Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

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vorangehen  solle.  Nicht  nur  muͤßte  van  der  Mersch  Genera—
lissimus  bleiben,  sondern  auch  der  Herzog  von  Ursel  sogleich
wieder  an  die  Spitze  des  General-Kriegsdepartements  gesetzt
werden,  und  der  Graf  de  la  Mark  sollte  die  zweite  Stelle  bei
der  Armee  haben.  Dieß  alles  wurde  zu  Namur  im  militärischen
  Comité  den  50.  und  31.  März  4790  beschlossen,  und
eben  so  schnell  bekannt  gemacht,  als  beschlossen.

Unstreitig  waren  diese  Schritte  höchst  verwegen,  und  die
Entschuldigung,  welche  die  Offiziere  für  sich  hatten,  daß  sie
nicht  wie  die  Offiziere  anderer  Miethsoldatenheere  angesehen
werden  dürften,  und  daß  sie  nicht  aufgehört  hätten,  Bürger
zu  seyn,  da  sie  zur  Vertheidigung  des  Vaterlandes  die  Waffen
  ergriffen,  diese  Entschuldigung,  in  der  ein  Grund  ihrer
steten  Theilnehmung  an  der  neuen  Staatseinrichtung  lag,
mochte  den  Ständen  fast  noch  gefährlicher  scheinen,  als  das
Hauptfaktum  selbst,  so  sehr  dieses  der  gefährlichsten  Insurrektion
  gleich  sah.  Die  Kongreßdeputirten,  die  sich  noch  zu  Namur
  befanden,  wie  dieß  alles  vorfiel,  schickten  gleich  mit  einbrechender
  Nacht  einen  von  ihrem  Korps  ab,  der,  mit  Briefen
  versehen,  die  ganze  Lage  der  Dinge  zu  Brüssel  vorstellen
sollte.  Der  Wagen  des  Abreisenden  aber  wurde  unter  dem
Thore  angehalten;  Herr  Visbecque,  so  hieß  der  abreisende  Depuirte,
  wurde  zurückgeführt,  seine  Briesschaften  ihm  abgenommen,
  durchsucht,  gelesen,  und  zwei  große  Säcke  voll  Silber,
die  man  auch  bei  ihm  fand,  sequestrirt.

Van  der  Mersch  selbst  wußte  von  diesem  ganzen  Vorgange
  gar  nichts,  bis  des  Morgens  frühe  die  Offiziere  selbst
kamen  und  denselben  meldeten,  und  auch  fast  zu  gleicher
Zeit  die  Herren  Kongreßdepmirten  kamen,  seinen  Beistand
aufzufordern,  um  den  gefangenen  Visbecque  frei  zu  machen.
Es  war  eine  schöne  Scene,  wie  van  der  Mersch,  der  nun
seiner  Macht  versichert  zu  seyn  schien,  mit  den  Herren