Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

nummer  100

ssl  —.

 

die  Elerversorgung  Rosenheims
Rosenbeim,  den  12.  Juli.

In  der  ersten  Juliwoche  (2.  bis  8.  Juli)
wurden  am  hiesigen  Viktualienmarkt  6550  Eler
verkauft.  Ganz  unerwartet  hat  am  Sonntag,
den  9.  Juli  die  Eierzufuhr  weientlich  nachgelas.
sen  und  die  Familien  waren  bei  weitem  nicht
in  der  Lage,  ihren  Eierbedarf  zu  oecken.

Die  Lebensmittelkommission  hat  sich  am  10.
(Juli  mit  der  Frage  der  Eierversorgung  unserer
  Stadt  befaßt;  auch  mehrere  Händler  waren
  zu  den  Beratungen  zugezogen.  Die  Händler
  weisen  übereinstimmend  auf  die  steigende
Schwierigkeit  in  der  Eierbeschaffung  hin.  Die
Hühnerbestände  sind  in  den  Aufkaufsgebieten
wesentlich  zurückgegangen.  Sehr  viele  Hühner
Früten  zur  Jeit.  legen  insolgedessen  Eier  überlaupxt
  nicht.  Der  auffallende  Rückgang  der
Fierproduttion  uird  enolich  auf  den  fast  gänz--licken
  Mangel  an  Körnerfutter  in  manchen
#L#gemeinden  zurückgeführt.  Mit  dem  Ein-G4reffen
  der  neuen  Getreideernte  wird  eine  allmähliche
  Besserung  erwartet.

Die  Eiernot  hat  aber  nicht  nur  ihren  Grund
in  der  geminderten  Produktion,  sondern  namentlich
  auch  in  der  Erschwerung  des  Eierauflanfs.
  Die  Auflaufsbewilligung  wird  nicht
von  der  Stadtgemeinde,  sondern  von  den  Bezirlsämtern
  erteilt,  in  deren  Bezirk  Eier  aufgelauft
  werden.  Der  Stadtmagistrat  Rosenheim
  kanm  selb'stverständlich  nicht  den  Eieraufkauf
  in  einem  fremden  Bezirk  genehmigen.  Der
Stadtmagistrat  kann  nur  einwirken  auf  die
Geflügelhalter  der  Stadt,  die  er  auch  zur  Eierlieferung
  anhält,  aber  seine  Befugnisse  und
Rechte  enden  an  den  Grenzen  der  fremden
Gelielte.  Der  Stadtgemeinde  siehen  keine  „anderen
  Wege  offen,  als  durch  die  Händler  die
Eier  in  den  zeberschußbeisrten  auskaufen  zu
lassen.  Denn  die  Landbevöllerung  bringt  leine
Eier  mehr  auf  die  Wochenmärkte  der  Sladt.
Die  Geflügelhalter  müssen  darum  auf  ihren  Gehöften
  dura)  die  Händler  ausgesucht  werden.
(Was  bei  der  Landbevölkerung  der  eingeführte
Handel  nicht  fertig  bringt,  das  darf  von  Fremden
  oder  Kommunalverbänden,  die  in  fremden
(Bezirken  keinen  Einfluß  und  keine  Nechte  halen,
  nicht  erwartet  werden.

.  Die  Händler,  die  ohnehin  unter  der  vorminderten
  Eierproduktion  zu  leiden  haben,  Uagen
  endlich  darüber,  daß  die  Eierrersorgung  der
Stadt  Rosenheim  namentlich  auch  durch  den
steigenden  Eierbedarf  in  den  Sommerfrischorten
  und  durch  die  Eieraufläufe  der  Sommerfrischler,
  sowie  namentlich  auch  durch  die  Konlurrenz
  der  Münchner  Händler  erschwert  wird.
(Rosenlleim  liegt  in  der  Mitie  zwischen  dem
Jnntal,  dem  TChiemgau  und  dem  Samerberg,
also  in  der  Mitte  von  Gebieten,  die  infolge
einer  gerade  heuer  entwikelten  Fremdenindusirie
  cinen  sehr  großen  Selbstverbrauch  haben
und  darum  nur  wenig  an  unsere  Stadt  abgeen
  lönnen.  Auch  wird  geklagt,  daß  Sommerfrischler
  Eier  zusammentaufen,  die  Höchsl=Ppreise
  überzahlen  und  dadurch  den  Händlern
das  Geschäft  verderken.  Ganz  wesentlich  wird
d-  Gcschäft  verdelben.  Ganz  we  entlich  erschwer:
wird  der  Aufkauf  namentlich  in  den  zwischußbezirken
  durch  Aufkäufer,  welche  ihhbre  War:
eu,  Preisen  absetzen,  welche  die  Nosenheimer
Preise  bisher  überschritten  haben.  Es  wird
von  Händlern  behauptet,  daß  sogar  Rosenheimer
  Aufläufer  die  Eier  in  München  verkauft
haben.

Die  Häundler  bringen  mit  Ueberzeugung  vor.
daß  sie  mit  den  Münchener  Aufläufern  nur
daun  konlurrieren  lönnen,  wenn  die  Münchener
  Eierpreise  zugeflanden  werden.  Nach  einachender
  Veratung  hat  sich  die  Lebenemiltelkommission
  auch  dazu  entschließen  müssen,  namentlich
  in  der  Erwägung,  daß  in  der  näheren
  Umgebung  von  Rosenheim  infolge  des
Fremdenverkehrs  eine  Versorgung  der  Stadt
mit  Eiern  unmöglich  u.  die  Rosenheimer  Händler
  auf  die  Auftaufsgebiete  zwischen  München
und  Rosenheim  angewiesen  sind.

—  I  Sahettr.

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«-  Rosenheim,  12.  Juli.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Anton  Beilhack,  Schlosser  aus  Rosenheim,  zuletzt
in  der  Betriebswerkstätte  in  Freilassing,  Sohn
des  Maschinisten  Martin  Beilhack  im  „Bräu  am
Anger“.  Gefreiter  im  Z.  Jägerbataillon;  Ludwig
  Wildenauer,  Fischergütler  in  VBanleh,  Zumüller
  in  der  Weiglmühle,  Soldat  im  21.  Juf.-Neg.;
  Andreas  Schlechter,  Motorfahrer  in
Hausham,  Zugführer  im  4.  Tiroler  Kaiser-Jägerregiment,
  Inhaber  der  silbernen  Tapferkcits.
medaille.
Auszeichmungen!  im  Felde.  Der  Bahngehilfe
  To  Brandneer  aus  Rosenheim,  Unteroffifier
  d.  R.  im  1.  IJuf.-Reg.,  wurde  mit  dem
Militärverdienstkreuz  3.  Klasse  mit  Schwertern
ausgczeichhet:  er  liegt  zurzeit  verwundet  in
einem  Reseroelazarett.  Sein  Vater,  Bahnwärter
  d.  R.,  Georg  Brandner.  in  Nosenheim.  hat
den  Feldzug  von  1870·71  ebenfalls  im  1.  Juf.
Reg.  mitgemacht.  Der  Landwehrmann  Jos.
Irl,  der  im  vorigen  Jahre  mit  dem  Miliüär
verdiensttreuz  3.  Klasse  mit  Schwertern  auegezeichuct
  wurde,  wurde  jetzt  zum  Sanitätsunteroffizier
  befördert:  Irl  steht  seit  Kriegsbeginn
im  Feld.  Der  Soldat  Josef  Aschl  im  2.  Juf.=(Reg.,
  Sohn  des  verst.  Bäckereibesichers  Ahi
in  Rosenheim,  wurde  jüngit  mil  dem  Eisernen
Kreuz  ausgezeichnet;  die  Auszeichnung  wurde
ihm  vom  Deutschen  Kronprinten  überreicht.

Sommerferien.  Das  Schuljahr  1915=1916
  endigt  leuer  an  sämtlichen  höheren  Lehranstalten
  Bayerns  am  Samstg,  den  15.  Juli.
das  neue  Schulsahr  1916  ·17  beginnt  mit  Sams.

tag,  den  16.  September.
Städt.  Hülsenfrüchteverkauf-  NV#
Frcitag  und  Samstag,  den  14.  und  15.  Juli.

sinden  die  nächstfolgenden  beiden  Verkaufe  tage
von  Grieß  und  Poienta  mittels  Karte  in  dem
Laden  des  Herrn  Lederermeisters  Stechl,  Innstraße,
  statt.  Drr  Verkauf  ist  von  8  bis  12  Uhr
und  von  2  bir,

Einmach  zu  5  Anmeldungen  zum  Bezug

von  Einmaducker  durch  die  Hauchaltungen.
Gastwirte.  Anstalten.  Kondiloreien  usw.  haben
am  Donnerstag  und  Freitag  an  der  Brot=  und
Mel  lverteilungsstelle  zu  erfolgen.  Wir  verweisen
  auf  die  Belanntmachung  des  Magistrats  in
dieser  Nummer.
*  Flachs  und  Haufstroh.  Am  12.  Juli
1916  ist  eine  neue  Bekanntmachung  betr.  Beschlagnahme
  und  Bestandserh  bung  von  Flacsund
  Hanfstroh  Nr.  W.  III.  300  6.  16  K.  R.  A.
erschienen.  Durch  diese  werden  die  gesamten
Mengen  des  im  Reiche  angebauten  Flachses
und  Hauses  des  Jahres  1916  mit  der  Trennung
  vom  Boden,  sowie  alle  vorhandenen
alten  Bestände  und  etwa  noch  zur  Einfuhr  nach
Deutschland  gelangendes  Flachs  und  Haufstroh
beschlagnahmt.  Es  bleibt  jedoch  das  Rösten  des
Strohes  und  das  Ausarbeiten  der  Fasern  im
eigenen  Betriebe  gestattet.  Der  Wortlaut  der
Bekanntmachung  ist  an  der  Amtstafel  im  Rathaus
  und  Mittertor  angeschlagen.

Höchstpreise  für  Benzin.  Esr  besteht
(Veranlassung,  darauf  hinzuweisen,  daß  durch
eine  Verordnung  des  Bundesrats  vom  27.  Mai
1916  die  Höchipreise  für  Ben#zin  (Gasolin)  und
sog.  Testbenzin  (Terpentinölersat)  neu  geregelt
worden  sind.  Nähere  Bestimmungen  über  die
nunmehr  geltenden  Höchstpreise,  die  Lieferungsbedingungen
  und  die  zulässigen  Zuschläge  für
Verpackung  und  Zustellung  sind  im  Rei  chsgesetzblatt.
  Jahrgang  1916  Nr.  109,  Seite  426  u.  ff.
ubgedruckt.  Den  beteiligten  Kreisen  wird  dringend
  empfohlen,  diese  Verordnungen  einzusehen.
Das  Reichsgesetzblatt  kann  auch  in  einzelnen
Nummern  bei  allen  Postanstalten  1.  und  2.
Klasse  bezogen  werden.

Das  Kollegium  der  Gemeindebevollmächtigten
  hielt  heute  eine  Sitzung
ab,.  deren  eigenlliche  Tagesordnung  fast  debattelos
  erledigt  wurde.  Größeres  Inleresse  bot
erst  das,  was  außerhalb  der  Tagesordnung
beraten  und  besprochen  wurde.  Zunächsi  wurde
G.-B.  Gradl  an  Stelle  des  versiortenen  (6.-B.

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fistiert.

Gerichtwollzieherei  des

U/#-  Awsgerichte  Nosenheim  ee

znkihetter.  in  sein  Amt  eingeführt;  auch  waren
für  G.-B.  Schustekter  mehrere  Kommisstonsmitglieder
  neu  zu  wählen.  Ferner  wurde  im
Ginblick  auf  die  Errichtung  des  militärischen
Heustapelamtes  auf  Antrag  der  Bahninspeksion
  beschlossen,  das  Industriegeleis  zum
#Schlachthof  letzt  schon  zu  erneuern;  die  dafür
ersorderlichen  Mittel  in  Höhe  von  6500  M.
wurden  daher  statt  auf  1917  schon  auf  1916
übernommen.  Auch  der  Einbau  cines  elektrischen
  Regulators  in  Turbine  1  des  städt.
Flektrizitätewerkes  um  den  Betrag  von  3000
Mark  wurde  keschlossen,  nachdem  sich  die  Kommission
  des  Werkes  bei  einer  unlängst  ausgeführten
  Besichtigung  von  deren  Notwendigkeit
überzeugt  hatte.  Dem  Vertrag,  laut  welchem
Frau  Hotelbesitzer  Reuter  einen  Grundstückstrei:
fen  in  der  Münchner  Straße  unentgeltlich  abtritt,
  und  dem  Vertrag,  in  welchem  die  Genehmigung
  zur  Verlegung  der  Wasserleitung  durch
städt.  Grundstücke  von  seiten  der  Sanierungsamtalt

  ausgesprochen  wird,  wurde  zugestimmt.
(Schließlick  wurden  noch  die  Rechnungen  der
Rflasterzolllasse,  der  Huberschen  Wohltätigkeitestiftung,
  der  Waisenhausstistung  und  der  Diftriktssparkasse
  für  1914  genehmigt;  auch  die
Vortanschläge  dieser  Kassen  für  1916.  mit  Ausnahme
  der  Distriktssparkaise,  wurden  kleraten
und  genehmigt.  Die  zwei  in  geheime  Sißung
rerwiesenen  Punkie  wurden  nach  den  Beschlüsen
  des  Stadtmagistrat  es  erledigt.  Dann
wurde  noch  die  Frage  der  Versorgung  der
Stadt  mit  Eiern,  Bulter  und  Fleisch  ausführ:
licz  erörtert.  Eine  Anregung  des  G.  B.  Slegmeier
  hierzu  wurde  der  Lebenemittellommission
  überwiesen.  Weiter  wurde  von  G.-B.
Schmidt  die  Frage  des  Pensionspreises  in  den
jtädt.  Pensionaten  und  deren  Abänderung  ohne
vrorherige  Einrernahme  mit  dem  Kollegium  der
Gemeindelevolimächtigten  angeschnitten.  Ein
Abvtrag  des  G.  B.  Schmidt,  in  welchem  dem
Erstaunen  Auedruk  gegeben  wird.,  daß  oie
Aenderung  rorgenommen  wurde,  ohne  das  Kollegum
  zu  befragen,  wurde  einstimmig  angewommen.
  Weiter  regte  (6.  B.  Schmidt  an,
lleim  Magistrat  amufragen,  wann  die  niue
städl.  Eismaschine  in  Betrieb  genommen  werde:
gleich  zeilig  wurde  leantagt.  die  Eispreise  zunor
  sestmiellen.  Auxs  der  Debatie  erfuhr  man,
daß  die  neue  Maschine  in  nächer  Woche  lereils
  in  Tätigleit  sein  soll.  Dem  Amtrag
Schmidt  wurde  zugestimmt.  Ein  weiterer  Antrag

  des  G.-B.  Schmidt  galt  der  Einhebung
der  Gemeindeumlagen  und  der  Vorlegung  des
Voranschlags  für  1916.  Der  Vor  itzende  teille
mit,  daß  in  der  am  Freilag  siallsindenden
Sibung  des  Stadtmagistrates  ein  Beschluß  uber
dee  Einhebung  der  Umlagen  für  das  erste
Halbsahr  1916  auf  Grund  des  bisherigen  Umlagenfußes
  von  1500  Prozent  herbeigeführt  werden
  soll.  Die  Vorlegung  des  Etats  werde
nach  den  Mitteilungen  des  Magistratsvorslander
  nach  Möglichkeit  beschleunigt  werden.  Daranshin
  og#  .  B.  Schmidt  seinen  Antrag  zurück.
  Wie  der  Vorsitzende  noch  mitteilte,  sind
ssowohl  der  Magistratsvorstand  als  auch  der
Finanzreferent  der  Ansicht,  daß  eine  Erhöhung
der  Untlagen  nicht  notwendig  werden  dürfie,
da  das  Eleltrizitätswerk  einen  wesentlich  höheren
Zuschuß  zur  Gemeindelasse  abwersen  werde.  Auf
die  Einerlheiten  der  Berajungen  werden  wir
in  einem  weileren  Bericht  noch  zurücktommen.

 

Kicchüche  Bachrichten.

Kinderkommunion.  Durch  Dekret  des
Heiligen  BNaters  vom  26.  Juni  wird  sämtlichen
  Bischöfen  in  Europa  zur  Pflicht  gemacht,
Sonntag  den  30.  Juli,  am  zweilen  Jahrestage
  des  Ausbruchs  des  Weltkrieges,  eine  möglichst
  feierliche  Generalkommunion  der  Kinder,
aufgeopfert  nach  der  Meinung  des  Heiligen

Vaters,  in  allen  Kirchen  zu  veranstalten.

 

Wetterbericht  für  Donnerslag,  den  13.  Juli.
Aufleilerung,  längerer  Befland  jedoch  nicht
gesicher  rt.
Iea  Camera.
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*  Das  Kirchenkonzert  zu  Gunsten  der
kiieniser  Nosenheim  findet  morgen  Donnerstag,
  abends,  in  der  Klosterkirche  statt.  Der
Vorverkauf  für  die  Eintrittkarten  läßt  schon
jetzt  erkennen,  daß  das  Konzert  gut  besucht
werden  wird.  Das  Programm  ist  bereits  bekannt,
  doch  ist  nicht  ausgeschlossen,  daß  bei
der  einen  oder  anderen  Nummer  noch  eine
[Aenderung  wird  eintreten  müssen.

Der  Weltkrieg.

Die  Schlacht  an  der  Somme.

Berlin,  12.  Juli.  Der  Berichterstatter  der
„VBoss.  Ztg.“,  Dr.  Osborn,  meldet  unterm  10.
Juli:  Wie  zu  erwarten  war,  hat  die  seindliche
Offenfive  nach  lurtem  Atemholen  mit  neuen
Kräften  eingesetzt.  Die  Wucht  und  Erbitterung
der  Angriffe,  die  jetzt  an  der  Somme  sich  abspielen,
  wachsen  über  alles  Maß  hinaus  und
finden  nur  in  dem  Schrecken  vor  Verdun  ein
Gegenstück.  Bei  den  Franzosen  ist  es  die  wütende
  Leidenschaft  des  Kampfes  um  das  eigene
Land,  bei  den  Engländern  die  ungeheure  Zahl,
denen  unsere  Truppen  siandzuhalten  haben.
Sie  erfüllen  das  blutige  Amt  mit  beispiellosem
Mut.  Uns  anderen  bleibt  nichts  übrig,  als
zu  bewundern  und  zu  danlen,  denn  wir  wissen,
daß  cs  Uier  nicht  nur  gilt,  eroberte  Gebiete  zu
lehaupten,  sondern  die  Unbesiegbarkeit  Deutschlands
  zu  beweisen,  uund  den  Rhein  an  der  Somme
  zu  verteidigen.  Die  Engländer  brauchen  diesmal
  den  Vorwurf,  fie-  segten  keine  Menschen
ein,  nicht  zu  fürchten.  Tatsächlich  haben  sie  gestern
  und  vorgestern  unübersehbare  Massen  in
immer  neuen  hersiutenden  Wellen  zum  Sturm
vorgetrieben.  Die  Deutschen  haben  hier  nord.
lich  der  Somme  gegen  eine  lolossale  Uebermacht
zu  fechten.

Derneue  deutsche  Unterwasfserdam—
pfer.

Berlin,  12.  Juli.  Die  „Vossische  Zeitung“
  meldet  noch  zur  Fahrt  der  „Deutschland“
nach  Amerika:  Die  Reise  vom  Heimathafen  nach
Amerika  dauert  acht  bis  zehn  Tage.  Das
Schif  kam  aber  auch  einen  Monat  auf  hoher

See  bleiben.  Es  Datte  2000  Zentner  Farb.
stoffe  im  Wert  von  60  Millionen  Marl  und
außerdem,  was  das  wichtigste  ist,  die  seit  langem
  aufgestapelte  diplomatische  und  Bankpost
nach  Amerika  an  Bord.

Kopenhagen,  12.  Imi.  Die  Kriegsschiffe

  des  Vierverbandes  haben  seit  längerer
Zeil  einen  scharfen  Ueberwachungsdieni  längs
der  amerilanischen  Küste  eingerichtet,  um  deutschen
  Unterseebooten  die  Einfahrt  in  amerikanische
  Häfen  zu  verlegen.  Nach  der  „Newyork
World“  lreut  ein  aus  zwei  Schlachtschiffen
und  drei  Kreuzern  bestehendes  französisches  Geschwader
  zwischen  Rewyork  und  Baltimore  mit
der  Aufgabe,  auf  deutsche  Tauchboote  Jagd
zu  machen.

 

Lord  Derbyo  Ansicht  über  die  Offensive.

Haag,  12.  Juli.  Lord  Derby  äußerte  zu

einem  Korrespondenten  des  „Brolklin  Cagle“,
#n  könne  den  jetzigen  Stoß  der  englischen
und  französischen  Armeen  unmöglich  als  eine
entscheidende  Offensive  bezeichnen.  Die  Aufgabe,
  die  Deutschen  zu  besiegen,  sei  so  groß  um
schwierig,  daß  das  Ziel  nicht  durch  militärische
Kraftanftrengungen  allein  zu  erreichen  ist.  Ein
Zusammenbruch  der  Deutschen  ist  nach  Lord
Derbys  Meinung  völlig  ausgeschlossen.
In  Fla  mmen  aufgegangen.
Amsterdam.  12.  Juli.  Nach  dem  „Nouvellist"
  ging  in  Baltimore  ein  (Getreidespeicher,
der  300  000  Heltoliter  dem  Viewerband  ge-Köriges
  Korn  enthielt,  in  Flammen  auf.  Er
wurde  vollsländig  vernichtet.  Mehrere  Per- 



 

Mähl.  Wahnug  I

%%  3  Simer,  6K.  Wohn  ·  u

3  Sunchte  in  Nähe  den  Waldes,
wiie!  -  Leit  oder  später  zu
Mh.  Exped.  5168

sonen  kamen  in  den  Flammen  un.
Kamplgenossen-  u.  Veteranen
ereis  Rosespein.  E  V.

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