EIIIIIIIIIITIIII Glieder. (Juni 25.)
Centrum und Conservativen. Die Annahme dieses Compromisses Seitens
des Reichstags ist darum zum voraus gesichert. In der Presse begegnet der Beschluß
vielfach einer äußerst scharfen Kritik und wird behauptet. daß .
Stenerbewilligungsrecht des Reichstags damit in bester *
preisgegeben sei' „DTenn sind die neuen Stenern und Zeie einmal für
alle Feiten bewilligt, dann ist auch das Aequivalent der bisherigen Matrieularbeiträge
(in welchen eben das Steuerbewilligungsrecht des Reichstags
sich darstellte), ja, darüber weit hinaus, der Reichsregierung ein= für allemal
bewilligt, und sie ist in die Lage versetzt, in einem Conflictsfalle über die
ihr zur Verfügung gestellten Gelder ohne Rücksicht auf das Votum des
Reichstags disponiren zu können, wie es seinerzeit in Preußen beschehen ist.
Vermehrten Militärpostulaten nach Ablauf des Septenniums ist nun Thür'
und Thor geöffnet und die Teckung im Voraus gesichert. Das Hübscheste
bei der Sache ist noch, daß die Conservativen ihrerseits die Ginholtung des
Compromisses im Reichstag davon abhängig machen wollen, daß das Centrum
nicht etwa durch Kargen bei der Tabaksteuer die preisgegebenen Eechmiee, des
Istentlichen Geldbentels theilweise wieder hereinzubekommen suche, “
diese Steuer „in cuiner dem Zweck der Vorlage entsprechenden Gohe“ bewillige!"“
Die Hallung des Centrums scchtferlg t die „Germania“ folgender
Weise: „Das Centrum befand sich in einer Inngbnge Es war ihm nicht
möglich, die beiden Nummern seines Antrages chuseben, da die „Liberalen“
für die Beibehaltung der Matricularbeiträge, die Conservakiven und die Regierung
für die Ouotisirung gewisser Zölle durchaus unzugänglich waren.
Welche von beiden Garantien die ungleich bedeutungsvollere sei, konnte
keinem Zweifel unterliegen. Die Nr. 1 des Antrages v. Frankenstein war
eine conditio sine qun non. die Nr. 21 war ein erstrebenswerthes Ziel. Als
die gesammte Rechte, auch die deutsche Reichsparlei unter Verzichtleistung
auf ihren eigenen vorbereiteten Antrag, sich für die Nr. 1 ohne die Nr. 2
erklärte, da stand das Centrum vor der Frage: Dürfen wir, um einen fruchtlosen
Versuch nach Erringung des in der Praxis nicht ger rade. sehr bedeutenden
Quolisirungsrechtes zu machen, das ganze mühsam angebahnte und viel
versprechende Reformwerk scheitern lassen! Dazu gesellte sich noch die Erwägung,
daß die Ueberspannung der Fordtrungen die günstige Gelegenheit,
die so wichtige Erhaltung der Matricularbeiträge durchtisege, wahrscheinlich
unwiederbringlich verloren gehen lassen werde."
Endlich liegen der Commission auch die Unzulänglichkeitserklärungen
der 5 Mittelstaaten vor.
B#ayeen bercchnet für die Jahre 1880 — 1881 ein Deficit von je
25,536,185 C. In Sachsen wird, selbst wenn die Matieularbeiträge vollständig
hustehoben iwerden, „die Bilancirung des Budgets für die Finanzperiode
1880/81 mit großen Schwierigkeiten verlnütst und gin Ermähigung
der Zuschläge zur Gerelen rchwe welche gegenw hrtig 50 s Solleinkommens
oder 6,177,000 . jährlich 8* en, nicht thun ich sein In
Württemberg wird sich, wenn nicht die alritn iö in Wegfall
kommen, veine unzulänglichkeit von mindestens 8 Mill. — für 1 Jahr ergeben."
Baden berechnet die Unzulänglichkeit für lr 6lt 1880 auf
5,900,000 Für Hessen ist „eine wesentliche Erleichierung und zum Mindesten
der Wegfall des Matricularbeitrages ein wirkliches #.düreb. "
25. Juni. (Deutsches Reich.) Auch das zweite kriegsgerichtliche
Urtheil bez. des untergegangenen Panzerschiffes „der
Große Kurfürst“ wird vom Kaiser nur theilweise bestätigt. Die
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