Aummer 36
Rolenheimer Anzeltger
Dienstag, 0. März 1015
10. März in den hiesigen Geschäften Mehl
nur Vorzeigung einer rom Magestrat
ausgestellten Mehlkarte abgegeben werden darf.
Di: Mehlkarten sind bereits jetzzt im Geschäftseimmer
Nr. 18 erhältlich. Familien mit Mehlvorräten
erhalten keine Mehlkarte, ebenso
Haushaltungsangebörige, welche ihre Hauptmahlzeit
regelmähig außerhalb ihrer Wohnung
einnehmen. Die Ausweismarlen an den Mehlkarten
(Coupons) dürfen erst in den Geschäften
und nur von den Verkäufern abgetrennt werden;
die Mehlverläufer haben dir abgetrennten
Ausweismarken (Coupons) zu sammeln.
Zweites Wohltätigkeitskonzert.
viedersasen. Männergesangverein und Orchesterverein
Rosenleim hatben mit dem im Dezember
veranstaiteten Wohltätigkeitslonzert nicht
nur einen schönen künstlerischen Erfolg erzielt,
sondern auch das sinanzielle Erträgnis war ein
über Erwarten hohes, so daß es der Ortsfürsorge
Rosenheim ermöglicht wurde, vicl Not
zu lindern. Das alles bestimmte die drei Vereine
dazu, ein neues Wohltätigleitslonzert vorzubereiten,
das am 20. März im Festsaale des
Hotels „ Deutsc ½er Kaiter“ stattfinden soll und
zwar diesmal a's Sessellonzert, um möglichst
vielen Besuchern Gelegenheit zu geben, sich an
dem Gekotenen zu erfreuen. Das Programm
ist wieder mit großem Geschmack zusammengestellt,
trägt dem Ernst der Zeit Rechnung,
bietet reiche Abwechslung und nied sich in seiner
Abwidelung auf kaum mehr als zwei Stunden
ausdehnen. Als Solist des Abends wurde
Herr Opernsänger Bullinger, auch ein Schüler
Altmeisters Schuegraf, gemonnen. Er uird
außer Liedern bedeutender Komponisten die
große Tenor-Arie mit Rezilatio aus „Freischutz“
von Weber mit Orchesterbegleitung singen.
Die drei Vereine werden Kremsers „Alniederländische
Vollelieder" für Männerchor,
Soli (die Herren Bullinger und Wäschenfelder)
und Orchester zum Vorttag bringen. Zwei gemischte
Chöre ron Mendelsfohn, bei denen die
verehrlichen sangeskundigen Damen von Noscuheim
mitwirken, beschliesten die erste Abteilung.
Der zweite Teil wird ganz vom Orcheirerverein
beilritten, der Haydns herrliche
Snmolh onie Nr. 2 in I| unverkürzt zum Vortrag
vringen wird. Die musilalische Leitung
liegt wieder in den HDänden der Dirigenten
bezu. Chormeister der Vereine. Möge auch bei
diesem Konzert Rosenheims Einwohnerschaft
ihren erprobten Wohllänigleitssinn aufs neue
bewähren zum Beiten der Hinterbliebenen unserer
tapferen Krieger?
(Güste im Genesungsheim Kaiserbad.
Einem Zeitungeinserat war vor einigen
Tagen zu entnehmen, daß die Feldzugssoldaten
des Jahres 1856 und 1870 71 am Sonntag
ihren Kameraden des Krieges 1914 15 einen
Besuch im Genesungsheim Kaiserbad abstatten
wollten. Jahlreich waren die alten Herren dieser
Aufforderung gefolgt und die vielen Orden
und Ehrenzeichen, die ihre Brust schmücken,
erzahlten in beredten Worten, daß wir Helden
aus der Zeit der Reichsgründung vor uns hatten.
Eine besondere Ehre wurde der Versammlung
durch die Teilnahme des Herrn Bezirkskommandeurs,
Oderstleutnants Scheichenzuber,
zuteil; auch der leitende Arzi des Genesungsheims,
Herr Dr. Heißler, fand sich zur allgemeinen
Freude ein. Schnell hatten sich Alt
und Jung befreundet und baid hallten die
Räume wieder von Kriegserlebnissen, welche
zeigten, daß die moderne Kriegsführung wohl
eine andere ist als vor 45 Jahren, daß es aber
an Strapaz##: unseren 7ür#er Helden wahrlich
auch nicht gefeyl## l at. Natürlich wurde die animierte
Stimmung n#ch gehoben durch das vorzügliche
Naß, welches die Münchener Löwenbrauerei
durch liebenswürdie Vermittlung eines
hiesigen Herrn in hochb#zzigtr Weise für
den Zweck gestiftet hat. Begrüßung der Gäste,
durch den militärischen Rechnungsführer des Genesungsheims
eröffnete die Reihe der Ansprachen,
dann folgte der Vorstand des Vereins
der Feldzugssoldaten, Herr Winter. Er sprach
seiner und seiner Kameraden Befriedigung darüber
aus, daß es ihnen dank der Genehmigung
des Herrn Bezirkslkommandeurs vergönnt sei,
mit den jungen Kriegern einige Stunden in deren
gegenwärtigem Heim verleben zu dürfen.
Ihnen galt auch sein Hoch. Herr Oberstleutnant
dankte Alt und Jung für die großen
Verdienste, die sie sich um das Vaterland erworben,
mahnte die Jungen, auf dem beschrittenen
Wege fortzufahren, den kamerapschaftschaftlichen
Sinn der Alten nachzuahmen, und
wünschte, es möchte auch ihnen vergönnt sein,
dereinst mit gleicher Befriedigung auf ein Leben
treuester Pflichterfüllung zurückblicken zu können.
Nachdem Herr Winter noch eine interessante
Zusammenstellung gebracht hatte über die
Verluste und Verwundungen, nelche auch diefrüheren
Kriege, wiewohl sie nur einer Nation
galten, unserem Lande gebracht, folgten
einige launige Ansprachen. Dann trat Fidelitas
in ihr volles Recht, einige Herren machten
sich durch musikalische und humoristische Vorträge
verdient und der stürmische Applaus, der
ihnen dankte, zeigte, daß die Strapazen des
Krieges weder der alten noch der jungen Generation,
selbst jenen, die schon monatelang ans
Schmerzenslager “ sind, die Lebenssreude
rauben konnten. Allen Teilnehmern wird die
Zusammenkuyft eine schöne Erinnerung lein.
Verkehrsbeamtenverein. Der Bezirt
Rosenheim des Bayer. Verkehrsbeamtenvereins
hielt am Sonntag im Sayle des Flötzinger-Löchl
den durch die Saßungen vorgeschriebenen
Bezirlstag ab. Nach den Verhandlungen des
Nachmittags fand abends eine vaterländische
Veranstaltung zu Gunsten der hiesigen Kriegssürsorge
slatt. Kei dieser Gelegenheit war cs den
Anwesenden vergönnt, unseren heimischen
Künsiler Herrn Opernsänger Bullinger hören zu
dürsen, der sich dem Verein in Anbetracht des
edlen Zweckes zur Verfügung silellte und den
Abend durch Vortrag von drei herrlichen Liedern
verschönte. Dabß unfere bewährten Vereinslräfte,
die Herren Helfreich, Kämpfel. Ler und
Mathes, sowie von Gutlenberg- München und
Schock-Salzburg sich in den Dienst der guten
Sache stellen, ist selbstverständlich. Insbesondere
weihte Herr Kämpfel in einem prächligen
Gedichte den zum Hecres-, zum Eisenbahnkolonnen=
und zum Feldpostdienste eingerückten
Kollegen herzliche Worte des Gedenkens.
Jubiläumsfeier. Am Sonntag fand im
Nestaurant Grabichler die Generalversammlung
der Lolomotioführer der Station Nosenheim
statt. Damit war eine schlichte Feier verbun
den, welche dem 25 jährigen Dienstinbiläum der
Herren Oberlokomitoführer Horra, Walter,
Schulz, Seidl, Gallig und Fürmeier galt. Der
Ernst der Zeit ließ es nicht angezeigt erschei
nen, frohe Feste zu feiern, umsomehr, als auch
Söhne der Jubilare im Felde flehen. Der Lolomotioführerverein
ließ es sich aber nicht neß
men, die Jubilare zu ehren, denn Pflicht und
Verantwortung des Lokomotivführers sind
groß. Alle dienstfreien Kollegen versammelten
sich um die Jubilare, um den Ehrenabend einfach
und schlicht zu feiern. Hr. Oberlokomotio
führer Beilhack erörterte in schönen Worten
die Laufbahn, das Wohl und Weh cines Lokomotioführers
und besprach auck die Kriegszeit.
Dah die Jubilare sich allgemeiner Be
liebtheit erfreuen, bewies auch die Anwesen
heit vieler auswärtiger Kollegen. Auch tele
graphische Glückwünsche trasen aus allen Gauen
des bayerischen Vaterlandes ein.
Bom baper. Eisenbahnerverband.
Auf die im Herbst ausgegebene erste Reichs
anleihe hat die Unterstützungskasse des Bayer.
Eisenkahnverbandes 50000 Mark gezeichnet. In
einer vor einigen Tagen abgehaltenen Vorstandssitzung
wurde beschlossen, auch an der zweiten
Kriegs-Anleihe sich mit 50100 Mark zu
beteiligen. Von den 300000 Mitgliedern des
Verbandes stehen mehr als 9000 im Felde. 225
Mitglieder haben bis jetzt den Heldentod erlitten
und 150 wurden mit dem Eisernen Kreuz
oder dem Militärverdienstlreuz ausgezeichnet.
„Taschenfilter". Häufig werden „Ta
schenfilter“ oder „Feldfiller“ als geeignete Ge
genstände zum Nachsenden an Heeresangehörige
im Felde angepriesen. Mit ihrer Hilsfe lann
sich angeblich jeder Soldat sein Trinkwasser
frei von Krankheitserregern und sonstigen schäp
lichen Stoffen machen. Diese Angaben sind nicht
zutreffend. Es muß daher vor dem Ankauf
solcher Filter gewarnt werden. Die Kleinfilicr
vermögen zwar trübes Wasser zu llären, sie
sind aber nicht imstandec, die Erreger von Krankheiten
und andere gesundheitsschädliche Stoffe,
die sich häufig im verschmutzten Wasser vorfin.
den, mit Sicherheit zurückzuhalten. Ein nicht
peinlich sauber gehaltenes Tasch enfilter kann so
gar die Gefährlichteit unreinen Trinkwassers?
noch vermehren, weil im Filter die Krankheitserreger
weiter u#uchern und in das durchfließende
Wasser übertreten können. Im Wasser befindliche
Krankheitserreger werden am sichersten
durch Kochen unschädlich gemacht; deshalb sind
Tee und Kassee die besten Getränke für den
Soldaten im Feld.
Maßk und Thealer.
Volkstheater. Eine der fesselndsten Vorstellungen,
die je über die Bühne des Rosenheimer
Volkstheaters gingen, war die Aufführung
des dreialligen Schauspieles „Der Dornenweg“
von Felir hil. pi. Und wenn das Publikum
tiefergrifsen den Vorgängen auf der Bühne
fsolgte, so war dies hauptsächlich der trefflichen
Einstubcanzz und der wirksamen Ausarbeitung
der einzelnen Rollen zu danken. Emil Mahr
stellte für den Konsul Prätorius einen guten
Vertreter, der mit Ruhe und Ueberlegung zu
Werke ging. Tiefes Mitgefühl fand Bertha
Zwilling, für ihre Johanna Wedekind, die aus
überschwenglicher Mutterliebe zu einem Taugenichts
Mitwisserin e ines Verbrechens blieb, welches
einen Unschuldigen um Ehre und guten Namen
brachte. Die von Angst und Scham gedquälte
Frau, welche aber auch die Folgen ihres
verblendeten Verhaltens tapfer trug und die
Rettung des Unschuldigen herbeiführte, wurde
von der Trägerin dieser NRolle keerch 9ueichnet.
Ein vorzüglicher Partner war J. B. Hut
mann als Rechtsamwalt, welcher den nach Recht
und Gerechtigkeit strebenden Juristen in charak.
leristischen zügen zeichnete. Von höchster Wirkung
war seine Darstellung namentlich im zweiten
Auszug angesichts des großen Seelenkampses,
den seine Mutler mit sich austrug. Für
den Regierungsassessor mit den schmutzigen Ehrund
Geldbegrissen und d seine Frau waren Maith.
Krämer und Marie Sprenger sehr am Platze.
Den unschuldig verdächtigten und beschuldigten
Ernst Bulau brachte uns Josef Krämer sehr
nahe. Was er litt, wie der Rachedurst ihn bei!
der Entschleierung des wahren Sachverhalles
überfiel, wie er angesichts der Zukunft seiner
Tochter davon bekehrt wurde, das zeigte Jos.
Krämer in überwältigender Darltellung. Seine
Tochter Dorothee war durch Finy Vach tressflich
vertreten. Vorzüglich führte auch Robert Baer
die Rolle Egons durch, der er sich namentlich in
den Schluhszenen mit leidenschaftlicher Hingabe
midmete. Die ganze Ausfführung fland unter
einem guten Stern, besonders im zweiten und
dritien Akt. Sowohl die Nachmitlags= als auch
die Abendvorstellung erfrente sich eines guten
Vesuches, der die prächtigen Darbietungen mil
lautem Beifall aufnahm.
Bepölkerunpsbewegung im februar.
Katholisch.
Ludwig Ablinger,
gehilfenskind; Johann Sebastlian
Schweinehändlerslind; Georg Klarl, Kolporteurslind:;
Marimilian Brummer, Müllerslind;
Maria VAichinger, Bädergehilsenslind;
Franz TFaver Buchner, Malergehilfenslind: Zäzilia
Eberl, Hausbesitzerslind; Karolina Huber,
Stations-.
Gruber.
(Geborene:
Salinarbeiterslind: Maria Hildegard Heitmayr.
Wüt#chaftspächlers. ind; Gcorg Zimmermann,
Fakrilarbeiterslind: Louise Ernestine
Fierlinger, Kaufmannslind; Joseph Reischl,
Salinarbeiterslind; Johann Baptist Rößzer,
Fabrikarbeiterslind: Joseph Anton Neiner,
Bahnnachtwäckterslind; Ludw. Wilh. Feuerer.
Sägarbeiterslind; Georg Rupp, Fahrradhändlerskind;
Ludmwig Peter, Taglöhnerskind; Wilhelm
Werdatk, Taglöhnerslind: Anna Pals,
Salinarbeiterslind: Emilie Bertha Huber, Buchhalterstind;
Otio Gaßner, Stadimusikerelind.
Gestorbene: Georg Kronast, Milchhändlerskind:
Magdalena Schwarz, Stationsgehilsensfrau:
Therer Pils, Salinarbeitersfrau;
Therese Schmid, Schneidermeisterswitwe; Barbara
Leising, Damenschneidersehefrau; Theres
Maier, Salinarbeiterstind; Joham Krenzer.
pens. Wagenm ärter; Heinrich Kars Bausch, Tag
löhnerslind: Karolina Topatigll, Dienstmädchen;
Rosa Förg, Buckhalterstochter; Franziska
Theresia Amann, Wirtschaftspäck lerstind; Johann
Baptist Pütz, freires. Psarrer und Kammerer
von Aßling; Anna Feuersinger, Bahnarbeiterskind;:
Martin Spitzendobler, pensf.
Bahnwärter; Theres Kaiser, Oekonomenskind.
(Getraute: Gg. Bauer, Bäckergehilfe und
Elisabeth Schenk; Joh. Wilsmei er, Müller und
Zäzilia Denk, Näherin. Lndwig Gallwitzer,
Afsistent an der Oberrealschule in Regensburg
und Frl. Anna Kollmann.
Protestantisch.
Gestorbene: Wagner Margar#te, Stationsmeistersehefrau,
63 Jahre alt;: Munz Ludwig
Wilhelm, Bahnarbeiterslind, 1 J alt.
Ans dem Gerichkfacke.
Der bestrafte Geizhals.
München. 7. März. Der Bauer Nil. Federliel,
ein Einödbauer bei Altenerding, war mit
5 Lampen bei dem Elektrizitälswerk in Erding
pauschaliert; er hatte sich heimlich eine 6. Lampe
montiert und dadurch dem Elektrizitälswerl unberechtigt
Strom entnommen. Deghalb stand
Federliel vor dem Landgerichte München «
DerJaalsanualtbeantmqlc14saa lkiemnq
nis und 100 Mark Geldstrase. Das Gericht erkannte
aber auf eine Geldstrase von 00 Marl
oder 60 Tagen Gefängnis mit der Begrün
dung, daß der Angeklagte der TUn#us eines
Geizhalses sei, der nur durch eine empfindliche
Geldstrase am besten getroffen werden lönne.
Rlechliche Nachescher.
Die kommenden Wochen der Eistkommunion
und der Vorbereitung auf sie werdru das Kindergebet
mit den Nöten der Rriegozeit verflechten.
Da mag denn kaum ein anderer Gedankle
auf die Kinder so zündend wirlen wie
„Die Zuflucht der Kinder zum göttlichen Kenderfreund,
der die Schar der Unschuldigen an
sein Herz ruft“. Es gibt sicher leine Darsiellung
dieses Gegenstandes, der die himmlische
Liebe des Herrn zu den reinen Kinderseelen mit
gleicher Kraft und Anmut ausspräche wie das
Vild des einstigen Dresdener Hofmalers und
Akademieprofessors C. von Vogel. Es war
darum eine glückliche Idee der Kanstanstalten
Josef Müller in München dieses Bild als Kommunion-Andenken
für dieses Jahr herauszugeben.
Die Art der Ausführung bietet eine
Gewähr dafür, daß das Bild nach vielen Jahren
noch nichts von seiner feinen Farbenhar-=monie
verliert. Das Kommunion-Andenken erschien
in 2 Ausgaben, einer größeren im Preise
von 25 MBr pro Hundert und einer kleineren
zu 18 Mark pro Hundert. Unter den sonstigen
prächtigen Neuerscheinungen der Kunstanstalten
Josef Müller seien besonders Herz-Jesu-Bildchen
und künstlerisch ausgestattete Gebetszettel
genannt. Ebensalls sehr hübsch sind
Staalszaschüge za Sodenkulior=Unternehmoungen.
Zur Förderung und Beschleunigung der nicht
nur während des Krieges, sondern ina besondere
auch unmittelbar nach dessen Beendigung so
wichtigen Bodenkulturunternehmungen sollen bis
auf meiteres allen Arten von Kullurunterneh.
mern (Genossenschaften, Gemeinden, Slifiungen
und Einzelunternehmern) zur Erleichterung der
Durchführung auf Ansuchen aus Slaalomirteln
Zuschüsse zu Kulturunternehmungen jeder Art
gewährt nerden, welche die Verbesserung der
Ländereien durch Regelung der auf und in
dem Voden herrschenden Wasserverhältnisse zum
Zwecke haben.
Dabei sollen die in erster Linie zur Strigerung
und Verbesserung der Bodenerträgnisse beimmten
Ent= und Bewässerungen mit einem uuscunn
von 31) Hundertteilen der Aueführungslosten
bei genossenschaftlicker Herslellung und von 2
Hundertteilen bei Ausführung durch einzelne
Grundbesitzer bedacht werden.
Die notwendigen (Geldbeträge sollen im In
teresse der möglichsten Besch. leunigung der an
führungsarbeiten sofort zur Verfsügung geiteilt
werden.
Vorauesehung für die Gewährung der Zu
schüsse ist in allen Fällen die rom Kulturhauaimnt
zu erholende Bequtachtung der in Auesi #
nommenen kulturtechnisalen Maßnahmen und die
Leitung und llebernacbung der Ausführunge
arbeitlen durch diese Behörde.
ei den Gesuchen um Zuschüsse ist auch zu
bemerken, ob zu den Ausführungsarbeilen
Kriegsgeiangene herangezogen werden soilen
und wie hoch sich dann die Gesamtkosien schat
zungeweiie siellen werden. Die Regierung wird
die an dar Bezirlamt zu richtenden Gesucke
dem Staaleministerium des Innern zur Verbe
scheidung vorlegen.
Kulturunternehmungen, die seit Beginn des
Krieges in Angrisf genommen, und nlngen.
die in der Hauxtsache erst während des Krieg!s
ausgesührt worden sind oder sich nock in der
Ausführung befinden, soilen mit den gleiche:
Zuschüssen bedacht werden, wie sie den Gein:
siellern zuteil geworden nären, wenn sie sin
ce2t auf Grund dierer amtlichen Be! anntmachung
gemeldet hätten.
Keiegsgefangene für Laudeskullur
und Landwietschaft.
Die bayer. Staatsregierung hat, wie die
„B. Staatszig.“ offinio- sreibt, der VNerwen
dung von Kriegegefange: #en für Lundesimlur
und Landwirk; tkust don Anfang an u eiigehende
Aufmerliam. # E * der Tat ver
spricht der * unde von rüst igen
Männern vousur irum ast lich muhon zu mar
große Vorteile: dennoch begegnet die Verwirl
lichung des Gedankens weit zahlreihleren und
Köbeeren Schwierigkeiten, als dies auf den ersten
Blick scheinen möchie. Gefangenenarbeit isi eben
nicht freie Arbeit, sondern hält sich in ihrem Ergebnis
weit unter der Norm. Ferner wirken
mehrfache Umstände, namentiich Unterkunft und
Bewachung, hemmend und vertenernd auf die
Heranziehung ron Gefangenen zu Arbeiten
außerhalb des Lagers.
Auf Grund der bisherigen Erfahrungen hat
die Hecreverwaltung Milte Jannar 191
Grundsätze aufgenellt, unter denen di: Gefange
nen an öffentlicke oder private Unternehmer
abgegeben werden sollen. Möglichite Verwer
tung der Gesangenen Zugunsten der Vollswirt
schaft, jedoch chne Schädigung des Arbeitsmarlies
für Einheimische. dann Sorge für die
Gesundheit und die mirkfame Bewachung der
Gesangenen, endlich Aneiferung der Gesangene
zu besseren Leistungen in der Form von Arbeilt
prämien ist der wesentliche Inhall dieser Grund-=sätze;
Einzelheiten werden der Aereinbarung
zwischen den zuständigen Generallommandos und
den Unternehmern überlassen.
Am geeignelsten lassen sich die Kriegsgefangsnen
da heranziehen, wo eine gleichmähige, m
der besondere Körperkdaft noch Gewöhnung er
sordernde Beschäftigung einer größeren Mrrbie
terzahl am gleichen Ort und während längerer
Zeit in Frage steht, also vor allem für Kul
turarbeiten. Solche sind auch in bedeutendem
Umsang als staatliche oder genossenschaftliche
Unternehmen bereits in der Ausführung begrissen;
andere sind geplant; in anderen Fällm
sieht die Abwesenheit der zum Heereedienst eingezogenen
Beteiligten oder der Mangel an kulturtechnischem
Personal hindernd im MWege. Da
jedoch für solche gemeinnühige Unternehmungen
die Gefangenen unter besonders günstigen Bedingungen
abgegeben werden und der Staat
außerordentliche Mittel zur Verfügung stellt.
so ist bei solchen Unternehmungen eine wesent
liche Förderung der Landeskultur als mittelbar
Folge unserer Siege zu erwarten.
Ungünstiger liegen die Aerhältnisse der G#efangenenarbeit
für eigentliche landwirtschafllich
Betriebszwecke, wie Anbau und Ernte, namenl.
lich in bäuerlichen Betrieben. Rein lechnise betrachtet,
stört die Beschäftigung ei: i##
von Gefangenen unter Aussich" de# Neirieb;
dazu kommt die Notwendigkeit, „. Arbeiter
bei schlechter Willerung eins#tel. und manche
andere Hemmnisse, wie z. B. die Gefahr fit
die sarbenprächtigen Postkarten von Jerusalem
und Nom.
die Sicherheit der Bevölkerung und der .
Uum
—K"
der V
schaftli
Frage
tigung
ten, zi
fen wi
unter 1
die Al
sangen
schaften
wendig
berufen
vorgeht
Eleit
sierien !
Uuirtscha
Mit de
Anfang
missär
schlossen
Börden
einigunt
zelfall
Erfolge
De
Letzte
Erf#e##
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Ab-WTB.
8. März
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Bomben,
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nienge zi
wieder ei
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nommen.
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