Contents : Der Mündliche Vortrag. Dritter Teil. Schönheit des Vortrags. (3)

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Bortrag  des  Lyrischen.

Bleicht  und  verkümmert  in  der  Sumpfesluft,

So  ist  für  ihn  kein  Leben,  als  im  Licht

Der  Sonne,  in  dem  Balsamstrom  der  Lüfte!
Gefangen!  Er!  Sein  Atem  ist  die  Freiheit,

Er  kann  nicht  leben  in  dem  Hauch  der  Grüfte!  —

Meine  Kinder  auch!

Und  ich  muß  fern  sein!  Auch  mein  Weib  getötet!
Er  hat  keine  Kinder!  Alle2
Was,  meine  zarten,  kleinen  Engel  alle?
O  höllischer  Geier!  Mutter,  Kinder,
Mit  einem  einz'gen  Tigergriff!  —
Weh  dir,  Messina,  wehe,  wehe,  wehe!
Das  gräßlich  Ungeheure  ist  gescheh'n
In  deinen  Mauern!  Wehe  deinen  Müttern
Und  Kindern,  deinen  Jünglingen  und  Greisen,
Und  wehe  der  noch  ungebornen  Frucht!

Lasset  erschallen  die  Stimme  der  Klagel

Holder  Jüngling,

Da  liegt  er  entseelt,

Hingestreckt  in  der  Blüte  der  Tage,
Schwer  umfangen  von  Todesnacht!
Aber  über  dem  stummen  erwacht
Lauter  unermeßlicher  Jammer!

Mein  Sohn,  mein  Manuel!  O  ewige
Erbarmung!  So  muß  ich  dich  wieder  finden!
Mit  deinem  Leben  mußtest  du  die  Schwester
Erkaufen  aus  des  Räubers  Hand!  Wo  war
Dein  Bruder  daß  sein  Arm  dich  nicht  beschützte?
O  Fluch  der  Hand,  die  diese  Wunde  grub!
Fluch  ihr,  die  den  Verderblichen  geboren,

Der  mir  den  Sohn  erschlug!  Fluch  seinem  ganzen
Geschlecht!  —

O  mein  Sohn  Cäsar,  muß  ich  so
Dich  wiedersehen!  O  blick  her  und  sieh
Den  Frevel  einer  gottverfluchten  Hand!
Duschauderst  und  erstarrst!  Ja  das  ist  alles,
Was  dir  noch  übrig  ist  von  deinem  Bruder!

Da  liegen  meine  Hoffnungen!  Sie  stirbt
Im  Keim,  die  junge  Blume  eures  Friedens,
Und  keine  schönen  Früchte  soll  ich  schauen!  —

§90.  Die  höchste  Stufe  des  Schmerzes  ist  die  Verzweiflung.

Der  Schmerz  ist  hier  nicht  mehr  reiner  Schmerz,  zu  ihm  mischen