Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

lummer  115

Rosenheimer  Anzeiger

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Sonntag,  20.  Mai  1917.

 

winne  bringen  kann.  Der  Mißerfolg  der  zehnten
ooffensive  wird  sie  zweifellos  in  dieser
scht  bestärken.

r*  #k#hige,  mit  gutem  Erfolge  —  für  unsere
.  W—gvnucnedjenlwehatte
Worts-Dr  dic9  Offensive,  in  den  ersten
vembertagen,  wo  die  Jtaliener  zwei  Armeen
*  von  Görz  einjetzten  und  opferten.  Die  3.
Offensire  war  in  der  ersten  Oltob##hälfte,  nördlich
  ron  Görz,  und  brach  am  11.  Oktober  blutig
e  ohne  mehr  als  einige  unbe  dentenon
tge  erzielt  zu  haben.  Die  7.,  im
die  Italiener  in  den  Beittz  von
Görz,  in  dessen  Jerskhief  ung  das  Können  der  italieni
  ichen  Artilierie  einen  zweifelhaften  Triumph,
seierte.  Vergegenwärtigt  man  sich  diese  winzigen
Erfolge  und  die  furchtbaren  Opfer  so  wird  der
Schluß  gestattet  sein,  daß  auch  jeht  nicht  den
Italienern  das  Wunder  gelingen  wird.  zu  dessen
  Verwirklichung  sie  Armec  um  Armee  zur
Schlachtbank  geführt  haben.

Die  10.  italienische  Offemive  strllt  mit  der
totgeborenen  Sarrails  die  unlenntlichen  Resic  des
„grofen  einheitlichen  Angriffes“  im  Frühsahr
1917  dar,  den  der  Vierrerh#and  in  wiederholten
Konferenzen  beschlossen  hat  Die  Richtswürdigkeit
englischer  Kriegspolitik,  deren  oberster  Grundsatz
  ist,  bis  auf  den  letzten  Mann  der  Vundesgefrosfen
  zu  kämpfen,  tritt  hier  ron  neuem  in
ihrer  ganzen  Kaltlerzigieit  hervor.  Italien  ist
so  eng  an  seinen  Verderker  getettet,  daß  ihm
schlechterdings  nichts  übrig  bleibt,  als  dessen
Befehlen  zu  geherchen.

Oesterreich  u.  die  Isonzooffensive.

Zur  zehnten  Isenzoschlacht  in  Verbindung  mit
der  Friedensfrage  erhält  der  „Pester  Lloyo“
von  Wien  solgende  Erllärung:  Die  erste  Antwort
  auf  dar  Friedensangebot  der  Mittelmächte
im  Dezember  erteilte  Jialien  durch  Unterzeichnung
  jener  infamen  2  ete,  die  die  Kriegsziele
der  Entente  umschrieb.  Seine  praktische  und  militärische
  Antwort  gibt  es  durch  den  Massenangriff
  am  JIsonzo.  Von  Zeit  zu  Jeit  wird
Oesterreich-Angarn  bald  ossen,  bald  in  verstelten
  Andeutungen  die  Gnade  eines  Senderfriedens
  angetragen.  Das  ist  eine  Politit  der  Worte,
  arer“  in  der  Priti  der  Taten  werden

wir  seiten  der  Entente  ganz  gleich  mit
Beutschland  behandelt.  Diese  Wahrb  9n  konnte,
solange  die  italienische  Vorsicht  die  Oberhand  behielt,
  rerdunkelt  werden,  aber  jent  sind  Täuschungen
  und  etwa  gewesene  Selbsttäuschungen
nicht  mehr  möglich.  Unsere  Sacke  ist  es  nun,  aus
dieser  Politik  Golgerungen  zu  ziehen.  Unfere  Politik
  ist  nichts  anderes  und  lann  nicht  anderes  sein,
als  der  Widerhall  der  militärischen  Vorgänge
und  der  Gesinnung,  die  sich  in  ihnen  ausdrücken.
Die  italienische  Offemire  sagt  uns,  daf.  Italien
dem  Gange  zum  Kenserenzsaal  einen  nochmaligen
Arsuch  vorzieht,  uns  militärisch  nieder  zuzwingen.
  Wir  antweorten  darauf,  indem  wir  lämpfen
und  zwar  so,  daß  es  Cadorna  baid  vor  seiner  neueingebildeten
  Gr  ttähnlichteit  bang  werden  dürfte.
Mit  JItalien,  w.  sich  kurz  vor  der  Jongoschlacht
das  noch  nicht  hinreichend  gewürd##  igte  Ereignis
zutrug,  daß  einer  der  eifrigsten  Kriegsgegner,
der  Sozialistenführer  Turati  die  Arteiterschaft  zu
überzeugen  trachtete,  daß  durch  den  Sturz  des
Zarismus  und  durch  das  Eingreifen  Amerikas
die  &  Lage  der  Entente  geadelt  werden  sei,  werden
  wir  ungefähr  so  sprechen,  we  Bethmann
Hollweg  mit  England  und  Frankreich.  Wir  wollen
  weder  das  Trentino,  noch  unser  übriges  Erbe,
  das  unsere  Feinde  anleckt,  rerlieren  weder
  durch  Annexion  noch  durch  „Des  Sannettion“
(ein  Wort  Vanderreides)  und  wir  werden  es
anch  nicht  verlieren.

2—  1  2  e

sonstme  sehnen-stinkt
46  Nachbruc  verboten.)
Nach  einer  kurzen  n-  war  sie
am  Ziel:  es  war  eine  schaurige  Nacht,  und
tratz  der  kostbaren  Pelzhülle  schlugen  ihre  Zähne
vor  Frost  zusammen;  aber  alles  lorperliche  Unbehagen
  konnte  sie  micht.  daran  hindern,  auf
ihrer  Spionaac  zu  beharr
Ihre  Gedurd  rere“  Voris  ens  auf  keine
harte  Probe  gestellt.
Ein  schwarher  Lichtschein  schimmerte  plötzch
  durch  gEinen  Spalt  der  Fensterportiere,  die
tn
Mit  snmmernden-  Augen  sah  sie  nach  jener
Stelle,  dann  schloß  sie  die  schmerzenden  Lider
sekundenlang.  Ale  sie  dicselben  wieder  öffnete.
erkannte  sie  erst  deutlich,  daß  ihre  Wahrnehmung
  auf  keiner  Täuschung  beruhte,  der
She  tt  war  und  blieb  schwach,  aber  deutlich
  erkenn
Also“  hont  ihr  Mißtrauen  sie  nicht  betrogen!
Urmgard  war  nicht  das  harmlose  Kind  mit  dem
edlen,  wohrhaftigen  Sinn,  für  das  mon  sie
ollgemein  hielt.  Während  man  sie  bemitleidete,
belog  und  beteos  alle  und  lachte  die  Leichtgläubigen
  in  der  Sti
Julles  kuarhun  Tirktee  Aich  uch  17  ich
ie
I  —  batte  Aeadbingen,  das  Beste
[4  erraffen  können,  um  dann  die
e  5  sboeselsen  utzrues  –lfl
d  hatte  wirklich  o  alle  Schwierigkeit
  die  Wiemor  geöffnet,  p  sie  den  Mecha- 



 

 

 

 

 

s  ——

Im  Großen  Hauptquartier.

Der  österreithisch-ungarische  Minister  des
Aeußern  Graf  Czernin  ist  im  Großen  Hauptquarlier
  eingelrofsen.  Auch  der  Reichslanzler
ren  Bethmann  Hollweg  undo  der  Slaatesekrelär
des  Answärtigen  Amtes  D  r.  Zimmermann  ha—
ben  sich  oorthin  legeben.  In  den  Befprechungen
der  leitenden  Staatsm.  inner  werden  die  Veratungen
  fortgesetzt,  die  mit  dem  Ende  voriger  Woche
ersolgten  Besuch  des  Reichslanzlers  in  Wien  begonnen
  haben.

General  Putnik  F.
7  De  ehemalige  Oberbefehlshaber  des  serbischen
  Heeres  im  Kriege  Putnik,  ist  in  Nizza  gestorben.
  Putnil  weilte  bei  Ausbruch  des  Krieges
xanntlich  in  Oesterreich,  das  indesten  gromütig
dem  serbischen  Heer  den  Führer  zur  Lerfügung
stellte.
Schwere  Gehorsameorerweigerung
italienischer  Soldaten.

In  Gerf  liegen  zurerlässige  italienische  Berichte
  ror,  wonach  in  dem  als  Sommerfrische
brlannten  Ort  Rocca  di  Papa  bei  Rom,  in  desten
Nähe  sich  ein  wichtiges  Manöverfeld  befindet,
20000  ausgebildete  Seldaten  sich  r  erschanzt  haben
und  sich  weigern,  zur  Front  zu  gehen.  Die  Regierung
  wagt  es  nicht,  en  #ergisch"  gegen  die  Aufrührer
vorzugehen,  weil  sie  den  Slandal  im  eigenen
Lande  und  die  schlechte  Wirtung  auf  oie  Front
fürchtet,  sobald  der  Vorball  bekannt  wird.  Man
rersucht  es  mit  Terhandeln  und  Ueberredung,
bisher  aber  ohne  jeden  Erfolg.

+  2  2  i
Zurcggeqnveeweflleont
DieGefangcncnandckWestfkont
Im  amll.  Tageskericht  vom  17.  Mai  sind

die  bisher  im  Menat  Mai  an  der  Westfront  eingebrachten
  Gesangenen  mit  insgesamt  5000  Engländern
  und  Franzosen  angegeben;  dem  ist  noch
hinzuzufügen,  dasß  auf  dieser  Front  im  #pril
11  0060  Engländer  und  Franzesen  gefangen  genommen

  wurden.
.  I  s

versuelnqeichtäntkewsoobäriss

Englands-KampfziezxendicllsVIotc

Eicgcnmnn  schreibt  im  „Bund“  u.  a.:  Wie
sehr  vie  Angriffstätigten  der  deulichen  Untetscek
  vote  auf  die  engl  ischen  Flanten  druckt,  zeigt
der  große  Angri##den  die  englische  Marine
auf  den  weitlichiten  Stüppunlt  oer  deulschen
Unterseel  votflette,  das  seit  zwei  Jahren  aus-Es

  war  elne  richige  Geheimtür,  so  minun.

genau  in  das  Tapelenmuster  eingesügt.  daß
ihre  Emdeckung  für  Uneingeweihte  sast  zur
Unmöglichleit  wur

Als  Irmgard  das  Heiligtum  ihres  Vaters
betrat  und  den  Schreibtisch  vor  sich  hatte,  an
dem  sie  ihn  täglich  arbeitend  und  sorgend  geseben,
  da  wolls  der  Schmerz  sie  übermannen,
sie  setzte  die  Laterne  auf  den  nächsten  Stuhl
und  weinte  leile  in  ihr  Talchentuch  hinein.

Aber  dann  raffte  sle  lich  auf  und  ging  g
Werk,  und  zwar  mit  einer  Umsicht  und
dachtsam,  eit,  die  von  underechendarem  Vorterl
für  le  ar.

e  rlicte  einen  Stuhl  heran,  auf  den  sie
die  Sliease  stellte,  und  vermicd  es,  auch  n
den  kleinsten  Fingerabdruck  auf  dem  berstendnen
Schreibtisch  zu  hinterlassen.

Daran  freilich,  daß  die  schweren  Plüschbortieren.
  die  bicht  tnzusammengezogen  waren,
doch  einen  Eichistoahl  hindurchließen,  und  daß
drüben  auf  der  Straße  Julie  aus  brennenden
Auyen  hler  heraufstarren  könne,  dachte  sie  nicht.
Sie  wähnte  sich  ganz  unbelauscht  und  cher.

Mit  Leichtigkeit  öffnete  sie  das  Geheimfach,
  und  siehe  da,  ihre  Erwartung  wurde  nicht
getäufcht,  ein  großes,  kotversieheltes  Kuvert
lag  da  mit  der  Aufschri
P  de  hür  *'#„  Nach  meinem

6
Mi  hülmlcher  Scheu  und  doch  nicht  ohne
Hast  nahm  Irmgard  dieses  Vermächtnis  an
sich  und  barg  %  in  der  Kleidertasche.
noch  mehr  in  dem  kastenortigen,
  ein  baen  Menr  hohen  und  ebenso
tiefen  Raum.  Irmgard  griff  zunächst  nach  einem

 

 

#mni#smus  des  zierlichen  Schlosses  aenau  kannte.

Asammencufallelch  Zettel,  auf  dem  folgende
Worte  standen:  .

*  r  —  —  —
S————.  .—  “

 

 

bebaute  Jeebrügge,  ausgeführt  hat.  Offenbar
handelte  es  sich  um  ein  grofes  und  ernst  gemeinles
  Unternehmen,  zu  welchem  zur  Srce  zahlreiche
Schifse  und  in  der  Luft  starke  Bombaroierungs-Tichwaker,
  in  Bewegung  geketzt  worden  waren.
Daß  das  D  SOppelbombardement  Schaden  angerichtet
  hat,  ist  mon  vornherein  anzunehmen,  es
fragt  sich  nur,  ob  die  Anla  en  so  starl  beschädigt
u  erden  sind,  daf  die  Tätigkeit  der  Untersecbo#
dadarch  gehemmt  wird.  In  jedem  Falle  ist  nur
der  am  moisten  ausgese  etzte  Stützpunkt  der  Untersech
  de  getroifen  worden.  Man  gewimnt  jedoch
den  Eindruck,  das  unn  auch  die  brilische  Marine
zum  iszegenangriff  schreitet,  um  den  Stützpunlten
  der  deulschen  Unterseebvote  zu  Leibe  zu
gelhen,  nachdem  sich  die  Abwehr  der  Ulnterscelrot.
  tsangriffe  als  wirkungslos  erwiesen  hat.
England  kämptt  jett  nicht  weniger  um  das  Ganze
als  Deutschland.  Man  muß  mit  einem  systematischen
  Felozug  gegen  die  Stützpunkie  der  deultscnen
  Unterscet  2ote  rechnen,  dessen  ersier  Alt  in
einem  Uelersall  auf  Zeebrügge  bestand.  An
den  weutschen  Gegenmabnahmen  wird  es  nicht
sohlen.  Damit  rückt  auf  leiden  Seiten  die  Seeflanke
  in  den  Vordergrund  des  Interesses.  Gelingt
  es  den  Briten  nicht,  durch  rücksichisloses.
Einsetzen  ihrer  See=  und  Luftstreitträfte  die
deutschen  bLsen  so  zu  beschädigen,  daf  die  Verringerung
  des  Frachtenraumes  durch  diese  oder
andere  Maßnahmen  wieder  auf  den  alten  Stand
heruntergedrückt  wird,  so  ist  England  im  September
  laum  noch  imstande,  den  Krieg  mit  Aussichl
  aui  Erfolg  zu  Ende  zu  führen,  von  der  Rerolution
  im  Often  ganz  zu  schweigen.
Die  U  Boots-Drohung.

London,  18.  Mai.  (Reuter).  Auf  einem
Frühstück  der  Flottenliga  Lrachte  der  Marinesekretär
  Carfon  einen  Trinlspruch  auf  oie  Flotte
der  Vereingiten  Staaten  aus  und  nannte  die  Ankunft
  einer  Flotsenat  teilung  der  Vereinigten.
Staaten  in  Greshritannien  das  wichtigsie  Ereignis
  in  der  Geschichte  der  Welt.  Die  Unterscel
  otsdrohung  sei  noch  ron  keiner  Flotte  gelöst

werden.  er  richtige  Weg,  ihr  ins  Auge  zu
beisr  n  sci,  neiilvwckllichcGcmhsiibctmch
ten.  Mö  lichermeise  liege  noch  eine  Feit  schmerzlicher
  Prufungen  rer  ihnen,  doch  lonne  nictt  der
Schatten  eines  Zweifels  darüber  beitehen,  daß  sie
für  die  ganze  zirilisierte  Welt  den  Sieg  erringen
  würden.

□Y  *  4
Die  Vorgünge  #n  Rußiand.
Ein  Kezmpromiz  zwischen  Regie  rung
und  Arbeiterrat.
In  Peterolurg  fand  eine  Sihung  der  vorläusigen
  Regierung,  des  ausführenden  Ausschusses
und  ven  Vertretern  des  Soldaten=  und  Arbei-„Sbeinc

  geliebte  Irmgard,  mein  Jüßes  Kind.

Alles,  xas  in  diesem  Fach  liegt,  in  Dein  Cigentum.
  Das  Paket  mit  den  englü#chen  Staatsanleihen.,
  die  ein  VBermögen  von  bunderttausend
Mark  repräsentieren,  gehört  Dir,  es  ist  Dein
Crbe  mütterlicherseits.  Ich  habe  es  dem  Ge.
schäft  aus  dem  einzigen  Grunde  entzogen,  weil
ich  fürchte,  dasselbe  in  einer  schwachen  Stunde
gleichfalls  in  die  Hände  der  Fran  auszulkefern,
welche  leider  das  Recht  hat,  meinen  Namen  zu
führen.  Die  Schmucksachen,  welche  Du  vorfindest,
  nimm  *  an  Ei  sie  sind  Dein
rechtmäßiges  Eigentu  immer  auch  Die
genommen  werden  mag.
lißzten  Perlen  und  Brillanten  im  unsicheten

  Schein  der  kleinen  Laterne,  und  die
Brieftasche  mit  den  wertvollen  Scheinen  lag
auf  dem  Grunde  des  Faches

Erine  unbeschreibliche  Aufregung  bemächtigte
lich  des  Mädrhens:  sie  sank  in  den  Sessel  vor
dem  Schreiblisch,  auf  denselben  Platz,  wo  ihr
Vater  seinen  letzten  Atemzug  getan.

In  IJrmgards  Scele  war  keine  Spur  einer
abergläubischen  Schen,  vielmehr  Wrlzr  sic  ein
sanit  tröstliches  Gefühl,  als  in  diesem
Momem  noch  einmoal  eine  kesss,  Beziehung
zwischen  ihr  und  dem  Toten  her

hr
Gesicht.  Es  waren  Minuten,  die  für  ihre  ganze
Zulumt  entscheiden  sollten.  Dort  in  dem  Fa

g  ein  Vermögen,  1  Gbebörte  ihr,  nieman
wußte  darum.  Sie  brauchte  es  nur  an  sich
gaguehmen.  um  ein  für  allemal  jeder  Not  entobe

  .
Die  düsteren  Schattenseiten  der  Armut
7  berei  kennen  gelernt,  und  siec  war
r  verwohnt,  sie  glitt  so  gern  auf  der  Woge
des  Glücks  dahin.  6  4%%  1!  9

 

 

 

war  so  eissge  kalt,  und  *  AWon  ihr  "
i

 

EM—

terrates  statt,  in  deren  Verlauf  Mmnisterprall
den  agte:  Die  angelündigte  Regie=Kkungserklärung

  enthäst  eine  Reihe  von  Vedinlungen

  und  Forderungen,  deren  Annahme  die
Regierung  als  durchaus  notwendig  für  den  Er-HPei
  ihrer  Arbeit  betrachtet.  Hauptbedingung
st  die  Rotwendigleit  der  Ausarbeitung  einer  eni
schicdenen  Erllärung  seitens  des  Sdaten.  und
Ark.  Literausschusses,  in  der  er  der  vorläufigen
Regierung  sein  volles  Vertrauen  ausspricht.  Der
Entwurf  der  Regierungserklarung  enthält  acht
Pumte:  Die  Erklärung  achtet  streng  die  Grundsätze
  eines  Friedens  ohne  Annerionen  und  Enlschädigungen
  auf  der  Grundlage  des  Rechtes  der
Wöller,  frei  über  ihr  zukünftiges  Geschick  zu  entscheiden
  und  tetent,  daß  eine  Niederlage  -
lanos  und  seiner  Verhündelen  die  Quelle  größ
ten  Nationalunglücks  sein  würde.  Insolgedet  sen
hat  die  Regierung  das  seste  Vertrauen.  *  die
Jkurionäre  russische  Armee  einen  Sieg  der

utschen  üler  die  Verbündeten  nicht  mlaise  n
werdeAndekvaillCleesfenoiciiinqeN
lilik»in-O«wIwei-lliklc.oesLnlioiikfockU
llaknnqhalsdciiu).itiillek  eines  Ultiniatunis
und  er  bestand  darauf,  das  er  im  ganzen  Un
sange  angenemmen  werden  müsse.  Zum  Schluß
wurde  die  Erklärung  unterzeichnet.

 

Das  Durcheinander.

Uexer  die  Gegenströmungen  in  Runland  tcilt
die  „Vost.  Ztg.“  mit,  das  es  kürzlich  in  nicht
weniger  als  19  großen  Städten  zu  gewaltigen
Demonstrationen  gegen  die  einstweilige  Negierung
  und  teilweise  auch  gegen  oie  gegenwärti
den  rerolutionären  Zustände  uberhaupt  gelom
men  sei.  Besonders  acharakteriftisch  seien  oie  Vor
gänge  in  Mostau.  Dort  versammelten  sich  Zhn
tausende  vor  dem  sog.  Generalgouvernement
baus,  wo  der  Mosklauer  Artbeiter-  und  Solda
lemat  tagte.  Vorangetragen  wurden  Dutende
won  Fahne  n,  auf  denen  zu  lesen  war,  nicht  nur,
wie  in  Petersburg:  Nieder  mit  Miljuidw  i
Ouischtirwl,  sondern  auch:  Nieder  mit  dem
Krieg!  und  zum  ersten  a  Mie  seit  Auekruch  der
Rovolution:  Gebt  uns  wieder  einen  Zaren!

Feilusche  Aundschun.

Ba  pern  und  Elsas-Lzthringen.

Zum  Thema  „Bayern  und  die  Reichslande“
schreibt  die  „Kreuzzeitung“:  „Tropdem  de
Waycrische  Staatszeitung“  es  in  Abrede  siell|.

daß  neuerdings  einschneidende  Beschinsie  über
die  künftige  Gestaltung  Elsaf=  Lathringens  ge
faßt  worden  seien,  haben  wir  Urfache,  anzun:h
men,  daß  die  Meldung  richtig  ist.  Möglicher
weise  ist  sie  aber  lediglich  die  Be  stätigung  schon
läng  t  beschlossener  Maßnahmen.  Daß  Eiatz
Lothringen  in  seiner  jetzigen  Form  nicht  weiter
kestehen  kann,  sondern  aufgeteilt  werden  muß.
i!  so  zirrnlich  allgemeine  Ueb#erzengung  in
Deutschland.  So  sicher  wie  der  Umnand,  dar
ein  beträchtlicher  Teil  von  Lothringen  dann  an
Vruufen  fallen  muß,  ist  wohl  auch  die  Tai
sache,  das,  an  Bayern  ein  beträchtlicher  Teil  der
Elsaß,  wenn  nicht  das  ganze  Elkaß  wird  sallen
müsisen.  daß  ein  Entgegenlommen  an  Banuern
angetracht  iit,  wird  niemand  besmeiten  dursen.
Die  „Vanerische  Staatszeitung“  s#l#ellt  denn  auch
nur  in  Abrede,  daß  durch  ein  solches  Entgegen
kommen  die  Zustimmung  der  bayerischen  Re
gierung  zur  Phitik  des  Reichstanzlers  erlauft
worden  sei.  Jebensalls  möchten  wir  es  für  wun
schenswert  halten,  daß  die  Neurrdnung  der  Din
ge  in  Elsaf=  Lothringen  so  bald  als  möglich  zur
Tatsache  wird.“  Es  ist  jedemalls  erfreulich.
aus  dieser  prenßischen  Stimme  Veritändnis  für
die  Stellung  Bayerns  im  Reich  heraurlönen  iu
Bören.

Der  Scluch  —  unbedingt  verkauft.
und  der  spätere  Vesitzer  desselben  würde  einige
blindert  Mark  zahlen  und  da  ür  in  den  #e#
eines  großen  Vermögens  kommen,  eines  Kaptltals,
  das  ihr,  der  Erbin,  rechtmäßig  zutam.

Machte  sie  aber  dem  Konkure  ver  walter
Mikleilung  von  den  verborgenen  S.  #n,  so

wurde  alles  zur  Masse  geschlagen.  r**  alten.
wertrollen  Geschmeide  an  den  Meistbietenden
veränßert.

Wie  schrecklich  das  alles  war,  ihr  Inneres
lehnte  sich  Lsremistt  dagegen  auf.  O,  hätte  ihr
Water  dieses  Erbe  doch  an  einer  anderen  Stelle.
bei  einem  Freunde  aufbewahrt,  welcher  ihr.
ohne  sich  schuldig  zu  machen,  ihr  Eigentum  hälte
aushändigen  lönnen

Irmgard  arbel-  sich  wieder  und  trat  an
das  Fach,  aber  ihre  Hände  zuckten  zurück,  als
sie  die  Kostbarkeiten  berühren  wollte.

Nein  und  tausendmal  nein!  Wie  nun
auch  alles  kommen  mochte,  dies  brachte  sie  nicht
Hertg.  es  wäre  ihr  wie  Raub,  wie  Diebstahl  er-Nosch,

  mit  aller  Voriccht,  schloß  sie  das  Fach,
nachdem  sie  den  Zettel  wieder  bineingeleg!.
r  hir  hatte  sie  *  der  Tasche,  das  genügle


Sie  hielt  noch  einmal  Umschau  in  dem
traulichen  Raum.  Die  Abr.  deren  Ticken  sie
stets  so  gern  geen  die  kostbar  geschnitzten
Schrörke,  Die,  Konzestotuctten  und  Gemalde,

hatte  besondere  Bedentung  für  sie,
b#n  rr  Hchreg,  sich  eine  liebe  Erinnerung.

e  ahin,  a
e  Ge  I  ale  Wogen  zu  der  Stiennutter
mit  neen  bitter  anklagenden  Gefühl,  sie  hatte
ganzen  Jammer  verschuldet,  sie  allein!