Metadata : Tagebuchblätter. Zweiter Band. (2)

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Nummer  #  68

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ter  wädenam  16.  Jüni  auf  oer  Rackreire  von
Passau  nach  München  auch  dem  Nottol  einen
Vesuch  abstatten.  In  Pocking,  Pfcrrlirchen,  Eggenie
  elden  und  Vilebiburg  sindet  Empfang  statt.
Die  Herrs  werden  die  Fahrt  bis  Pocking
z  Atm  unternehmen  und  in  Pocking  den
Fuag  besteigen,  nachdem  sie  vorher  das  Kunstciinchan
  in  Neuburg  a.  J.  besichtig!

——  Tachrichten.

Veriin,  20.  März.  Unterm  Geburtenrü#hgang
  hat  das  Geschlecht  der  Hohenzollern
usch:  gelttten.  Der  Glücklichs'e  war  in  dieser
Berzehung  Johann  Georg,  der  in  seinem  52.
Ferud  in  dritter  Ehe  die  laum  14jährige
Prinzessin  Elisabeth  von  Anhalt  heinfführrte,
die  ihm  n  noch  zehn  Prinzen  und  Prinzessinnen
schenkte.  Die  Gesamtzahl  seiner  Kinder  betrug
  23,  und  um  für  diesen  Kindersegen  ein
eni  rechendes  Unterkommen  zu  schafsen,  wurde
oer  Mittelbau  zwischen  den  beiden  Schloßhöfen,
  der  sogen.  Lynarsche  Bau,  errichlet.
andere  Herrscher  aus  dem  Hause  Hoheniern
  erfreuten  sich  einer  stattlichen  Anzahl
on  Nachkommen,  so  Albrecht  Achilles.  der  19,
GFrir=  drich  Wilhelm  I.,  der  14,  und  der  Große
Burtürst,  der  13  Söhne  und  Tächter  sein
Eien  nannte.  Jwischen  1400  und  1700  gab
en  jũnf  Zwillingsgeburten.  Interesiant  ist,
daß  die  Gemahlin  Joachims  I.,  Elisabelh  von
Daemark,  bis  zu  ihrem  70.  Jabre  nicht  wenier
  als  70  Nachlommen  erlebt  hat.  So
rrichtet  wenigstens  die  „Lebens=  uno  Regierungsgeschichte
  der  brandenburgischen  Kurfürlen“
  aus  dem  Jahre  1

Karlsruhe,  20.  1a2.  In  der  zmeiten

Nanmer  erllirte  der  Minister  Ses  Innern  von
Be.  mann,  daß  die  Vormberg-  Kommission  ihre
Arbeiten  abgeschlossen  habe  und  zu  dem  Ergebnid
  gelommen  sei,  daß  de-  Unalick  oadurch
’  wurde.  daß  die  Schutthalde,  deren

Ficht  durch  die  Negengusse  in  der  lehten
eli  verstärlt  wurde,  einen  bedeutend  stärleren
Drut  auf  #as  infolge  der  geologischen  Veser
  nsenheit  obnes#ies  zu  Nuticungen  geneig!e
inde  ausũbte.  Tamit  sei  der  ut  ächtice  In—
mmenhang  zwischen  dem  Unalück  und  dem
lün  itlichen  Steinbruchbetriebe  ertriesen  und  zu
h  die  Vorcussetzung  für  die  vo#le  Se  #dras
Fiücht  erfüllt.  Den  Geschädigten  werre

Sigentum  abgekauft  und  ihnen  an##erdern
ayderem  Gelä#de

  
 

  

   

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ermöglicht,  ihre  Häusfer  au:
wieder  aufzubauen.
Slbing:  20.  März.  In  dem  Gymnasium
:  Marienburg  warfen  mehrere  Selunoaner
ud  auch  Lehramtslkandidaten  die  Fenster  ein.
##n  sieben  Lehrer  wurden  auch  anonmine  Briefe
mit  schmähendem  Inhalt  gelandt  Mit  einem
M#asschlüssel  wurde  das  Konferen#mimmer  geöffnet
  und  an  den  dort  liegenden  Schülerarbeiten
  Korrekturen  vorgenommen;  sogar  Eramen-=i
  5  Versebzungsarbeiten  sind  nachträglich  verbei##rt
  worden.  Die  Täter  sind  bereit  belan:
  #1  und  bestehen  meist  aus  Söhnen  angeserener
  Marienburger  Bürgerskamilien.  Einer
beteiligten  Schüler  Wollte  Subsimoro  veren,
  konnte  aber  rechtseitig  daran  gehinoert

vben.
nRom,  20.  März.  Der  bekonnte  Vulkan-5“

  scher  Professor  Mercalli,  der  Direktor  des

v-  Observatoriume,  wurde  heute  früh  als

ig  perlohlte  Leiche  in  seinem  Arbeitszimr
  in  Reapel  ausgefunden.  Eine  Petroleum-Ea#

  war  umgestürst  und  hatte  sein  Belt

i  Brand  gesetzt.  Mercalli  war  einer  der
riren  Forscher  der  Gegenvart.

Jie  gchiffslatasirophe  bei  Venedig.
Denedig,  20.  März.
häusern  sammelte  sich  im
s  eine  große  Menge  von
Luten  an,  melche  angsiooll  oie  Nadkrichten
von  den  Verunglückten  erwaiteten.  Es  wurde
ab:  noch  leine  Leiche  meiter  oufge#unden,  obgusch
  das  Wosser  in  weitem  Umkrei=  von  der
U  :  lückstelle  abgesucht  wurde.  Die  Taucher  arlei
  oten  den  ganzen  Vormittag,  um  Hebelaue
umer  dem  gesunlenen  Schüf  hindurchzuyehen.
Hinter  den  Kriegsschiffbooten,  welche  die  Unanr
  festelle  ab-perrien.  drängten“  in  Booten  zohlreishhe
  Leute,  Nesche  angstlich  auf  Nachricht  harrleu.
  Es  herrschte  eindrucksvolles  Schweigen.
Mim  hörte  nur  den  leisen  regelmäßigen  Wang
der  Taucherlustpumpe.

Ein  Taucher,  der  lange  unter  Wasser  ger
  en  war,  erzählte,  daß  er  durch  ei  Fenster

er  hinteren  Kajüte  mehrere  Leichen  in  erhre
  eifenden  Stellungen  gesehen  habe.  Ihre  Zahl
fjönne  er  nicht  angeben.  Es  steht  jetzt  fest,  daß
der  Dampfer  bei  dem  ersten  Fensler  der  hinteren
  Kajüte  durchschnitten  wurde.  So  erklärt
ez;  sich,  daß  er  im  Augenblick  sinken  mußte,
de  das  Masser  sofort  wild  in  die  Kajüte
stürzte.  Der  Steuermann  des  Dampfers  ist  entjlohen


gesunkene  Dampfer  konnte  nachmitt6
an  die  Wasseroberfläche  geboben  werden.  JZroei
weitere  Leichen  wurden  gefunden,  ooch  ist  Ihre
Identität  noch  ich-  festgestellt.  Dae  Schiff  liegt
sehr  schrän  und  ist  voli,  Schlampi.  Man  versucht,
  das  Schiff  in  das  Arsenalbassin  zu  schleppen,
  wo  man  die  letzten  Nachforschungen  nach
den  Opfern  des  Unglücks  vornehmen  wird.

Die  Blätter  bringen  zahlreiche  Einzelheiten
über  oie  Katastrophe,  bei  der  sich  ebenso  heroi-Liche,
  wie  ergreifende  Vorgönge  ab  Wiesten.  Kin

 

dor  den  Kran
#se  des  Vormi#- 



senlers  A####9

Boot  des  Kreuzers  „Ferruccfo“  nahm  eine  junge
Französin  auf,  die  unter  her  Berreißendem  Schreien
  und  wahnsinni  gem  Lächen  nach  ihren  beiden
ertrunkenen  Kindern  rief.  An  Bord  der  „Hohenzollern“
  brachte  man  einen  iungen  Ungarn,  der
seine  Frau  verloren  hat;  sie  befanoen  sich  erst
seil  vier  Tagen  auf  der  Hochzeitsreise.  Der
Schiffsleutnant  Cosse,  der  ine  Wasser  gesprungen
  war,  um  eine  jungs  Frau  zu  tetten,  wurde
von  einer  ganzen  Schar  der  Unglücklichen  umringt,
  die  sich  verzweifelt  an  ihn  llammerten
und  mit  sich  in  die  Tiese  rifsen.

Münchener  Neuigkelken.

münchen,  20.  März.  Am  22.  Mätz  findet
  in  Anwesenheit  des  Königs  und  der  Königin
  die  feierliche  Eröffnung  des  Neubanes  der
K.  Landesanstalt  für  krüppelhate  Kinder  in
München  und  der  K.  orrhdneon  schen  Kliuil  bei
dieser  Anstalt  statt.  Die  Erriehungs=  und  Unterrichtsannalt
  bietet  Raum  für  150  859-linge,
  für  die  120  Freiplätze  besteben,  die  orthopädische
  Klinik  ist  mit  90  Betlen  ausgestattet.
  Leinerzeit  ist  wegen  Stiftung  von
Leibeten  in  der  orlhovöblicen  Klinil  an  die

Opferwilligkeit  der  Kreise.  Distrilte  und  Gemeinden,

  sowie  an  die  privafe  Mildttialeit
appelliert  worden.  Dieser  Ruf  war  nicht  vergeblich.
  Von  den  Städten  hat  zwar  außer

München  nur  die  Stadt  Fürth  sich  an  der
Stiitung  von  Freibetten  beteiligt,  um  so  grsßer
  aber  ist  die  Zahl  der  von  den  Kreifen
und  Distriüten  begründelen  Freibelten.  Zur
Begründong  eines  distriktiven  Freibeltes  teat
auch  ein  Bezirks  werein  für  Wohlfahrtepfletze
bei,  andere  Vereine  oder  Genossenschafte  eu  haben
  bis  jetzt  Frcibetten  nicht  geseiftet.  Von
privater  Seile  erbielt  die  Klinik  Zuwendungen,
  deren  Eriräge,  teile  üc  allgemeine  kwecke,
teils  zur  Begründung  von  Freibetten  der  eimmi
sind.  Unter  Einrechuung  des  von  dem  König
aus  der  Rente  der  Prinzregent  Luitvold-Laude
  ctijtung  jür  den  Freibettenfonds  seen  iain
zuschusser  von  1050  Mk.  ver#üt  die  K.

Wonädicch=  Klinil  bei  der  K.  Landesanstaln  für
liii  ppelhaite  Kinder  in  München:  #zurelt  über
4371  Freibetten  für  Kinder  bis  m  14  „Jahren.
Hiermi:  ist  der  Grund  gelegt  um  die  Segnungen
  der  modernen  Otthopädie  auch  den  Bedürftigsten
  zugänglich  zu  macken.

Sayerische  Nachrichlen.

Schongau,  20.  März.  Der  verheiratete  27
Jahre  alte  Hilfsmonteur  Alois  W.  1,,  der  beim
Gieltrizitätewerl  Schongau  noci  ai  war,  geriel
  geslern  am  Schaltlast.n  in  Peiting  der  Leitung
  zu  nahe  und  wurde  vom  el.  Urischen  Strome
angenblidiich  gelötet.

Oberstidorf,  20.  März.  Knapp  dem  Tode
entronnen  ist-  ein  Mädchen  aus  Nördlungen,
das  letzter  Tage  seinen  neuen  Diensiplatz  in
einem  Hotel  bei  Oberstdorf  antreten  wollle.
Das  Mädchen  lam  vom  rechten  Wege  ab  und
sching  siatt  die  Richtung  nach  Schralienwang
jene  nach  Tiefenbach  ein,  wurde  aber  von
des  Weges  kommenden  P  ersoren  auf  den  richtigen
  Anstieg  verwiesen.  Inzwischen  trat  aber
Dunlelheit  ein  und  das  M  ädchen  kam  in  den
Schneesturm,  der  sich  erhoben  hatte  und  brach
bald  unter  einer  Tanne  ermaltet  zusammen.
Nach  einem  weiteren  Versuche,  das  Hotel  zu
erreichen,  verließen  das  Mädchen  abermals  die
Kräite;  es  sanl  nieder,  verlor  das  Vewußisein
  und  lag  die  ganze  Nacht  in  leichter  Kleidung
  in  dem  Schneewetter  draußen,  bis  anderntags
  einige  Slif  aheer  das  het  rnxn  ze
Ceschöpf,  über  das  sich  eine  leichte  Schneedeae
breitete,  ausfanden.  Besonderen  Schaden  hat
das  Mädchen  an  seiner  Gesundheit  nicht  gealimen.


Bayerisches  Dberland

ußdorf,  20.  März.  Am  Mittwoch  feierte
der  Burschenver  in  da?  Namenefeil  senes  Präses
  des  HH.  Pfarrers  Josei  Lanz.  Zu  diesem
Zuecke  versammelte  man  sich  in  großer  Zahl
mit  anderen  Gemeindeangehöriden  im  Saals  des
Schneiderschen  Gasthaufes,  der  eigensauis  Schön-#re
  deloriert  worden  isi.  Die  ganze  Feier  irug
intliären  Charakter  und  whm  einen  gediegenen
Verlauf.  Zunächst  hielt  Vorstano  Lconhard  Dettenhofer
  eine  kernige  Ansprache  in  welcher  er
dem  Präses  die  besien  Wüusche  namens  des
Vereins  und  aller  Anwesceden  entgegenbr  acht:.
Auch  die  Theatergesellschaft  wollie  bei  dieser
Feier  nicht  zurückstehen;  Meier  Schwaul  überreichte
  in  ihrem  Namen  einen  präcklll  gen  Blume  -
siranß.  Der  HH.  Präses  dankte  für  die  Ehrungen
  in  herzlichen  Worten  uno  torderte  jung  und
alt  zu  treuem  Zusammenhasten  aus.  Auch  der
übrige  Teil  des  Abends  nahm  einen  sehr  schönen
  Verlauf

Kolbermoor,  20.  März.  Im  Blütenalter
von  20½  Jahren  wurde  heute  der  Infankerist
Josef  Hammer!  zu  Grabe  getragen.  Der  Verstorbene
  rückte  im  Herbst  vorigen  Jahres  zum
l.  Insanterieregiment  in  Metz  ein.  An  einer
schweren  Kranlheit  (Lungen-  und  Ripvenfellentzündung)
  starb  er  im  Garnisonslazarett  zu
Metz  am  17.  März.  Auf  Verlangen  einer
Eltern  d  e  er  in  Eine  Heimat  nach  Kolbermoor
  verblacht,  wo  er  am  Donnerstag  unter
Begleitung  von  4  Infanteristen  und  eines  Unteroffiyiers
  eintraf.  Die  beiden  hiesigen  Veieranenvereine
  mit  HH.  Kaplan  ie  sowie

 

"1

 

fast  die  ganze  Einwohnerschaft  Kolbermoors
erwiesen  dem  Dahingeschiedenen  die  lehte  Ehre.

Bad  Aibling,  20.  März.  Die  Frühsahrskontrolsvorsammlungen
  im  Jahre  1914  finden
statt:  in  Kolbermoor  am  14.  Aprii  im  Gastaus
  zum  Löwenbräu.  Vorm.  8.30  Uhr  für  die
Kontrollpflichtigen  d  der  Gemeinden  Aijing,  Pang
und  die  Reservisten  der  Gemeinde  Kolbermoor.
Rehm.  1  Uhr  für  die  Landwehrleute  1.  Aufebol#e,

  die  Ersatzreservisten,  die  zur  Dieposition
ver  Ersatzbehörden  Entlassenen  und  die  Dispo-Ltionsurlauber
  der  Gemeinde  Kolbermoor.  In
Feilndach  am  15.  April  im  Dasthau:  zum
alicn  Wirt.  Vorm.  9.30  Uhr  zür  die  Kontrollpflichtigen
  der  Gemeinden  Feilndach,  Litzldoecf
und  10.0.08  Aibling  am  16.  Abrl  dv.1  6
ren  S.ak  hes  Schuhbräu-  Kellers.  Va#m.  9  Uhr
für  jämtiche  Kontrollpflichtigen  der  Gemeinden
  Ellmasen.  Mietraching  und  Willing  und
die  Reserviften  bes  Magistrats  Aibling.  Nachm.
1  Uhr  für  die  Landw  ebrleute  1  Aufgebats,  die
Ersatzreservisten,  die  zur  Di—  position  der  Ersatzbehörden
  Eullassenen  und  die  Disposilions  zurlauber
  vom  Magistrat  Aibling.  In  Beuckmühl
am  17.  April  im  Gasthaus  #de:  Seb.  Garnreiler.
  Vorin.  9  Uhr  für  die  Kontroltoflichtigen
der  Gemeinde  Kirchdorf  a.  H.  Naciini.  1.30
Uhr  für  die  Kontrolkpflichtisen  der  iai  de
Holzham,  Götting  und  Voegen.  In  Feldlir—
chen  am  18.  April  im  Gasthaufe  von  Mareis.
Vorm.  9.30  Uhr  für  die  Kont  trolln,  chtigen  der  Gemeinden
  Feldlirchen,  Helsendorf  und  Höhenrain.
  JIn  Ostermünchen  am  20.  April  im  Gasthaus
  von  Alois  Kalteis.  Vorm.  9  Uhr  für
die  Kontrollpflichtigen  der  Gemein.  n  Tuntenhaufen
  und  Beyharting.  Nachm  1.20  Uhr  für
die  Kontrollpflichtigen  der  Gem.  inden  Hohenthenn
  und  Tattenhausen

Reichersdorf,  20.  März.
verichied  der  d58jährige  Oesonom  INeiĩ  Strahz
meier  zum  Schäffler  in  Niler-dool.  Der  Verstorbene
  war  früher  18  Kayhre  An  schußmitglied
der  Gemeindeverwaltung,  Jahre  Waisenrat,
seit  Gründung  der  Darlehen  lassenvereine  und
seit  nahemn  6  Jahren  Vorsteher  der  Vorstande
venannien  Ver.  ins.  Der  peaiteren  war  er  Mitalled
  der  Weidegenossenschaft  Neulirchen  und
Vertrauenoemann  des  Landwirtsch.  Zuchtvereins
Mierdach.

Hrien,  20.  März.  Gestohlen  wurde  am
10  März  1914  nachts  9  Uhr  aus  dem  Hausgang
  der  Heubergerschen  Wirtichait  in  Hemhoi,
  Ger.  Prien,  ein  Fahrrad,  Mar'e  „Mars“,
mit  schwarzem  Rahnienban,  schpa####er  Felgen
mit  blauen  Streisen,  Ichwaczem  Fotschützer,
schwarzen  Griffen,  auschörte  aebogener  Lenkstunge,
  Freilauf  mit  der  Aufschrift  „Diamank",
Werkzengtasche  mit  Flickkeug  und  Schraubenschlüssel
  und  ohne  Glock.  Das  Rad  war  neu
emailliert.  Vom  Dieb  hat  man  leine  Spur,
weshalb  sachdienliche  Mitteilungen  an  dis#e
nächste  Polizeibehörde  gemacht  werden  wollen.

Hrien,  20.  März.  In  einer  der  lehzten
Nächte  wurde  in  die  zurzeit  unbewohnte  Villa
des  Selretärs  Ordnung  in  Stock  eingebrochen.
In  der  letzten  Zeit  sind  in  hiesiger  egend  v2
mehrsach  Villeneinbrüche  verübt  worden,  ohne
daß  der  Täter  ermittelt  worden  wäre.

Traunstein,  20.  März.  Der  „Reichenb.
Grenzb.“  schreibt:  „Wie  wir  erfahren,  haben
die  eifrig  tätigen  Mitglieder  des  Feuerbestattungsvereins
  bereits  einen  Kostenvoranschlag  uno
Plan  für  ein  Krematorium  en  Traunstein  durch
eine  Stuttgarter  Firma  audarbeiten  lassen.  Die
Anlage  würde  sich  demnach  auf  18  000  Mark
stellen,  doch  sind  unter  der  Mitgliedschaft  seilbsft
bieher  nur  3000  Marl  ausgebracht  worden.  Dies
bedeutet  voraussichliich  ein  Scheitern  ves  Projelts,
  zumal  sich  selbsi  unter  den  eigenen  Reihen
Personen  befinden,  vie  leinen  Pfennig  für  den
gedachten  Zweck  zur  Verfügung  stellen,  weil
sie  einerieits  die  Auassichtslosigleit  einsehen,  andererseits
  der  Verneinung  der  Bedürfniefrage
rückhaltlos  zustimmen.  Es  ist  von  der  zuständigen
Stelle  (Stadtvertretung  usw.)  aller  Voraussicht
nach  auch  lein  Enige  genkommen  zu  erwarten.“
Die  gonze  Frage  ist  also  von  vornherein  auf
ein  totes  Eeleise  gelommen.  Ums  —

 
 

Heute  morgen

 

Der  sohmersahrplan.
Eine  Bitte  um  Abhilfe.
Rosenbeim,  21.  März.

Im  künftigen  Sommerfahrplan  triti  wieder
jener  leidige,  olfmals  gerügte  Zustand  aul.
daß  der  ersie  Unterwegs-  Tachmittage  zug  nach
Salzburg  viel  zu  früh  nachm.),  *
nächsie  aber  viel  zu  och  50  nachm.)  gefahren
  wird.

Früher  nies  man  darauf  hin,  daß  Zug
807  um  12.50  Uhr  nachm.  eine  Forksetzun
des  Schnellzuges  26  (München-Kufstein)  nach
den  kleinen  Stationen  der  Strecke  nach  Salzburg
  darstelle.  Nun  hat  aber  Zug  26  schon
voriges  Jahr  eine  wesentlich  frühere  Lage  erhalten
  (9  osenheim  an  10.43  Uhr  vorm.).  An
seine  Stelle  ist  der  neue,  verbindun  eereiche
Schnellmg  24  getreten  (Rosenheim  gegenwärtig
an  2.15.  künftig  10  Milnuten  später).

Der  Postzug  307  ist  aber  in  seiner  frühe.
rten  Lage  um  12.50  nachm.  verblieben.  Er
lann  von  München  her  keinen  Verkehr  weilerleiten,
  da  burzeit  des  Zuges  26  der  Schn-1-zug
  55  selbst  nach  Salzburg  verkehrt  und  in
det  Zoischenzeit  kein  Zug  von  München  her
eintrifft.

Rosenheim  und  Umgebung  hat  ltets  gegen

 

Sonntas,  2  22.  März  1914

die  zu  srühe  Lage  des  Zuges  507)  gekämot.
da  man  zu  einer  Fahrt  an  den  Einche  (Stefanslirchen,
  Krottenmühl)  und  an  den  Chiemsee
  (Rimsting,  Gstad,  Breikbrunn),  ferner.  zu
Neineren=  Touren  nach  Endorf,  Bernau,  1  "4
so  früh  nicht  fahren  will.  Von  Unterwegel
  orlen  an  der  Kufsteiner-,  Holzkicchnerund
  Münchner  Strecke  noch  nachmittags  nach
obengenannten  Gebieten  zu  gelangen,  ist  unmöglich.
  Auch  die  rücklehrenden  Lanoleute
wollen  um  12.50  nachm.  nicht  beimfahren,  da
sie  nach  erledigtem  Gesch  äft  doch  auch  essen  und
einkaufen  wollen.

(ber  auch  für  den  weiter  herlommenden  Reisenoen
  ergeben  sich  Schwierigkeilen.  S#  wird
man,  wenn  man  in  München  mit  Schne##zwug  24
abfährt,  in  Rosenheim  von  2.25  nachm.  bie  q.50
nachm.  warten  müssen,  um  endlich  ab  nds  von
5  —  Uhr  am  Simosee  (Krottenmühl)  und
Chiemsee  (Rimsting)  zu  „landen“.  Da  elbe  eraibt
  sich  für  Reisende  von  Bad  Aibling.  Been.
nenburg,  Grafing.  Diefe  menigen  Kilometer
entwickeln  sich  daher  zu  einer  ganz  unerwarteten
Tagesreise,  zu  welcher  mon  Werttags  in  München
  längstens  um  9.40  vo#rm.,  in  Bad  Aibling
um  10.24  rorm.,  in  Vrannenburg  um  10.11
vorm.und  in  Grabing  (Bhf.)  um  9.31  vorm.
antreien  muß.  d  h.  man  unterläßt  die  Fahrt
außer  bei  dringenden  Angelegenheiten.

Schnellzug  19  kommt  nicht  in  Betracht.  da  er
nur  in  Prien,  Traunstein  anhält,  somit  dem
Fernverkehr  dient.  An  Sonntagen  aerdings
  wird  man  bie  Uebersee  auch  von  3g.  19
und  23  Anschluß  in  Noienheim  erreichen

Und  doch  läge  einc  einsacke  Negeiung  des
lläglichen  Zustander  sehr  nahe.  Man  führe
cinjach  den  in  Nosenheim  ozusagen  in  oer
Luit  endigenden  Postzug  809  nach  Sal'vurg
dirrch,  anschließend  an  Schneiling  24  (Nosenheim
  ab  2.35  nachm)  und  lasse  den  Jug  807
ausfallen.  An  Sonntagen  aber  lasse  man  den
H#rgenwärtig  eingesetzten  Nahzug  nach  Ueberjee
  schon  um  1.00  nachm.  abgehen.  Durch  diesen
  Austausch  wären  mit  einem  Male  alle
/  Vierigleilen,  auch  für  die  Holilirchener-,  Kufeiner

  und  Münchener  Linie  behoben.  Ebenso
T##eswänden  die  Mängel  im  Paslverkehr,  welc;e
  voriges  Jahr  zu  Beninn  des  Winkerfahranes
  so  erregte  Zuschritten  gezeilss"  hatten,
dn  die  Fahrpläne  der  Seitenbahnen  nur  leine
Verschiebungen  bräuchten.

Die  Eisenbahnbebörden  werden  die  Unhaltbacleil
  des  gegenwärtigen  eustandez  anerlennen
müssen.  Ein  großes  Gebiet  wird  ourch  die
satlsche  Lage  des  Zuges  897  von  Ausflüglern
und  Reisenden  völiig  abgesperrt.  Es  wird  hiemit
  um  Abhilfe  gebeten.

 

—
2
#

 

tiommunules.
Sitzung  des  Magistrats-Kollegiums
Rosenheim.
Samstag,  den  21  Käkxzz  1914,
vormittags  9  Uhr.

Vorsitzender:  K.  Hofrat  Bürgermeisier  Wüst.

Der  Vorsitzende  gibt  Pie  Beschlüsse  aus  der
leuten  Sitzung  dee  Koeulegjums  der  Gemeinde-I
  Follmächtigten  belannt.  Ang#  idte  der  Mehreit,

  mit  welcher  der  Beisck  zuß  über  oie  Zurück.
srellung  der  Verlegung  der  Gasleftung  in  der
Prinzregentenstraße  gesaßt  wurde,  beantragt
c.  dem  Beschlusse  der  G.-B.  beizutreten.  M.-R.
Kaumann  spricht  sein  Befremden  darüber  aus.
doß  die  Gemeindebevollmächtigten  über  die  Gara:
  niefrage  für  die  Verzinkung  des  Anlagekapitals
  gänzlich  hinwengegangen  seien.  Die  Umlagen
  zahler  hälten  schon  Zehr  Rücsicht  erwarler
  lömen.  Der  Magsstera“  beschießt,  dem  Besclusse
  der  G.-B.  beizutreten.

Der  Orchesterverein  tadet  zu  seinem  Frühjahrslonzert
  ein.

Wegen  der  Schule  im  Sedarkof  wird  jür  die
Sedanstrahe  ein  Gebot  betr.  Langsamfahren
der  Witomobile  erlassen.  Cntiprechende  Tafe.  n
sollen  an  den  zwei  Strabenenden  aufaestellt
werden.

Das  k.  Bezirksamt  beabsichtigt,  einen  Vor-Lag
  über  heimische  Bauweise  zu  veranstalten.

Es  ladet  den  Maygistrat  ein,  un  Vortrag  geinsdeinia
  abzuhalten.  Der  Magsstrat  ist
damit  einverstanden.  Der  Vortrag  sindet  om
29.  März,  vorm.  10½  Uhr,  im  Hotel  „Deutscher
  Kaiser“  statt.

Ueber  bessere  Instandsetzung  der  Küpferlingstraße
  jenseits  des  Schützenhaufes  lie  It  ein  Gesuch
  vor.  Die  Vaukommission  will  diesen  Teil
der  Straße  in  den  Unterhalt  der  Staot  übernommen
  sehen.  Der  Maaistrat  ist  damit  einverts
  Einstweilen  werden  100  Mark  eingeeßt


Die  Viehausstellung  beim  Vollsfelt  soll  mit
der  Eeflügel-  und  Landesproduktenausstellung
auf  der  Wiese  in  der  Ellmatjerstcatze  abgehalten
werden.  Für  die  Viehhalle,  die  200  Stück  Vieh
uunfassen.  joll  werden  6000  Mark  bewirligt;
etwa  2000  Mk.  werden  durch  Eintrittogelder
hedeckt.  0  ist  eine  Erweiterung  der
Zelthalle  auf  230  Stück  Vieh  erfordertich.  Nä-Hunen“
  Bericht  lassen  wir  an  anderer  Stelle

e

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S

ie  Firmo  Mammroth  ist  in  Konkurs.  Die
Waren  sollen  versteigert  werden.  Sie  *
den  Betrag  von  etwa  6000  Mark.  In  der  Debatte
  wurde  erwähnt,  daß  es  sich  um  eine  Firma
handle,  die  überall  Filialen  errichten,  auch
wenn  "6.  bald  wieder  aufhbren.  Man  könne
doch  nicht  um  8000  Mr.  Waren  hier  perram-