Metadaten : Entwickelung und Stand des höheren Mädchenschulwesens in Deutschland.

Man  kam  überein:

dafs  die  in  Rede  stehenden  Fortbildungskurse  auch  dann  nicht
entbehrlich  seien,  wenn  die  höheren  Mädchenschulen  die  im  Abschnitt
  I  bezeichnete  Organisation  erlangen  und  die  dort  unter
No.  4  bezeichneten  Ziele  erreichten.

Die  Abhaltung  der  Kurse  sei  der  freien  Vereinsthätigkeit
zu  überlassen  und  wo  sie  unter  den  Formen  einer  Lehranstalt
auftreten,  nur  Personen  zu  gestatten,  welche  die  Befähigung  zum
Unterricht  in  den  Oberklassen  höherer  Mädchenschulen  erworben
haben.

Wünschenswert  sei  es,  dafs  sich  das  Lehrerkollegium
höherer  Mädchenschulen  zur  Abhaltung  solcher  Kurse  vereinige.
Dieselben  hätten  aber  in  strenger  Absonderung  von  der  Schule
selbst  zu  bestehen.

Die  nun  folgenden  Beratungen  über  die  Vorbildung  und
Prüfung  der  Lehrerinnen  liegen  nicht  mehr  innerhalb  des
Rahmens  dieser  Schrift.

Der  Einflufs  der  Berliner  Konferenz  zeigte  sich  bald  in
der  erhöhten  Beachtung,  die  dem  Mädchenschulwesen  in  ganz
Deutschland  seitens  der  Regierungen  und  der  Gemeinden  zugewendet
  wurde.  Um  eine  möglichst  einheitliche  Durchführung
  der  in  Weimar  und  Berlin  aufgestellten  Ansichten  zu
gewährleisten,  erschien  es  den  Veranstaltern  der  Weimarer
Versammlung  wichtig,  die  einmal  hergestellte  Verbindung
nicht  wieder  aufzulösen.  Es  wurde  daher  im  September  1873
eine  zweite  Hauptversammlung  von  „Dirigenten,  Lehrern  und
Lehrerinnen  an  höheren  Töchterschulen  Deutschlands“  nach
Hannover  berufen  und  auf  dieser  die  Begründung  eines  Vereins
  beschlossen,  der  sich:  „Deutscher  Verein  von  Dirigenten
und  Lehrenden  höherer  Mädchenschulen“  nannte.  Er  hat  im
Jahre  1876  diesen  Namen  mit  dem  kürzeren:  Deutscher
Verein  fär  das  höhere  Mädchenschulwesen  vertauscht.
Ausgesprochener  Zweck  des  Vereins  ist,  die  innere  und  äufsere
Entwickelung  und  Ausgestaltung  des  mittleren  und  höheren
Mädchenschulwesens  auf  dem  im  Jahre  1872  zu  Weimar  gelegten
  Grunde  zu  fördern.  Der  Verein  entwickelte  sich  in
den  nächsten  Jahren  schnell;  heute  umfalst  er  15  Zweigvereine
  und  zählt  ca.  3350  Mitglieder.