13
ausging, nämlich, daß die Goldausbeute, welche damals in
so reichem Maße aus Kalifornien und Anstralien strömte,
sich ungefähr auf derselben Höhe halten würde. Und,
meine Herren, endlich war eine weitere Voraussetzung, die
wir bei Erlaß des Münzgesetzes hatten, und die vom
ganzen Hause getheilt wurde, dic, daß von einer Silberentwerthung,
wie sie jetzt eingetreten ist und sich durch
die ganze Welt fühlbar macht, überhaupt keine Rede
sein würde“.
„Meine Herren, der Herr Abgeordnete Bamberger führte damals
die Majorität des Reichstags und führte die Regierung bis zu einem gewissen
Grade auch — in der Konstitnirung des damaligen Münzgesetzes.
Sie müssen sich immer erinnern, daß er damals Mitglied und Mitführer
der tonangebenden, maßgebenden Partei des damaligen Reichstags, der
nationalliberalen Partei, war, daß diese Partei ihm gerade in
diesen monctären Beziehungen die Führerschaft willig überließ,
und daß der ganze Reichstag ihm folgte, der Bundesrath ihm folgte, die
Minister ihm folgten. Und, meine Herren, er hatte einigen Anspruch auf
diese Führerschaft: er hatte sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt schon
vorher, während kaum ein anderes Mitglied des Neichstages
vorhanden war, welches diese Frage einem eingehenden
Studinm unterworfen hatte; aber er ging eben damals auch von
Voraussetzungen aus, die sich nachher in keiner Weise
bewahrheitet haben“.
„Wie er sich bezüglich der Silberentwerthung aussprach, darüber muß
ich den Herren doch eine Stelle ins Gedächtniß zurückrufen aus einer seiner
damaligen Reden; es ist eine Rede vom Jahre 1871. Er sagte damals folgendes:
„„Das Verhältniß des Goldes zum Silber von 1:15, stimmt
überein mit dem Durchschnittsverhältniß des ganzen Jahrhunderts;
es stimmt überein mit dem Niveau, in welches Gold und Silber
immer gekommen sind, nachdem es bald durch Entdeckungen von
Minen, bald durch den großen amerikanischen Kricg gestört wurde,
und ich glaube, die Neichsregierung kann es vollständig rechtfertigen,
daß sie das Verhältniß von 1: 15,, eingehalten hat““.
„Also, meine Herren, er glaubte nicht, daß dieses Verhältniß
auch durch die Adoption der Goldwährung unsererseits
jemals ver ändert werden würde“.
„Und, meine Herren, wie stand es damals mit seinen Ansichten über
die Goldansbeute? Ich glanbe, die Herren werden mir zugeben, daß man