6# Jahrgang
Ar. S8
Rosenheimer Anzeiger
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Doumerstag, 16. April 1914
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Die heutige Hummer umfaßt 6 Seiten.
Keues vom Tage
15. April.
Erzbischof Dr. v. Bettinger hat die Romreise
ngeireten. Die Rückkehr erfolgt in drei Wo-
Bei dr städtischen Sparkasse in Müncken baben
die Spareinlagen mit Anfang April den
Betrag von 90 Millionen Mark erreicht.
Vie Zusammenkunft des italienischen Ministers
des Meußern di San Giuliano mit dem österreichischen
Minister des Aeußern Grafen Verchtold
fand am Dienstag in Abbazia stott. Die
französische Presse widmet dieser Zusammenkunft
besondere Aufmerksamkeit.
Der Primararzt des Krakauer Krankenhauses,
Dr. Droba, Dozent für Bakteriologie an
der Krakauer Universität, ist an Rotkrankheit
estorben, die er sich bei der Behandlung eines
Pateenten durch Infektion zugezogen hatte.
In Mexiko wird die Lage immer erinster. Die
Union hat die atlantische Flotte angewielen,
sich vor Tampico zu sammeln, um der
Forderung auf Salutierung der amerilanischen
Flagge durch die Truppen Huertas Nachdruck
zu verleihen. Auch ein holländisches
i erhielt Befehl, nach Tampico abzufa
Der öfterreichische Thronfolger
in Mürnchen.
Knünchen. 14. April.
Erzherzog Franz Ferdinand ist, wie schon berichtet,
heute vormittag hier eingetroffen. um
in Vertretung des Kaisers Franz Josef den
Besuch zu erwidern, den König Ludwig und
Konigin Mario Theree von Bayern im letzten
Sommer in Wien abgestaltiet haben. Int
biesigen Hauptbahnhof halten sich zum Eniv.
lang des Erzherzogs eingefunden: König Ludmig
von Bayern, Kronprinz Rupprecht. sowie
die Prinzen des Hauses, Staatsminister
(GGraf Hertling usw. Der österreichisch. ungarische
Vriandte von Welics hatte sich zum Münchener
Obahnhof begeben, wo er sich beim Erzherzog,
Göllin Dämon.
6 Roman von Richard Marsh.
Jawobl „E. M. Und in ihrer Tasche steckte
ein Portemonnaie mit achtzehn Mark; aber weiter
nichts, leine Karte oder sonst was Ich hab'’ schon
Ledacht, ob es nicht ganz gut wä irc, aaun
Hume sie mal sähe. Er ist solch kluger Herr, und
sindet vielleicht heraus, was mit ihr los ist; denn
wie ich chon. sagte, irgend ctwas ist bei ihr nicht
in Ordnn
Ich — mich ab, damit sie nicht sehen
sollte, wie sehr ihr Kinweis auf Oume mich aufegte.
Die Zdee, daß dieser Mensch vielleicht
Gelegenheit erhielte, seine Künste, die er — Ex.
periment im Dienste der Wissenschaft — nannte,
an diesem hislosen jungen Mädchen zu versuchen,
brachte mein Blut schon zum Kochen
Ich denke, wir belästigen r a pov
läufg Aabber noch nicht Hen —nn
„Nun te selbst dr all.
emeinen niht vie 8 9 meistens denken
Heewuen u ihre Rechnung und nicht an die Kur; aber
es schtin ein so mur würdiger o der jungen
Dame, und Dr. Hume zin a elehkx daß
ich es voch wenigslens erwä % t
„Das ist sehr kreundliche Fra#
Peddar. kann Ihnen garnicht sagen, wit
dankbar i#e hnen für Ihr lichensmürdiges Entgonoskmawed
in dieser Za ich lenne
ja Ihr gutes Herz. Wollen Sie . iungen Dams
agen, ich würde zu zr kommen, sobald ich meine
Teilette berndet hätte.
Frau P Zimmer betrat, stand
dar * ãdchen am Fenster. Als sie sich
umwandie um mich zu i“mß"s war ich geradezu
welcher um 8 U hr 20 Min. dort eintraf, meldete
und sich dem Gefolge anschloß. Nach kurzem
Aufenthalt im Ostbahnhof setzte lich der Holzug
in Bewegung und fuhr zum Hauptbahnhof,
wo er um 9 Uhr eintraf.
Um ½59 Uhr war auf dem Bahnsteig eine
Ehrenkompagnie aufgezogen, an deren rechtem
Flügel der Kriegsminister und der kommandierende
General des 1. Armeekorps, von Knlander,
Aufstellung genommen hatten. Unter
den Klängen der Hymne „Gott erhalte Franz
den Kaiser“ fuhr der österreichische Hofzug in
die Bahnhofshalle ein. Erzherzog Franz Ferdinand,
in der Unikorm tines bayperischen 2.
Schweren Reiter- Negiments mit dem Bande des
Hubertusordens, entstieg dem Zuge. Der 8K5.
nig, der die Uniform seines österreichisch-ungarischen
Infanterie-Regiments Nr. 62 trug, begrüßte
seinen hohen Gast aufs berzlichste, worauf
der Erzherzog dem König die Herren leines
Gefolges vorstellte und die Prinzen des Königshauses,
von denen die Inhaber österreichischer
Regimenter gleichfalls deren Unisormen
angelegt hatten, begrüßte und die Vorstel.
lung der Erschienenen entgegennahm. Hierauf
schritten der Erzherzog und der König die Fronk
der Ehrenkompagnie ab und nahmen deren
Vorbeimarsch entgegen.
Nach einem kurzen Cercle erfolgte die Fahrt
in offener Galaequipage, eskortiert von Schweren
Reitern, in die Residenz unter den lebhaften
Ovationen des Publikums, das sich zahlreich
in den im Festschmuck prangenden Tinzugestraßen
angesammelt hatte. Im Kaiserhof stand
eine Ehrenkompagnie des 2. Infanterie. Regiments
„Kronprinz“. An der Kaisertreppe empfing
Obersthofmeister Graf Seinsheim mit dem
tleiren Cortege den Erzherzog. Die Leibgarde
der Hartschiere bildete auf der Treppe bis zu
den Trierzmmern, oie Erzherzog Franz Ferdinand
be wobnt, Spalier. In den Trierzim,
mern empfing die Königin mit der Herzogin
von Modena und den Prinzessinnen des K.
Hauses den hohen Gast. Der Erzherzog begrüßte
die Königin durch Handkuß. Nach der
Begrübng der übrigen Mitglieder der K. Familie
ließ sich der Et zher zog eine Reibe voa
Persönlichkeiten vorstellen. Dann zog er jich in
seine Gemächer zurück.
Unmittelbar nach seiner Ankunft in der Resioenz
empfing Erzherzog Franz Ferdinan den
ss“- nber #ihre L#eblichleit. Ein seltsames Geführ
Jube:. erfüllte mich bei ihrem Anblick. Auf
r*sG Antlitz lag jenes strahlende Lächeln, welches
mir schon in der vergangenen Nacht als besonders
hararierisüh für sie aufgefallen war. Sie streckte
t beide Luwoe entgegen.
„Da wären Sie also endlich. Ich dachte
schon, Sie wie nie kommen.
.Ich wurde ausehalten. sonst wäre ich schon
eher r gewesen- Ich e, Sie haben gut geschlafen,
nind daß Frau, Faarn Bett so bequem
war, wie sice behaup
„Geschlofen! 7 schein ane all meine Sorgen
sortgeschlasen zu baben. ssen Sie, ich glaube,
mir muß gestern irgend was zugestoßen sein.“
„Wae denken Sie denn, das 4 gewesen ist?“
„Das ists gerade — ich kann nicht, denken.
Mich wundert, was mit meinem Kopfe los ist.“
„Melleicht hatten Sie cine Art von Schreck?7
es Sie mal, sich darauf zu besinnen.“
schü
dummes GHeleus
Können V sich nicht Ihres Namens erinnern?-
Ich glaube, ich habe gar keinen
Namen. Und doch verm ermute ich, müßte ich einen
Namen haben. jever, hat einen Namen; hat nicht
jeder einen Namen?“
Sie tat diese Frage leise zögernd, als ob sie
einen wweiselhaften Punlt erfo Ichr.
„Das wollte ich meinen, in der VNegel. ist
für eine . Dame eine ziemlich ungemütliche
Ei irie ihren eigenen Namen nia t zu wissen,
ihre Wo zung be ihre en
inden Sie? Komme ich Ibnen töricht vor?“
Minssterorsidenten Grafen von Hertling in Audienz.
Dabei hat Erzherzog Franz Ferdinand
dem Grafen Hertling die Brillanten zum Grokreuz
des Leopoldordens und dem Minister des
Innern Frhrn. v. Soden die Eiserne Krone
1. Kl. persönlich überreicht. Der österreichische
Gesandte in München von Belisz, sowie der
bayer. Gesandte von Wien, von Tucher, haben
Eeschenke. Porzellangruppen aus der Aymphen.
burger Manufaktur, erhalten. Auch sonst hino
noch viele Auszeichnungen verliehen worde#n
U. a. wurde dem Chefredalteur der „Bayerischen
Staatszeitung“, Ph. Frick, das Rilterkreuz
des Franz- Josefordens verliehen.
Kurz nach der Ankunft begab sich der Ergherzog
in die Theatiner-Hofkircke und legte
em Sarge des Prinzregenten Luitpold einen
Kronz nieder, dessen Schleifen die österreichischen
Farben und den Namenszug des Kaisers mit
der Krone trugen. Der Exzherzog besuchte weiter
mittags in der Residenz die Reiche Kapelle
und die Schatzkammer und stattete ferner Besuche
bei den in München anwesenden Prinzen
und Prinzessinnen des königlichen Hauses ab.
Um 1 Uhr fand in den Reichen Zimmern der
Residenz Familientafel statt, bei welcher zur
rechten Seite des Königs von Baye#rn der
Erzherzog, die Königin, Kronprinz Ruprrecht,
Prinz hropong, Prinz Franz, Prinzessin Alfons,
zur Linken des Königs Erzherzog Adelgunde,
Prinz Karl, Prinzessin Arnulf, Prinz Leopold
und Prinzeftin Adelgume saßen. Dem König
gegenüber saßen Prinzessin Klara und Prinzessin
von Hohenz#ollern. Die übrigen Herrschaf.
ten schlossen sich an. An der Marschalltafel
nahmen das Gefolge und der Ehrendienst teil.
Nachmittags fuhr König Ludwig mit dem
Erzherzog Franz Ferdinand und seinem Gefolpe
nach Nymphenburg, wo die Pogodenkburg,
die Weidenburg und die Amalienburg sow#e
ein Teil des Nymphenburger Schlosses besichtigt
murden. Daran schloß sich ein Besuch des Königlichen
Botanischen Gartens, wo der Erzderzog
längere Zeit weilte. Er besichtigte mi#l großzem
Interesse die dortselbst befindlichen Pflanzen und
Gewächse und äußerte seine höchste Befriedigung
über das Gesehene. Sodann kehrte der
Erhberzog in die Rönigliche Residenz zurück. Nach
lurzem Verweilen daselbst begob sich der Erzherzog
in die Königliche Oper, wo er in einer
Seitenloge der Oper „Hoffmanns Erzählun-Sie
sah mich forschend an, wic ein verschüchterten
Kind. „Mir scheint, ich erinnere tmich an rufende
nschent sie rufen mir zu. Und sie klatschen in
die Hände — ich kann sie nudh sehen; dann
osssioen argend was.“
eenn all die Leute — und warum
riesen Ihnen
ch weiß 64% cht. Ich glaube, es ist irgendwo
in meinem Kovf, wenn ich es nur finden
lönnte: aber ich weiß nicht, wo es da ist.“
„Können Sie sich nicht darauf besinnen, was
Ihnen zugestoßen ist und wo Sie warcn, che Sie
in mein Hirter lamen?“
„Ich weiß noch, daß ich durch Ihr Fenster
eintrat, ich crinnere mich dessen noch ganz gut.“
Eine leise Röte stieg in ihre Wangen. Aber das
ist auch alles. Damit scheint alles begonnen zu
haben: und nichts scheint vorher passtert zu sein.“
zog das weißlederne Paar Handschuhe aus
meiner Rocktasche.
„Sind des Ihre Handschuber
Sie sah sie von der Seite a
Ich anns funhl. sind es — Woher haben
Eie *ss
Ich mochte ihr nicht sagen, daß ich sle auf
einem Stuhl in dem Zimmer, wo Edwin Lawrence
jetzt tot lag. briunden hatte.
ie sollten eher wissen, ob es die ron
sind, als ich.“
1½ kaun sein, ich edci nicht. Ich w
übergiehen und sehen ob sie passen.“ Sie ae
sie an und sic saßen — wie — Sie ftreckte
ihre bhnhischbte Hände au
Sie sehen- - Aus, als ob dr- meine wören —
sie i Gese lauben Sie. ert auchll7nn
daß es
andte *i ein Zentner war
es aas He## o“ und in meiner Keble
gen“ beiwohnte. Von hier fuhr er in das Palais
des Prinzen Leopold zum Spupr bei dem
Prinzen ugd der Prinzessin Leopo
König Ludwig hat an *sz deen Jorleph
nach Wien folgendes Telegramm gesandt: „Soeben
habe ich zu meiner grohen Freude Franz
Ferdinands hochwillkommenen Besuch empfangen.
Unsere Gedanken weilen in dieser Siunde
in treuer Verehrung und aufrichtiger Freundschaft
bei Dir und dankbar erinnern wir uns
der vielen Liebe, die Du mir und Marie
rese im rorigen Jahre in Wien erwiesen hasfk.
Möge Gottes gütige Hand über Dir und Deinem
Erlauchten Hause walten. Dies ist der
oon Herzen kommende Segenswunsch, mit
Marie Therese und ich Franz Ferdinand begrüßen.
gez. Ludwig.“
Boliäsche Randschen.
Dentfaland.
Die kaufmännischen Verbände und
die Sonntagsruhe
Die über 300 000 Mitglieder rihlende u ge
Arbeitsgemeinschaft der kaufmännischen
bände hat sich in der Frage des Sonntagsruhegel#etzes
mit einer Eingabe an die deutsch-evongelische
Kirchenbehörde gewendet. Nachdem
schon mehrere katholische Bischöfe für die erwartete
Sonntagsruhe eingetreten sind,
jetzt auch um die Bundesgenossenschaft der ep#a#ngelischen
Kirchenbehörde geworben. Es beißt
in der Eingabe: Die Kirchenbehörde möge im
einer amtlichen Erklärung das Verlangen ausdrücken,
daß in einem künftigen Gesetze die
grundsätzliche Anerkennung voller Sonntagsruhe
mit alleiniger Ausnahme der sog. Beoürfnis-Lewerbe
auszusprechen sei. Ferner die in der
nechsten Zeit zur Beratung zusammentretenden
Synoden zu gleicher Stellungnahme zu veranlossen
und enolich dafür zu forgen, - von
allen Kanzeln aller evangelischen Kirchen
Deutschlands eine planmäßige Einwirkung auf
die gesamten Mitglieder geschehe, damit diese
alle Einkäuse Sonntags unterlassen und o#
die Bestrebungen des Kaufmannsstandes unterstützen,
der daslelbe Anrecht auf die Sonntagsruhe
habe und dem lie * ie notwendig sei
wie den Beamten und Arbeitern.
saß es mir zum Ersticken. Sic bemerlie sofort die
Veränderung in meinem Wesen.
arum wenden Sie Ibr Gesicht von mir
ab? Labe ich irgend etwas Urrechtes gesagt oder
getan? Gehören die Handschuhe nicht mir?“
Ich parierte mit einer andern 96
Lennen Sie jemanden namens Lawrence?“"
wrence? Lawrence: Nicht daß ½ Frbte.
Ist cs em Frauen-Name?“
„Nein, es ist kein F Fraurn= sondern ein Mannes-Edwin
Lawrence.“
.Warum fragen Sicn# Kennen Sie ihn?“
„Ja. und Sie auch.“
„Ich: Woher wissen Sic, daß ich ihn kenne?“
geil Sie rergangene Nacht von seinen
Zimmer in meincs kamen.“
Ich sah sic vermutlich mit anklagenden Blicken
; aber wenn ich erwartete, sie durch meine
Wbenr zu überraschen, oder ihr Zeichen von Schuld
zu entlocken, so irrte ich mich. Sie hielt i
Blicken heiteren ungetrübten Antlitzes ftand, s#l#
wundere s# aich was ich eigentlich meinte.“
Namẽ.
n Ihr mer aus seinem!
Was %% (a ich scinem bumne getan?“
„Deulen Eiel Versuchen Sie nach I
Sie müssen uen sich aurnne P in Edwin
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nmmer verging w — wn Penste l 1— «
Siesageii, daß ich aus seinem Zimmer in
Ihres kam; wie den
e#en Halon ESie müsfen von
eimem gestürgt sem
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Sie n noch under —1
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