**
6SOhrgang «
unkrtage). —
Postzustellgebühr,
luß der Inseraten-Annahme 1 Uhr
Diestige Nummer umfaßt 8 Seiten.
den täglich erscheinenden „Nosen-####
Anzeiger“ mit seinem achtseitigen
wictten „Mosenheimer Sonntagsblatt“
I fär die Monate
uli, August, seplembet
im der Expedition oder dei den verstenen
Abholestellen, answärts# bei den
A Bostamtern und Postboten, sowie bei
Meka##nten Agenturen um den Preiß vo#n
Useo abommert werden.
Keues vom Tage
4. Juli.
Tie untzuwachssteuer ist gefallen. Der Finanz-5
der Kammer der Abgeordneten hat
en eitas die Tarifsätze für die Weiterorhen
der Steuer abgelehnt.
er fellor der Wiener Modernen Galerie,
Dwornhösfer, ist. zum Leiter der bayer.
Stkgaler ufen worden.
Sch#Unwetter sind am Freilag niedergegangePesonders
in Nürnberg und Umgebung
ist ber Schaden angerichtet worden.
Der laiser tritt am Montag seine Nordlaneise
an. Die Jacht „Hohenzollern“ ist
fürdiesen Tag bereitgestelit.
Die Tsetzungoseierlichkeinen für das ermordele
öne. Thronsolgerpaar fanden heute in Artsten
ihren Abschluß. Ucber die Berichwörun
in Serafewo werden immer schlimmere
Eirlheiten belannt.
In don iült der frühere Kolonialstaatsselre
tätsoses Chamberlain gestorten. Chamberin
spielte namentlich im Burenkrieg ein
gun Rolle.
——
Die königliche Bank.
Hmmer der Abgeorduneten.
München. Z. Juli.
Vorkintritt in die Tagesorbnung lteile .Prä
sident cr. von Orterer den Inhalt eines Schreileur
us dem Kabinett de: Könias mit, in
dem dr Kammer der Danl für die Trauermiticos.
ANr. 152
Ebentlag. 5. Juli 1914
fiosenheimer Anzeiger
Dersenheimer Anzelger“ mit dem textlich und illustrativ reich ausgestatteten achtseltigen
„Weimer Sonntagsblatt“ erscheimt täglich nachmittags 4 Uhr (mu Ausnahme der Sonn-Der
Abonnementsprels beträgt oiertelsährlich 1 Mark 80 Pfg., monatlich
60 sowohl für hlesige als auch für ouswärtige Abonnenten. —
freiß#ous gellefert, 14 Pfg. monatlich. — Telegramm-Mdresse: Anzelger Rosenheim. —
elephon-Anschlüsse: Redaktion und Verkag: Nr. 72; Inseraten-Abtellung: 235.
breite Petitzelle oder
Das Abonnement wird für Rosenheim in der M. Nledermayr'schen Buchdruckerei sowie m
den sechs Fllial- Expeditionen der Stadt entgegengenommen;
gröberen Ortschaften der Umgebung errichteten Agenturen, sowle alle Postanstalten und sämtliche
Postboten dle Bestellung für den „Rosenheimer Anzeiger“
deren Raum kostet 10 Psennig, die 75 mm breite Zeile im Reklametell
39 Pfenmig; bel Wlederholungen oder Zeilenabschlüssen Rabatt nach aufliegendem Tarlf.
außerdem nehmen die in ca. 40
#an. — Die einspaltige 50 mm
Amtkliches Publikakions-Organ
— Neklamen und Beilogen durch die Armoncen-Cxpediton Haasenstein ————
RRosenheimer Tagblakt
—4—i“““ —
Imnsbruck, Korisruhe, Köln ##c.
bernommen.
Nosenheim. Nürnberg, Berfin, Bern, Themnitz. Dresden. Erk#nt, Frankfurt a. M. Hamburg, Harmover,
Noch diesem Zeitpunkt kann für Aufnahme in dle lausende Tages###r nicht mehr garantlert werden. F## schlechtgeschriebenen Memserirt. wird keine Berantwortung #u
lundgebung aus Anlaß des Attentates auf das
Erzherzogpaar Franz Ferdinand ausgesprochen
wird. Dann ging das Haus über zur Veratung
des Etats der Königlichen Bank. Milbehandelt
wurde der Geschäftsbericht der Bank für
die Jahre 1912 und 1913. Abg. Häberlein
(lib.) erllärt sich nicht befriedigt mit dem Ausseiheversahren
von landwirtschaftlichen und gewerbiichen
Darlehen; das Leihgeschäft sollte
hier nicht zu engherzig vor sich gehen. Er
wandte sich dann lebhaft dagegen, daß man die
Direktion der Bank von Rürnberg nach Mün-Gen
verlegen wolle. Abg. Schneppenhorft (8S.)
sordert, daß die Bank bei Beteiligung an industriellen
Betrieben vorsichtig sei; beim Konkurs
der Niesenfelder Möbelfabrit habe fie zue
selbofte Deckungen erhalten. Abg. Osel (ô Zu..
dedauert, daß die K. Vank dem Mittelstand
und dem Handwerk zu wenig biete. Abg. Bekh
(ons.) spricht sich gegen die Einrichtung von
Posteinlagestellen aus, die den ländlichen Genossenschaften
Konkurrenz machen. Abg. Winsauer
(lib.) bringt Klagen vor, daß die Vank
das Handwerl und den Mittelstand nicht genügend
berücsichtige. Finanzminister v. Breunig
versicherte, daß ein Unterschied in der Darlehereebung
an Landwirte und das Gewerbe
mint demacht werde. Er gab dann einc cingehende
Darlegung der Verhällnisse bei der
NRicsenselder Möbelfabril und belonte schließ.
lich u. a., daß an eine Verlequng der Direktion
von Nürnberg nach München zurzeil nicht gedacht
werde. Darauf wurde dem Gesckäste
i*“! die Anerlennung erteilt und die Veratung
des Etals für 1914 15 begonnen, die am
li-s fortgesetzt wird.
Jur Ermordung des österceichischen
Thronfolgers und seiner Gemahlin.
Die Aufbahrung.
Am Freitagvormitlag wurde für vier Sten
den dem Publilum der Zutritt zu der Aufhah
tung in der Hosfburgpfarrkirche gestattei, und
das Publilum machte von der Erlaubnis den
reichsten (Oebrauch. Schon lange vor 3 Uhe,
der kür den Einlaß sestgesetzten Zeil. hatte sich
eine hahlreiche Menschenmenge vor dem Vucg.
tor eir gefunden, um von dolt durch ciin !#**m
zwei Kilometer langes Spalier von Wachleuten
und Militär in die Hofburgpfarrkirche zu gelangen.
Viele Tausende desilierten nun stell und
stumm vor den Särgen der beiden Toten, und
Tausende harrien noch des Einlasses, als mit
dem Elockenschlage 12 Uhr die Hofburgpfarrlirche
geschlossen wurde. Dann begannen von
ollen Kirchlürmen der Residenz die Glocken zu
lauten und setzten ihr trauriges Konzert eine
Stunde lang fort.
Kranäspenden König Eudoigs und
es Kaisers
Der bayerische Gesandie Fehr. v. Tucher fuhr
am Freilag um die Mittagsstunde mit Lega
tionsselretär Frhrn. von Hoffmann in die Hafburg
und legte an den Särgen die Kränze des
harerischen Königspaares nieder. Sie trugen
die Initialen L. und A. T. auf den seidenen.
weeißblauen Vandschleifen. Kaiser Wilhelm haile
den deutschen Votschafter v. Tschirschty mit seine
Stellvertreiung bei der Leichenfeier betraut.
Der Bolschafter hat eine Reihe von Kränzen
an den Bahren niederlegen lassen, zunächit
mwei Kränze des Kaisers aus weißen Noien,
Orchideen und Maiglödchen, Palmen und Lorbe#eren
mit seidenen Bandschleisen und zwei
Kränze des deutschen Kronprinzenpaares. Ferner
legte der deutiche Voischafter zmei
Kränze des Prinzen und der Prinzessin Heinrich
von Preußen, endlich Kränze des (Großherzogs
von Vaden, des Großherzge paares don
Medlenbu ra, des Herzoge von Sachten-Koburg
Cotba nieder. Für den König von Sachsen
reoie der söchsische Gesandte Kränze nieder.
Die Leichenjseier.
Am Freitag, nachmitlags. 4 Uhr, sand in der
»jartlirche der Hofburg die Leichenfeier itatt.
Kaiser, die Erzh erzoge und Erzherzo##nen,
der gefamte Hofstaat, die in Wien eingerroffe.
nen Familienangehörigen der Verflorbenen, die
Cemeinsamen öslerreichi ch ungarischen Minister,
die Präsidenten der ösuerreichischen und der
ungarisä#en Parlamente mit Deyn#ationen, der
räustliche Nuntius, sämtliche Boischafter, die
Cesandten in Vertretung i#rer Sonverane und
Staatsoberläupter, viele militärische Deput
tionen, zahlreiche Hof und Siaaiswürdentra
ger, die Generalilät und die Bürgermeisier von
r1
Wier, Budapest And Agram mohnten der Feler
bei. Auf hohem Katafalk ruhten die zwei lilbernen
goldverzierten Särge. Der vollkommen
schwar ausgeschlagene Jnnenraum der kleinen
Korhhe, in die nur schwaches Tagerlicht fici,
machte einen feierlich düsleren Eindru Eine
deppeite Reihe brennender Kerzen umschloß den
Katafall. Tieje Bewegung aging durch den stillen
Raum, als der Kaiser mit den Mitoliedern
des Koerhauies im Oratorium erichien. Unter
großer Asfistenz nahm Kardinal Furstbischof
Piff! die feierliche Cinsegnung der Ueberreste
ver. In tiefer Ergrisfenheit und Schmerz folglten
die Trauergäste der seierlichen Jandlung.
Nach deren Veendigung murde die Kirche geschlossen.
Ein dichtes Menschenspal ier umsäumle
die Ringstraße bis zur Hofburg. Das Publilum
bereitete dem Kaiser und dem Erzherzog
Katl Franz „Josei b i der Rückfahrt nach Schönbrunn
begeisterte Ovationen.
Die Beisetzung.
De: Hofsonderzug, der die beiden ÖLlichen
nach Artstetten brachte, ging 10 Uhr 15 Min.
abends vom Weslbahnhof ab und traf um 12
Uhr 37 Min. in Groß-Pöchlarn ein. Um 2 Uhr
30 Minnten erfolgte die Ueberführung der beiden
Leichen über die Donau. Um Uhr 25
Miouten traf der Leichenzug vor dem Schlotn
Artitetten ein. wo die Särge in die Pfarekirche
cebracht und auigebahrt wurden. Am SZams: agmorgen
um 6 Uhr 25 Min. bega# sich Erzherog
Türonsolger Karl Frans Joseph mil Cefolge,
die Herren der Miltärkanzioei Prrn verstorhenen
Erzhet: ogs und eine heine Anz
rich Artstetten. Um 3 Uhr 5
in eirem zweilen Hosfonderiung die übrige
# Häste.
seierlichem
n Trau
Um 11 Uhr vormittags fand nach einem
Reqniem die Einsegnung der Lei
chen statt. Um 12 Uhr wurden die Leichen
in die GCruft gebracht.
Tie erzheroglichen Kinder.
Di drei Kinder der vernotbenen Trähero3#
die Hursti- ZSoyl#i: und die Fursien Mar und
Ernü, find am Freitan aus Thlumenz in Benieslung
ihrer Taule, der Glasin Chotek. in W#en
einnelroffen und in die Lofburgyfarrlirche zu
den Särgen ilrer Ellern gefulrt worden, wo sie
GGrbeie verrichie2en. Sie legten auch zwei
Feire Blumenktäne nieder. An den Sarkolaet
Lielie sich — Szenen ab.
herrscher Geist.
0 Noman von W. Magnayp.
.n paar adressierte Briefe lagen auf dem
Schrer tisch, ich habe sie. sogleich fortbringen
lassen. Mündlich hat mir HDerr Doktor nichts
binterlissen. Nur ein Zettel lag dabei, daß
vorlauig im Hause alles unverandert bleiben
sollre, us das Gericht käme und von ihm weitere
Anordrungen getrossen würden, denen unbedingt
Folge zu leisten sei.“
Weder trat Herter ans Venster, und wieder
verginnen lange Minuten in drückendem
Schweigen. Als der Abgeordnete sich dem
Diener dann zukehrte, hauc er sich gesaßt, und
seine Sumne klang rubig.
„Cs ist gut, ich danke Ihnen! Wenn Sie
wollen, konnen Sie gleich hierbleiben. Ueber
die Bedingungen werden wir später reden.
Oder wollen Sie vorläufig in das Haus Ihres
Herrn zurücklehren?
Der D Beener. verneigte sich abermals.
„Wenn der gnadige Herr r# komme
ich Alorhgon, “sagte er. „Ich halte es für meine
kenhe beute horhr bei dem * Doktor zu
wa
khennr machen Sie das, wie Sie wollen!
Sie können sich morgen bei mir meelden.
Als er dann allein war, slarrte er lange
mit leerem Blick vor sich hin. Und dann preßte
er beide Fäuste gegen die hämmernden Schläfen.
„Erschossen — erschossen!“ stöhnte er. „Soll
mir das nun eine Warnung sein — oder eine
Aufforderung, hm n zu solgen? *1s
Al- Sabine am spaten Nochmitaag der Ab-
geordnete Ruduolf Hertor gemeldet murde. lien
sie inn sogleich zu sich bitten. Er hatie durch
das Duell und durch ieine Verwundung doch
in inren Augen gemonnen: und daß er trogdem
schon heute Zu ihr lam, erfüllte sie mit
Genugtuung und Stolz.
Vir die Tur des Gemaches ging
ihm engegen. Aver das liebevolle
mit dem sie ihn hatie empfangen mollen,
starb auf ihren Lippen, da sie gewahrte,
leicheniahi und veru#rt er aussah.
„Mein Himmel, was iit dir, Rudoli?“"
fragte sie hasüg. „Was ist geschehen?“
r ergriff ihre beiden Hande und preßte
sie Iralapfyait.
„Eiwus Furchidares
Sabine,“ sagte er leise.
davon gehhri?“"“
Sie rog ihn auf eine Olltomane nieder und
schmiegie sich an seine Seite.
„Ich habe gehört, daß du dich geschlagen
hast, “ erwiderte sie. „Und auch, daß du verwundet
worden bist, Lieber! Cs ist unrecht,
daß du trotzdem schon heute ausgegangen bist.“
Er machte eine wegwerfende Hendbewegung.
„Bah — das hat nichts zu sagen! Du
siehsi ja, daß es mit der Schramme nichts auf
sich bat. Aber wer hat dir davon gesagt ?“
„Ich erhielt heute morgen einen anonymen
Brief, und ich bat daraufbin heute mittag
Herrn Doktor Glaser zu mir. Und ich lich ihm
leine Ruhe. bis er mir alles gesagt hatte.“
Herter nickte düster.
, habe nch geschlagen. Sabine. Das
Duell Ast harmlos verlaufen; ein Geger aber
weilt nicht mehr unter den Leb n.“
Totenbleich fuhr Sabine ue
sie
Lacheln,
eorwie
hat sich zunetragen,
„Du hast noch nichts
scaß du de iam Es
mar do — ader es in janu tann
#nuh r Zrebning icin.
Saoine Cs in Dottor * ud den
en
ich ineine! Cr ist 14% imittag gerun
„#ndedi!“ Ste ur llammeite sein
hal sich — er hat Aiieh ein i
blich ihr dic Ami
und sie osue sein Schtneigen
„Er
rennt !•*
" r#
Zinernd sant sie auf den Siß zriu#.t und tentos
fragte 6%
TUnd weshalb — wecshalb hat er es ge-Sme
besftimme Antmart verineg ich dir
daraui nicht zu geben. Aielleicht aber ha: der
Bankier Wieden, den ich im Hause dee 1
traf, recht, wenn er meinte, daß sich die
Brennings nach Hunderttaufenden?
daß darin die Ursache der Verzmeifur
suchen sei.“
Es wurde nichts weiter zwischen ihnen
gesprochen. Sabine hatte die Arme um seinen
Hals geschlungen, und er fühlte, wie ihr Körper
von Zeit zu Zeit erschauerte. Ihr Gesicht aber
preßte sie an seine Schulter, so daß er es nicht
zu sehen verm ochte.
„Das ja eine freudige Ueberraschung!
ch dari den Herrschaften gratulieren
Pesserscharf klang die Stimme Herbert von
Roh steins von der Tür her. Sie hatten beide
sein Kommen überhört, und erschrocken fuhren
sie nun empor. Sabine aber lebte sich sogleich
und r— ch hoch aufrich
„Ja, du darsfst d Herbert! Ich
habe zunch u- Rudollk verlobt.
I Herter empfand ee unangenehm, wie
herr: 5 8 lelbstsicher das klang nach der
die Schmeuer
n euend lach:e und
des 9
und der
andes.
Abrge-I1
egen
lag.
rie in: ciner Verietzung, die
#er sich durch aiinen Stur; vom Pierde zugezogen
habe.
Sabine s#ch rreite in leisen Mißthüligung den
Uls He— i irdach
cen irimalon Sch
lundich die 5 auf den Arm
rl g # erni:.
ʒrih. arg bin mint recht in der
d 2: 1111 J
ich
9“ Du eißt
wWen fii b 3
er Grai ie ie eher ndnielos den Loof.
ors Bre: !# uug hat üich erfthossen.“
Naz#ruch konnte diese Rarhricht auf Herbert
nicht dic gleiche Wirkung haven, mie auf die
beiden anderen. Er erging sich in den übltchen
leilnehmenden Ausrusen: und er war frohy, sich
nicht mehr dazu zwinger zu musien, eine ae
Laune zu heucheln. Im Grunde aber fuhlte
er sich von Dokror Kurt Breunungs tragischem
Ende, sehr wenin eraruefen, uUnd als er vernahm.
welmme Urfache der Seldimord aller
Wahrseheen htein nach hatte, tai er die Ganze
Angelegenrein mit ein paa Woten ccracht.
licher Cutrusfe- 49 über den leichtferm a 45
schwender ab
nicht
(Forlsetzung solgt.)
’m .——— ———— —
sLe s
*'i
S TFTeu JSaen Vähloae