Be.
uhtsein,  daß  sie  hierdurch  zu  Hause  mitwirsten
  an  dem  siegreichen  Kampse  gegen  unscre
Feinde  und  daß  die  in  der  Heimat  gebrachten
Opfer  weit  zuruckslehen  hinter  den  ungleich
groheren  Müllen  und  Drangsalen  unserer  hel.
denhaften  Kämpfer  auf  den  Rriegsschauplätzen“.
  Durch  diesen  hocherfreulichen  Schritt  des
Königs  erfährt  die  Vollkslüchenfrage  eine
wesentliche  Förderung.  In  den  Worten,  die
der  König  an  den  Minister  des  Junern  richtet,
zeigt  sich  sein  klarer  Blick  für  die  Schwierigkeilen
die  der  Lösung  gerade  auf  dem  Gebiel  der
Volksernährung  harren,  und  das  tallräftige
Beispiel,  das  der  König  mit  seiner  Spende
gibt,  ruft  zugleich  alle,  die  durch  ihre  günstigere
  Vermögenslage  doppelte  Pflichten  der
Sorge  um  das.  Vollswohl  in  diesen  Zeilen
eines  harten  Kampfes  um  den  Bestand  des
deutschen  Vaterlandes  auferlegt  bekommen,  zur
werklätigen  Mithilfe  auf.

berschiedene  Nachrichen.

Berlin,  J.  Okt.  Auch  Berlin  leidet.  ebenso
  wie  München,  an  Eierlnappheit,  meshalb  von
der  Reichs-Cierstelle  verfügt  wurde,  daß  bis
auf  weiter?  nur  zwei  Eier  für  drei  Wochen,

 

 

 

 

 

slatt  ein  Ei  pro  Kopf  und  Woch:  #bgegeben
werden.

Verlin,  4.  Okt.  Zwei  16  und  17jähria:
Schüler  hatten  sich  aus  der  ellerlichen  Kasse  mit
Zl!00  Mark  in  barem  Geld  und  1400)  Mark
in  Sxarkaisenbüchern  und  Kriegsanlete  versehen,
  um  nach  Amerika  zu  gehen.  Zunäht
woliten  sie  von  Stettin  nach  Schweden  sahren.
Sie  sanden  aber  in  Slettin  keinen  Dumpier  zur
Ueberfahrt.  Nun  wanderten  sie  einige  Tage
zwischen  Stetlin  und  Berlin.  Dann  beschleisen
sie,  in  Berlin  zu  bleiben,  wagten  sich  aber  nicht
nuch  Hause.  Aus  Furcht,  daß  ihnen  oie,  Papiere
gesiohlen  werden  lönnten,  padten  sie  sie  in
eine  Aktenmappe,  beschwerten  diese  mit  Steinen
und  versenkten  sie  am  Kölnischen  Fiichmarkt  #½
ie  Spree.  In  einem  Keller  sanoen  sie  ein
Nachtquartier.  Die  Polizei  wurde  auf  sie  aufmerksam
  und  brachte  sie  zu  ihren  Eltern.  Die
Abenteurer  gaben  an,  wo  sie  die  Werte  gelassen
  hatten.  Fischern,  die  mit  Stangen  u.  Nelzen
  das  Wasser  absuchten,  gelang  es,  die  Mapbde
  mit  dem  Inhalt  wieder  ans  User  zu  bringen.

Csisen,  4.  Olt.  In  Oberhausen  sind  :ehn
Personen  an  Pilzvergiftung  geslorben.

Dortmund.  4.  Oit.  Der  Leiter  der  StaotO
lartofselitelle  in  Hagen  erläßt  eine  Belannimachung,
  die  des  Humors  u.  einer  schönen  Ur
wüchsigkeit  nicht  entbehrt.  Es  heißt  da:  „Alle
Einsender,  die  an  Stelle  eines  Hamens  einen
Gedankenstrich  haben,  oder  zu  der  Fiema  „Xiner
  für  viele',  gehören,  überhaupt  #n,  d
vorhaben,  unter  der  Rubrik  „Eingesanot  in
diesem  oder  dem  nächsten  Jahre  eimas  über
die  Karkoffelversorgung  der  Stadt  Hagen  z
schreiben,  ersuche  ich  dringend,  damit  jie  keinen
  Unfinn  schreiben,  vor  Anferligung  des  Auf
satzes  zur  Stadt  Kartoffselstelle  u  sommen  uno
dort  oder  im  Städt.  Hochbauamt  den  Uatir
Leichneten  über  den  Sinn  oder  zusammenhang
der  einzelnen  Maßnahmen  zu  befragen.  Ter
Unterzeichnete  in  gern  bereit,  weitenlgehende
Auslkunft  zu  erteilen.  Liebenswürdiger  Emnsang
  wird  zugesichert.  Es  wird  auch  ulatt  910.
sprochen.  Wer  quarscht,  ohne  daß  er  sich  vorher
unterrichtet  hat.  erhalt  leine  Antwort.  (Gr.)
Figge,  Stadtbaurat.“  Hoffentlich  hüft:t##

 

eas  ersonalnuchrichten.

Stuttgart,  5.  Olt.  Konig  Wilhelm  von
Wurttemberg  feiert  morgen  sein  25.  Regie
rungsiubilaum.  Es  entixricht  so  recht  dim  We
sen  und  den  Wunschen  dieses  Lerischers,  der
jeder  rauschinden  Feier  zu  Ehren  seiner  Person
  abhold  im.  daß  er  in  Anbetracht  de#  ##e#n
lirieges  jede  Geier  des  Tages  ubgelehn:  hau.

Im  ganzen  Deutschen  Reiche  gedenlt  man  morgen
  mit  den  innigsleun  Wünschen  j#nes  königlichen
  Inhabers,  der,  ireu  zu  Kaiser  und  Reich
nehend.  flet  des  großen  Vaterlandes  Interu
  sordert.  Im  benachbarten  Bayern  blickt  man
lenderer  Verehrung  auf  den  Fursten  in  Anbelradn
  der  ireuen  Freundschaft  der  Dynauen
  Wittelsbach  und  Württemberg  und  dem
Zu  Lmmenhalten  der  beicen  suddeutschen  Stäm.
me  in  Freud  und  Leid.

 

HNünchener  Neuisteitlen.

München.  4.  Okt.  Wie  wir  erfahren,  ist  Hr.
Oberstudienrat  und  Kammerprä#ident  Dr.  von
Orierer  neuerdings  sehr  ichwer  erltantt.  Der
Zunand  des  Patienten  ist  sehr  ernst;  er  wurde
  bereils  mit  den  Sterbsakramenten  versehen
und  in  die  chirurgische  Klinik  verbracht.

München.  4.  Okt.  Im  Schlachthof  mußte
eine  Schafberde  von  über  300  Stück  notgeschlachlel
  werden.  Die  Schafe  wurden  von  einem  Mühlenbesiter
  von  Eggenfelden  an  einen  hiesigen
Schafhändler  verlauft  und  auf  der  Straße  nach
Munäden  geschafft  worden.  Hier  wurden  sie  als
randig  erllaärt  und  es  murde  infolgedessen  die
Rolic  lac  tung  verfugt.  Unter  din  Süasen  befanden
  sich  über  hundert  trächtige  Tierc.

HMünchen.  4.  Oll.  Der  Wildbrethandler  Jojeolh
  Bader  an  der  Augustenstraße,  dem  betannilich
  vor  einiger  Zeit  wegen  seines  geschäftowidrigen
  Verhaltens  sein  Laden  geschlossen
  wurde,  wurde  heute  auf  Grund  eines  Vorführungebeseble
  dm  ,erichie  Lorgefuhrt.  benahm
  sich  aber  beim  Verhor  gegenuber  dem
Richter  derart  frech,  daß  er  in  eine  rofort  woll-#iehare
  Ordunngestraf:  von  drei  Tagen  Haft
rerurteill  wurd:.  Da  er  weiter  geltend  machte.
daß  er  Epileptiler  sei,  wurde  die  Strafverhandauesgesent
  und  der  Angeklagte  in  das  Gefängnis
  am  Neudeck  uberführt.

 

Los  Ergebnis  der  Niehzählung
in  Boyern.

Munchenn.  I1.  O#l.  Die  Arbeit  der  Viehzucht
  lremenden  Lanewirte  im  Zusammenhang
mit  den  Maßnallinen  der  Banerischen  Fleiichversorgungertelle
  at,  wie  die  Niehzählung  vom
1.  Sel.  11  jeig:  zu  einem  Ergebnis  geführt,
  inel!  dem  Vapern  wohl  zufrieden  sein
laun.  E##  in  gelungen,  einen  der  wertvollsten
eestonaleile  der  banerischen  Vollsvermögens,
den  hayerischen  Viehbestand,  in  seiner  Leiungssahiglei:
  zu  erhallen.  nnsammen  mit
den  bis  jeßt  belannten  ebenfalle  gunnigen  Er.

    

gebnissen  anderer  Bundesstaaten  sagt  der  gegenwärtige
  Stand  der  bayerischen  Viehhaltung
unseren  Heiwen  deutlich,  daß  auch  auf  diesem
wirtschaftlichen  Gebiet  von  einer  Erschöpfung
nicht  im  entferntesten  die  Rede  sein  kann.  Ge
genüber  der  Viehzwischenzählung  vom  15.  April
1916  hat  sowohl  die  Zahl  der  Rinder  als  auch
der  Schweine  zugenommen;  eine  Abnahme  zeiqt
lediglich  die  zahl  der  Schafe.  Vom  Rindviehbestano
  haben  nicht  nur  die  Kälber  unter  3
Monate  um  ungefahr  ein  Drittel  ihres  Be
standes  zugenommen,  auch  die  Zahlen  der  über
zmei  Jahre  ailten  Rinder,  selbit  der  Kühe  (einich
  lielich  Färsen  und  Kalbinnen)  sind  nicht,
wie  oft  angenommen  wurde.  zurückgegangen.
sondern  in  einer  sehr  erfreulichen  Weise  gefiegen.
  Eine  geringe  Abnahme  ist  nur  bei
Jungviel)  uwischen  :  Monaten  und  2  Jahren)
bemerkbar.  Dagegen  weist  der  Schweinebesland,
wie  bereits  erwähnt,  eine  sehr  erireuliche  Zu
nahme  ausf:  Die  Aprilzifser  it  um  ½  übertrofsen.
  Dabei  ist  allerdings  zu  berücksichtigen,
daß  es  sich  hier  hauptsächlich  um  eine  Vermehrung
  jüngerer  Tiere  handelt,  und  nicht  zu
vergeisen,  daß  der  Stand  der  Schweinehaltung
zu  Beginn  dieses  Jahres  keineswegs  befriedigte.
  Alles  in  allem  zeigt  das  Zählungsergebnis
  ein  Bild.  dus  mil  froher  Hoffnung  für  die
Zukunft  erfullst.  Selbstverständlich  ist  damit
nich!  gesagl,  daß  nunmehr  aus  dem  Vollen
gewirtschafiet  werden  kann.  Das  Ergebnis  ist
vielmehr  ein  deutlicher  Beweie  dafür,  wie  notwentig
  es  ist.  in  der  bisher  bewahrten  Weite
mit  den  Viehbeänden  haushällerisch  umzugeben
  und  nicht,  wie  es  fruher  geschehen,  auf
Koiten  der  zukünftigen  Versorgung  wahllos  u.
rücksichtslos  in  die  Beitande  einzugreifen.

Neue  wirtschastliche  maßoahmen.

Der  Höchstpreio  für  Sauerkraut.

Berlin,  3.  Okt.  Die  Höchstpreise  für
Sauerkraut  lraten  am  1.  C  kiober  in  Kratft.
Danach  darf  in  Ladengeschäften  Sauerkraut
nur  noch  zum  Preise  von  höchstens  16  Pfennig
das  Pfund  verkauft  werden.  Ueberschreitungen
dieses  Preisee  werden  mit  Gefangnisstrase  bis
zu  1  Jahr  und  10.000  Mark  Geldftrafe  oder
mit  einer  dieser  beiden  Strafen  geahndet.

 

Käseversandt  und  Käsepreis.

Berlin.  4.  Okt.  In  den  nächsten  Tagen
wird  eine  Bundesratsverordnung  erscheinen,  in
der  der  Ponversand  von  Käse  in  5  Kilo-Paleten
  an  ANerbraucher  zu  Kleinbandelspreiien
verboten  und  gleichzeitig  eine  Erhöhung  der
Kasepreise  feitgesent  wird.

Neuregelung  des  Verkehrsmit
Milch.

Bellin,  1.  Ot:.  Wie  die  „Verl.  Volke  g.
0ell.  ich!  der  Erlaß  ziner  Verordnung  unm.:-tlbar
  beror,  die  die  Berĩorguna  mii  Wilch.  in
bsceendere  auch  mit  Magermilch,  fur  das  as-Reich
  egebiet  einbeimich  regellt.  nachdert
.  VBorverĩoragung  der  Kinder  und  Kranken  inm
vielen  Beinen  b#eits  jen  mehreren  Woche:
durchgefuhrt  im.  Ebenso  dürfien  ichon  u  de#
nachuen  Tagen  neue  Befummungen  für  ken
Verkehr  mit  Käis:,  der  schon  se:t  Wochen  a##
dem  Verlehr  so  gu:  mie  vollig  verichwunten
n.  in  erwarten  sein.

Hiereu  liegt  noch  folgende  Meldung  aus
Verlin  vor:  T  unmittelbar  bevoritehende

   

 

LW

Die
Neurtegelung  der  Milch  und  Kascversorgung  im
nonzen  Reich  irägt.  der  Tallache  Rechnung.  daß
wir  nur  mit  der  graßien  Sparfamkeint  eer  e
moglien#l#en,  wenigstene  denjenigen  Per- 



 

sonen  den  Bezun  von  Volli#ch  zu  sichern,  die
ar:  (#rnden  der  Nollegenndleilt  in  erser

,  ...c:.
Linied.1i"anf«311s.7vrud:Lake-hdasfikldsiinbch

 

··«ir«;lawohindrkeigcsicttd)ätcsljch-Itlchtlk
  Ween  ihres  Mannes,  in  der  Nähe
eliebien  Kinder.
iils  Gedanke  elekuisierte  sie  jörmlich.  Aber
wenn  sie  sich  in  die  Vorstellung  vertiofte,  daß
ulles  wieder  wie  einst  sei,  schien  es,  als  gähne
eine  liese,  unuberbrückbare  Kluft  zwischen  daund
  jetzt.
aez  S#leem  —  ein  Paradies,  ihr  für  alle
Zeit  verschlossen.  Durfte  sie  Hans  wirklich  zumuten,
  daß  er  ihren  Billen  nachgab,  ihr  erlaubte,
  dort  zu  walten,  wo  sie  ihn  so  maßlos
eträntt?
o  Sie  sürchtete  Hans,  seinen  Blick,  seine  schwelgend
  verurteilende  Art.  Er  war  unendlich  gut,
duldsam,  nachgiebig,  nie  hatte  er  sie  auch  nur
mit  einem  Vorwurf  verwiesen,  auch  wenn  dies
und  jenes  im  Haushalt  nicht  stimmte.
Aver  freilich,  das  Zeugnis  einer  tüchtigen
Hausfrau  durite  sie  sich  getrost  geben.  Nur
in  der  allerletzten  Zeit,  schon  bevor  sie  —  Bitt.
ner  begegnet,  ließ  lie  sich  einiges  zuschulden
kommen.  *  "
Jetzt  wußte  sie  auch,  woher  ihre  Apatbie.
ihre  Mattigkeit  und  Fahrlässigkeit  zekommen.
Ueberarbeitet  hatte  sie  sich  damals,  durch  die
Seidenstickereien  sich  zu  viel  ausgebürdet.
Mit  der  Heimarbelt  hatte  sie  den  Unfrleden
#n  ihr  Haus  gelragen,  da  war  sie  eine  andere
E#':’  heftig,  ungerecht,  verbotene  Wünsche
atten  sich  in  ihr  geregt.
enn  sie  stalt  dessen  mit  ihrer  Garderobe
sich  veschieden  halir.  mit  den  Kindern  sieihig
ipazierengegangen  wäre,  so  bätte  sie  ihre  Stelle
als  Frau  und  Muner  besser  auoge  ullt.  und  nie
wäre  es  wohl  dabin  gekommen,  daß  sie  alles
in  törichter  Verblendung  aulgegeben  für  ein  paar

 

Stunden  vi  lde
Aber  die
NMoen  uum  1.
gerisien  u.u:#i.
Die  un  eines
alles  Sdmun,  um

uie  JIng

,-.  ad  nach  dem
Ete  u.  dan  der  einzelne  mit  forl.
uttleren  Venmi:cn  sete
sduivv0  geklei:  !;om.  Uine
lherbol  ie  amen  an  Aunin  uno:  dbo  die  Cin.
nahmen  ##-  WMünies  cs  cilunolen  oder  liunt,
dalauf  lam  c5  deiei  ni#eht  an

Wo  cs  diumans  naht  rei.y:3.  da  verdienten
  die  manen  mit.  Cine  wollte  ##77
der  anderen  uun  zuruchiehen,  tre  ##
lollten  ebemo  adirit  und  nath  de:i  n##uen
Mode  auge  sogen  jein  wie  die,  Qoren  det  Frenndin
  oder  Velnnnten.

„Sleinberar  Mieze  lauft  den  ganien  Some
moer  in  cinem  verwaschenen  Kleid  heiim.  u2
die  Frau  sieyt  man  seit  zivei  Jahren  in  Leine

  

    

 

 

selben  Hut.  Die  konnten  amm  wohl  dafur
slorgen,  daß  sie  nicht  zZum  Speltalel  herum;
laufen!  Wo  lasien  die  Leute  ihr  Geid?“

So  war  es  im  Verein  zeitweise  über  Dora
und  ihre  Kinder  hergegangen,  nur  weil  sie
ihre  Garderobe  geschont  und  nicht  immerzu
Neues  geschasft.

Sie  hatte,  wie  Haus  es  lat,  mit  Humor
über  diese  Angiifie  sich  binwegietzen  lonnen.
Aber  das  brachte  sie  nicht  zertig.  Im  Gegenteil
  nahm  sie  sich  damals  vor,  den  Beiannten
nicht  wieder  Gelegenbeit  zu  ähnlichen  Spiczn.
digkeiten  zu  geben.  Denn  die  Vlicke  der  anderen
  peinigten  ise  wie  Nadelspigen.

Später  sahen  die  anderen  dann  wieder
scheel,  co  wurde  ihr  Putzsucht  vorgeworfen.
Sie  war  hübsch,  und  ihr:  Kinder  wie  die
kleinen  Engel  sie  überftrabiten  leicht  die  anderen.
  Da  begann  dann  der  Neid  zu  sinstern,

 

und  das  i#limo  ..  be  „Nun  cn
lech:#t:

So  d:
volzanna

 
       

**)  lanbian  ein  —  #de

0...-’11

 
  
  
     

 

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Ilichtlsrsrikls  -«.:
iei!,jusi-u.i1rsi.s.)

Jst-amiusthomitch
ds::cn.im(iscqens
HexcdxmjatkVor:vui·ic.
Cicbcinfskknst.:x.rnxso  ootlmcttige5(sjluck,
d.1s3j·.cii.iiduujiErt.1’c1.-isnnich1lmncauis
reizen  zu  laisen  manchen.

Aber  ex  bereitete  zr  doch  einc  ichmerz.
liche  Befriedianne,  in  Gedanken  feftzumeillen,
wie  c  lnen  konnie  daß  sie,  eigentlich
das  Muiter  einer  (Hann  und  Mutter,  die  Mann
und  ##nder  min  so  inniger  treuforgender  Liede
um'ng.  ihr  Chluct  mu  Fußen  trat,  daß  sie
hier  einkam  und  verlassen  saß.  zu  denen  geborte,
  uber  welche  man  mit  einem  Achselzucken
hinweauseben  pfleot.

Ader  konnte  nicht  noch  alles  gut  werden?
Sie  brauchte  vor  Hans  nicht  die  Augen
nieder  zuschlagen.  Nichts  haue  sie  sich  zuschulden
kommen  lassen,  als  daß  sie  ihn  verlassen.

Das  konnte  er  ihr  verzeihen,  und  er  würde
es  auch  tfun,  sie  hoifte  es  ganz  secher.

Ach,  sie  wollte  gulmachen,  nur  auf  sein
Wohl  bedacht,  ihn  mit  all  ihrer  Liebe  ume
sangen,  ihn  und  die  süßen  geliebten  Kinder.

im  Grunde  hatte  sie  ja  nie  aufgehort,  Hans
zu  lieben.  es  hatte  sie  nur  hinausgelockt  aus
dem  Einerlei  der  Tage,  und  als  die  Versuchung
  an  sie  herantrat,  war  sie  erlegen.

Ja,  ja,  zuruck  Iin  lhr  Heim,  zu  den  gelieb.

rsn

   

 

 

 

tlten  Menschen!  Am  Abend.  menn  die  Kinder
schlieien,  wollte  i#c  Hans  überraiden,  nia.t  cher
ELEIEIEEIEIIEEIIIIIE
bleiben  und  zu  iunnen.

Am  nachsten  Mo#n  soen  ihre  Lieblinge
nicht  mehr  vergeblich  nach  de:  ##i
da  wollte  ste  an  lre  Bellchen  #n
wechselud  herzen  und  kullen  ohne  Ende.

Mut  seinem  Takl  mußte  #ie  es  sich  angelegen
  sein  lassen,  das  Vertrauen  ihres  Manncs
zurücksugewinnen.

Ummögliches  durfte  sie  nicht  verlangen,  auch
nicht  verzagen,  wenn  nicht  so  bald  alles  wurde,
wie  sie  es  sich  ausmalte.

Doch  darum  keine  Sorge!  Sie  würde  sich
keine  Mühe  verdrießen  lassen.  Am  eigenen
Herde  kochen  zu  dürfen,  unter  dem  Schunze  ihres
Mannes  zu  leben,  nicht  mehr  dem  verwehten
Blatte  gleich,  —n  jedem  Luststrom  bald  bier,
bald  dorthin  getrieben  zu  werden,  das  war  eine
Seligkeit,  die  in  Gedanken  sich  auszumalen  sie

e.

nicht  müde  wurd

hatte  nun  aber  großen  Hunger  bekommen,
  sie  ließ  sich  in  der  nächsten  Bar  warmes
  Essen  geben.  Den  Nachmittag  verbrachte
sie  wie  im  Traum.

Nicht  wieder  in  das  möôblierte  Zimmer  zurückzumüssen,
  ach,  der  Gedanke  berauschte  sie
förmlich.

Die  Stunden  wurden  ihr  nicht  tang.  Planlos
  ging  sie  durch  die  Straßen.  Vielleicht  hatte
sie  sogar  die  Zeit  aushallen  mögen,  denn  je
näher  der  Abend  rückte,  um  so  banger  wurde
ihr  ums  Herz.

U#c#  #