Entsatz der Westfront von Przemysl. — Fluchtartiger Rückzug
der Russen.
Wien, 10. Oktober. Amtlich wird verlautbart: 10. Oktober, mittags. Gestern r*5
versuchte der Feind noch einen Sturm auf die Südfront von Przemysl, den die “
Besatzung wieder unter schweren Verlusten des Angresfers zurückwies; dann 6
wurden die rückgängigen Bewegungen der Russen vor der Festung allgemein. Die 7
Westfront mußten sie vollssändig räumen; unsere Kavallerie ist dort bereits ein.
geritten. Der durch die Schnelligkeit der Operationen in Russisch-Polen und B
Galizien verwirrte Gegner versuchte zwar, seinen Angriff auf die Festung durch *
Hinausschieben von Heeresteilen gegen Westen zu decken, vermochte aber unseren "(E
heraneilenden Armeen nirgends standzuhalten. Die fünf bis sechs russischen
Jnfanteriedivisionen, die sich bei Lancut stellten, sind auf fluchtartigem Rückjkuge
gegen den San. Ebenso wurden eine Kosakendivision und eine Infanteriebrigade, 3
die östlich Oymow eine verstärkie Siellung innehatten, nach kurzem Widerstande S
zurückgeworfen. Unsere Truppen sind dem Gegner überall an den Fersen. Auch *
Ungarn dürfte von den noch in den Komitaten Marmaros und Besziercze-Naszod
herumirrenden feindlichen Abteilungen bald gänzlich gesäubert sein. *
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. 7
v. Hoefer, Generalmajor. (W. T. B.) 1
*
Die Einnahme von Antwerpen. — Ilucht der englischen und
belgischen Besatzung. 3
Großes Hauptquartier, 10. Oktober, abends. Nach nur zwölftägiger 2
Belagerung ist Antwerpen mit allen Forts in unsere Hände gefallen. Am 9
26. Sepkember fiel der erste Schuß gegen die Forts der äußeren Linie, am 1
1. Oktober wurden die ersten Forts erstürmt, am 6. und 7. Oktober der starke,
angestaute, meist 400 Meter breike Nethe-Abschnikt von unserer Znfanterie und 3
Artillerie überwunden. Am I. Oktober wurde entsprechend dem Haager Abkommen :
die Beschießung der Stadt angekündigt. Da der Kommandant erklärie, die Verantwortung
für die BZeschiebung öbernehmen zu wollen, begann mitternachts vom "
7. zum 8. Oktober die Beschsebung der Stadt. Zu gleicher Zeit sehte der Angriff t
gegen die innere Fortslinie an. Schon am 9. Oltober früh waren zwei Foris 8
der inneren Linie genommen, und am 9. Oktober nachmittags konnte die Stadt .
ohne ernsihaften Widerstand beseht werden. Die vermutlich sehr starke Besatzung *
hatte sich anfänglich tapfer verteidigt. Da sie sich jedoch dem Ansturme unserer «
Infanterie und der Marinedivision sowie der Wirkung unserer gewaltigen Artillerie *
schließlich nicht gewachsen fühlte, war sie in voller Auflösung geflohen. Unter der 7
Besatzung befand sich auch eine unlängst eingetroffene englische Marinebrigade. 5
Sie sollle nach englischen Zeitungsberichten das Rückgrat der Verteidigung sein. ¾v
Der Grad der Auflösung der englischen und belgischen Truppen wird durch die