Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

.  Es  geht  daher  micht
durch  die  Ausnutzung  der  J  die
Schiffahrt  für  spätere  Zeiten  unmögkich  9
macht  wird,  denn  tat  ächsich  kann  sle  sich  in
nälen  mit  geregeltem  Laufe  besser  entwickein
wie  im  freien  Fluh.

Wird  bei  der  Durchführung  der  Wasserkraftausnützung
  auf  die  Schiffahrt  Rücksicht  genommen,
  sp  entfällt  der  Einwand,  daß  die  Industrie
von  Rosenheim  und  Umgebung  früher  oder  später
  auf  die  billige  Verfrachtung  mit  dem  Wasserweg
  verzichten  müßte.

Ok  aber  kei  der  beschlossenen  Junausnützung
die  us  die  erforderliche  Terüchii  sichtigung
eade  bat  oder  nicht,  kann  ich  nicht  sagen.

re  F  nicht  der  Fall,  so  dürfte  Kine  vecht-Pitige

  und  begründete  Eingabe.  an  die  K.  B.
Staatsregierung,  sei  es  durch  die  Stadtnerwaltung,

  durch  die  Handelsgremien  oder  durch  die

Handelskammer  genügen,  um  gerechte  Ansprüche

  der  Innstädte  und  Innanwohner  zur  Geltung

  zu  bringen.  War  die  Innschiffahrt  seinerzeit
  gesetzlich  geregelt,  so  können  Ansprüche  der
ober=  und  unterhalb  liegenden  Städte  und  Gem

  auch  im  wasserpolizeilichen  Verfahren

ausgesprochen  werden.

re  geplante  Innwerk  ist  der  größte  Erfolg
t  K.  B.  Staatsregierung,  eines  der  vielen
—  die  für  Deutschlands  Zukunft  geschaffen
  werden.  Banern  zu  sichern.  Der  Zuschuß
den  das  Reich  für  dieses  Werk  leiltet.  schwanit
zwischen  20  u.  30  Millfonen  u.  seine  Vedeutung
geht  schon  daraus  hervor.

Eine  Agitation  gegen  dieses  Werk,  an  dein
ich  krineswegs  beteiligt  bin,  auf  Grund  irrire  er
Anschauungen  wörde  weiteste  Kreise  und  ins
besondere  im  Norden  bis  hinab  an  die  Wasierkamte
  befremden,  Bayerns  Industriefeindlichkeit
neuerdings  wieder  hervortreten  lassen“  und  umso
nachteiliger  wirken,  als  die  Motive  für  die  Betampfung
  der  Innausnutzung  karsissich  haltlos
  sind.

Der  Im  weist  bei  Höchstausbeute  seiner  Ge-Alle
  und  wirtschaftlichrr  Ausbentung  seiner
AMessermengen  zwischen  der  LandeSgrenze  und

Attl  auch  große  Kräfte  auf,  die  ins#ebenso  bedeutsamen,
  wie  wirtbvhaftlichen  Cepillsstufen
zusammengezogen  werden  lönnen.  Die  gröhte

derselben  käme  in  NRosenheims  Nähe  zu  liegen
und  würde  der  Stadt  und  semem  Gemerbe  Vorteile
  bringen.  Wieso  aber  sollte  man  an  die
Ausnutzung  dieser  Kräfte  herantreten,  wenn
schon  das  Werden  des  ersten  Werkes  außerhalb
Rosenheim  bekämpft  wird?  Deutschland  kam
auf  die  400  0000  Pferdestärke,  die  der  Inn  zu
leisten  vermag.  nicht  verzichten.  Darum  muß
die  Lofung  lauten:  Nicht  „freier  Lauf  des  Inn.“
sondern  „Ausnuung  seiner  Wasserkräfte  gemeinsam
  mit  der  Kanal=  und  Flußschiffahrt,“
u.  wenn  die  Technik  wirtlich  die  Wege,  welche
die  Vereimigung  der  beiden  Ardeitsgehiete  auch
in  Bayern  moglich  macht,  nicht  längst  schon  gegangen
  wäre,  so  müßten  diese  gefunden  werden.


Der  Sorge  um  die  Juuschiffahrt  kann  eine
Berechtigung  nicht  abgesprochen  werden.  Diese
Sorge  entfäll:,  wenn  die  Schiffahrtzinteressen
bei  der  Wai  serkraftansnuhn#  ng  entĩprechend  ger
wahrt  werden.  Wenn  Techniler  behaupten,  das
wäre  unmöglich,  s#  int  eine  solche  Behauptung
zum  Zwecke  der  Reuuruligung  entsprechend  zu
lennzeichnen.

In  richtiger  Wurpicung  der  Wichtigkeit  der
Wosserkraftenemuhung  isf  Rofenzeim  anderen
Stãdten  niit  cigenen  Werten  längit  vorausgeeilt.
Rosenheim  wird  auch  in  den  gegen  wertig  schwebenden
  Fragen  sich  vom  volte  schafilichen
Standpuntt  aus  leiten  lassen,  u  u  belzutragen,
  ist  die  Absicht,  die  mich  bet  zuinen  Aueführungen
  selbftlos  geleitet  hat.

an  zu  Mgupten,  daß
erirafie

 

Jehann  Hailinger,  Zivilingenieur.

Loifalachaicten
Rosenheim,  5.  Marz.
zeichnn  naen  im  Felde.  Der  Bau- 



Aus

erssohn  zum  Mehner  in  Pfaffenhofen,  Gefreiter  „

Josexh  Fischer,  wurde  für  sein  tapferes  Verhalten
  in  den  Kämpfen  vor  Verdun  mit  dem
Eisernen  Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet.  zurzeit  steht

er  auf  dem  rumänischen  Kriegsschauplat.  Möge  schwächte

es  ihm  vergönnt  sein,  die  Auszeicmnung  auch

dem  Kriege  noch  lange  zu  tragen!  Der
Imamterisé  Amon  Siebler,  Bahnarbeiter  aus
——  *JNJ8—1  wurde  mit  dem  Militärerdienstkrruz
  3  mit  Schwertern  ausgezeichnet.  Er
un  hi  Jahren  im  Fee  wurde  seiner

leicht  verwundet  und  war  be  reits  Mitkämp-5v
  □  Frankreich,  Serbien,  Italien  und  Ru-*

  „ReichsbankfnebenKel  in  NRosenheim
  wird  infolge  der  dur  -  den  a

geschaffenen  auhergewöhnlichen
verh#ltuisse  u#tt  dem  6.  März
worüberheen  aufgehoben.  Wä.  Eoe  der
Girokontkwenher  in  Rosenheim  wetden  mit
deren  Cinn  1.1.“  l-  11  VIZH  ffl"mxswll·s
tkl  München  g  E  sinc  det  fallig
werdenden  #  hat  die  ver  Notenbank-Agentur
  (Herr  Kommerzienrat  Senft)  übernommen.


sahrtsweges  auf  dem  Inn  einzuholen.  Dieses
Gutachten  vrrösfentichen  wir  in  seinen  Grundzugen
  in  d.  heutig.  Nummer  des  „Nosenh.  Anseiger“.
  Der  Magiswat  hat  bekanntlich  am  16.
Februar  beschlossen,  umgehend  eine  Eingabe  im
Sinne  dieses  Gutachtens  an  den  Landtag  und
die  Staatsministerien  des  Innern  und  der  Verkehrsangelegenheiten
  zu  richten.

Erfolgreicke  Hamstersfagd  am  Bahnhof.
  Am  Freitag,  den  2.  Mitz.  abends  wurden
  am  hiesigen  Bahnhofe  der  Wurstgeschäftsinaberin
  Albine  Boch  von  München  etwa  8
Pfund  Ocksenfleisch,  3  Pfund  Zungenwurst,  3
Pfund  Streichwurst,  3  Pfund  Lyonerwurst,
nber  5  Pfund  geräucherte  Dick-Würste,  etwa

1  Pfund  Mils  abhenommen,  welche  die  Bloch
nübeflun  ausführen  wollte.  Sie  hatte  diese
Eleischwaren  am  gleichen  Tag  vom  Metzgermeister
  Poschner  hier  gelauft,  der  sie  abgab,
ehne  Fleischmarken  dafür  zu  verlangen.

Das  Semmelbackverbot  ist  am  gellritgen
  Sonntag  in  Kraft  getreten.  Als  Einheitsbrot
  haben  wir  also  jetzt  überall  nur  moch  das
Schwarzbrot  in  Kipfen  von  28,  56  und  112
Psennigen.  Mit  den  Schaufenstern  der  Bäckerläden
  in  Friedenszeiten  mit  den  zahlreichen
luusperigen  Backwaren  halten  die  jetzigen  Zustände
  einen  Vergleich  nicht  mehr  aus.  Indirekt
b  ingt  die  Neuordnung  den  Konsumenden  eine

Nerbüligung  der  Brotpreise.  Ein  „Welen  von
5n  Gramm  z.  V.  kostet  28  Pfg.  Dagegen  find
biel.#r  für  700  Gramm  Semmel  (10  Marken  zu
i  n  Gramm)  50  Pfennin  bezahlt  worden.  Für
rie  Bädeteen  sind  diese  Bestimmungen  alierdings
  einschneidender,  denn  sie  erleiden  täglich
cinen  nicht  unmerklichen  Ausfall.

VBeschlagnahme  der  Kirchenglocken
aus  Bronze.  Die  stellvertretenden  General.
tommandos  der  drei  bayerischen  Armeekorps
geben  eine  bereits  am  1.  Mästz  in  Kraft  getretene
Anordnung  bekannt,  die  meben  einer  freiwilligen

Ablieferung  von  Bronzeglocken  eine  Beschlagnahme,
  Bestandserbebung  und  Enteignung  der
Glocken  aus  Bronze  vorsieht.  Von  der  Bekanntmachung
  werden  betrosfen  sämtliche  aus  Bronze
gegossenen  Glocken  mit  Ausnahme  fjener,  deren
Einzelgewicht  unter  50)  Kilogramm  boeträgt.
Glockenspriele  und  Signal#  Icken  sind  ausgenommen.
  Bronzegloden.  für  die  ein  besonderer  wissenschaftlicher,
  geschichtlicher  eder  tunitgewerblicher
  Wert  durch  Sachversländige  festgesiellt
wird,  sind  von  der  Beschlagnahme.  Enteignung
und  Ablieferung  zu  befrei  gen.  Die  Enteignung
und  Ablieferung  von  einzelnen  Gloden  wird  u.
a.  vorläufig  zurückgestellt,  wenn  eine  Glocke  für
die  Bedürfnise  des  Gottesdienstes  und  für  den
ossenklichen  Stundenschlag  erhalten  bleilen  soll,

—.

caußerdem  wenn  kein  besonderer,  sondern  nur  ein

misßiiger  wissenschristlicher,  geschichtlicher  oder
innstge,#erlicher  Wert  vorliegt:  bei  Glocken,
die  aus  der  Feit  vor  dem  Jahre  1779  stammen,
ist  von  bestimmten,  durch  die  Sachverständigen

festgeellten  Ausnahmen  abgesehen.  jters  ein
mäsger  wisssenschaftlicher,  geschichtlicher  oder
tunsigewerblicher  Wert  anz  zunehmen.  Als  Uevernahmeyreie

  wurde  fellgesetzt:  bei  Gelänten
mit  emem  Gesamtgewickt  über  665  Kilogramm
2  Mark  fur  i#  Küegramm  zuzüglich  einer  se-#iten
  Grundgebuhr  ven  1000  Mark  für  das  Gebläute;
  bei  kieinen  Geläuten  bio  zu  665  Kilogr.
J.50  Mark  für  das  Küldgramm  ohne  jede  weitere
  Grundgebühr.  Fur  jedes  Kilogramm  nicht
beschlagnahmter,  jeroch  freiwillig  abgelieferter
Gl.#cken  werden  2.50  Mark  vergunet.  Durch  bie
bevorstehende  Anordnung  werden  in  der
Hauptfache  die  Kirchenglocken  betroffen.  In  Oelierreich
  wurden  die  Kirchengloden  bereite  im
Borjahre  abgenommen.

Diebstahl.  Am  4.  Mäürz  gegen  mittag
wurden  einem  Krämersfohn  von  Aßling  sein
„Nucksack  mit  40  Pfund  Kleesamen  entwendet,  der
#in  einem  Anwesen  am  Maz-Josephs-  Platz  hinorersiellt
  war.  Der  Dieb  ist  uscht  ermittelt.
Lebensmittelkarten  wurden  gefunden;
*  im  magistratischen  Geschäftzimmer

r

Der  erste  März-Sonntag  ließ  noch
lein  Frühlingsahnen  verspüren;  es  war  ein-  rechter
  Wintertag,  wenn  auch  gegen  Mittag  die
gefrorenen  Straßen  auftauten.  Der  rauhe  Wins
die  wärmende  Kraft  der  Sonne.  In
den  Spätnachmittagstunden  trat  wieder  Frott
ein  und  in  kurzer  Zeit  waren  Straßen  und  Wege
vereist.  Der  Wintersportverkehr  ins  Gebirge
mwar  ziemlich  rege.  In  der  Nacht  zum  Monta
isSt  das  Thermonneter  wieder  auf  10  Grad  unter
Null  gesunken.

2K  krr.  27  1
Enleuban  in  Mieg.
Die  städt.  Mietgärten  in  Rosenheim.
6Wiederholt  aus  einem  Teil  der  letzten.  Nummer.
Rosenheim,  3.  Mãrz.
In  a  Weise  ich  die
Otadtgeeneinde  Rose  Soln  14.  «
gkd  ,In  IleuzulOOunngoQucx
qäw  abgetellten  Geländekompler  als
eeGT  W  verpachten.  Zweiselsohne  wird

 

 

hiedurch  bei  der  großen,  palkswirtschaftlichen

Gom  Inn.  Der  Stastm  bhat  seinerzeit
  beschlossen,  auch  vom  Ziilingenieur  7.
linger  ein  Gutachten  zur  Frage  des  freien  Schiff-Bbn

  Re  in  diesen  Zelten  dem
zukommt,  einem  wirklichen  Bei  abeholfen.
  Nicht  jeber  ilt  in  der  gluchichen
age,  Grund  und  Boden  sein  Eigen  zu  nennen,
und  von  diesen  wird  diese  brart  —  Gelegenheit
  jedenfalls  mit  Freuden  begrütt  .  Eolche
Kleingartenanlagen  wurden  in  vielen  bayerl
in  Städten  vor  und  während  des  Krieges
  eingerichtet  und  durchweg  hat  man
damit  die  besten  Erfahrungen  gemacht.  In
Norddeutschland  hat  diese  Bewegung  schon  vor
Jahrzehnten  eingesetzt,  und  hat  inzwischen  einen
  gewaltigen  Umsang  angenommen.  Auch
in  anderen  Ländern  wie  Holland,  Behzien,
Frankreich  und  in  der  Schweiz  sind  fast  n  jrder
  Stadt  weitausgedehnte,  parzellierte  Familiengartenanlagen
  auf  städtischem  Grund  zu
finden,  die  d  urchweg  in  bester  Kultur  stehen.

Es  sieht  einwandfrei  sest,  daß  die  Kleingärtnerei
  mit  dazu  berusen  ist,  die  Kriegsnöten
  zu  lindern  und  der  Lebensmittelknappheit
  zu  steuern;  und  in  dieser  Erkenntnis  hat
unsere  Staatsregierung  schon  im  ersten  Kriegswinter
  den  buher.  Städteverwaltungen  empfohlen,
  nach  Kräften  die  Errichtung  von  Kleingärten
  auf  gemeindeeigenen  Gründen  in  die
Wege  zu  leiten.

Die  Stadtgemeinde  Rösenheim  hat  zur  Anlage
  von  Kleingärten  Flächen  zur  Verfügung
gestellt,  die  bisher  als  Wiesen  Verwendung
  fanden.  Diese  Wiesen  sollen  auf  Kosten
der  Stadt  umgepflügt  werden;  so  anerkennenswert
  dies  einerseits  ist,  so  wäre  doch  dem
Umgraben  der  einzelnen  Parzellen.  besonders
auch  in  Anbetracht  der  für  diese  Arbeit  schon
vorgeschrittenen  Jahreszeit,  der  Vorzug  zu
geben,  dem  nur  durch  Umgraben  mit  dem
Spaten  ist  es  möglich,  die  Grasnarde  nief
genug  (25—40  Itm.  tes)  undericbringen,
ss  deren  Verwesung  zu  beschleunigen.  Diese
Arbeit  ist  baldigst  ausz  seführn,  womöglich  ist
lurzer,  vrrroitet  er  Mist  mit  unterzugraben.
#lmgraben  des  Landes  soll  es  ja
sein,  demm  sonst  bilden  bich  TAumvige
  Erdsckollen,  die  emur  schwer  wieder  ver-*
  werden  köm  Ilst  der  Garten  ganz

n,  so  marr  ein  kuehen  mit  Jauche
s  Venppfehlen.  Um  dem  Boden  alle  für
ein  gedeihliches  Entwickem  der  Gemüse  notwendigen
  HPflangemnährstrife  zuzuführen,  möchte
ich  noch  eine  Gabe  von  länstlichen  Düngemitteln,
  eine  Volldüngung,  dringend  anraten.  Man
streue  hiezu  für  100  Quadratmeter  Gartenland
ca.  2  Zenkmer  Kalkftaub  oder  das  doppelte  feibömnen
  Bauschutt,  semer  ca  10  —14  Pfund  40.
proz.  Kalisalz  oder  25—30  Pfund  Kainit,  in
Ermangelung  diefer  letzteren  beiden  Nährsalze
  tut  Holriasche  (ev.  mit  Torfasche  gemischt,
14  durchaus  keine  Kohlenasche),  dieselben
guten  Dienste.  Als  Whosphorsäuredüngung  gebe
  man  noch  40.—50  Pfund  Thomazmehl.  Diese
Düngemittel  sind  leicht  zu  beschaffen,  (Kalkst
  b  in  einem  Bangeschäft,  künftl.  Düngemitlel
  bei  den  Raiffeisenvereinen  und  bei  Huber,

Hier  sind  in  kurzen  Zügen  die  Vorarbesten
geschildert,  die  zu  einem  erfolgreichen  Gartenbetriebe
  nötig  sind.  Benütze  Jedermamn  die  gebotene.
  Künstige  Gelegenheit  und  ziehe  sich  den
Gemüfebedars  für  den  eigenen  Haucehalt  selbst
heran,  und  es  wird  sicherlich,  was  der  rauhen
Kriegszeit  eisernes  Muß  fertig  brachte,  —  die

ewirtschaftung  der  heimischen  Scholle,  —  auch
in  hoffentlich  nicht  mehr  ferner  Friedenszeit  dam
manchem  unentbehrlich  sein.  Führe  sich  jeder
vor

—

Bei  dem  1
nicht  zu  naß

gen,  daß  unsere  Vorräte,  von  jeder  Zufuhr
  abgeschnitten,  von  Tag  zu  Tag  knapper
werden,  und  Hebung  der  Eigenproduktion  des
Landes  dringend  not  tut.  Es  geschieht  ja  viel
auf  diesem  Gebiete,  aber  immer  noch  nicht  genug-Betätigung
  im  Garten  und  Umgang  mit  der
Natur  erhält  frisch  und  gesund  und  gibt  ein
frohes,  zufriedenes  Volk.  Grohße  Schätze  ruhen
noch  in  unserer  Heimaterde,  sie  zu  heben  und
zu  nützen,  ist  heilige,  vaterländische  Pflicht.
Seiler  in  Rosenheim).  Der  Preis  für  sämtl.
genanmie,  für  100  Ouadratmeter  benötigte
zuunstdünger  inkl.  Kalkstaub,  stellt  sich  auf  ca.

ler  zudem  noch  gute  Komposterde  hat
und  sie  auf  sein  Land  bringt,  darf  Un  froher
Zuversicht  erwarten,  voriäusig  alles  gelan  zu
haben,  was  seine  Pfleglinge  zu  ihrem  guten
Gedeihen  nötig  haben.  Auch  Torfmülle,  mit
Jauche  geträmit,  ist  ein  schähbares  Bodenlokkerungsmittel.


Jin  späteren  Frühjahr  werden  die  Regenwürmer
  durch  den  verwesenden  Rasen,  der  ihnen
  reichliche  Nahrung  bietet,  angekockt,  lich
in  unangenchmer  Weise  bem  lertbar  m
Regeiwilrmer  in  mößiger  Anzahl  sind  infolge
Dchiutuns  des  Bodens  nützlich;  treten  sie

in  der  .  k
an  Du

n  -
Ö  den.  Foten  gerschenden
men.

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14%0

evssod

 

Wetterbericht  für  Dienstag,  den  6.  März:

 

Wolkig  bis  trüb,  zeitweise  Semeefälle,  Frost.

Der  Münchener  Kritikerprozeß.

München,  27.  Februar.  Der  Kritskerproz
von  dem  wir  die  Vorgeschichte  bereits  mitget
haben,  ist  jeht  zu  Ende  geführt  worden.  r.
mehreren  Verhandlungstagen  war  der
soweit  gedlehen,  daß  der  Vorsitzende  am  r*
Freitag  solgenden  Vergleich  aegte,  Fe#eelo

dozent  Dr.  August  Mayer  erklärt,  daß
genüber  den  Privatklägern  den  #ouf
Vestechlichkeit  im  weitesten  Sinne  des  Wor
nicht  erhebe  und  ihnen  in  Ausübung  ihres  A
tes  alo  Mufsikkritiler  auch  irgendwelche  and,
unlautere  Beweggründe  nicht  nachsage;  som
sein  im  Oktober  1916  im;,  „Marz“  veröffentl
bter  Artikel  Ausführungen  enthalte,  die  #c
ders  ausgelegt  werden  lönnen,  bedauere
das  und  nehme  sie  vollinhaltlich  zurück.  1
Mayer  trägt  die  Kosten  und  die  Auslag
der  Privatkläger  und  ermächligt  diese
Veröfsentlichung  des  Vergleiches.“  Nach  die
DAuregung  wurde  die  Verhandlung  bis  z

Monsag  verlagt,  um  dem  Beklagten,  Prio
2  Dr.  August  Maner,  der  zurzeit  in  B
gien  weilt,  Gelegenheit  zu  geben,  zu  dies
VVorschlag  Stellung  nehmen  zu  können.  Als  ##
Montag  die  Verhandlung  wieder  aufgenomm
wurde,  gab  der  Rechtsanwalt  des  Beklag
folgendes  Telegramm  seines  Mandanten  t
lannt:  „  Angesichts  der  zutage  getretenen  m.
rerftändlichen  Wiffassung  meines  Aufsatzes  à
ich  gerne  zu,  daß  mir  der  Zweifel  usich
iende  Ausdruck  meiner  Ansichten  nicht  volk
lungen  sein  mag.  Für  jeden  wirklich  unbef.
genen  und  Kunsikenner  ist  Louterkeit  und  2
rechtigung  meiner  Vorwürfe  trotdem  unbedir
lar.  Ich  hakte  daher  meimen  Aufsatz  aus  tief
Ueberzeugung.  in  vollem  Umfang  aufrecht,
mal  der  Vorwurf  der  Bestechlichkeit  weder
koben  noch  beabsichtigt  war“,  Im  Anschl
hieran  ging  dann  die  Verhandsung  weiter.
hatte  folgendes  Urteil  zum  Ergebnis:  Prio
dozent  Dr.  August  Mayer  ist  schuldig,  ackt  rer
kich  zusammentreffender  Vergehen  Belei
aung  und  wird  hiewegen  zur  Geldstrafe  #

300  Mark,  im  Unvermögensfalle  zu  30  Tag
Haft  verurteilt.  Den  Privatklägern  wurde
Befugnis  erteilt,  das  Urteil  in  mehreren  Bl,
tern  zu  urröffentll  chen.  Dr.  Mayer  will"
gen  dieses  Urteil  Berufung  einkegen.  Noch
zweiter  Prozeß  scheint  sich  aus  der  Sache
entwickeln.  Hofrat  Dr.  Dillmann  erklärt  in
Presse:  Unter  Bezugnahme  auf  die  name
des  Herrn  Dr.  Auguͤst  Mayer  vor  Gericht  abgebene
  Erklärung  des  Rechtsanwakts  T
Grimmeistte,  Dr.  Mayer  habe  mit  feinem  Arti
hauptsächlich  mich  im  Auge  gehabt,  bitte  ich  m
mteilen,  daß  ich  gegen  Dr.  August  Mayer  P
vatklage  mit  Strafantrag  geslellt  habe.

Die  Polizeistunde.

Berlin,  1.  März.  Für  eine  Schankwirtsch.
war  die  gebotene  Polizeistunde  10  Uhr.  2
eines  Abends  10—15  Minuten  nach  10  U
Polizeibeamte  das  Schankzimmer  betraten.  1
merkten  sie  einige  Güste,  die  beim  Anblick
Polizeibeamten  ihr  Bier  austranken,  und  da
versckwanden.  Der  Wirt  wurde  wegen  Ueb
tretung  des  §  365  des  Strafgesetzbuches  a
heklagt,  weil  er  über  10  Uhr  das  Werweil
der  (Ghäste  gedulbet  hatte.  Die  Strafkamm
sprach  ihn  fedoch  frei  und  führte  folgend
aus:  Man  könne  nicht  verlangen,  daß  die  Gä
Schlag  10  Uhr  sich  aus  der  Wirtschaft  entfer
ten,  nachdem  sie  eiligst  ihr  Bier  ausgetrunk
hätten.  Cs  müsse  ihnen  gestaltet  werden,  in  Ru
das  Bifer  auszutrinken  und  ihre  Zeche  zu  beza
sen.  Wenn  es  damit  10—  15  Minuten  bis  no
der  gebotenen  Molizeistunde  dauere,  so  kön
der  Wirt  nicht  bestraft  werden.  Anders  wä
die  Sache  zu  beurteilen,  wenn  der  Wirt  eir
dulden  würde,  dast  ein  Gast  nach  Eintritt  d
Polizeistunde  noch  siundenlang  in  der  Wirtsche
rerweile,  um  seine  vor  Eintritt  der  Folikeis
de  bestellte  Flasche  Wein  auszutrinken.
Staatsanwaltschaft  focht  dieses  Urteil  1
Straflammer  durch  Nerision  an.  Das  Kar
mergericht  in  Verlin  hat  aber  die  Nevisi.
Frrückgewiesen,  und  erklärt,  daß  die  Entsodung
  der  Straflammer  nicht  rechleirrtümsch

Boyerische  Ehrenkasel.

Kr.  A.  Auf  die  Meldung  eines  Kameraden,
löme  umir  der  erdrückenden  Wucht  des  fein
lichen  Feuers  seine  wocgeschobene  Wichterstern

bei  G.  nicht  mehr  halten,  erbot  sich  yn  der
ternachtstunde  des  12.  Oktober  1915  Unteraf
zier  der  Beeroe  Georg  Ertel  eines  bayerssch
Infanterie-  raien,  aus  Flerle,  FJfio

ede

3

 

genfũhrer  von  München,  o

mit  seiner  Gruppe  den  Et  r  rrdeten  ur
vnon  der  Hau  gellat  abgeschnitten

E  l  übe  er  auch  währen

S  von  zwei  Seiten  eu
—  Trichter  en  einl  e  a  vi

du

us  Wort  2

den  wichtigen  Po  tgem
bel  an

 

gesetzten  *  7

 

behaupten  vermochte,  al
n  #on  20  Nachbartruppen  7  rdi