Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Lbrig  bleiben  10  340  7000  -  3340  Pfunð!!

Das  ist  etwa  1n  der  gesamten  Sleischmenge,

also  noch  ein  Fleischgewicht,  das  für  d

“slD  des  festgesetzten  Bedarfs  von  feled
0000  Personen  ausreichen  würde.

Nicht  nur  bleibt  dem  entgegen  von  der  verfügbaren
  Fleischmenge  nichts  übrig,  sondern  es
kann  sogar  die  der  Beoölkerung  gemäß  den  Ver.
ordnungen  zustehender  Fleischmenge  nicht  einmal
regelmäb,ig  zugeteilt  werden.

Es  fragt  sich  nun,  wohin  verschwindet  dieses

Fleisch?  Die  Bevölleru  rung  hat  ein  Anrecht
dmauf  daß  diese  Frage  durch  die  zuständige
Stelle  brantwortet  wird.

Also  lantel  eine  an  uns  gerichtete  Zusckrift.
Zu  berücksicktigen  ist  hiebei  noch,  daß  Fieisch
nelen  den  Metgern  auch  einer  Reihe  von  Gastwirten
  zugen  iesen  wird.  1

Ha#del,  Judusteie  und  Gew  erb

Erhöhung  des  Preises  für

Zeitungspapier?  Die  „Münchner  Post“
hatie  gemeldet,  daß  man  sich  bei  der  Kriegswirtschaftsstelle
  in  Berlin  mit  einer  neuen  ganz
bedeutenden  Erhöhung  des  Preises  für  Zeilungedrudopapier
  beschäftige,  mit  der  eine  neue
Einschränkung  des  Umfanges  der  Zeitungen
gleichgeitig  erfolgen  soll.  Wie  die  „M.  A.  A.“
erfährt,  ist  im  Reichsamt  des  Innern,  wo  man
davon  Kenntnis  haben  müßte,  von  einer  derartigen
  Absicht  nichts  bekamm;  die  Meldung  der
„M.  P.“  scheint  also  unzutreffend  zu  sern.

Akt.Ges.  für  Maschinenparier-Fabrikation
  in  Aschaffenburg.  Der  Aufsichterat
  har  in  seiner  Situng  am  23.  März  beschlossen,
  der  auf  den  19.  April  nach  Aschaffenhurg
  einzuberusenden  Generalversammlung  die
Verteilung  einer  Dividende  von  8  Vrozent  in
Vorschlag  zu  bringen.  Außerdem  soll  der  Ge.
neralversammiung  die  Erhöhung  des  Aktien.
lapitals  um  6  Mill.  Mart  ab  1.  Januar  1917
dividendenberecktigter  Aklien  vorgeschlagen  wer.
den.  Bekanntlich  muite  im  Jahre  1915  die
A.-G.  für  Maschine:  parierfabrit  alion  in  Aschaoffenburg
  einer  durchgreisenden  Sanierung  unterzogen
  werden.  mobdei  das  Aktienkapital  von
12  Mill.  auf  die  Hälfte  herabgesetzt  wurde.  Aus
dem  Buchgewinn  wurde  die  Unterbilanz  aus
1911  von  6  504  741  Mk.,  nachdem  davon
2  765  135  Mk.  durch  die  vorhandenen  Reser.
ven  gedeckt  waren,  vollständig  gelilgt  und
darüber  hinaus  noch  ein  Kriegesreservefonds  von
2250  297  Mk.  geschaffen.  Das  Geschäftsjahr
1915  hatte  mit  einem  Verlust  von  747022  Mk.
atgeschlossen,  der  auf  neue  Rechnung  vorgetragen
  worden  war.  Dieser  Verlustvortrag  konnte
in  1916  nicht  nur  getilgt  werden.  sondern  die
Verwaltung  ist  auch  noch  in  der  Lage,  eine  Di.
vidende  von  8  Prozent  vorzuschlagen,  d.  -h.  zu
dem  Saß  zurückzukehren,  der  vor  der  Sanie.
rung  lange  Zeit  hindurch  regelmäßig  zur  Ausschutmung
  gebrackt  worden  war.  Außerdem  soll
das  Kapizal  wieder  auf  12  Mill.  Mark  erhöht
werden.  Es  ist  zu  erwarten,  daß  neben  der  Dividende,
  die  380½.0  Mk.  erfordert,  auch  noch
reichliche  NReserveslellungen  vorgenommen  wur.
den,  umsomehr  a.ls  aufer  der  erwahnien  Kriegsreserve
  die  Gesell  schaft  zurzeit  über  keine  andren
n“nBeeer#  een  verfugt,  andetieits  in
versch  denen  ihrer  Engagements  ein  betradiilt.
de#  Risiko  liegt.

Aus  dem  Gerschtssaol.

Scmmuggel  mit  Lebensmittekn.
würzburg,  25.  März:z.  Einen  lebhaften  Ledenemiteischmuggel
  trieb  die  Avothekersganin
Luise  Baper  von  bier  nach  Berlin,  bis  ihr.  die
VPolizei  das  Handwerk  im  Januar  legie.  Vor
dem  Wür#turger  (LTericht  wurde  feungeitellt,  daß
—  Iertens  einen  Jentner  Schinken.
das  u  zu  5.50  Mark.  ferner  Eier,  das  Stück
zu  30  Pfg.  und  Kafe  das  Pfund  zu  3Z#  Mk.  nach
Berlin  verkaufte.  Wegen  verbotener  Ausfuhr
und  Hôd  Koreisüberschreitung  erhielt  sie  ein  Modia’

  (Hefängnis  und  1401  Mk.  Geldftrafe.

Der  Hauptmann  von  Köpenick.
Köin,  25.  März.  Der  Hauptmann  von  Körenick
  hat  mir  vorgeschwebt,  ertlärte  der  Schuhmader
  Johann  Kirtz  vor  der  Kolner  Staf.
tammer,  ich  wollte  eme  groe  Sacle  machen.  Der
Angeklaqie  batte  sich  eine  alte  Zollrewifor-  Uniform
  besckafft,  sich  mit  Hirschfänger  und  Revol
ver  bmaffnet  u.  zur  holland.  OGrenze  begeben,
wo  er  scenuggelnde  Frauen  abfing  und  ihnen  die
ebeeninel  abnahm.  Ms  Gehilfen  hatte  er  sei-Sohn
  mitgenommen.  Mit  den  „reschlagvohmen
  Waren  betrieben  beide  einen  um.
fangreichen  Handel.  Kirz  wurde  zu  2  Jahren,
sein  Sohn  zu  3  Mona#en  Gefängnis  verurileilt.

11  0Cverrdorbene  Schinken.

Hannover,  23.  Maerz.  Der  Kaufmann
Klümper  aues  Schuttorf  harte  1915  etma  11  00
Schinken  auf  Lager,  die  zum  größten  Teil  ver.
dorben  waren.  Er  sie  ins  Kohlenre.
roVermhnih  na  ch  Bochum,  u.  ließ  sie  dort
*  von  2—  Stück  durch  einen  Gerichsdolhieher
  verheigern.  Die  Leute  kamen
zu  ife  von  11  —i10  MF.  zu  einem  Schinden
  und  glaubten.  ein  guse  (###schift  gemucht  zu
tal  —  —  ———  Enltauschung,
·  -chnqd--f-hleltessthE-Ida3
die  Wien  tot-I  verdorben  waren.  Kark
—  —  Aleilch  mat  gtau,  pollig  minbe

 

 

#77•#  1  1.

 

und  durch  und  durch  von  Würmern  durchsetzt

und  in  hohem  Grade  gesundheitsschädlich.  Das

Erict  erkannte  auf  eine  Geldstrafe  von  1500
ark.

Der  We  likrieg
¶Drahtberichl.
Die  Lage  im  Westen.

Genf,  27.  März.  Die  vom  Kaiser  an
Hindenburg  gerichteten  anerkennenden  Worte
reranlaßten  den  Fachkritiker  Russet  zu  bemerken,
  daß  Hindenburg  und  Ludendorff  in  der
Tat  wegen  der  geschickten,  rechtzeitigen  Ausführung
  der  Frontveränderung  das  Lob  ihres
olersten  Kriegsherrn  verdient  haben.  —  Aller.
dings  hätten  beide,  so  fügt  Herve  in  seiner
„Victoire“  hinzu,  nicht  so  leichtes  Sptel  gehabt.
wenn  die  englischen  und  französischen  Hrerführer
vor  einer  Woche  den  rechten  Wagemut  gezeigt
häuten.  Vielleicht  wären  damals  die  deutschen
Vewegungen  empfindlich  gestört  worden.  Heute,
nachdem  die  Deutschen  ihre  vorbereiteten  Stellungen
  ungestört  bezogen  haben,  ü#t  Vorsicht  sei.
tens  der  Entente-Leitung  am  Platze.
Aenderung  der  französischen

Verfassung?

Bern,  27.  März.  Der  „Nappel“  fordert
die  Veräuorrung  der  französischen  Verfassung
nach  amerikanischem  Muster.  Es  müsse  ein  aus
Mitgliedern,  die  auf  Lebenszeit  gewählt  sind,
le#tehender  Oberhof  geschaffen  werden,  der
über  dem  Parlament  steht,  damit  die  parlamen.
tarischen  Strömungen  nicht  Treibereien  unterworfen
  seien.  Jetzt  seien  zahlreiche  Interessen
der  Banken  und  Syndikate,  sowie  der  Presse  im.
stande,  die  Regierung  zu  beeinflussen.  Durch  Er.
richtung  eines  Oberhofes  würden  nur  die  höck.
sten  Interessen  des  Landes  zur  Geltung  kommen.

*  "

Frlebensangebel  und  russesche

Revolullon.

Berlin.  27.  März.  Zu  einem  Artikel  der
„Neuen  Politisaen  Korrespondenz“,  worin  die
efchtung  ausgesprocken  wird,  daß  der  Kanz.
ler  die  russische  Revolution  zu  einem  Friedens
angebot  an  die  Eieme  benützen  würde,  schreibt
die  „Berl.  Morgenpost“:  Es  müssen  ja  sehr  erklusive
  Kreise  sein,  in  denen  Befürchtungen  für
einen  baldigen  Frieden  dem  Vrrfasser  dieser
Notiz  zu  Ohren  gekommen  sind.  Die  von  ihm
gebrauchten  Einschränkungen  konnen-  an  der  Tat.
sache  nichts  ändern,  was  hier  dem  Reich-skanzler
unterschoben  wird.  Den  gewaltigen  Krieg  fortiusetzen
  bP#5  zu  einem  alie  weitschweisenden  Er.
oberrungexlan#  gewisser  Kreise  erfüllenden  Fric.
densschlus,  dazu  wird  sich  Herr  von  Bethmam
Hollmweg  ja  am  Freitag  ohnehin  im  Reichstag
aui  ern.  Und  wir  werden  nach  seiner  ganzen
Denkungsart  wohl  annehmen  dürfen,  in  einem
Sinne,  der  dem  Verfasser  dieses,  zu  einem
durdsichtigen  Zwecke  ausgestreckten  Fühlers
nickt  gesallen  dürfe.  Im  übrigen  ist  das  Ein
zige.  was  wir  von  der  russischen  Revolution  si
cker  wissen,  die  Unsicherheit  ihres  weiteren
Verlaufes  und  Ausgauges

P##she  in  hur  Wr.
Terpedo-Boote.

W  Tn.  Berlin,  27.  März.  Amtlich.  Einer
unserer  Torpedobootverbände  hat  in  der  Nacht
vom  25.  zum  26.  März  die  Anlagen  des
Kriegshafens  von  Dünkirchen  auf  nahe  Err#fernung
  mit  erwa  20/  Schuß  beschosien.  Feindliche
Seeitreitträfte  wurden  nirgends  angetroffen.
Unsere  Boote  ünd  untehelligt  wieder  einge
rückt.

Der  Chef  des  Admiralitabes  der  Manrine.

Der  —  an  Anerm.

Schweizerische  Vermittlung?

Bern,  27.  März.  Die  Agencia  Radio  erfährt
  aus  Neuyork:  Cerüuchte  über  verschiedene
Versuche,  zwischen  Deutschland  und  den  Vereinig-1en
  St#aten  zu  vermitteln,  waren  am  22.  Masz
im  Umlauf  und  erhiekten  sich  mit  großer  Hartnäckigkeit.
  Der  Vertreter  der  Agentur  Radio
bemerkt  daju,  daß  die  genannte  neutrale  Macht
wahrschemlich  die  Schweiz  sei.  Sie  fei  tatsächlich
in  Begriffe,  ein  Wermilllungsangebat  zu  machen-
  Angesichts  dessen  muß  ernent  betont
werden,  daß  es  fur  Deutschland  ein  Zurück  nicht
———————

 

 

Amerikas  Kriegsstimmung.

Ge  uf,  27.  März.  Eine  vom  Wrrein  Lieder.
klranz  in  Neuyork  veranstaltete  Versammlung,
in  welcher  der  Deutsch-Amerikaner  Dr.  von  Mach
namens  der  Kriegsgegner  das  Wort  nahm,  bietet
  den  Organen  Wilsons  Anlaß  zu  neuen  hef.
tigen  Angriffen  gegen  die  Friedensfreunde.  Der
„Matin“  hebt  aus  der  Rede  v.  Machs  hervor,
dah  er  auf  unvermeidliche  innere  Wirren  in  den
Vereinigten  Staaten  als  Folge  einer  übereilten
Kriegepolitik  hingewiesen  habe.

1  r
das  rusfische  Duitcheinander.
Rücktritt  des  russischen  Generals
Everth.
Genf,  27.  März.  Nach  Meldungen  aus  Rußland
  hat  General  Everth,  Kommandierender  an
der  Weslfront,  der  provisorischen  Regierung  seiine
  Entlassung  eingereicht.  Von  Everths  Nachfolger,
  General  Lestschinsly,  erwartet  man  einen
entscheidenden  Einfluß  auf  das  Offizierkorps  der
vormals  Everthschen  Armee-Gruppe.

Dierussische  Nahrungsmittelnot.

Stockholm,  27.  März.  In  der  Nahrungs.
mittelfrage  spielt  die  neue  Regierung  tatsächlich
va  banquc.  Die  russischen  amtlichen  Meldungen
über  gewaltige  Mehltransporte  nach  Petersburg
  und  Moskau  sind  lügnerisch;  denn  trotz
aller  Anstrengungen  haben  die  Essenbahnen  in
der  allerfüngsten  Zeit  täglich  mur  durchschnittlich
60  Waggons  Getreide  und  Mehl  nach  Peterskurg

  und  etwa  40  Waggons  nach  Moskau

transportieren  können.  Um  nicht  neue  Brotkra.
walle  hervorzurufen,  hat  sich  die  Regierung  ge.
nötigt  gesehen,  die  in  Petersburg  und  Moskau
befindlichen  Intendantur-  und  Reservemagazine
völlig  zu  leeren  und  die  Beftände  der  Zivilbevollerung
  zur  Verfügung  zu  sielien:  geradezu
ein  Verzweiflungsalt;  denn  wenn  der  Eisenbahn.
verkehr  aus  irgend  welchen  Gründen  für  einige
Tage  versagt,  ist  Petersburg  völlig  dem  Hunger
  ausgesetzt.

 

——

Ein  Prophezeiungsschwindel.  In
Müncen  geht  ein  Schriftnüc  von  Hand  zu
Hand,  das  angeblich  die  Absrchrift  einer  beim
Umbau  der  Hl.-Krenz  Kirche  in  Wesmar  ausgesundenen
  Prophezeiung  eines  Mönches  aus  dem
Jahre  1701  ist,  die  unter  Glas  u.  Rahmen
im  Rathause  zu  Wismar  hängen  soll.  Die  „Prophezeiung“,
  die  von  einer  Kriegsdauer  von  3
Jahren  5  Monaten,  selbitsahrenden  Wagen,
seurigen  Luftdrachen  u.  a.  spricht  und  bei  aufmerlsamem
  Durchlesen  als  Fälschung  zu  erkennen
  ist.  ist  auch  in  einer  Reihe  von  anderen
Orten  bekannt  geworden  und  hat  so  viele  Rückfragen
  an  den  Magütrat  von  Wismar  veran.
laßt,  daß  dieser  die  Anwort  gleich  auf  Vorrat
drucken  ließ:  Die  Wahrsageschrift  ist  in  Wismar
  unbekannt;  es  handelt  sich  um  einen
Schwindel,  den  auch  schon  gewissenlose  Kolrorteure
  ausbeuten.

Eine  wenig  belannte  Tat  des  Gra
fe  n  Zeppelin  berichtet  Friedrich  Regensberg
in  seiner  Geschichte  des  Mainfeldzuges.  Es  war
wärend  des  Gefed.ts  von  Aschaffenburg  am  14.

Juli  1866.  Die  Preußen  hatten  die  Schlacht  be.
reits  gewonnen,  als  im  Laufe  des  Vormittags
die  Brigade  Baumbach  der  1.  württembergischen
Division  über  Algenau  nach  Aschaffenburg  marschierle,
  um  den  Oesterreichern  noch  Unterstützung
zu  bringen.  Bei  Algenau  vernahm  man  Kanonendonner
  und  beschleunigte  den  Marsch,  allein
über  Dettingen,  11  Kilometer  nördlich  von
Aschaffenburg  hinaus,  kamen  den  Truppen  bereits
  Versorengte  entgegen,  und  als  kurz  darauf
der  Wefechtslärm  verstummte,  wurde  der  Marsch
unterbrochen.  Bald  darauf  sah  man  auf  dem  an.
veren  Ufer  die  Hessen  nach  Seligenstadt  zurück.
iluten.  Was  war  geschehen?  Rasch  entschlossen
schwamm  der  dama##ge  Generalst  abshauptmann
und  Flügeladjutant  Graf  Zeppelin  in  voller
Ausrüstung  über  den  reißenden  Strom  und
brachte  die  Kunde  von  dem  üblen  Stande  der
Dinge  bei  Aschaffenburg  zurück.  General  von
Baumbach  führte  sen  Brigade  schleunigst  nach
Hanau  zurück,  wo  sie  auf  einer  Pontonbrücke  das
schutzende  südliche  Mainufer  erreichte.  Ohne  die
entschlossene  kühne  Tat  des  Erafen  Zeppelin
wäre  die  ganze  Brigade  unvorbereitet  bei
Aschaffenburg  in  die  Hände  der  Preußen  uno
wahrscheinlich  in  Gefangenschaft  geraten.

Rücksichtsvoll.  Gast:  Jeyt  soll  ich  auf
eimmal  acht  Glas  Bier  getrunken  haben;  warum
sagten  Sie  denn  eben  vier,  als  ich  Sie  fragle?
Kellnetin:  Wissen  —“,  weil  die  Dam'  mit  dem
bösen  Gesicht  hier  am  Tisch  gelessen  ist
ich  hab'’  g9’'meint,  das  sei  die  Frau  Gemahlin  ge-4

  -  —  —"  —-  4

 

An  bemn  Beittsami##hte.

Bekreff:  Gerkehr  mil  Brolgelreide  und  Mehl.

Das  lgl.  Bezirksamt  Rosenheim  erläht  auf
Grund  des  §  49  der  Bundesratsverordnung
über  Brotgetreide  und  Mehl  aus  der  Ernte  1916
vom  29.  Juni  1916  folgende  Anordnung:

1.  Mit  Rücksicht  auf  die  Knaxpheit  der  Vorräte
  an  Weizenmehl  wird  die  He  n##l  ng
von  Semmeln  verboten.  E  va
mehr  Roggenbrot  in  den  inesehren  A##t
von  566,  1400  und  2800  Gramm  hergefkellt
werden.

2.  Die  Beimengung  von  Weizenmehl
  zum  Vongenmebtitt  den  Bäckern  u.
ose  untersagt.

3.  Weizenmehl  darf  von  den  Bäckern  und
Mehlhändlern  nur  gegen  oie  mit  schwarzem
Rand  versehenen  Marken,  deren  Aufdruck
  auf  200  Gramm  Mehl  oder  260  Gramm
Brot  lautet,  abgegeben  werden.

4.  Gegen  die  mit  dem  Aufdruck  „280  Gramm
Brot“  rersehenen  Marken  lönnen  auch  je  20
Gramm  Roggenmehl  abgegeben  werden.

5.  Die  Bäcker  und  Mehlhändler  haben  die
mit  schwarzem  Rand  versehenen  Marken  getrennl
von  den  übrigen  Marken  bei  der  Geschäftsstelle
des  Kommunalrerbandes  einzuliefern.  a  e:
dem  einzelnen  Bäcker  und  Mehlhändser  schwer
fallen  wird,  die  zum  Bezuge  von  einem  Doppelzentner
  Weizenmehl  erforderlichen  Marken  zusammenzubringen,
  empfiehlt  es  sich,  daß  die
Bäcker  und  Mehlhändler  einer  Gemeinde  gesoie
  einen  Doppelzentner  Weizenmehl  be
telle

6.  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Anordnungen
  werden  mit  Gefänguis  bis  zu  naten
  oder  mit  Geldstrafe  bis  zu  1500  Marl  destraft.
  Außerdem  können  bei  Zuwiderhandlungen
  Schließung  der  Geschäfte,  erfolgen.  Vorstehendes
  ist  sofort  öffentlich  belamt  zu  geben
und  den  Bäckern  und  Mehlhändlern  gegen  Nachweis
  zu  eröffnen.

Bet#reft:  Die  Sicherstellung  der  Ackerbestellung.

Das  stellv.  Generallommando  I.  baner.  Armeekorps
  erläßt  auf  (GGrund  des  Art.  4  Nr.  5
RKriegezustandsgesetze#  in  lteilweiser  Ergänzung
der  Bekanntmachung  des  Bundesrats  vom  9.
Mänz  1917  über  die  Sicherung  der  Acker-  und
Gartenbestellung  (Rl.  S.  225)  folgende

Anordnung:
§  1.

Die  Eigentümer  oder  sonstigen  Nutzungsberechtigten
  von  landwirischaftlichen  Grundstucken
sind  verpflichtet,  Grunostüe,  die  sie  zur  Brache
bestimmt  hatien,  binnen  der  von  ber  zustan
digen  Dittriklsverwalzungsbellörde  seilgesetzte-Frist
  ordnungsmäßig  zu  bebanen.

82.

Leistet  der  Eigentumer  oder  Nutzungsbe
rechtigte  der  Aufsorderung  der  Difstriltsverwal.
lungsbehörde  innerhalb  der  bestimmten  Frin
leine  Folge,  so  ist  diese  Behorde  besugt,  ihmn
die  Nunung  des  Grundstcce  bis  zum  Ende
des  Jahres  1917  zu  entziechen  und  dem  Kom.
munalverband  zu  übertragen.

Auf  dieses  Verfahren  finden  die  Vorschriften
  der  Bundesratsverordnung  vom  9.  Mär:
1917  über  die  Sicherung  der  Acder-  und  Gartenbestellung
  entsprechende  Anwendung.

83.

Mit  Gefüngnis  bis  zu  einem  Jahre,  beim
Vorliegen  mildernder  Umstande  mit  Haft  oder
mit  Geldstrafe  bis  zu  1500  Mk.  wird  bestraft:.
wer  ohne  genügenden  Nchtsertigunge  Sgrund
trotz  Aufforderung  ourch  die  zuständige  Behörde
die  Beftellung  eines  Grundstückes  unkerläßt.
Bekrei:  Velchtagualime.  Vestanderbebung  imd  Enieignung
  der  Dierglasdeckel  und  Blerkrundeckei
auus  3inn-  und  freiwillige  Ablieferung  ven
anderen  ZSinngegenständen.

Gemaß  Erlaß  des  K.  Kriegeministerin#t#s  von-10.
  März  1917  wurde  im  Benehmen  mit  dem  K.
Staatsministerium  des  Innern  der  Zeitpunk
für  die  Ablieferung  der  Bierglasdeckel  und  Bier
lrugdeckel  aus  Zinn  auf  den  30.  April  1917  ver
schoben.  Wer  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  die  be
schlagnahmten  Gegenstände  nicht  abgeliefert  hal,
macht  sich  strafbar.  Auberdem  erfolgt  die
wangsoriise-.  Abholung  der  ablieferungspflichti
gen  Gegenstände  auf  Kosten  der  Besitzer.

Unter  Bezugnahme  auf  das  Ausschreiben  vom
1.  März  1917  —  Amtsblatt  S.  146  —  werden
die  Gemeindebehörden  erneut  brauftrant,  soweit
noch  nicht  geschehen,  die  in  Betracht  kommenden
Betriebe  usw.  zur  uingehenden  l  Fug
sich  noch  in  ihrem  Besitze  oder  Ge
findlichen,  beschlagnahmten  Ecgerstäne  Fase
des  vorgeschriebenen  Formblattes  zu  verankassen.

Der  Zeitpunkt  der  Abliefern  ieferung  wird  guf
Erund  dieser  eoe  jedem  einzelmen  Be
teiligten  somie  auch  dur  schr.  im  Amtsbkalt
bekannt  gegeben  werden.

Betreilf#  Beschädlgungen  kaallicher  r.
Telephonleilungen  durch  Ba#

Erfahrungsgemaß  werden  in  der  Wintersund
  Frühjahrszeit  häufig  Bäume  in  der.  —
Neatlicher  Telsgrophen-  und  JL#el#phanleitingen