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Lummer 106 ;„
huf den allem VBöllerrecht ins Gescht Tchlagenneen
englischen Neutralitätsbruch eim scharse Nole
an die britische Regierung gerichkt habe.
gelletüke von Mie.
.Jnpau sichert seinen Raub.
Ju Wladiwostok lief ein sapausches Geschwader
von Kriegeschiffen ein und eine japanische
Brigade besetzte die mandschurichen Eisenbahnen.
Auf Proteit der kussischen Regierung er--klärte
Japan, es handle sich um ein Geschwader
von Schusschiffen. In Pelersbug tressen mit
den sibirisch en Zügen täglich Omderte von Jnpanern
ein, deren Reisezweck riemand lennt.
Eine russische Kriegeieuer.
Mit sofortiger Wirklsamleit ket die russische
Regierung die Einführung einer aubzerordentlichen
Kriegsstener für alle Emlommen über
10 000 Rubel beitimmt, wobei die Slaffelung
bis zu 30 Prozent gebt. Außenem wurde beschlossen,
alle Mitglieder des Hauses Romanowm
zur Einkommen- und Kr#gsgewinnsteuer
heranzuziehen. 4
Die brasilianische
Kriegserllärung.
In „El Qiario“ findet sich sagendes bemerkenswertes
Telegramm aus Ro de Janeir?
vom 18. Mai: „Der Abg. Mamiecio de Lacerda
bielt im Parlament eine Aufihen erregende
Rede über die internationale #ge Prafiliens.
besonders über die Versenlung des Dampfers
„Parana“. Die Versentung deses Dampfere
hat belanntlich der brasilianischen Regierung den
Anlaß zum Abbruch der Seziehungen mit
Deutschland gegeben. Unter dm allgemeinen
Erstaunen der Abgeordneten ellärte Lacerda.
daß der Kapilän des erwähnten Schisses weoer
Blasilianer. noch in Vrafsilin# nakuralisiert
sei. Er sügte iinst daß gerad: dieser Kapitän
schon viele Ungluckssälle in Geall freiwilliger
Schisssversenlun gen auf dem Gewissen habe
weshalb die Versicherungsgesolchaften übecrein
gelommen seien. Schiffe unter jeiner Führung
nicht mehr zu versichern. Außerdm hätte sich an
Bord der „Parana- teine genigende Anzahl
Bruasilianer befunden, um den Mbruch der oiplomatischen
Bezieh ungen zu Deulchland zu rechtsertigen.
+
Calois.
Daß England Culais nie vieder aufgeben
wird, wenn irgend moglich, in eine heute mehr
oder weniger von ailer Welt enerlannte atsache.
Die= wird sast augenschentich durch das
Vertrauen, momit die Salais-Dver Unlerseec-———
die safl ein Vierteljabrhundet
im Dunieln bleilen muß ig, jelit luhn vor die
Oefsentlichleit tritt mit der Minndigung, daß
man die praltische Arbeit auf dissem neuen Wellverkehrsweg
jett schleunign in Angriff nehmen
und so bald ald moglich zu Enz fuhren wird.
Läßt sich dieser plotzliche Entschluß anders
verstehen, ale durch das Eingelandnis, daß der
Haupleinwand, mit dem die betisate Regierung
früher das Tunneiproielt humudig belämpft
hatte, nämlich, daß sie eine jelche Untergrundverbindung
mil dem Konlinem nicht gutheißen
tönne, salls nicht beide Eingatge auf britischem
Gebiet logen. jeczt endgultig uus dem Wege geräumt
isi? Ob dieses Ergel# jetzt durch ein
geheimes Ablommea mit raulreich erzieit worden
iĩt, oder ob Eugland, wie giwöhnlich, was es
durch Viil genonimen, mit Gewalt behallen will,
ist eine Frage von umergeortneiter Bedentung.
Die Hauptwrage, die notwendigerweise Europa
und die ganze Welt nicht nin intereisieren. sondern
auch bennruhigen muß., ül: England, im
Besitze von Salaio, wird in dir Lage sein, die
Meerenge von D #ver zu behurichen und damit
eine der wichligiten Nerlehrei#raßen des Wellhandels-.
EHasenhelmer Anzeigen
Auszer der Beherrschung der Gibralstar- und
der Perim-Enge und noch des Suczlanals, würde
die ausschließliche Beherrschung des englischen
Kanals Englands allgemeine Worherr--schasl
zur See derart vergrößern, daß sie für
aile seefahrenden Nationen unerträglich gemacht
werden würde. (Hier spricht wieder die merlwürdige
und traurige Tatsache mit, daß das von
allen Seiten angegriffene und geschmähte
Deutschland tatsächlich den wirklichen Kampf
für die Freiheit der Meere gegen das hochmütige
Eugland im Interesse der ganzen Welt führen
mut. Em Blid auf die Larte zeigt, daß die
Handelsfreiheit aller an der Nord- oder Ostsee
angienzenden Nationen, Rußland einbegriffen,
ebensosehr wie Deutschlands Handel von einer
englischen Beherrschung der Dover-Meerenge in
Mitleidenschaft gezogen werden würde.
Die Calais-Frage taucht im Dunlel der grauenoen
Zukunft auf, und es ist überaus bezeichnend
für die wahnsinnige Höhe des blinden
Deutschenhasses, den Fra nkreich eingesogen hat,
daß es anscheinend einer Frage vollkommen
gleichgültig gegennker steht, aus die die Augen
der West immer intensiver geheftet sind,
uno die es so nahe angeht. Wenn seine Machthaber
tatsächlich durd Geheimvertrag ein Stuck
astiran ösischen Gebietes gegen irgend eine andere
Vergütung seitens Englands veräußert haben,
muß dieser Vertrag eines schönen Tages
vor dem frau kösischen Parlament zur Besiätigung
vorgelegt werden. Was werd dieses dann
sagen? Oder sollte es keinen solchen Vertrag gegeben?
Dann wird England sicherlich den volllommen
zusammengebroechenen Zuiland, in dem
Frankreich sich bei Kriegsende boiinden wird,
ausnützen und irgendwelche triftig erscheinenden
Gründe anführen, um gewallsam in Lalais
zu bleiben, wie er fruher in Aegypten und
bei so vielen anderen Gelegenhe iten es gelan hat.
nets im Namen der Sicherheit der lleinen Na-Elsoß-Colhelupen.
Die „VBasler Nachrichten“ vom 13. Juli bringen
in Nr. 349 die Zuschrift eines Elsässers, in
der es heißt:
„Gestatten Sie einem unabhängigen Ellässer,
der vor 1370 geboren ist, ein ruhiges Wort
zu äußern. Daß in der elsässischen Bevôlkerung
mancherlei erstimmung herrscht, ist Tatsache.
Ellaß-Lothringen ist Operatiènsgebiet. Es sind
da misi itärische Waß nahmen und Besch Cränkungen
nôlig, die auf das ganze Leben einen Druck ausübeln.
Ost muß da mechanisch verfahren werden;
ofl werden wegen lleiner Dinge Snafen ver-Bängt,
die nicht im Verhältnis zu den begangeneu
Vergehen zu siehen scheinen, und nicht ie elten
ĩomnien auch Mißgrifie var. Dies alles, nebst
den üblen Wirlkungen auf die Vollsseelc, ist zuaugeben.
Wer aber daraus schleß en möchte, daß
dics nun franzosenfreundliche Gesinnung bedeute,
dem wird ein wirklicher Kenner des Landes
ins Gesicht lachken. Im übrigen Süddeulschland
wird noch viel mehr bei passender Gelegenheit
auf die strammen Preußen geschimpft; ohne ein
Kosebeimert macht der Bayer seinem Unmut
über den „Preuß“ selten Lust. Wollte man
daraus auf Deutschseindlichleit schließen, so würde
man die Eigenart der deutschen Stämme geladezm
lemisch verkennen.
In Elsaß-Lothringen nun hat dieser süddeut-
16 Zug eine besondere Färbung angenammen.
.„Preußen“ oder „Schwobe“ oder auch
„da Rejierung“", das ist so ungesähr der
Sündenbock für jedes staatliche Unk#ehagen, das
sich ja oft auch bei andren Stämmen bekundet,
ohne die deuriche Einiert zu gefährden, genau
jo wie es in Framtreich zum pelitisierenden
gulen Ton gel ., auf das „Gauvernement“
gelegenilich re- frrimütia zu schimpfen. Bei und
im Eisaß nimmt das alles in der Beleuchtung
der curopäischen Hetreden gleich eine befondere
Farbe an, aber es ist grundsfalsch, hieraus auf
eine bewußte oder auch nur unbewußte Liebe zu
Frankreichs Staatsverfassung zu schließen.
Kein Geschichts- und Vollskenner kommt um
die entscheidende Grundtatsache herum, daß wir
zwei uralle dentsche Provinzen vom. Stamm der
Franken und Alemannen sind. Die Namen der
Städte und Dörfer, der Berge und Burgen von
Weißenkurg, Wörth, Froschweiler, Nieder
bronn b.s Dimnauf nach Rappoltsweiler, Kaysersbeig,
Zellenberg. Bergheim, Alllirch, und wie sie
alle heiten mögen, sind doch wahrhaftig weder
ösis sondern nun einmal
deutsck. Unsere Landessprache ist deutsch. Unfere
Geschichte war durch mehr als tausend Jahre, seit
es überhaupt Geschichte gilt, deutsch. Daran ist
nicht zu rütteln, das sind Tatfachen, keine Meimungen.
Ueber des Tatsachen kann nicht abgeslimmt
werden. Weiß man denn diese Tatsachen
nicht in England und Amerika? Will oder
darf man sie nicht wissen in Frankreich? Die
Eroberung unseres Landes durch Frankreich
würde unweigerlich einen neuen Krieg bedeu—
ten. Das hat neulich der Bürgermeister in
Süaßburg in einer sehr beachtenswerten Rede
eindringlich hervorgehoben: „Ein Kriegsabschiuß
mit gewaltsamer Abtrennung dieses Landes
wäre eine Verewigung der Feinoschaft,! der
Keim zu einem neuen entsetzlichen Kriege. Das
deulsche Voll müßte aus völlischen und wirtschafllichen
Gründen eine Ehrensache und Lebensnotwendigleit
darin sehen, Elsaß-Lothringen
wieder zu erobern.“
Die Nede ist in der „Straßburger Po“ vom
4. Juli (Nr. 436) mitgetleilt. Man lese dieses
wichtige Bekennmis eines hervorragenden Alt-Essasser
dort nach. Schwander spricht zuletzt er.
greifsend von der „Tragik des Grenzlandes
und schließt: „Wir lönnen und wollen nicht
wWanschen, daß unzere Kinder die zermurbenden
Scelenlämpfe durckmachen. Wer wollen ihnen
diese Unsicherheit und innere Unruhe ersparen.
Wir wollen, daß sie sich ofsen und srei und mit
Freudigleit zu ihrem deniichen Vaterlande befunnen
können.“ Dies ütl die Grundslimmung
in Elsaß-Lothringen, wie ich aus eigener Ersahrung
bestätigen lann. Die Leute wollen zu
innerer Rube lommen, aber nicht mit Bjut und
Vrand „befreit“ werden, nicht als Vorwand dieneu
zu immer neuem Blutvergieben. Wenn
Franlkreich und wahrhaft lieb häte und unfsere
Scele veristünde, so würde es Verfländigung fuchen
mit Deutsckland und würde England abichUüUlteln.
Wir Elsaß-Lothringer würden zu ie
ner Verständigung freudig beitragen, aber als
derulsctc Land, das wir nun einmal durch Naiuc,
Sprach: und Geich schte sind.“
Jo Moe Me#ldse
Die Enisckhliefung der baperischen
Zenutrum raltion.
Bei der Vespreckung der schon mitgeteilten
Emschkliesung der banerischen zentrumsfraktion
übet Krieg und innere Politik wurde auch die
beflimmte Erwartung ausgesprochen, daß in der
lunfligen Steuergesetzgebung des Reiches eine
weilere Beschtäntung der den einzelnen Slaaten
für ihre Lebensbedürfnisse und insbesondere
jür die Vefriedigung ihrer Kusturaufgaben notwendigen
Steuerquellen ferngehalten bleibe. Die
Miiglieder der Voritandschaft waren einig in
der Ueberzeugung, daß das wichtigste Moment
in der vielbesprachenen „inneren Neuorientie
rung“ in der Ablehr von der materialistischen
Gesinnung, wesche im Kriegswucher in die
r Erscheinung gelreten ist, im Wirtschafle-
und OSesellschafts eeben, ganz besonders
aber in der Rücklehr zur einfachen deulschen
Silte und zur praktischen chriftlichen Lebensaufsassung
im Familienleben besteht. Von diesem
Standpunlt aus wird das Projelt oes bayeri-
mies carauf hin, daß oie bayerischen Wassen.
Sonntag, 22. Juli 1012
schen Verkehroministeriums auf Einführung der
Kinderzukagenversicherung begrüßt und der Er.
wartung Auodruck gegeben, daß dem nächsten
Landtag eine diesbezügliche Vorlage alsbald
unlerbreitet werde. Ferner wurde der dringende
Wunsch eusgesprochen, daß in den Fragen der
Vollsernährung die selbständige Regelung de
Bewirtschaftung Bayerns aufrechterhalten. 14#
womöglich erweitert werde, daß die bayer. 10
gierung mit allem Nachdru darauf dringen
möge, daß eine weilere Einschränlung des
Malzverbrauck und die sich daraus ergebenden
Schädigungen und Zusammenlegung der leeineren
Brauercien und Wirtschaften vermieden
werde.
i7r ..lt —— « .-.-.
Außerordeötlicher bantosscher
Handelskammeriag.
Eine Reihe wichtiger Fragen hat die baperischen
Handelslammern zur Einberufung eines auherordentlichen
Handelslammertages veranlafl,
det am Samotag in der Münchener Handelekammer
slattfand. *
Das erste Reserat über „Ausbau der bayeri.
schen Wasserlräfle“ erstattete Kommerzlenn#t
Seiler von der Nürnberger Handelskammer. Er
träfte zum Sch aden der heimischen Industsie blsher
viel zu wenig ausgenuht worden seien. Die
Intcressen von Industrie, Landwirlschaft und
Fischerei lassen sich dabei wohl ausgleichen. Die
schleunigste Aunützung aller versügbaren Wes.
serträfte bedentet eine Lebenefrage für das
bayciische Volt; deshalc hübe auch die Staat##
reglerung das großte Interesse daran. Min-Rat
Dr. Cassimir betonte. man ri hier zw «
schen zwei Ausgaben unterscheiden: 1
soweit co sich um den Ausbau von nn lräf.
ten für den Staat selbst handelt, und die Aufgabe,
Wasserlräfte für die Bedürfnisse der In.
dustric freizugeben; was das letzlere aulangt.
werde er die Regierung an Enigegentoimmen
nicht fehlen lassen. Worte höchiler Anerten.
nung fand oer Regierungsvertreter für die wett
volle Auflärungsarbeit des Alg. Osel
des Ingenicurs Hallinger auf oem Ge##ete
Ausnutzung der Wasserlrafte. Alg. Osel *
bemerlle, daß der Banerische Landtag An. 2 2
wie der Reserent ausführte, bisher eine etw.
abwaitende Stellung bezüglich der vollen Aurnüßung
di# Wulserlrälstc: ngenommen habe; vc
hat sich aber geanoerl. alds sich erwiesen rall.
daß weit mehr Wasserkrafte zur Verfugung s##.uden
als bisher angenommen wuroe. Nüch lärgerer
Aussprache wurde eine Entsmieetung angenommen.
in der die rascheite Ausnützung der
bayeristhen gresteen, miltteren und Ueinen Wäl.
serträste im Interesse der gesamten Voll zwirl.
schaft und besonder der Koehleneinsparung gesordert
wird.
Eun sehr Interessantes Reserat erstaltete Kom.
merzienrat Fränkel zum Thema: „LUeb ergang--wi
kelsckafte das vom Abg. Osel nüuch verschiedenen
Seiten hin mit wertvollen Anregungen er-.
weilert wurde, der sich besonders auch argen dir
Zuruckdrängung der Payer scoen Indn##e und
des Handel gegenuber deren erddeutschen G#nn
sprach. Der Reserent hatte der Tagung verschedene
Leitsähze unterbreitet, die nach sebhaite:
Aussprache einflimmig angem: ommen wurden.
Darin wurde u. a. gesordert, daß bei der Zusammensehung
de Beirate sür den schötem.
missar für Uebergangswirlschaft Bauern in eind
seiner Bedeutung fur das Wrrtschaftsleden ei
sprechenden Zahl von Mitglieder vertreten w#n
de, und daß in diesem Be.rat insbesonder: 6
Vertreter der wichtigsten bayerischen Aue. 4
dusirien, sowie des am Veriehr mit Oener#erk-Ungarn
und den Ballanländern im Frieden b
sonders beteiligten b##e#ischen Ein- und Aufuhrhandels
berufen werden. Ferner wurde—
Von einsemen fienscken.
Noman von Fritz Ganzer
26) Machdruck r#
Es lag elwas in ver umme uno un
Gelichwausdruck Warnius, dos Woligang davon
abhielt, rundweg absutehnen und oen eigentlichen
Zweck seines Kommem anzugeben. Viel
Frcundlichkeit und freudige erwarumg. Und
dem vermochte er nicht brüsk abweisend entgegenzutreten.
Lange den vurde sein Beruht
la auch gar nicht in Zlupnch nehmen. Was
batte er denn viel zu erze#ten! Zn einer
kleinen Viertelstunde konme de ganze Geschichte
erledigt sein. Und dann gug er eben.
Emmal mußte er es ja loch ertragen, ausgesragt
und mit guten Nausligen gespickt zu
werden. Und heule, wo c#r die Freude des
Wiedersehens mit RNolrau noch vor sich
botte, wurde er alles menier niederorückend
empfinden.
Er f#reifte bei seinem Erzählen nur die
Oberflache semer Erlebnise m prach dürr und
trocken, ohne arme. Aenzjtlich vermied er
es, in die Tieje zu steigen, obwohl die Qual
und der Zwieipalt in seiner Seele begierig darauf
lauerten, auch nur mit dem lenesten
Finger berührt zu werden. Sie wären dann
mit all ihrer Gewalt und Größe eemporgeschnellt
und datten wehrhafte Fauste und tropige
Gesichter gezeig
Aber das -gieichgüll # Berichten schloß
diese Gesahr aus
Warnick schten nicht unz besriedigt, als
der Sohn schon nach lurzer Zeit schloß:
Veiter wühte ich dir nickh von Beiang. au
sagen.
Er hae gern nieht Feuer. unehr eln
liebevolles Cingehen auf die C#n#: oriten,
wie e *1. gesehen. Immerhiu auhne
er nach allem voraufgegangenen Kampf zufrieden
sein. Er den Eindruc, daß
Wol'gang auf dem ben#en Wege war, miut
leinem Gosthur sich auszusöhnen.
irde wärmer und mitteilsamer und
erzählte Wosany zum ersten Male von seiner
eigenen Stuotenzeit in Tübingen und Halle.
Er berührte immer wieder etwas Neues und
sprach schon uber eine Viertelstunde
Ind Woligangs Unruhe wuchs. Er trieb
ein nervöses Spiel mit seinen Fingern, 30g
verschiedentlich die Uhr und sah d das
Fenster in den klaren Wintertag —5
Grnick schien von alledem nichts zu bemerken.
Er verbreitete sich cben ausfuhrlich
über die Frenden und Leiden jeiner ersten
Tätigleit in Glindow, erzöhlte, mie er sich gemüht
hatte. dus Vertrauen der Leute durch
persönliche Fühlungnahme zu gewinnen. „Ich
habe heute noch emen geschäftlichen Fesuh vor.
Und da es für deine spalere Tätigkeit hier in
Glindom nur gut sein witd, wenmn du dich früh
an solche Wege gewöhnst, kannst du mich begleiten.
Wir wollen in der Düummerstunde
gehen.“
Eine derartige Ausfordermig hatte ganz
außerhalb der von Wolsgang berachten Möglichkeiten
gelegen. Sie kan? ihm so unerwartet,
daß er für den ersten Augenblick nichts
entgegnen wucte. (Aber alle seine Empfsindungen
mußten wohl in seinen Gesicht= zügen zu lesen
ein. Denn W nn musterre ihn aufmerlsam.
schüttelte den Kopf und fragts endlich mit
einem leicten Amlun von Verlebilein im
Ton:
vor?
Nun gab sich Wolfgang einen Ruck. Jetzt
koime Umwege, nichts, was auch nur den Anschein
einer Ausrede erwecken konnte, sondern
oiffenes Bisier.
„Ctwas sonderbar auch. Osfen gestanden:
sehr sonderbar. Ich wünte nicht, was ich als ein
im ersten Semester Siudierender bei derartigen
geschäftlichen Beuchen, sollte. Dazu habe ich
lpäter immer noch Zeit . . Er achtete nicht
aui die Ablicht #ens (Voiers, ihn zu unterbrechen,
sondern juhr mit erhobener Slimme
jort: „Und außerdem kommt mir deine Auflorderung
auch ungelegen. Jeh have eiwas
anderes vor und lkam Vrbin zu dir. 5P dir
u sagen, daß ich nach Vetdorf geben wit
au * 55 Betzd 7 * Matthias Warnick
fragte es wie einer, der nicht recht gehört
zu haben glaubt, und neigte sich vor.
„Ich verilehe dich nicht,“ fuhr er dann in
einem Ton sort, der so klang, als wolle er
eine Ungebenerücchteit sich selöst aus den Sinnen
reden, „was du in Betzdorf vor?“
„Ich habe Rottraut Uöllenonn“ für heute
nachmittag meinen Besuch versprochen.“
„Dos verstehe ich noch weniger. Erkläre
mir das! Noch, bielt Warnick an sich, obgleich
sein . schon im hellsten Aufruhr siand.
ang verdroß der examinierende Ton.
Er cans“ sich vor wie ein Schulbube, der auf
bösen Wegen, etwa beim Aepselsiehlen, ertappt
wurde, und der nun ein bochnotpeinliches Verhör
uber sich ergehen lassen muß. Seine Entgegnung
klang daher gereizt.
„Sehr einiach. Am Tage meines Kommens
sprach ich im Doktorhause vor, um mich zu
erkundiaen.
8 un dir mein Vorschlag so son-2
ob Rottraut Volkmann von ibrer
Kranthẽit gang genesen sei. Jch traf sie uur
allein Zzu Hause. Doktor Criclius war verremn-Und
als ich ging, versprach ich idr mein Wieder#
kommea jur Beute.“ .
Nun siel der letzte Nesi muhsamer Veo
herrschung bei Warnick in ein Nichte zulammen
Die Stirnader quoll auf, und das Gei#uht rotele
sich. Cndlih ließ, die Crregung die c# sten WBurk
über die Lippen. Sie lamen llostweise, ab
vermochien sic nicht, sich zu lösen. »
.udd(1-:stngstdumiruiitnut
solcher Oleichgultigkeil, als wenn es so
ho lein müßte, als wenn .. I##nn
Was soll man denn davon denken? Was c#m
dich überbaupt dieses Mädchen an . . . u#nd
wie konntest du es wagen, . . . mit . . . uitl
ihm allein Zu sein! .. Damit hast du . .“
Woljgçang iprang aui. Er hob jseine Hand
und unterbrach gornsprühend: „Cs ill genug,
Vater, nun nicht- mehr, kein Wort mehr.
nein .. nichis mehr! Gegen dieses
Ton lege ich Verwahrung ein!“
„Und menn di tauzendmal Verwahrung
einlettest. sagte Warnic streng und eisig,
aolo würde ich doch reden Mit dem,
was འatest. hast du der uttctuz Gesichtskchla
shla We beugte sich, aschsahl im Gesicht
und am ganzen Körper zitternd, vor, stüht
schwer auf den Tisch und sorderte L
einer Stimme, der man die mühsame Beher
schung anmerfte: „Vater, nimm dies W
zurück! Ich bitte dich. Amm es sofort zurür!
„Wesha 45“ Die Wahrheit hat Umke
nicht nötig; denn lie geht, rechte Wege.“
(Kortlegung kol