Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Iunmer  *#  —  —  —  —

er  ·  gute  Nicoja  bat  drei“  Frauen  #  und.  24%

7  gehabt  Abet  nur  gwei  seiner  Sohne  leben
  noch,  der  eine  im  Alter  non  84,  der  andere
von  75  Jahren.  Der  111jährige  Greis  erinnert
  si  ganz  genau  der  Echichale  des  ehemaligen
  Königreichs  Reapel  und  hat  auch  das
tragische  Ende  Murats  nicht  vergessen.
Paris,  11.  Febr.  Die  Polizei  verhasftete
gestern  bei  einem  Einbruch-Versuch  einen  deutschen
  Verbrecher  namens  Karl  Wetzel.  Aus  seinen
  Papieren  Hot  hervor,  daß  er  26  Jahre
alt  ist,  aus  lhausen  stammt  und  bereits
mehrfach  in  Frankreich  und  Deutschland  verurteilt
  worden  ist.  an  jano  bei  ihm  Revolver
und  Dolchmesser  und  eine  Anzahl  falscher  Schlüssel.
  Sein  Genosse  entwich.  Der  Verhaftete  behauptet,
  lein  Wort  stoni  zu  sprechen  und
Sintärte,  daß  auch  sein  Komplize  ein  Deutscher

*d  Febr.  Die  bekannte  Suffraget
  tuanan:-!  Frau  Pankhurst  hielt  gestern
in  einer  Versammlung  eine  äußerst  heftige  Rede
gegen  die  Regierung.  Gegen  Schluß  ihrer  Ausführungen
  wurde  sie  von  den  aufgestellten  Euffragettenposten
  benachrichtigt,  daß  die  Polizei
am  Eingang  warte,  um  sie  zu  verhaften.  Nasch
entschlossen  wechselte  Frau  Pnchteft  ihre  Kleiduna
  und  ibren  Hut  mit  einer  anderen  Sufsragette,
  die  dann  vor  dem  Eingang  von  den
Polizisten  sofort  festgenommen  wurde.  Frau  Pankhurst
  entkam  unerkannt.  Die  andere  Suffragette
  wurde  wieder  freigelassen.

Helsingf  ors,  11.  Febr.  Bei  dem  Brande
des  Armenhauses  im  Kirchspiele  Hilonantsi  (Bezirk
  Kuopio)  sind  fünf  Personen  umgekommen,
eine  ist  verschwunden.  Viele  erlitten  Brandwunden.


Petersburg,  11.  JFebr.  In  Lodz  wurde
eine  Lasterhöhle  entdet,  in  die  deutsche  Bonnen
  und  Gouvernanten  gelockt  und,  nachdem
man  ihnen  dort  Gewalt  angetan  hatte,  ins  Ausland
  befördert  wurden.  Der  Besitzer  dieser  Lasierhöhle
  ist  bereits  verhaftet,  ebenso  ein  mehrsacher
  Millionär  namens  Weichmann  aus  einem
Vororte,  der  den  ganzen  Mädchenhandel  leitete.
Das  Gericht  lehnte  es  ab,  Weichmann  gegen
eine  Kaution  von  1  Million  Mark  auf  freien
Juß  zu  seelien.

Newyork.  11.  Febr.  Der  ehemalige  Priesier
  Schmidt  wurde  wegen  Mordes  zum  Tode
durch  den  elektrischen  Stuhl  verurteilt.  Die
Hinrichtung  ist  auf  die  am  23.  März  beginnende
Woche  sestgesetzt.

Münchener  Neuigkeilen.

München,  11.  Febr.  Infolge  einer  Unvorsichtigkeit
  wurde  gesiern  ein  auswärtiger  Güller
  um  126  Mark  geprellt.  Er  verkaufte  auf
dem  Heumartt  am  Schyrenplatz  eine  Fuhr  Heu
und  ließ  sie  durch  einen  Unbelannten  zu  dem
Käufer  fahren.  Diesen  ersuchte  er  dann  telephonisch,
  dem  Ueberbringer  den  Kaufpreis  einzuhändigen.
  Letzterer  ließ  sich  das  Geld  geben,
überbrachte  es  aber  dem  Gütler  nicht,  dem
er  nur  durch  einen  weiteren  Unbekannten  das
Juhrwerk  zuführen  lieb.

Bayerische  Nachrichlen.

weilheim,  11.  Febr.  Ein  sauberes  Kleeblatt
  wurde  von  der  hiesigen  Schutzmamschaft
sestgenommen.  Die  sittlich  total  verkommene
Diemimagd  Katharina  Fischer  aus  Penzberg,
die  Weilheim  immer  wieder  aufsucht,  trotzdem
ihr  bereits  ein  Ausweisungsantragzugestellt  wurde,
  überredete  zwei  Burschen  im  Alter  von  21
und  23  Jahren,  nachts  gemeinsam  einen  etwas
angetrunkenen  Alteren  Mann  zu  überfallen  und
auszurauben.  In  der  Eisenkramergasse  dahier
wurde  der  Ueberfall  dann  auch  ausgeführt.

Candshut,  11.  Jebr.  Dem  Bahnwärter
Lindner  in  Altheim  wurde  vom  verflossenen

 

 

 

das  Klosler  durch  dasselbe  Tor,  bei  dem  wir  einkornungen
  sind,  wieder  verlassen.  Wie  sind  die
pale  verborgen?“

„Sie  sind  noch  immer  in  dem  Sacke,  in  dem
wir  sie  zuletzt  halten,  und  sie  sind  in  der  Höhlung
des  Sockels  einer  Buddhastatue  verborgen,  die  in
einer  Ecle  des  Zimmers  siteht.“

Die  Figur  kann  in  die  Höhe  gehoben
e

Ssbind  «

Tas  wissen  wir  also.  Wenn  wir  in  der
Aus  efuhrung  unseres  Vorhabens  gestört  werden
sollten,  so  muß  derjenige,  der  gerade  am  leichtesten
loslommen  kann,  in  das  Zimmer  dringen  und
sich  der  Lrale  brmacktigen,  mwahrend  die  andern
zwei  die  Mönche  Linbal  L  müssen  wir
uns  *  Weg  ins  Freie  rla  mpfen.  Tas  ist
anz
ganz  „Vollkommen,  "  führte  Anson  hinzu.  „Man
darf  nicht  vergessen,  daß  cs  ein  Kampf  auf  Tod
und  Leben  sein  wird.  Wenn  wir  angegrifsen
werden,  müssen  wir  sie  zuüclschlagen,  denn  auf
der  Entweihung  bi  Tempels,  wie  wir  sie  beabsich
  igen.  steht  d

wieder  —*  sie  über  unebenen

m*e  ren  wieder  rissen  sie  sich  an  scharsen
Gräsern  und  dornigem  Gebüsche,  das  sie  durchbrechen
  mußten  blutig,  jetzt  jedoch  mit  noch  vermehrter
  Vorsicht  und  sorgfältiger  Vermeidung
jedes  überflüssigen  Geräusches.  Dann  gebot  Turand
ihnen  stillezustehen,  denn  sie  befanden  sich  nun
am  Rande  eines  Ahmges.  und  jenseits  davon
are  ein  Abgrund,  schwarz  wie  Tinte,  der,  wie
luß  war,  denn  aus  der  Tiefe#
*  chen  seiner  Wellen  schwach  zu

Ger#et#  lolat.

sie  steckt  wie  ein  Zapsen  in  der

 

 

Weienz

Samelag  auf  Sonntag  der  seit  20  Jahren  sauer
erübrigte  Barbetrag  von  2000  Mark  gestohlen.
  Verdächtig  war  die  eigene  Tochter,  die
in  Landshut  in  Stellung  war,  und  die  auch  in
Lenggries,  wohin  lie  u.  ihrem  Geliebten  fuhr,
fesigenommen  wurde.  Derselben  konnten  aber
nur  80  Mark  abgenommen  werden;  1600  Mark
wurden  von  der  Polizei  in  ihrem  Zimmer  in
Landshut  gesunden.

Regensburg,  12.  Febr.  Einer  systematischen
  Kindsmißhandlung  mit  nachgefolgtem
Tode  scheint  man  hier  auf  die  Spur  gelommen
zu  sein.  Die  Alteisenhändlerin  Mehner,  die  den
Tod  ihres  412jährigen  Enkelkindes  beim  Staudesamt
  anmeldele,  konnte  die  Todesursache  nicht
angeben.  Die  Staatsanwaltschaft  ordnete  deshalb
  die  Seltion  der  Leiche  an.  Der  Sektionebefund
  hat  nun  ergeben,  daß  der  ganze  Körper
des  armen  Kindes  mit  ivlatemerläsicn  FlelL
ken  übersät  war,  die  auf  starte  Mißhandiungen
hindeuten.  Auch  eine  Quetschung  des  Gehirno
hat  das  Kind  erlitten.  Der  ganze  Sellionzbesund
  spricht  dasir.  daß  das  Kind  mit  Lerwalt
  aus  dem  Leben  geschafft  wurde.  Die
Mutier  des  Kindes,  die  Mitteitanhändier  tochter
Marie  Mehner  von  Regensburg,  wurde  verhaflet.
  Auffällig  ist,  daß  bis  zum  Toce  des
Kindes  die  Hauseinwohner  keine  Kenntnis  von
dessen  Existenz  hatten.  Das  Kind,  oas  elst
ein  Jahr  etwa  bei  seiner  Mutter  sich  besand,
joll  bis  dahin  auswärts  in  Pilege  gewesen
und  dort  sehr  gut  gekalten  wo  orden  sein.

Regensburg,  11.  Febr.  Heute  vachmittag
sand“  hier  die  Wahl  des  erstcne  Bürgermeisters
der  Stadt  Regensburg  slatt.  Es  entficlen  sämtliche
  37  Stimmen  der  Luressnen  Kollegienmitglieder
  auf  Vandgerichtsrat  Josef  Bleyer  in
München.  Er  war  persönlich  erschienen  und
hat  die  Wahl  danlend  angenommen.

Frerung,  11.  Febr.  Solche  Schneemengen
wie  heuer  hat  es  im  bayer.  Walde,  der  auch
in  schwachen  Wintern  noch  reichlich  Schnee  hat,
schon  viele  Jahre  nicht  mehr  gegeben;  im  unteren
  Wald  liegt  er  siellenweise  noch  5  Meter
boch.  Die  Doriburschen  von  Herzogsreuth  haben
  sich  unlängst  ein  Schneehaus  gebaut,  und
darin  ein  Faschingsvergnügen  abgehalten.  Der
für  die  Musik  und  aum  Tanzen  geschaffene  Raum

war  6  Meter  hoch  und  8  Meter  breit.

Augsburg,  11.  Febr.  In  einer  Versammlung
  der  Augsburger  Zahnärzte  wurde  der  einstimmige
  Beschluß  gefaßt,  die  Sonntagoruhe
ab  1.  April  einmführen.  Es  wird  ein  Turnus
eingerichtet,  genau  wie  bei  den  Apothelen,  #n  der
Weise,  daß  je  zwei  Zahnärzte  Sonntag  für
Patienten  zu  sprechen  sind.

Neu-Ulm,  11.  Beir.i.  In  das  Bureau  des
Soldaten-  und  Jugen  Sei  in  Ulm  kam  gesiern
  ein  Mann,  der  näch  dem  Verwaller  fragte.
Als  sich  die  Kömoriin)  anschickte,  den  Verwal-=ter
  zu  rufen,  stürzte  sich  der  Mann  auf  das  am
Schreibtisch  liegende,  zum  Teil  in  einem  Säckchen
  untergebrachte  Geld  und  ergriff  damit  die
Flucht.  Die  Kontoristin  eilte  ihm  nach  und
schiie  laut  um  Hilse.  Auf  der  Straße  rannle
der  Gauner  gerade  einen  Schutzmann  in  oie  Arme,
  der  ihn  natürlich  sofort  fesihielt.  Der  Räuber
  ist  ein  Schlosser  namens  Kast  aus  Geizlingen.


Marktbreit,  11.  Febr.  Ein  hiesiger  Gutsbesitzer
  verlaufte  sein  Anwesen  um  über  100  000
Mark.  Um  Lichtmeß  übernahm  es  der  Käufer
  ohne  Anzahlung,  verlkaufte  sosfort  einiges
Vieh  und  Kartoffel  und  reisie  nach  München,  angeblich
  um  Geld  zu  holen.  Er  gab  dann  noch
telegrophesche  Anweisung,  man  solle  sofortschlackten
  und  etwas  später  kam  ein  Brief  mit  der
Muteilung,  daß  er  nicht  mehr  kommen  werde.

er  Verläufer  kann  nun  mit  Verlust  wieder
sein  Besitztum  übernehmen  und  die  Gemeinde
hat  ibren  Ojüngsten  Bürger“  verloren.  Der
Schwindler  hatte  in  der  allerlürzeinen  Zeit  vom
Magistrat  das  Bürgerrecht  erhalten.

Würzburg,  11.  Febr.  Der  städticche  Magazinverwalter
  Karl  Dieck  und  seine  Frau  wurden
  heute  in  ihrer  Wohnung  als  Leichen  aufgefunden.
  Es  liegt  Selbstmord  der  beiden  durch
Vergistung  mit  Leuchtgas  vor.  Der  Grund
zu  der  traurigen  Tat  dürfte  wohl  in  der  Entlassung
  des  Ehemannes  zu  suchen  sein.

Bayerisches  Oberland.

Baierbach,  12.  Febr.  Am  Sonntag  veranstalteten
  mehrere  Eisfreunde  auf  dem  Simssee
  ein  Eisschießen.  Aufgefordert  von  den
Schützen  am  östlichen  Simsseeufer  lam  um  2
Uhr  der  oblaue  Feind“  von  Wesien  mit  Musit
  ouf  dem  Kampfplatz  an,  an  der  Spitze  die
„Art#llerie“  mit  den  schweren  „Geschützen“  (Ersslöcken)
  auf  den  Schlitten,  sehnlichst  erwartet
von  dem  „weißen  Gegner“  (Egging  uno  Riedeting).
  Bald  gaben  die  beiden  „Majore“  die
ersten  Schüsse  ab;  dann  begann  ein  lebhaftes
Gefecht,  in  dem  zunächst  die  „Blauen“  von
den  etwas  stärkeren  „Weißen“  in  den  Hinter
  ePrund  gedrängt  wurden.  Doch  es  ##m  etwas
„Münchner  Gewürz“  zu  den  „Blauen“  (Baierbach
  und  Stefanskirchen)  und  mit  Leichtigkeit
schlugen  sie  die  „Weißen“  bis  zum  eehten
Mann.  Nach  mehrstündigem  Kampie  zogen  dann
belde  Parteien  mit  Musik  in  die  Fritzsche  Wirtschaft,
  wo  sie  noch  lange  Zeit  gemütlich  sitzen
blieben  Ein  Kaminbrand  ist  am  Sonntag
morgen  beim  Reimlbauern  ausgebrochen.  Glück-Licherweise
  lonnte  er  von  der  Nachbarschaft  unbret
  den,  ehe  größerer  Schaden  entande



 

 

Amnetart  »
Usederlng,12.Feb1-.
Mfäoekeinveranstaltetamconntadenls
FcbtumcmeAussuhrungdesobeover-schen
Vollgsnteleg»Jaget-blut«vonBennoNauchssk
cgger  Die  Aufführung  beginnt  nachmittags

3  Uhr  und  findet  im  Stürzerschen  Gasthaus
slatt
eubeuern,  12.  Febr.  Wie  alljährlich,
sindet  auch  heuer  am  Sonntag  den  15.  Februar
(Marltsonntag)  eine  grobe,  Faschingsveranstaltung
  dahier  statt.  Für  einen  ulligen  Feitzug
mit  nehreren  lomischen  Festwägen  ist  gesorgt.
Große  Frühschoppenkonzerte  werden  die  Gaudi
erölfnen.  Nach  dem  Festzug  8  Uhr  nachmiltags)
  sindet  in  sämtlichen  Gasthäusern  0-musik
  und  abends  7  Uhr  Maskendall  stall.  Hoffentlich
  bleibt  das  Wetter  gui,  damit  die  Arbeit
durch  starlen  Besuch  von  auswärts  belohnt  wiro.

Schlierice-  11.  Febr.  Bei  der  unter  Leilung
des  Herrn  K.  Regierungs  srales  de  Rudder  vorgenommenen
  Wahl  eines  Bürgermeistere  wurde
  der  Privatier  und  Gemeindebevollmächtigte
Jobann  Baptist  Ströbl  gewählt.  Der  neue
Bürgermeister  gehört  schon  einer  Reihe  von
Jahren  dem  Gemeindeausschuß  als.  Mitglied
an  und  gilt  als  ein  sehr  besähigter  Mann.

Prien,  11.  Febr.  Geslern  nachmiltags  wurde
  durch  den  Bäckermeisterssohn  Jalob  Maier
dahier  und  dessen  Gehilfen  Josef  Westernacher
beim  Abholen  von  Heu  im  Stiadel  des  Herin
Pfarrers  ein  Brand  bemerkt  und  sosort  gelöscht.
In  der  Stadeltenne  war  eine  runde  Stelle  von
fast  einem  Meter  im  Durchmesser  bereits  durchgebrannt.
  Nur  der  Kälte  und  der  Minrstille
ist  es  zu  danlken,  W  ein  größeres  Unglück  verhütet
  bsieb.  Das  Anwesen  der  Schuhmachermeisterswitwe
  Wilhelmine  Aigner  dahier  ging
durch  Kauf  in  den  Besitz  des  Privaliers  Josef
  Grasmeier  in  Ernsdorf  über.  Al:=  Kaufzumme
  werden  18.000  Mk.  genannt.

Traunstein,  11.  Febr.  Ein  schwerer  Unsall
  creignete  sich  gestern  abends  in  der  Nähe
der  Stadt.  Herr  Simon  Haslberger  rannte
sich  beim  Rodein  eine  Zaunlatte  durcht  das  linke
Knie,  so  daß  sie  auf  der  anderen  Seite  des
Fu#es  abgelägt  werden  mußte.

Berchtesgaden,  11.  Febr  Das  andauernd
herrliche  Wetter  lockt  täglich,  namentlich  aber
an  den  Sanntagen,  ein  zahlreiches  Publikum
auf  den  gejrorenen  Königssee.  Schlittenfuhrweile,
  Stachelschlitten,  Radfahrer,  Slifahrer,
Schlittschuhläufet  und  Fußgänger  beleben  die
weite  Fläche;  in  der  Nähe  der  Schiffslände
sind  die  Eisschützen  besonders  tätig.  Der  Schiffmeister
  sorgte  bisher  für  Auskehren  von  Gehund
  Fahrbahnen,  der  eleltrische  Lolalbahnverkehr
  von  Berchtesgaden  nach  Königesee  ist  in
flottem  Betrieb.  Im  Markt  herrscht  nicht  minder
lebhaftes  Treiben,  in  diesem  Winter  hat  die
Zahl  der  Fremoen  entschieden  uugenommen,  was
außer  dem  prachtvollen  Wetter  wohl  auch  der
nun  nahezu  allenthalben  tadellosen  Unterkunft

zuzuschreiben  ist.

Grafing,  11.  Febr.  Der  ehemalige  Di.
striktestraßenwärter  Johann  Geiger  von  hier,
welcher  bereits  92  Jahre  zählt,  ist  munter  wie
cin  Fünfzigjähriger,  war  in  seinem  Leben  noch
use  krank  und  wird  am  lommenden  Gründonncrelag
  zur  Fußwaschung  zugelassen  werden.
Der  mit  einer  l!*  Gesundheit  auögesiattete
Mann  veisah  vor  einigen  Jahren  noch  seinen
Dienst  als  Distciltestraßenwärter.

Grenzlande.

Kufstein,  11.  Febr.  Eine  Saccharinschmugglerin
  wurde  am  Sonntagabend  auf  dem  bieligen
Bahnhof  ermittelt.  Dieselbe  kam  mit  dem  1r
Uhr  Personenzug  von  Nosenheim  bezw.  Min
chen  hier  an  und  wollte  nach  Wörgl  weiter—
reisen;  schon  im  Zug  aber  lam  dem  fungierenden
Zollbeamten  die  gut  gekleidete  Damec,  dieschwarzen
  Samtmantel  tuug,  verdächtig  vor,  ebenso
der  ihr  gegenübersitzende,  angeblich  fremde  Herr.

er  Beamte  veranlaßte  in  Kufstein  die  Festnahme
  des  verdächtigen  Paares,  das  angab,
sich  nicht  zu  kennen.  Bei  der  Leibesvisitation
fand  man  aber  im  Besige  des  Mannes  eine
wohlgetüllte  sogen.  Schungglerweste,  die  9  Kilogramm
  Saccharin  enthieit.  Die  „Dame“  hatte
  ein  Quantum  von  11  Kilogramm  in  ihrem
Mantel  und  in  den  Unterkleidern  verborgen.  Da
die  Beiden  Fahrkarten  nach  Wörgl  besaßen,
fuhr  man  mit  dem  Schmuggler  dorthin,  in
der  Hoffnung,  einen  etwa  wartenden  Komplizen
  einzufangen.  Dieser  ließ  sich  jedoch  dicht
sehen.  So  transportierte  man  das  seine  Pärchen
  in  den  hiesigen  Gemeindearrest,  von  wo
es  andeintags  dem  k.  k.  Landesgericht  Jnnsbruck
  eingeliefert  wurde.

Cokalnachrichten.
Rosenheim,  12.  Februar.

Postdienstl.  Zu  Postboten  ernannt  wurden
  die  Hilfspostboten  Joh.  Paul  Strohhäcker
von  Cadolzburg  in  Burghausen,  Georg  Kiermaier
  von  Ampfing  in  Ramerberg.  Versetzt  in
etatsmäßiger  Eigenschaft  die  Exrxpeditorinnen
Thei.  Haslböck  von  Obing  nach  Feldkirchen

b.  W.,  Maria  Marschall  von  Leoni  Lach  Obing
2  Therese  Beul  von  Feldlirchen
Erlung,  dann  der  qhest  lbote  Georg  Linner  von
Heilbrunn  nach  Eggstätt.  Wieder  angestellt
wird  der  im  Fillichens  uhestand  befindliche  Postbote
  #-“  Moser  von  Westerham  als  Postbote
  in  München.

 

 

Der  Theater  und  .

MI«  w  Zreckajklsseståärns

Die  Bezirkszuchtgenossen  cha
Prien  für  Reinzucht  des  Pinzgauer  •ast
in  Oberbayern  hält  am  Sonntag  den  15.  Februar,
  nachmittags  ½2  Uhr,  in  Umratshausen
eine  ordentliche  Mitgliederversammlung  ab.
Auf  der  Tagelordnun  sieht  neben  dem  Kasserbericht
  und  dem  Bericht  über  die  Tätigkeil  der
Genossenschaft  im  Jahre  1913  ein  Reserat  des
Tieriuchtinspecllor=  Dr.  Nillas  über  schterüche
Fragen.  Auch  über  die  Alpe  Acker  und  DösB
dorf  soll  gesprochen  werden.  Der  Verteilung
der  Zuchtsliersubventionen  folgt  ferner  eine  Verlosung
  von  Zuchtkälbern  und  landwirtschaftlichen
Gegenständen,  zu  der  jedes  Mitglied  ein  Freie
los  erhält.  Somit  erwarten  äußerst  inter.
essante  Fragen  die  Versammlung.

Eine  Tanzunterhaltung  veranstaltet
am  Samstag-Abend  die  Tischgesellschaft  „N.  A.
D.  E.“  im  Restaurant  Grabichler.  en  mufi,
lalischen  Teil  siellt  die  Kapelle  Böhm-  Wagre..
Auch  für  Humor  und  Scherz  ist  gut  gesorgl.
A  #e  Gäste,  welche  mit  Karten  besonders  ein,

geladen  wurden,  sind  dazu  willlommen;  ein
lustiger  Abend  steht  ihnen  in  Aussicht.

Der  Oberpfälzerverein  hält  am
Sonntag  eine  Monatsversammlung  ab.  Sie

findet  im  Vereinslokal  statt.

Gefunden.  Ein  Halsketichen  wurde  ge,
funden  und  kann  im  magistratischen  Geschäftszimmer
  Nr.  2  abgeholt  werden.

Festgenommen.  Ein  Bäcker  von  Gang.
hosen  wurde  wegen  groben  Unfsugo  und  Dieb
siahls  jestgenommen.

—  —

Das  neue  Einwohneramt
RNosenheim.

Das  neue  Einwohneramt  Nosenheim  ist  nach
dem  Vorgang  und  Muster  größerer  Städte  mit
Aufwand  bedeutender  Mittel  pollständig  uer
und  modern  organisiert  und  aus  dem  Mitterin
in  das  Maginratsgebäude  verlegt.  An  der
Tätigleit  des  Einwohneramtes  haben  nicht  nur
die  gesamte  Einwohnerschaft,  sondern  auch  Be,
horden  und  Private  ein  lebllastes  Inter#s#e.
Abgesehen  von  der  Vedentung  einer  solchen  Einlichtung
  für  die  öfsentlichen  Bedücfnisse  und  die
Bevöllerungsbewegung,  läßt  sich  d#
für  den  amtlichen  und  wirtschaftlichen  Verkehr
in  einer  Stadt  unentbehrliche  Adreßbuch  zuvect.
lässig  nur  dann  hersiellen,  wenn  das  Einwoh
neramt  prompt  und  genau  arbeitet.

In  dieser  Richtung  ist  aber  das  Einwohner,
amt  in  erster  Linie  auf  die  Unterstütgung  der
Bevöllerung  angewiesen  und  darum  hängt  der
Erfolg  der  neuen  Einrichtung  vor  allem  dav?

ab,  daß  die  Einwohnerschaft  der  Meldepflik:
pünktlich  und  gewissenschaft  nachkommt.  Nu
daun  kann  dieses  Amt  den  wünschenswerter
Ueberblick  über  die  gesamte  ortsanwesende  Be
völlerung  gewähren,  Behörden  und  Pridvate:
die  wünschenswerten  Aufschlüsse  geben,  alio  umt
bei  nachhaltiger  Unterstützung  der  Bevölkerunz
seinen  bestimmungsgemäßen  Zweck  erfüller.
Da  die  Oltskrankenkasse  nicht  mehr  wie  biehe
die  Gemeindekrankenversicherung  eine  gemeind
liche  Einrichtung  bildet,  so  ist  es  notwendig,  das
auch  die  Dienstboten  somie  die  Arbeiter  um
Lehrlinge,  soweit  sie  beim  Arbeilgeber  wohner,
beim  Einwohneramt  gemeldet  werden.

Der  Vollständigkeit  halber  werden  auch  ds
verehrlichen  Behörden  ersucht,  diejenigen  Per.
sonen  dem  Einwohneramt  anzuzeigen.  denta
Dienstwohnungen  eingeräumt  sind.  Enolich  i##
neben  den  Vermietern  und  Herberggebern  aus
derjenige,  der  in  Rosenheim  Aufenthalt  nimm,
zur  Selbstanmeldung  verpflichtet.

Zur  besseren  Insormation  des  Publiluns
veröffentlichen  wir  nachstehend  die  wichtigste.
Beslimmungen  über  das  neue  Meldew#ien:

1.  Wer  in  der  Stadt  Ausenthalt  nimmt
hat  sich  und  seine  Familie  innerhalb  odrei  Tage:
nach  dem  Zuzug  mittels  des  im  Einwohnerem
erhältlichen  Formulars,  am  besten  und  einfac
sten  persönlich  unter  Vorlage  geeigneter  Leeit

mationspapiere  beim  Einwohneramt  aonzumch
den.

2.  Der  Vermieter  oder  dessen  Beauftragte
6.  B.  Hausmeister)  hat  den  Ein=  und  Aus
eines  Mieters  oder  Aftermieters  binnen  drei  T2
gen  ebenfalls  anzumelden,  unbeschadet  der  ##
Zifser  1  erwähnten  Meldepflicht  des  Neuanze“
heuden  selbst.

3.  Dienstherrschaften  und  lensiige  Arbeitgeb#l
haben  den  Ein=  und  Austritt  der  bei  ihnen  woh
nenden  Dienstboten,  Gesellen,  Leyrlinge  us.
außer  bei  der  Ortskrankenkasse  auch  beim  Einwohneramt
  unter  Vorlage  der  Dienstboten
bücher  oder  sonstigen  Ausweise  binnen  drei  72
gen  anzumelden.  Von  auswärts  zuziehen
Dienstboten  usw.  sind  am  besten  unter  Miegab
der  auegesüllten  Meldezettel  ans  Einwohnen
amt  zu  schicken  und  ist  denselben  dann  die
scheinigung  über  An-  und  Abmeldung  abzubet
langen.

4.  Ledige  Haussöhne,  die  fortziehen  oder  wieder
  zuziehen,  sind  im  eigenen  Inieresse  zut  Meldung
  zu  veranlassen.

5.  Die  Meldezettel  Iis  vollicndig  nuszufullen
und  deutlich  zu  schreibe

gesamte

 

 

—  "*.