Garibaldi in Dijon. 279
seine Getreuen? Der gute Mann hatte sich mit 25000 Mann der
hoffnungsvollsten Banditen in Dijon festgesetzt und wurde hier von
den 6000 Pommern des Generals von Kettler angegriffen, am 21.
und am 23. Januar lieferte derselbe den Garibaldianern blutige Gefechte,
in welchen mehrere feste Stellungen erobert wurden. Als aber
am Abend des 23. Januar General von Kettler es unternahm, die
Stadt Dijon zu stürmen, da behauptete sich die vierfache Uebermacht
und die 6000 Pommern mußten vor Dijon liegen bleiben. Aber ihr
Zweck wurde vollständig erreicht, Garibaldi blieb mit seinen 25000
Mann ruhig in Dijon stehen. Der alte Graubart schwamm in einem
Meere von Vergnügen, er glaubte die ganze Südarmee sich gegenüber
zu haben, und als der Sturm der Pommern durch das hageldichte
Feuer der vierfachen Uebermacht abgewiesen war, da gab Garibaldi
eine Proklamazion nach der andern von sich. „Freut Euch, ihr jungen
Soldaten der Freiheit“, sagte er, „die furchtbaren Soldaten des Königs
Wilhelm haben Euch die Versen gezeigt!“ Und so verharrte Garibaldi
in regungsloser Unthätigkeit und versäumte es, der Bourbakischen
Armee die Hülfe zu bringen, welche sie entschieden erwarten
durfte und die zu leisten recht wohl in seiner Macht lag. Statt
dessen schrieb er Proklamazionen, bis am 1. Februar der General
Hann von Weyhern mit Verstärkungen kam und im Verein mit dem
General von Kettler den großen Hauptmann aus Dijon hinauswarf.
Da erst merkte Garibaldi, was die Südarmee sei, er zog sich schleunigst
und ohne alle Proklamazionen nach dem Süden von Frankreich
zurück, verfolgt von dem Gelächter und dem Spott sowohl der Deutschen
als auch der Franzosen.
Nachdem die letzte Armee Frankreichs nun vernichtet war, wurde
der Kommandant von Belfort zur Uebergabe der Festung aufgefordert.
Er lehnte dieselbe jedoch ab und hielt sich noch bis zum 18. Februar,
an diesem Tage wurde die starke Festung von den deutschen
Truppen besetzt. Der französischen Besatzung wurde in Anbetracht
ihrer tapfern Vertheidigung freier Abzug mit Waffen und kriegerischen
Ehren bewilligt.
Die Einnahme von Belfort war die letzte Waffenthat des großen
Krieges. Wir müssen uns nun noch die Ereignisse betrachten, welche vor