XVI Vorbemerkungen.
z. B. Wör-ter-ver-zeich-nis, Ge-schlech-ter, Freun-bes-treue, flber-lie-ferung; aus
einzelnen Buchstaben bestehende Silben werden besser nicht abgetrennt.
Zusat. er die Abtrennung zweier Buchstaben am Wortende vgl.
S. XVII, Zusatz 3.
Dabei sind folgende Regeln zu beachten:
1. Einfache (nicht zusammengesetzte) Wörter.
a) Ein einzelner Mitlaut kommt auf die folgende Zeile, z. B. tre-ten, nd-hen. —
ch, sch, ß, ph, th bezeichnen nur einfache Laute und bleiben daher ungetrennt,
3. B. Bülscher, Hä-scher, Busße, So-phie, ka-tholisch. — X und z werden hierbei
wie einfache Mitlaute behandelt, z. B. He-re, rei-zen.
b) Von mehreren Mitlauten kommt der letzte auf die folgende Zeile, z. B.
An-ker, Fin-ger, War-te, Rit-ter, Was-ser, Knos-pe, tap-fer, kämp-fen, Karp-fen,
Ach-sel, krat-zen, Städ-te, Verwand-te; ck wird dabei in zwei k aufgelöst, z. B.
Hak-ke. Nur st bleibt immer ungetrennt, z. B. La-sten, be-ste, ko-sten,
Klo-ster, meiste, Fen-ster, För-ster, Pfing-sten.
Anmerkung. In einfachen Fremdwörtern gehören die Lautverbindungen
von b, p, 5, t, g, k mit I oder r in der Regel auf die folgende Zeile, z. B.
Pu-blikum, Me-trum, Hy-drant.
Zusa ß Wir haben auch die Lautverbindung gn, weil ihre Zerlegung in
den meisten Fällen der Aussprache nicht entsprechen würde, immer auf die
folgende Zeile gebracht, z. B. Basgno, Malgnolia, Masgnet, Sisgnet, Silgnal.
2. Zusammengesetzte Wörter sind nach ihren Bestandteilen zu trennen,
die Bestandteile selbst werden wie die einfachen Wörter behandelt, z. B. Dienstag,
Tür-an-gel, Emp-fangs-an-zei-ge, Vor-aus-set-zung. Diese Teilung bleibt auch
da geboten, wo sie der gewöhnlichen Aussprache nicht gemäß ist, z. B. hier-auf,
her-ein, hin-aus, dar-Über, war-um, wor-an, be-ob-Machten, voll-enden.
Anmerkung. Für zusammengesetzte Fremdwörter gilt dieselbe Regel wie
für solche deutsche Wörter. Man schreibt also z. B. Atmo-sphäre, Mikro-skop,
Inter-esse. Erkennt man die Bestandteile von Fremdwörtern nicht, so richte
man sich nach den Regeln unter 1 a und b.
Zusatz 1. Wo für die Silbenverteilung der Mitlaute in Fremdwörtern
eine andre Regel gilt als für die deutschen Wörter (vgl. die Anm. zu 1b), wo
bei deutschen Zusammensetzungen die Zusammensetzungsfuge nicht auf den ersten
Blick zu erkennen ist, ferner in allen zusammengesetzten Fremdwörtern, bei
denen die Mitlaute nicht ganz nach den Regeln für deutsche Wörter auf die Silben
verteilt werden, ist die Stelle der Trennung durch einen senkrechten Strich ()
bezeichnet, z. B. Pulblieum, Hysdrant; darsauf, vollsende; Monsarch, Alexsander.
Wo sich in Fremdwörtern, einfachen und zusammengesetzten, der Trennungsstrich
nicht findet, ist nach den Regeln 1 a und b zu verfahren, z. B. Fis-kus,
Mis-zelle. In solchen Fällen, wo die Trennung zusammengesetzter Wörter
nach ihren Bestandteilen Mitlautgruppen, die sonst nur im Aufang einer
Silbe vorkommen können, an den Schluß der Silbe bringen würde, z. B. in Arthrsalgie,
ist angenommen worden, daß der erste Bestandteil einen zweisilbigen
Stamm, z. B. Arthro, darstelle, innerhalb dessen eine Silbentrennung nach den
allgemeinen Regeln stattfinden kömme. Demgemäß teilen wir ab: Arsthralgie,
Milkrophthalmie, Phantasmagorie. Der punktierte Strich nach dem ersten
Selbstlaut in Wörtern wie Afbraham soll, da die Abtrennung eines Buchstabens
am Anfang, eines Wortes typographisch unstatthaft ist, nur darauf hinweisen,
daß man die auf den Selbstlaut folgende Mitlautgruppe nicht trennen darf,
daß also eine Trennung wie Ablraham unzulässig ist. Vgl. die Anm. zu 1b.
Die alte Buchdruckerregel, daß man Selbstlautverbindungen nicht trennen
dürfe, bedarf sehr der Einschränkung. Es kommt darauf an, welcher Art die
Verbindung der nebeneinanderstehenden Selbstlaute ist Wenn zwei Selbstlaute
in der Aussprache miteinander verschmelzen, so daß sie einen Doppellaut
(Diphthong) bilden, so darf man sie natürlich nie trennen. Dasselbe gilt auch
für die in Fremdwörtern vorkommenden Gruppen von Selbstlauten, die sich