1146 S#hwaben u. Neuburg.
bach, die dem aufgelösten Landgerichte Wemding angehörten und endlich
aus dem früher dem Landgerichte Höchstädt zugehörigen Orte Amerdingen.
Hier folgen mit kurzen historischen Andeutungen die bedeutsamsten Orte dieses
Bezirksamtes: Nördlingen, sieh S. 1037— 1040 vieses Bandes.
Allerheim, ) protest. Pfarrdorf, gehörte früher zu dem Wallersteinischen
Untergericht Maihingen, wurde i. J. 1363 für die Allodifikation der an den
Ritter Burkhard von Seckendorf verkauften Stadt Monheim von dem Grafen
Ludwig dem jüngern von Oettingen mit Zugehörde dem Bisthum Eichstädt
zu Lehn aufgetragen, und ist berühmt durch die am 2. August 1645 hier
stattgefundene Schlacht zwischen den kaiserlichen und bayerischen Truppen und
der schwedischen und französischen Armee unter Türenne, bei welcher der
bayerische General von Mercy getödtet, der französische General Grammont
gefangen genommen und das Schloß Allerheim zerstört wurde. Hier ward
für den gefallenen General ein Monument errichtet. Auf der Burgstelle zu
Allerheim stand ein römisches Monopyrgium an der Verbindung zweier
Straßen. Auf dem Gipfel des Berges entdeckte man einen bis auf den Wasserspiegel
der Wörnitz reichenden Brunnen, der ebenfalls römischen Ursprungs
sein soll. Balgheim, ) protest. Pfarrdorf, scheint ein hohes Alter zu haben
und zur Zeit der Stiftung des Bisthums Bamberg als zum Kloster Deggingen
gehörig mit diesem Kloster von Kaiser Heinrich II. dem Bisthume geschenkt
worden zu sein. Der Bischof Eberhard II. von Bamberg empfiehlt in einer
Urkunde von 1147 seine Ministerialen im Rieß, unter welchen ein Cunradus
de Balgeheim vorkommt, dem Schutze Königs Konrads III. und Herzogs
Friederichs von Schwaben. Bollstadt, Pfarrdorf im Landkapitel Donauwörth
auf dem Bergieuge zwischen Hohenaltheim und dem obern Kesselthale,
hatte ehedem eigenen, nach dem Orte benannten Adel, von welchem der berübmte,
zu Lauingen geborne, Albertus Magnus (sieh Lauingen S. 1052
dieses Bandes) abstammte. Im Jahre 1283 verkaufte Adelheid von Risensburg
Reimlingen an das deutsche Haus zu Ellingen und hier kommt unter
den Bürgen Egghart von Bolstatt vor. Das Kirchenlehn kam von den
Herren von Bollstatt käuflich an den Grafen Friederich von Oettingen, der
dasselbe 1418 den 28. Febr. der Karthause Christgarten vermachte. Nach
Auflösung dieses Klosters gelangte die Pfarrei an die Karthause Buxheim
und von dieser an das Kloster Deggingen. Gegenwärtig steht das Patronatsrecht
dem Fürsten von Wallerstein zu. Christgarten, Kirchdorf, war
eine 1384 von den Grasen von Oettingen gestiftete Karthause, die 1525 von
den Bauern zerstört, von den Grafen Ludwig und Wolfgang wiederhergestellt,
aber doch noch während der Reformations-Epoche aufgelöst wurde.
Deggingen,) protest Pfarrei, Rabbinat und kath Kuratie im Landkapitel
1) Raiser's Oberdonaukreis Abth. II. S. 76, Note 179.
“) Kramer's Geschichte von Schwaben und Neuburg S. 233 u. 234.
1) Das Ries, wie es war und wie es ist, von Joh. Fried. Weng und Joh. Baltd.