Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Erster Band. (1)

Erstes  Buch
Ins  Feld!

Erstes  Kapitel
Wider  Franzosen  und  Engländer

1.

We  aus  kaum  eben  sich  umzlehendem  Blau  ein  Wetterschlag,  so  brach  der

Ruf  zu  den  Waffen  in  Deutschlands  Arbeitefrieden  hinein.  Die  abscheuliche
  Bluttat  von  Sarajevo  hatte  in  deutschen  Landen  einen  starken  Widerhall
der  Empörung  gefunden.  Und  seitdem  war  eine  lebhafte  Unruhe  in  den  Erörterungen
  der  Presse  zurückgeblieben.  Wleder  elnmal  wurde  von  drohender
Krlegegefahr  gemunkelt.  Aber  das  hatte  man  ja  in  den  vergangenen  Jahr--zehnten
  und  zumal  seit  etwa  190s  so  oft  erlebt,  und  immer  hatte  das  Unwetter
sich  wieder  verzogen.  Niemand  in  DHeutschland  glaubte  ernstlich  an  Kriegegefahr.
  Niemand  wollte  den  Krieg.  Nein,  niemand!  Es  mag  In  der  oder  jener
langweiligen  Garnison  der  und  jener  junge  Offizier  vom  frischfröhlichen  Krieg
geschwärmt  haben  —  es  mag  in  Generalstabskreisen  hier  und  dort  einmal  die
Auffassung  laut  geworden  sein,  die  große  Auseinandersetzung  mit  den  Feinden
an  unseren  beiden  Flanken  müsse  doch  einmal  kommen  —  die  besten  Gelegenheiten
  zum  „Präventiokrieg“  selen  bereits  verpaßt;  es  sei  klüger,  unseren  Feinden
zu  ihren  allbekannten  Rüstungen  ulcht  noch  länger  Zeit  zu  lassen,  sondern  die
Entscheidung  herauszufordern.  Aber  ee  ist  abgeschmackt,  vom  Vorhandensein
einer  großen  und  einflußreichen  „MWilitärpartei“  zu  faseln,  dle  zum  Kriege  gedrängt
  und  ihn  schließlich  erzwungen  habe.  Dem  deutschen  Volk  in  seiner  Gesomtheit
  lag  der  Gedanke  an  elnen  Krieg  weltenfern.  Zwar  hatte  Frankrelch

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