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Tatbestände, und zwar auch der schwierigeren, werden ja sowohl in großen
und mittleren Städten, als auch in kleineren Städten und auf dem Lande
keineswegs nur von besonderen Kriminalbeamten, sondern im ersten Anfange
sehr oft auch von den exekutiven Polizeibeamten eingeleitet und geführt, so
z. B. in Fällen von Diebstahl, Unterschlagung, Betrug, Urkundenfälschung,
Pfandentstrickung, Sittlichkeitsverbrechen, Mord, Totschlag, Kindestötung,
Abtreibung der Leibesfrucht, Brandstiftung usw. Dazu kommen die vielen
Verletzungen der öffentlichen Ordnung usw., deren Erörterung fast ausschließlich
der exekutiven Polizeimannschaft obliegt. Jeder exekutive Polizeibeamte
bedarf daher der umfassenden und wichtigen Kenntnisse, welche ihn
zur zweckmäßigen Erforschung von Verbrechen und Vergehen befähigen, und
zwar umsomehr, als der erste Angriff bekanntlich oft über das Schicksal des
ganzen Strafverfahrens und die Ueberführung des Täters entscheidet.
Der exekutive Polizei= und Kriminalbeamte ist ein wichtiger
Faktor im Strafprozesse. Er ist es, der die Ermittelungen vielfach einleitet
und zeitlich vor dem Staatsanwalt und Richter führt, er ist es fast immer,
welcher die Vermittlung zwischen dem Publikum und dem Staatsanwalt
unterhält. Deshalb darf er nicht nur an der Oberfläche der zu erörternden
Gesetzestatbestände haften, sondern muß in deren Wissenschaftlichkeit, Technik
und Ethik einzudringen versuchen. Er bedarf vor allem der elementaren
Kenntnisse aus den Reichsjustizgesetzen — Gerichtsverfassungsgesetz, Strafprozeßordnung,
Strafgesetzbuch und Konkursordnung —, innerhalb deren sich
seine Erörterungen am meisten bewegen werden; aber auch in den zahlreichen
übrigen Strafgesetzen des Reichs- und seines Bundesstaates muß er bewandert
sein. Endlich sind ihm bei jedem Schritte seiner Tätigkeit praktische und
politische kriminalistische Kenntnisse nötig, mit Hilfe deren er seinen Blick für
die polizeiliche und kriminelle Seite der Vorgänge in Verkehr und Leben zu
schärfen, sich bei deren Erforschung mit Geschicklichkeit auszurüsten und endlich
sich auf die Warte einer höheren Anschauung zu stellen vermag. Deshalb
soll das vorliegende Handbuch für den exekutiven Polizei= und Kriminalbeamten
ein Nachschlagewerk sein, welches ihm bei allen seinen Erörterungen
mit Rat an die Hand geht. Ich habe drei Jahre lang als Assessor
bei dem Polizeiamte zu Chemnitz mit Polizei= und Kriminalbeamten
eingehend praktisch gearbeitet und dabei in steter persönlicher Fühlung mit
ihnen ihre hohe Verantwortlichkeit und mühevolle Arbeitstätigkeit sowie ihre
Bedürfnisse kennen gelernt.
Das Handbuch zerfällt in drei Teile. Der erste Teil bringt die
Strafgesetzgebung des Deutschen Reichs, also die sogenannten
Reichsjustizgesetze, vor allem das Reichsstrafgesetzbuch und die
wesentlichsten Reichsgesetze strafrechtlichen Inhalts. Die einzelnen
Paragraphen des Strafgesetzbuchs sind mit kurzen Erläuterungen versehen
worden, in welchen sich die wesentlichsten Grundsätze, welche die Rechtsprechung