Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aummer  36

Rolenheimer  Anzeltger

Dienstag,  0.  März  1015

 

10.  März  in  den  hiesigen  Geschäften  Mehl
nur  Vorzeigung  einer  rom  Magestrat
ausgestellten  Mehlkarte  abgegeben  werden  darf.
Di:  Mehlkarten  sind  bereits  jetzzt  im  Geschäftseimmer
  Nr.  18  erhältlich.  Familien  mit  Mehlvorräten
  erhalten  keine  Mehlkarte,  ebenso
Haushaltungsangebörige,  welche  ihre  Hauptmahlzeit
  regelmähig  außerhalb  ihrer  Wohnung
einnehmen.  Die  Ausweismarlen  an  den  Mehlkarten
  (Coupons)  dürfen  erst  in  den  Geschäften
und  nur  von  den  Verkäufern  abgetrennt  werden;
  die  Mehlverläufer  haben  dir  abgetrennten
Ausweismarken  (Coupons)  zu  sammeln.

Zweites  Wohltätigkeitskonzert.
viedersasen.  Männergesangverein  und  Orchesterverein
  Rosenleim  hatben  mit  dem  im  Dezember
  veranstaiteten  Wohltätigkeitslonzert  nicht
nur  einen  schönen  künstlerischen  Erfolg  erzielt,
sondern  auch  das  sinanzielle  Erträgnis  war  ein
über  Erwarten  hohes,  so  daß  es  der  Ortsfürsorge
  Rosenheim  ermöglicht  wurde,  vicl  Not
zu  lindern.  Das  alles  bestimmte  die  drei  Vereine
  dazu,  ein  neues  Wohltätigleitslonzert  vorzubereiten,
  das  am  20.  März  im  Festsaale  des
Hotels  „  Deutsc  ½er  Kaiter“  stattfinden  soll  und
zwar  diesmal  a's  Sessellonzert,  um  möglichst
vielen  Besuchern  Gelegenheit  zu  geben,  sich  an
dem  Gekotenen  zu  erfreuen.  Das  Programm
ist  wieder  mit  großem  Geschmack  zusammengestellt,
  trägt  dem  Ernst  der  Zeit  Rechnung,
bietet  reiche  Abwechslung  und  nied  sich  in  seiner
  Abwidelung  auf  kaum  mehr  als  zwei  Stunden
  ausdehnen.  Als  Solist  des  Abends  wurde
Herr  Opernsänger  Bullinger,  auch  ein  Schüler
Altmeisters  Schuegraf,  gemonnen.  Er  uird
außer  Liedern  bedeutender  Komponisten  die
große  Tenor-Arie  mit  Rezilatio  aus  „Freischutz“
  von  Weber  mit  Orchesterbegleitung  singen.
  Die  drei  Vereine  werden  Kremsers  „Alniederländische
  Vollelieder"  für  Männerchor,
Soli  (die  Herren  Bullinger  und  Wäschenfelder)
und  Orchester  zum  Vorttag  bringen.  Zwei  gemischte
  Chöre  ron  Mendelsfohn,  bei  denen  die
verehrlichen  sangeskundigen  Damen  von  Noscuheim
  mitwirken,  beschliesten  die  erste  Abteilung.
  Der  zweite  Teil  wird  ganz  vom  Orcheirerverein
  beilritten,  der  Haydns  herrliche
Snmolh  onie  Nr.  2  in  I|  unverkürzt  zum  Vortrag
  vringen  wird.  Die  musilalische  Leitung
liegt  wieder  in  den  HDänden  der  Dirigenten
bezu.  Chormeister  der  Vereine.  Möge  auch  bei
diesem  Konzert  Rosenheims  Einwohnerschaft
ihren  erprobten  Wohllänigleitssinn  aufs  neue
bewähren  zum  Beiten  der  Hinterbliebenen  unserer
  tapferen  Krieger?

(Güste  im  Genesungsheim  Kaiserbad.
  Einem  Zeitungeinserat  war  vor  einigen
Tagen  zu  entnehmen,  daß  die  Feldzugssoldaten
des  Jahres  1856  und  1870  71  am  Sonntag
ihren  Kameraden  des  Krieges  1914  15  einen
Besuch  im  Genesungsheim  Kaiserbad  abstatten
wollten.  Jahlreich  waren  die  alten  Herren  dieser
  Aufforderung  gefolgt  und  die  vielen  Orden
und  Ehrenzeichen,  die  ihre  Brust  schmücken,
erzahlten  in  beredten  Worten,  daß  wir  Helden
aus  der  Zeit  der  Reichsgründung  vor  uns  hatten.
  Eine  besondere  Ehre  wurde  der  Versammlung
  durch  die  Teilnahme  des  Herrn  Bezirkskommandeurs,
  Oderstleutnants  Scheichenzuber,
zuteil;  auch  der  leitende  Arzi  des  Genesungsheims,
  Herr  Dr.  Heißler,  fand  sich  zur  allgemeinen
  Freude  ein.  Schnell  hatten  sich  Alt
und  Jung  befreundet  und  baid  hallten  die
Räume  wieder  von  Kriegserlebnissen,  welche
zeigten,  daß  die  moderne  Kriegsführung  wohl
eine  andere  ist  als  vor  45  Jahren,  daß  es  aber
an  Strapaz##:  unseren  7ür#er  Helden  wahrlich
auch  nicht  gefeyl##  l  at.  Natürlich  wurde  die  animierte
  Stimmung  n#ch  gehoben  durch  das  vorzügliche
  Naß,  welches  die  Münchener  Löwenbrauerei
  durch  liebenswürdie  Vermittlung  eines
  hiesigen  Herrn  in  hochb#zzigtr  Weise  für
den  Zweck  gestiftet  hat.  Begrüßung  der  Gäste,
durch  den  militärischen  Rechnungsführer  des  Genesungsheims
  eröffnete  die  Reihe  der  Ansprachen,
  dann  folgte  der  Vorstand  des  Vereins
der  Feldzugssoldaten,  Herr  Winter.  Er  sprach
seiner  und  seiner  Kameraden  Befriedigung  darüber
  aus,  daß  es  ihnen  dank  der  Genehmigung
des  Herrn  Bezirkslkommandeurs  vergönnt  sei,
mit  den  jungen  Kriegern  einige  Stunden  in  deren
  gegenwärtigem  Heim  verleben  zu  dürfen.
Ihnen  galt  auch  sein  Hoch.  Herr  Oberstleutnant
  dankte  Alt  und  Jung  für  die  großen
Verdienste,  die  sie  sich  um  das  Vaterland  erworben,
  mahnte  die  Jungen,  auf  dem  beschrittenen
  Wege  fortzufahren,  den  kamerapschaftschaftlichen
  Sinn  der  Alten  nachzuahmen,  und
wünschte,  es  möchte  auch  ihnen  vergönnt  sein,
dereinst  mit  gleicher  Befriedigung  auf  ein  Leben
treuester  Pflichterfüllung  zurückblicken  zu  können.
  Nachdem  Herr  Winter  noch  eine  interessante
  Zusammenstellung  gebracht  hatte  über  die

Verluste  und  Verwundungen,  nelche  auch  diefrüheren

  Kriege,  wiewohl  sie  nur  einer  Nation
  galten,  unserem  Lande  gebracht,  folgten
einige  launige  Ansprachen.  Dann  trat  Fidelitas
  in  ihr  volles  Recht,  einige  Herren  machten
sich  durch  musikalische  und  humoristische  Vorträge
  verdient  und  der  stürmische  Applaus,  der
ihnen  dankte,  zeigte,  daß  die  Strapazen  des
Krieges  weder  der  alten  noch  der  jungen  Generation,
  selbst  jenen,  die  schon  monatelang  ans
Schmerzenslager  “  sind,  die  Lebenssreude
rauben  konnten.  Allen  Teilnehmern  wird  die
Zusammenkuyft  eine  schöne  Erinnerung  lein.

 

Verkehrsbeamtenverein.  Der  Bezirt
Rosenheim  des  Bayer.  Verkehrsbeamtenvereins
hielt  am  Sonntag  im  Sayle  des  Flötzinger-Löchl
  den  durch  die  Saßungen  vorgeschriebenen
Bezirlstag  ab.  Nach  den  Verhandlungen  des
Nachmittags  fand  abends  eine  vaterländische
Veranstaltung  zu  Gunsten  der  hiesigen  Kriegssürsorge
  slatt.  Kei  dieser  Gelegenheit  war  cs  den
Anwesenden  vergönnt,  unseren  heimischen
Künsiler  Herrn  Opernsänger  Bullinger  hören  zu
dürsen,  der  sich  dem  Verein  in  Anbetracht  des
edlen  Zweckes  zur  Verfügung  silellte  und  den
Abend  durch  Vortrag  von  drei  herrlichen  Liedern
  verschönte.  Dabß  unfere  bewährten  Vereinslräfte,
  die  Herren  Helfreich,  Kämpfel.  Ler  und
Mathes,  sowie  von  Gutlenberg-  München  und
Schock-Salzburg  sich  in  den  Dienst  der  guten
Sache  stellen,  ist  selbstverständlich.  Insbesondere
  weihte  Herr  Kämpfel  in  einem  prächligen
Gedichte  den  zum  Hecres-,  zum  Eisenbahnkolonnen=
  und  zum  Feldpostdienste  eingerückten
Kollegen  herzliche  Worte  des  Gedenkens.

Jubiläumsfeier.  Am  Sonntag  fand  im
Nestaurant  Grabichler  die  Generalversammlung
der  Lolomotioführer  der  Station  Nosenheim
statt.  Damit  war  eine  schlichte  Feier  verbun
den,  welche  dem  25  jährigen  Dienstinbiläum  der
Herren  Oberlokomitoführer  Horra,  Walter,
Schulz,  Seidl,  Gallig  und  Fürmeier  galt.  Der
Ernst  der  Zeit  ließ  es  nicht  angezeigt  erschei
nen,  frohe  Feste  zu  feiern,  umsomehr,  als  auch
Söhne  der  Jubilare  im  Felde  flehen.  Der  Lolomotioführerverein
  ließ  es  sich  aber  nicht  neß
men,  die  Jubilare  zu  ehren,  denn  Pflicht  und
Verantwortung  des  Lokomotivführers  sind
groß.  Alle  dienstfreien  Kollegen  versammelten
sich  um  die  Jubilare,  um  den  Ehrenabend  einfach
  und  schlicht  zu  feiern.  Hr.  Oberlokomotio
führer  Beilhack  erörterte  in  schönen  Worten
die  Laufbahn,  das  Wohl  und  Weh  cines  Lokomotioführers
  und  besprach  auck  die  Kriegszeit.
  Dah  die  Jubilare  sich  allgemeiner  Be
liebtheit  erfreuen,  bewies  auch  die  Anwesen
heit  vieler  auswärtiger  Kollegen.  Auch  tele
graphische  Glückwünsche  trasen  aus  allen  Gauen
des  bayerischen  Vaterlandes  ein.

Bom  baper.  Eisenbahnerverband.
Auf  die  im  Herbst  ausgegebene  erste  Reichs
anleihe  hat  die  Unterstützungskasse  des  Bayer.
Eisenkahnverbandes  50000  Mark  gezeichnet.  In
einer  vor  einigen  Tagen  abgehaltenen  Vorstandssitzung
  wurde  beschlossen,  auch  an  der  zweiten
  Kriegs-Anleihe  sich  mit  50100  Mark  zu
beteiligen.  Von  den  300000  Mitgliedern  des
Verbandes  stehen  mehr  als  9000  im  Felde.  225
Mitglieder  haben  bis  jetzt  den  Heldentod  erlitten
  und  150  wurden  mit  dem  Eisernen  Kreuz
oder  dem  Militärverdienstlreuz  ausgezeichnet.

„Taschenfilter".  Häufig  werden  „Ta
schenfilter“  oder  „Feldfiller“  als  geeignete  Ge
genstände  zum  Nachsenden  an  Heeresangehörige
im  Felde  angepriesen.  Mit  ihrer  Hilsfe  lann
sich  angeblich  jeder  Soldat  sein  Trinkwasser
frei  von  Krankheitserregern  und  sonstigen  schäp
lichen  Stoffen  machen.  Diese  Angaben  sind  nicht
zutreffend.  Es  muß  daher  vor  dem  Ankauf
solcher  Filter  gewarnt  werden.  Die  Kleinfilicr
vermögen  zwar  trübes  Wasser  zu  llären,  sie
sind  aber  nicht  imstandec,  die  Erreger  von  Krankheiten
  und  andere  gesundheitsschädliche  Stoffe,
die  sich  häufig  im  verschmutzten  Wasser  vorfin.
den,  mit  Sicherheit  zurückzuhalten.  Ein  nicht
peinlich  sauber  gehaltenes  Tasch  enfilter  kann  so
gar  die  Gefährlichteit  unreinen  Trinkwassers?
noch  vermehren,  weil  im  Filter  die  Krankheitserreger
  weiter  u#uchern  und  in  das  durchfließende
Wasser  übertreten  können.  Im  Wasser  befindliche
  Krankheitserreger  werden  am  sichersten
durch  Kochen  unschädlich  gemacht;  deshalb  sind
Tee  und  Kassee  die  besten  Getränke  für  den
Soldaten  im  Feld.

Maßk  und  Thealer.

Volkstheater.  Eine  der  fesselndsten  Vorstellungen,
  die  je  über  die  Bühne  des  Rosenheimer
  Volkstheaters  gingen,  war  die  Aufführung
des  dreialligen  Schauspieles  „Der  Dornenweg“
von  Felir  hil.  pi.  Und  wenn  das  Publikum
tiefergrifsen  den  Vorgängen  auf  der  Bühne
fsolgte,  so  war  dies  hauptsächlich  der  trefflichen
Einstubcanzz  und  der  wirksamen  Ausarbeitung
der  einzelnen  Rollen  zu  danken.  Emil  Mahr
stellte  für  den  Konsul  Prätorius  einen  guten
Vertreter,  der  mit  Ruhe  und  Ueberlegung  zu
Werke  ging.  Tiefes  Mitgefühl  fand  Bertha
Zwilling,  für  ihre  Johanna  Wedekind,  die  aus
überschwenglicher  Mutterliebe  zu  einem  Taugenichts
  Mitwisserin  e  ines  Verbrechens  blieb,  welches
  einen  Unschuldigen  um  Ehre  und  guten  Namen
  brachte.  Die  von  Angst  und  Scham  gedquälte
  Frau,  welche  aber  auch  die  Folgen  ihres
verblendeten  Verhaltens  tapfer  trug  und  die
Rettung  des  Unschuldigen  herbeiführte,  wurde
von  der  Trägerin  dieser  NRolle  keerch  9ueichnet.
  Ein  vorzüglicher  Partner  war  J.  B.  Hut
mann  als  Rechtsamwalt,  welcher  den  nach  Recht
und  Gerechtigkeit  strebenden  Juristen  in  charak.
leristischen  zügen  zeichnete.  Von  höchster  Wirkung
  war  seine  Darstellung  namentlich  im  zweiten
  Auszug  angesichts  des  großen  Seelenkampses,
  den  seine  Mutler  mit  sich  austrug.  Für
den  Regierungsassessor  mit  den  schmutzigen  Ehrund
  Geldbegrissen  und  d  seine  Frau  waren  Maith.
Krämer  und  Marie  Sprenger  sehr  am  Platze.
Den  unschuldig  verdächtigten  und  beschuldigten

 

Ernst  Bulau  brachte  uns  Josef  Krämer  sehr
nahe.  Was  er  litt,  wie  der  Rachedurst  ihn  bei!
der  Entschleierung  des  wahren  Sachverhalles
überfiel,  wie  er  angesichts  der  Zukunft  seiner
Tochter  davon  bekehrt  wurde,  das  zeigte  Jos.
Krämer  in  überwältigender  Darltellung.  Seine
Tochter  Dorothee  war  durch  Finy  Vach  tressflich
vertreten.  Vorzüglich  führte  auch  Robert  Baer
die  Rolle  Egons  durch,  der  er  sich  namentlich  in
den  Schluhszenen  mit  leidenschaftlicher  Hingabe
midmete.  Die  ganze  Ausfführung  fland  unter
einem  guten  Stern,  besonders  im  zweiten  und
dritien  Akt.  Sowohl  die  Nachmitlags=  als  auch
die  Abendvorstellung  erfrente  sich  eines  guten
Vesuches,  der  die  prächtigen  Darbietungen  mil
lautem  Beifall  aufnahm.

 

Bepölkerunpsbewegung  im  februar.
Katholisch.

Ludwig  Ablinger,
gehilfenskind;  Johann  Sebastlian
Schweinehändlerslind;  Georg  Klarl,  Kolporteurslind:;
  Marimilian  Brummer,  Müllerslind;
  Maria  VAichinger,  Bädergehilsenslind;
Franz  TFaver  Buchner,  Malergehilfenslind:  Zäzilia
  Eberl,  Hausbesitzerslind;  Karolina  Huber,

Stations-.
Gruber.

(Geborene:

Salinarbeiterslind:  Maria  Hildegard  Heitmayr.
  Wüt#chaftspächlers.  ind;  Gcorg  Zimmermann,
  Fakrilarbeiterslind:  Louise  Ernestine
Fierlinger,  Kaufmannslind;  Joseph  Reischl,
Salinarbeiterslind;  Johann  Baptist  Rößzer,
Fabrikarbeiterslind:  Joseph  Anton  Neiner,

Bahnnachtwäckterslind;  Ludw.  Wilh.  Feuerer.
Sägarbeiterslind;  Georg  Rupp,  Fahrradhändlerskind;
  Ludmwig  Peter,  Taglöhnerskind;  Wilhelm
  Werdatk,  Taglöhnerslind:  Anna  Pals,
Salinarbeiterslind:  Emilie  Bertha  Huber,  Buchhalterstind;
  Otio  Gaßner,  Stadimusikerelind.

Gestorbene:  Georg  Kronast,  Milchhändlerskind:
  Magdalena  Schwarz,  Stationsgehilsensfrau:
  Therer  Pils,  Salinarbeitersfrau;
Therese  Schmid,  Schneidermeisterswitwe;  Barbara
  Leising,  Damenschneidersehefrau;  Theres
Maier,  Salinarbeiterstind;  Joham  Krenzer.
pens.  Wagenm  ärter;  Heinrich  Kars  Bausch,  Tag
löhnerslind:  Karolina  Topatigll,  Dienstmädchen;
  Rosa  Förg,  Buckhalterstochter;  Franziska
Theresia  Amann,  Wirtschaftspäck  lerstind;  Johann
  Baptist  Pütz,  freires.  Psarrer  und  Kammerer
  von  Aßling;  Anna  Feuersinger,  Bahnarbeiterskind;:
  Martin  Spitzendobler,  pensf.
Bahnwärter;  Theres  Kaiser,  Oekonomenskind.

(Getraute:  Gg.  Bauer,  Bäckergehilfe  und
Elisabeth  Schenk;  Joh.  Wilsmei  er,  Müller  und
Zäzilia  Denk,  Näherin.  Lndwig  Gallwitzer,
Afsistent  an  der  Oberrealschule  in  Regensburg
und  Frl.  Anna  Kollmann.

Protestantisch.

Gestorbene:  Wagner  Margar#te,  Stationsmeistersehefrau,
  63  Jahre  alt;:  Munz  Ludwig
  Wilhelm,  Bahnarbeiterslind,  1  J  alt.

Ans  dem  Gerichkfacke.

Der  bestrafte  Geizhals.

München.  7.  März.  Der  Bauer  Nil.  Federliel,
  ein  Einödbauer  bei  Altenerding,  war  mit
5  Lampen  bei  dem  Elektrizitälswerk  in  Erding
pauschaliert;  er  hatte  sich  heimlich  eine  6.  Lampe
montiert  und  dadurch  dem  Elektrizitälswerl  unberechtigt
  Strom  entnommen.  Deghalb  stand
Federliel  vor  dem  Landgerichte  München  «
DerJaalsanualtbeantmqlc14saa  lkiemnq
nis  und  100  Mark  Geldstrase.  Das  Gericht  erkannte
  aber  auf  eine  Geldstrase  von  00  Marl
oder  60  Tagen  Gefängnis  mit  der  Begrün
dung,  daß  der  Angeklagte  der  TUn#us  eines
Geizhalses  sei,  der  nur  durch  eine  empfindliche
Geldstrase  am  besten  getroffen  werden  lönne.

Rlechliche  Nachescher.

Die  kommenden  Wochen  der  Eistkommunion
und  der  Vorbereitung  auf  sie  werdru  das  Kindergebet
  mit  den  Nöten  der  Rriegozeit  verflechten.
  Da  mag  denn  kaum  ein  anderer  Gedankle
  auf  die  Kinder  so  zündend  wirlen  wie
„Die  Zuflucht  der  Kinder  zum  göttlichen  Kenderfreund,
  der  die  Schar  der  Unschuldigen  an
sein  Herz  ruft“.  Es  gibt  sicher  leine  Darsiellung
  dieses  Gegenstandes,  der  die  himmlische
Liebe  des  Herrn  zu  den  reinen  Kinderseelen  mit
gleicher  Kraft  und  Anmut  ausspräche  wie  das
Vild  des  einstigen  Dresdener  Hofmalers  und
Akademieprofessors  C.  von  Vogel.  Es  war
darum  eine  glückliche  Idee  der  Kanstanstalten
Josef  Müller  in  München  dieses  Bild  als  Kommunion-Andenken
  für  dieses  Jahr  herauszugeben.
  Die  Art  der  Ausführung  bietet  eine
Gewähr  dafür,  daß  das  Bild  nach  vielen  Jahren
  noch  nichts  von  seiner  feinen  Farbenhar-=monie
  verliert.  Das  Kommunion-Andenken  erschien
  in  2  Ausgaben,  einer  größeren  im  Preise
von  25  MBr  pro  Hundert  und  einer  kleineren
  zu  18  Mark  pro  Hundert.  Unter  den  sonstigen
  prächtigen  Neuerscheinungen  der  Kunstanstalten
  Josef  Müller  seien  besonders  Herz-Jesu-Bildchen
  und  künstlerisch  ausgestattete  Gebetszettel
  genannt.  Ebensalls  sehr  hübsch  sind

 

 

 

Staalszaschüge  za  Sodenkulior=Unternehmoungen.


Zur  Förderung  und  Beschleunigung  der  nicht
nur  während  des  Krieges,  sondern  ina  besondere
auch  unmittelbar  nach  dessen  Beendigung  so

wichtigen  Bodenkulturunternehmungen  sollen  bis
auf  meiteres  allen  Arten  von  Kullurunterneh.
mern  (Genossenschaften,  Gemeinden,  Slifiungen
und  Einzelunternehmern)  zur  Erleichterung  der

Durchführung  auf  Ansuchen  aus  Slaalomirteln
Zuschüsse  zu  Kulturunternehmungen  jeder  Art
gewährt  nerden,  welche  die  Verbesserung  der
Ländereien  durch  Regelung  der  auf  und  in
dem  Voden  herrschenden  Wasserverhältnisse  zum
Zwecke  haben.

Dabei  sollen  die  in  erster  Linie  zur  Strigerung
und  Verbesserung  der  Bodenerträgnisse  beimmten
  Ent=  und  Bewässerungen  mit  einem  uuscunn
von  31)  Hundertteilen  der  Aueführungslosten
bei  genossenschaftlicker  Herslellung  und  von  2
Hundertteilen  bei  Ausführung  durch  einzelne
Grundbesitzer  bedacht  werden.

Die  notwendigen  (Geldbeträge  sollen  im  In
teresse  der  möglichsten  Besch.  leunigung  der  an
führungsarbeiten  sofort  zur  Verfsügung  geiteilt
werden.

Vorauesehung  für  die  Gewährung  der  Zu
schüsse  ist  in  allen  Fällen  die  rom  Kulturhauaimnt
zu  erholende  Bequtachtung  der  in  Auesi  #
nommenen  kulturtechnisalen  Maßnahmen  und  die
Leitung  und  llebernacbung  der  Ausführunge
arbeitlen  durch  diese  Behörde.

ei  den  Gesuchen  um  Zuschüsse  ist  auch  zu
bemerken,  ob  zu  den  Ausführungsarbeilen
Kriegsgeiangene  herangezogen  werden  soilen
und  wie  hoch  sich  dann  die  Gesamtkosien  schat
zungeweiie  siellen  werden.  Die  Regierung  wird
die  an  dar  Bezirlamt  zu  richtenden  Gesucke
dem  Staaleministerium  des  Innern  zur  Verbe
scheidung  vorlegen.

Kulturunternehmungen,  die  seit  Beginn  des
Krieges  in  Angrisf  genommen,  und  nlngen.
die  in  der  Hauxtsache  erst  während  des  Krieg!s
ausgesührt  worden  sind  oder  sich  nock  in  der
Ausführung  befinden,  soilen  mit  den  gleiche:
Zuschüssen  bedacht  werden,  wie  sie  den  Gein:
siellern  zuteil  geworden  nären,  wenn  sie  sin
ce2t  auf  Grund  dierer  amtlichen  Be!  anntmachung
gemeldet  hätten.

Keiegsgefangene  für  Laudeskullur
und  Landwietschaft.

Die  bayer.  Staatsregierung  hat,  wie  die
„B.  Staatszig.“  offinio-  sreibt,  der  VNerwen
dung  von  Kriegegefange:  #en  für  Lundesimlur
und  Landwirk;  tkust  don  Anfang  an  u  eiigehende

 

Aufmerliam.  #  E  *  der  Tat  ver
spricht  der  *  unde  von  rüst  igen
Männern  vousur  irum  ast  lich  muhon  zu  mar

große  Vorteile:  dennoch  begegnet  die  Verwirl

lichung  des  Gedankens  weit  zahlreihleren  und
Köbeeren  Schwierigkeiten,  als  dies  auf  den  ersten

Blick  scheinen  möchie.  Gefangenenarbeit  isi  eben
nicht  freie  Arbeit,  sondern  hält  sich  in  ihrem  Ergebnis
  weit  unter  der  Norm.  Ferner  wirken
mehrfache  Umstände,  namentiich  Unterkunft  und
Bewachung,  hemmend  und  vertenernd  auf  die
Heranziehung  ron  Gefangenen  zu  Arbeiten
außerhalb  des  Lagers.

Auf  Grund  der  bisherigen  Erfahrungen  hat
die  Hecreverwaltung  Milte  Jannar  191
Grundsätze  aufgenellt,  unter  denen  di:  Gefange
nen  an  öffentlicke  oder  private  Unternehmer
abgegeben  werden  sollen.  Möglichite  Verwer
tung  der  Gesangenen  Zugunsten  der  Vollswirt
schaft,  jedoch  chne  Schädigung  des  Arbeitsmarlies
  für  Einheimische.  dann  Sorge  für  die
Gesundheit  und  die  mirkfame  Bewachung  der
Gesangenen,  endlich  Aneiferung  der  Gesangene
zu  besseren  Leistungen  in  der  Form  von  Arbeilt
prämien  ist  der  wesentliche  Inhall  dieser  Grund-=sätze;
  Einzelheiten  werden  der  Aereinbarung
zwischen  den  zuständigen  Generallommandos  und
den  Unternehmern  überlassen.

Am  geeignelsten  lassen  sich  die  Kriegsgefangsnen
  da  heranziehen,  wo  eine  gleichmähige,  m
der  besondere  Körperkdaft  noch  Gewöhnung  er
sordernde  Beschäftigung  einer  größeren  Mrrbie
terzahl  am  gleichen  Ort  und  während  längerer
Zeit  in  Frage  steht,  also  vor  allem  für  Kul
turarbeiten.  Solche  sind  auch  in  bedeutendem
Umsang  als  staatliche  oder  genossenschaftliche
Unternehmen  bereits  in  der  Ausführung  begrissen;
  andere  sind  geplant;  in  anderen  Fällm
sieht  die  Abwesenheit  der  zum  Heereedienst  eingezogenen
  Beteiligten  oder  der  Mangel  an  kulturtechnischem
  Personal  hindernd  im  MWege.  Da
jedoch  für  solche  gemeinnühige  Unternehmungen
die  Gefangenen  unter  besonders  günstigen  Bedingungen
  abgegeben  werden  und  der  Staat
außerordentliche  Mittel  zur  Verfügung  stellt.
so  ist  bei  solchen  Unternehmungen  eine  wesent
liche  Förderung  der  Landeskultur  als  mittelbar
Folge  unserer  Siege  zu  erwarten.

Ungünstiger  liegen  die  Aerhältnisse  der  G#efangenenarbeit
  für  eigentliche  landwirtschafllich
Betriebszwecke,  wie  Anbau  und  Ernte,  namenl.
lich  in  bäuerlichen  Betrieben.  Rein  lechnise  betrachtet,

  stört  die  Beschäftigung  ei:  i##
von  Gefangenen  unter  Aussich"  de#  Neirieb;
dazu  kommt  die  Notwendigkeit,  „.  Arbeiter

bei  schlechter  Willerung  eins#tel.  und  manche
andere  Hemmnisse,  wie  z.  B.  die  Gefahr  fit

 

die  sarbenprächtigen  Postkarten  von  Jerusalem
und  Nom.

die  Sicherheit  der  Bevölkerung  und  der  .

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8.  März

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J.  Ete

10.