eigene Hofhaltung ein. Diese gab der junge Fürst aber mangels
guter Wirtschaft schon im November 1545 auf, um sich gegen
7000 Gulden jährlich in die Hofhaltung seines Bruders aufnehmen
zu lassen. Dies Verhältnis blieb auch nach Beendigung des Schmalkaldischen
Krieges, nur daß entsprechend der erhöhten Machtstellung
Moritzens die Einkünfte Augusts auf 30000 Gulden gesteigert
wurden, wobei, da infolge der Interimsverhandlungen
die Merseburger Administration fraglich wurde, die Amter
Weißenfels, Eisenberg und der sächsische Anteil am Amte
Schwarzenberg für August vorbehalten wurden. Es geschah dies
unter ausdrücklicher Anerkennung der Väterlichen Ordnung Albrechts,
nach der übrigens auch bei Hinterlassung männlicher Erben
von Moritzens Seite August dessen Nachfolger geworden wäre.
Im selben Jahre 1548 fand am 7. Oktober zu Torgau
die von Kurfürst Moritz prächtig ausgerichtete Hochzeit des Herzogs
August mit Anna, der Tochter des Königs Christian III. von
Dänemark (geb. 25. Nov. 1532) statt. Das junge Paar nahm
nun, durch eine Anzahl von Amtern auf das Jahreseinkommen
von 40000 Gulden gebracht — wie das für den Fall
der Verheiratung schon im Januar 1548 festgesetzt worden war —
seinen Sitz in Weißenfels. Die selbständige Wirtschaft gedieh aber
auch diesmal nicht; Moritz begann ungeduldig zu werden, August
zeigte, obwohl er mehr erhielt, als er irgend rechtlich beanspruchen
konnte, eine rechthaberische Arroganz, so daß, namentlich wegen
gewisser Jagdgründe, es zu ernstlichen Differenzen kam. Sie
wurden, da damals Moritz gerade die Magdeburger Sache zu erledigen
begann, durch den am 5. März 1550 zu Dresden abgeschlossenen
Vertrag behoben. Dieser Vertrag erklärte auch ausdrücklich
das Testament Heinrichs des Frommen für „tot und
abe". Von da an blieben die Brüder im besten Einvernehmen und
August sah sich in alle Pläne des Bruders eingeweiht.
Als die Gefahr Albrechts von Kulmbach sich den sächsischen
Landen näherte, wurde August im April 1553 nach Dänemark geschickt,
um König Christian III. zur Hilfeleistung zu bewegen. Die
Nachricht von dem Falle Moritzens rief ihn zurück. Es folgten ihm am
20. Juli 1553 zwei dänische Räte, die den Frieden vermitteln helfen