Außerdeutsche Länder — Italiten (Uom). 219
der Kinder der katholischen Kirche, welche Uns täglich mit Liebe zu Theil
wird, behaupten können; in dem Augenblicke, da diejenigen Uns durch ihr
Thun auf so wohlfeile Weise zum Gegenstand des Neldes und des Hasses
machen, welche von Uns Versöhnung verlangen, wollen sie auch noch, daß
wir die geraubten Provinzen Unseres päpsilichen Gebictes als Eigenthum
den Räubern abzutreten erklären! ... Die bewundernswerthe Einmüthig-
keit der Gebete in der katholischen Welt, die bedeutsamen Beweise der Liebe,
welche Uns in so reichem Maße mit so großer Einmüthigkeit und dennoch
auf so verschiedene Weise (was man nicht leicht in den vergangenen Jahr-
hunderten finden würde,) dargebracht werden, beweisen auf das kkarste, daß
es für die rechtschaffenen Menschen nothwendig ist, sich beständig diesem
Stuhle des heiligen Apostelfürsten, dem Lichte des Weltalls zuzuwenden,
welcher immer die Br der Wahrheit und des Heils gelehrt hat, und
welcher nie, bis ans Ende der Welt, aufhören wird, die unveränderlichen
Gesetze der ewigen Gerechtigkeit zu lehren. Es ist so wenig wahr, daß die
Bevölkerungen Italiens sich der glänzenden Beweise dieser Achtung und
dieser kindlichen Liebe für den heiligen Stuhl enthalten haben, daß Hundert-
tausende von ihnen liebevolleBriefe an Uns gerichtet haben, nicht um auf
der Versöhnung, welche die Arglistigen von Uns fordern zu bestehen, son-
dern um an Unsern Leiden, Unsern Mühen, Unsern Sorgen Theil zu neh-
men, und um ihren ganzen Abscheu vor dieser verbrecherischen und gottver-
gessenen Verletzung Unserer weltlichen Herrschaft auszudrücken. Bei diesem
Zustande der Dinge erklären Wir, bevor Wir schließen, vor Gott und den
icalchen, bestimmt und laut, daß kein Grund zu dieser Versöhnung vor-
handen ist“.
15. April. Protestation des hl. Stuhls gegen den von Victor Emanuel
angenommenen Titel eines Königs von Italien:
„Ein katholischer König, jedes Prinzip vergessend, jedes Recht mißachtend,
jedes Gesetz mit Füßen tretend, hat sich, nachdem er zuvor das erhabene
Oberhaupt der katholischen Kirche nach und nach des größten und blühend-
sten Theiles seiner rechtmäßigen Besitzungen beraubte, jetzt den Titel eines
Königs von Italien beigelegt. Mit diesem Titel hat er die vollbrachten
kirchenschänderischen Usurpationen besiegeln wollen, welche seine Regierung,
wie sie bereits bekundet hat, zum Schaden des heiligen Stuhles zu vervoll-
ständigen gesonnen ist. Obwohl der heilige Vater in dem Maßce, in wel-
chem er Attentate gegen seine Souveränität verüben sah, in solenner Weise
protestirt hat, so liegt ihm doch gegenwärtig die Verpflichtung ob, einen
neuen Protest gegen die Annahme eines Titels zu erlassen, der dahin
strebt, die Ruchlosigkeit so vieler Thatsachen zu legitimiren. Ueberflüssig
würde es sein, hier an die Heiligkeit des Besitzes des Erbgutes der Kirche
erinnern zu wollen; das Recht, welches der Papst darauf hat, ist ein unbe-
streitbares und zu allen Zelten und von allen Regierungen anerkanntes
Recht. Darum wird auch der heilige Vater nie den Titel eines Königs
von Italien, den sich der König von Sardinien angemaßt hat, anzuerkennen
im Stande sein; es verletzt dieser Titel die Gerechtigkeit und das geheiligte
Eigenthum der Kirche, und darum erläßt der heilige Vater hiemit den um-
fassendsten und förmlichsten Protest gegen diese Usurpation“.
21. „ Der Papst empfängt mit großer Feierlichkeit den zur katholischen
Kirche übergetretenen bulgarischen Archimandriten.
24. Mai. Trotz aller Anstrengungen der päpstlichen Polizei hat eine
Adresse an Napoleon (und an Victor Emanuel) um Vereinigung