Contents : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

 

Nummer  64

le  Sicherbelt  ber  Relegsanleihen.

Bei  Ausbruch  des  Krieges  gab  es  in  den  verschiedensten
  Berölkerungsschichten  nicht  wenige
ängstliche  Personen,  welche  Hartgeld  hamsterten,
weil#  dem  Papiergerd  zu  wenig  Vertrauen  ent-W
  —  eben  noch  keine  rechte
Vorstellung  von  den  Währungsverhältnissen  der
heutigen  Zeit.  Der  Krieg  aber  ging  seinen  Gang,
und  das  Papiergeld  Balte  im  Handumdrehen  das
Edelmetall  ersetzt.

Etwas  Aehuliches  ist  bei  den  Kriegsanleihen
der  Falk.  Auch  hier  gibt  es  immer  noch  Leute,
melche  die  Bedenlken  LSüglich  der  Sicherheit  der
RKriesganleihe  noch  nicht  ganz  überwunden  haben.
Heute  wissen  auch  die  cinfachsten  Leute,  daß  die
Kriegsanleihen  des  Reiches  unter  den  mündelsicheren

  Wertpapieren  an  der  ersten  Stelle  lehen.

Weiterhin  hat  das  Beispiel  der  großen  Jeichner
nach  dieser  Richtung  gut  gewirkt.  Die  kleinen
Sparer  sagen  sich  nämlich  mit  vollem  Recht:
Wemnn  die  Reichen  ihre  Gelder  nach  Hundert.
lausenden  und  Millionen  von  Mark  in  Kriegsanleihe
  anlegen,  dann  muß  es  sich  um  eine  sehr
sichere  Kapitalaamage  Iandeln;  denn  das  Groß
lapital  1  khier  da  deuflur  bene  Urteil  und
wurde  #¼.  #en,  in  umfangreichem  Maße  dem
StGelo  zu  leihen,  u  Uenn  es  nicht  von  der  abfoluln
  Sicherheit  der  Anlage  vollkommen  überjeugt
  wäre.

Heute  weif,  jedes  Kind,  daß  die  Geldaulage
in  den  öffentlichen  Sparkassen  absolut  sicher
ül.  Jedermann  weiß  eben,  daß  bei  öffentlichen
Sparkassen  für  die  Einlagen  nicht  nur  das  ganze
Sparkassenkapital  haftet,  sondern  auck  die  betref
sende  öffentliche  Rörperschaft,  die  betreisende
Stadtgemeinde  oder  der  Kreis,  welche  die  Spar
lasse  gegründet  balen.  Ein  ganz  ähnliches  Ver
lalmis  obwaltet  bei  den  Kriegsameihen.  Die
Sicherheit  dieser  Anleihen  liegt  letzten  Endes  begrundet
  in  der  Steuertraft  des  ganzen  deuischen
WVolkes,  d.  h.  im  deutschen  Voltsrermögen  uno

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„Die  Chronik  von
Rosernbeim  1860“

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267

 
 

FKosengekme#

Anzelneeuntas.

  18.  Jzr.  YJar- 



im  deutschen  Volkseinkommen.  Das  ganze  Voll
mit  seinem  Vermögen  von  rund  400  Milliarden
und  seines  Jahreseinkommens  von  50  bis  60
Milliarden  Mark  steht  als  gemeinsamer  Bürge
ür  die  sichere  Einlösung  der  Kriegsanleihen  ba.
Das  dürfte  auch  bei  den  allzu  Bedenklichen  den
letzten  Zweisek  bezüglich  der  Sicherheil  dieser
Kapitalsanlage  beheben.

Banle  Chronil.

Hoch  die  deutsche  Sprache!  Im  Starn—
lerger  Bahnhof  in  Müncken  ist  eine  Verordnung
angeschlagen,  man  solle  zum  Lösen  der  Fahr
larten  mit  abgezähltem  Gelde  antreten,  um  das
Wechseln  zu  vermeiden,  das  die  Arbeit  der
„Schalteristen“  und  „Schalteristimen“  unnötig
erschwere.  „Der  Schuldigist  fur  diesen  Mist  ist
sicher  kein  Stilüst,  sondern  ein  im  Deutschiemus
scklecht  beschlagener  Eisenbahnist."  bemerkt  dazu
  treffend  der  Münchener  Budhändler  Hansr.

Weber,  der  belannte  „zwiebelfischift“.

 

Hindenburgs  Nerven.  Im  (Oroßen
Hauptquartier  macht,  wie  der  Vossischen  zeilung
neic  rielen  wird,  zurzeit  ein  hübscher  Scherz  die
Runde,  der  den  Vorzug  hat,  buchstäblich  wahr  zu
sein.  In  Hindenburgs  Luartier.  Man  plaudert
gemünlich  nach  Tische,  und  das  Geiprach,  lommt
auf  die  Nerrosität  der  Menschen.  Der  Frlomar“
sch  all  meint,  es  sei  doch  rerwunderlickh,  uie  verschiedenar#tig
  sich  diese  Nervosität  Ausurucer.  der
eine  bekomme  es  mit  dem  Augenzwinkern,  der
andere  zucke  mit  dem  Mund,  ein  dritier  trommle
mit  den  Fingern  oder  mit  den  Beinen,  ein  Vierler
  beginne  im  Jimmer  umherzulansen.  Er  solbit

Hindenburg  flege  immer  Uenn  er  nernôs
merde,  zu  pieisen.,  „Aber,  Herr  Felamarschall“:
wirst  da  ein  Ofsi  Hier  des  Stales  ein,  „olange
mir  im  Felde  sind,  habe  ich  Sie  noch  nie  pfeisen
hören!“  „Sa,  warum  denn  auch“,  versow#te
barauf  Hindenburg.  „Mich  kriegt's  bei  den  Ner

 

W  Schmiede,  Spengier,

sowie  mehrere

Hilfsarbeiter

(auch  Kriegsbeschädigte)

finden  dauernde  Beschaftigung,  Heereklieferungen.

feullerwert  u.  Elifeswaresrabrik  f.  W.  Krauth

Sad  Riliug  (oberb).

ven,  wenn  der  Bursche  das  Feuer  nicht  zumege
bringt  oder  mit  den  Türen  schmeißt.  Aber  jent,
im  Krieg?  Dau#  man  voch  nicht  nerro##n#

Kommimn.  uiu  Kommeß  bezeichnet  man  be
lannliich  allen  das,  mas  dem  Soldaten  rom
Staate  geliefert  wird;  man  spricht  von  Kommißrod,
  slieseln,  brat  usw.  Der  Auodruck  „Kom
miß“  isl  schon  sehr  alt.  Er  kommt  vom  laleini
ichen  commiltere  ubertragen,  leauf:  ragen.  il.

bedeutet  „Lieferu:  19“.  „Beim  Kommis“  (fruher
sagte  man  „in  der  LKommiß  sein)  heisn;  sich  in
klriegeizerrlicher  Verpflegung  befinden.  In  der

Reuterteftailung  Karlo  V.  wird  rerboten,  „#n
die  Kommiß  zu  greifen"“,  und  befohlen,  valles
dasjenig  ehrbarlich  zu  bezahlen,  was  aus  der
Kommiß  gegeben  wird“.  „Kommißmenger“  ge
hörten  zum  Troß  der  Heere  des  Dreißigjahrigen
Krieges;  die  Kommißordnung  war  das  Verpflegungswesen.
  In  einem  deutlschen  Schriftwerke
von  1602  bezeichnet  „die  Kommiß“  alles,  was
den  Soldaten  auögeteilt  wird.  Ein  Okerstieut
nant,  der  1623  in  Ohrdruf  einquartiert  ist,  erlundigt
  sich  nach  den  „Kommiß-  und  Tafelgeldern“.
  Kommißbrot  in  also  ein  Brot,  das,  als
die  Heere  noch  leine  Feldbädereien  mit  sich  führ
ten,  in  groser  Menge  im  (Gesch  eitsanstrage  ron
einer  Kommission  veral  jolgt  wurde.
zösische  commie  fur  Handlungösgehülfe  ist  de-——



annehmen,  daß  rund  ein  Funslel  der  Dienmäd
chen  nt,  mehr  in  häuelichen  Stellungen  be
'lraftig:  ist,  daß  alsa  etwa  200  000  Dienstmäb
i  en  ihre  n  erige  Arbeit  geändert  haben,  teils
geimwungen,  leils  ftzein  Iig.  Dazu  lomm  das
Aufhören  des  unzuges  rom  Lande  unk  die  durch
den  Mangel  an  Lehrstellen  emilant  ede  Unter
linkung  des  geschulten  Nad  wuckcsen  NA#  Haus
frauentreiien  ertönen  denn  auch  bereits  Riffe
nach  behordlichen  Maßnahmen,  um  die  Flucht
aus  dem  hauelichen  Dieust  einzuschränlen,  way
rkend  um  #ensaht  l.ier  zu  vom  enderer  Zeite  ge
rade  die  Diem.  boten  als  geeignetes  Objekt  fur
die  Heiameinnn  zum  SHilidien  in  Landwirt
ich:fl  und  eindukkrie  a  eten  und  de  nentspre
dend  geiel  che  ?e#
der  Dienrotenhaltun  1  emofol,  len  wero  en.
de  Ansichten  sind  einseitig.  Einersenn  wird  keinerlei
  Art  non  „Jwangsdieni“  bem  Tienn#
tenmangel  alhelsen  lonnen,  beionders  da  ein  Teil
der  Hausftanen  durch  die  kudfichlelose  Aus

uutzung  der  Nonjunktur  in  der  erien  Kriegorei
an  der  Abnahme  der  Dienubolen:  il  sicher  nicht

Gor

Bei-—



 

Nah.  Exped.  2620

Betonarbeiter,
Zimmerleute

und  ein
Hausmeister
8  llong  Saunen  nsn
a
ong-·  m—t1

2660

Tüchiiger

„Vollgatter-Säger

fur  dauernd  gesucht.

Sägewerk  Weiß,  München,

Aeußere  Wienerstraße  102.

 

Ramer  und
Banbilfsarbeiter
sowie  einige  Taglöhnerinnen
fünden  Beschäftigung.
Baugeschäft  Mor  Lutz,
Nosenbeim.

Torfstecher

werhen  gesucht.  1664

—

 

„  Kampfgerossen--  Veteranen-Uerein
  Rosenhein.  E.  U.

tragten“.

tünchen.  März.
100  ofsene  Stellen.

usmgelehri:

weilig  bis  160  sellensuchende

bildung  cingetreten,

Guterhaltene,  gebrauchte

zu  kaufen  gesucht.  Thereo  1  i

der  Expedition.

 

 

     

N—
□—
Stelle

sucht  in  Rosenheim  oder  Umgebung
  penf.  Gend.-Wachtmeister,!
46  Jahre,  gute  Schrift  u.  Stil  als

Buchhalter

oder  sonstigen  Vertrauensvpoften.
  Kaution  kann  gestellt
werden.  Uäh.  Exped.  260

Junges,  gebildetes  2654

Mähchen

26  Jahre,  sucht  Stelle  in  besserer
Familie.  Selbe  ist  kinderliebend,
im  Kochen  und  Schpneidern

 

SONNTAG,  den  18.  März
nachmittags  4  Uhr

#rdentliche

Generalversammlung

bewandert.  Hauptbedingung:
Familienanschluß.  Näh.  Exved.

Väherin

sucht  Heimarbeit.  2645

selben  Ursprung-  es  bezeichnei  den  „Beauf
Wo  s-t  die  Dienstmädchen“-sen

  durc—.  zurten  50  bis  70  Etellengesuche  zur
Im  erüen  und  ausa  15

zweiten  Kriegsjahres  hatte  sich  das
aus  liu  offene  Sielien  trafen  zeit

Seit  Frukjahr  1016  ill  jedoch  Wicoer  eine
und  egenwariig  zeigt  sick.
in  sast  allen  Stladten  ein  Dienuboleumang
er  vor  dem  Rriege  nur  selten  be  merkber  War.
Auf  Cuund  eingeleender  Verechnungen  dars  man

Schreibmaschine  ð

 

Näheres  in  der  Expedition.

 

im  Vereinsloksale  belm  HOFBRAU.

TAGESS-ORDNUNG:

#.  u  b.  .  I.  BErstaltung  des  Jehresberichten.  844
Chtliche-  2.  Rechnurgsablage.
3.  Neuwahl  der  Vorstandschaft  und  der  aus  dem  Aus-Nädchen



welches  die  Hausarbeit  verrichtet  und
als  Wasser-Mädchen  schon  #Uig  war,
684

schusse  ausscheldenden  Mliglleder.
4.  Wünsche  und  Anträge.
Um  zehlreiches,  pünktliches  Erschelnen  geehrter  Mit-Eliedschale
  ersucht

DlE  VORSTANDSCHAEFET

 

Shien

velches  einsach  lochen  kunn  und
—  4  wirdges  u

d  G—

 

 

nicht  unter  10  *  ren,  das  esuch
#twas  ndhen  konn,  bis  1.  Apri
edentl.  15.  sacht..
Käh  Exped.  2636
G#che  fosort  lter

 

rs##nis

Superlor-  Eahrrak  und  Näbmeschlnen.  Fahrräcer  und  ——

Srsshesl  Vvlle  Uhten,

 
  

 

Unters  als  vorsllelch  bel#sam

Nion  Lede
Sbo  und  Mssdntn  I  Inn-I
n  me  winden-r  Intuition-II
ist-lus-  ll
5.  #7

Elsenach  17

 

Sonnige  2670

Wohnung

mit  3  Zimmern,  Küche.  Im  I.  Stock,  an
luhige  Partei  bis  1.  Auril  oder  späler
zu  vermieten.  .

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Wohn,  und
Schlafzimmer

1—2  Betten,  solort  oder  bis  1.  April
zu  vermleten.  Offerten  unier  V.  2597
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Einsach  möbltertes

wird  bin  1.  April  zu  ietes  Wruche.
n  bbruie,  Of.
an  die

-
#
S’“

 

fluden  ia  ꝛd

 

intts



  
  
  

sczuldlos  in.  Ueberluffig-  Denholen  aber,  so
genannte  Luxusdienstkoten;,  Uierde  chi  mehr
tmiele  zu  sinden  sein.  Cine  meilere  zurenggein
Das  franschranlung  der  Dienstbotenballung#hane  mehn
Hätten  und  Zchäden  im  Iseinige.  #i#  die  jrei
uerbenden  Kresie  nach  Hahl  und  Airt  remiser
ügen  würd.“  Tatladhlich  nheht  hereir  ein  großer
Tei  der  2#  enitboten  iin  rlansche
Hilis  dient.  Taufede  fi###  zururiehr:  zur
Vor  dem  Krieg  tra-  ande  haren  .  der

Landwirtikaft,  andere  Tause
Induntrie  bugewendet.  Sdeu

densn
»Die  eten  "

  

Verl  Mun  is

    

ir  und  di—
otenmeien

äung  gemirit  ulu  ##ue  "
—9  #n  1un.  nr  lommenden  F  Ftubiabr  und  -
er  jedensalle  in  emem  Uutrg.  der
lhallungen,  die  Dienstbolen  heuotigen.  1
niger  als  aungenehm  sein  wird.  (Z  #K.)

FKleiws.  feuerwehr  Rosenbeim.

Sostog.  den  24.  März  1917
abends  ½8  Uhe

General-  -Versammlung

bei  Fortner,  zu  ebene#r  Eide.
Tages-Ordsung:

1.  Erstaltung  des  Jahresberichte  fär  1910.

2.  Rechnungsablage.

3.  Jahresbericht  der  Sterbekassa.

4.  Wünsche  und  Anträge.

Zihlreiches  Erscheinen  erwünscht

636  Tas  Kommando.

Vornehme  eruste  Peirat

mit  gebildelem,  charaktervollem,  kalb.  Herrn  gesetzten  Alters  und
bester  Vermögenslage  für  meine  liebe  Schwester  anzubahnen  gesucht.
  Dieselbe  ist  jugendlich,  sotte  Erscheinung,  vermögend,  er.
sahren  in  jedem  3weige  des  Hauswesens,  mu  sikalisch,  große  Nalurund
  Kunstfreundin  Berafsvermittlung  erbeten.  Berschwiegenheit
zugesichert  und  verlangt.  Geséèllige  Zuschriften  unter  „M.  J.339,

an  Haasenstein  u.  Begler.  A.-G  München  erbeien.  2457

Wohnungsanzeiger

e  Gran#-  und  Kevsbeifin##r##eseins  Nolenbein.
Ans  Wohnungen  find  ziu  vermieser:  346
Uröblinatraß=  23:  3  Zimmer,  Küche,  Keller  und  Speicher  bis

pril.
Kabl  12  à:  3  Zimmer.  Küche.  Keller  und  Speicher  bis  1.  April
Zu  erfragen  FrühlingRraße  23.

Kernseife

braucht  man  nicht,

Ur.  Greiner's  Salmial-—


(ohne  Marken)  verwendet.  Zu  haben  in  den  meisten
Kolonlalwarengeschälten,  wo  nicht,  vende  mans  sich
an  die  Fabrikoiederlage  Münchenerstrasec  13.  deselbst
werden  Bestcllungen  von  Wiederverktäufern  angenommen,
  sowie  lrobepaker  zu  60  Pfg.  versbreicht.

sie  im  haus
:  riomurise
esnsr

Jieninadchen.
Ruck

 

el,  wie  der:

 

 

 

 

 

wenn  man  2012

Dleses  Präparat  wurde  vorn  der  Preisprüfungsstelle
  begutachtet  und  pgeuehmigt.

 

 

 

J.  M.  ED  ER,  München

#m#n##es###t  14
ERSTLIN  G"-WIISEE1
in  allen  Preialigen.  48

af-Wunssch  Mratts  1#  t###l